Werbung

Als ich neulich im wunderschönen Wasserschloss Fürstlich Drehna frühstückte, rollte meine Tischnachbarin mit den Augen wegen der klassischen Musik im Hintergrund. Dass über klassische Musik in der Schule so wenig gelehrt wird, finde ich schade, erst recht, wenn Kinder keinen Kontakt mit klassischer Musik haben und daraus Erwachsene werden, die mit dieser Musik so wirklich gar nichts anfangen können. Sie werden nie erfahren, welche Welt ihnen verschlossen bleibt, und viele hätten sie vielleicht geliebt und ganz andere Lebenswege eingeschlagen.

Als mich die Deutsche Grammophon fragte, ob ich das neue Album ihres Klavier-Stars Daniil Trifonov vorstellen möchte, zögerte ich deshalb nicht lange. Daniil gilt als herausragendes Nachwuchstalent und spielt auf seinem neuesten Album zwei Klavierkonzerte von Sergei Wassiljewitsch Rachmaninov. Ich stelle Euch heute das Album Destination Rachmaninov – Departure ein bisschen vor und möchte Euch ermuntern, mal ein bisschen in Klassische Musik hineinzuschnuppern, falls Ihr damit bisher wenig zu tun hattet. Dafür verlose ich dann auch gleich zweimal die CD „Destination Rachmaninov – Departure“ mit Daniil Trifonov als Solopianisten und dem Philadelphia Orchestra unter der Leitung von Yannick Nézet-Séguin.

CDs Rachmaninov Departure mit Daniil Trifonov

Reise mit Rachmaninov: Der Kurzfilm

Für die Veröffentlichung hat sich die Deutsche Grammophon etwas besonderes überlegt und einen Kurzfilm gedreht, in dem das Thema „Reise“ aufgegriffen wird, das eng mit Rachmaninovs Leben und damit auch seinen Kompositionen verknüpft ist. Hauptrolle spielt – im doppelten Sinn, Daniil Trifonov.

Und da es immer ein bisschen schwierig ist, ohne Hintergrundinformationen in Musik einzusteigen, finde ich jedenfalls, schlage ich vor, dass Ihr den Film hier startet und dann meinen Artikel mit den Hintergrundinformationen weiterlest.

Destination Rachmaninov – Departure: Das Album

Die Auswahl der beiden Klavierkonzerte auf dem Album finde ich sehr spannend. Hier hört Ihr gerade das Klavierkonzert Nr. 4 in G-Moll, ein Stück, das er im amerikanischen Exil in den 20er Jahren schrieb. Es ist völlig anders als das viel berühmtere Klavierkonzert Nr. 2 in C-Moll, das er bereits 1890 schrieb und wofür er noch heute gefeiert wird.
Ich persönlich mag es, wenn ein Stück über mehrere Sätze eine ganze Bandbreite an Gefühlen ausbreitet und damit „ein Leben erzählt“. In der musikalischen Erzählung hat wiederum jeder Komponist seinen Charakter, interpretiert von demjenigen, der das Stück spielt, in diesem Fall: von Daniil Trifonov, gerade 27 Jahre alt.

Das Orchester ist übrigens das gleiche, mit dem Rachmaninov sein 4. Klavierkonzert uraufführte: das Philadelphia Orchestra.

Die Idee der Zugfahrt im Film finde ich sehr gelungen , weil es an das Leben Rachmaninovs anknüpft und an seine Touren durch die USA. Im Klavierkonzert lassen sich jazzige Sequenzen und einige „Filmmusik“-Tendenzen erkennen – Hollywood lässt grüßen. Rachmaninov vermisste zu dieser Zeit sein Heimatland Russland. 1917 war er aufgrund der Oktoberrevolution mit der Familie in die USA ausgewandert, konnte sich jedoch nie ganz mit dem Way of Life der Amerikaner anfreunden und lebte recht zurückgezogen, obwohl – oder vielleicht auch weil – er als Star gefeiert wurde.
Als er wenige Jahre später in die Schweiz ging, um näher an „seinem“ Europa zu sein, währte sein Glück nicht lange. Aufgrund des Zweiten Weltkrieges floh er zurück in die USA, wo er sich in Beverly Hills niederließ.
Trifonov sagt über das Klavierkonzert Nr. 4:

Das vierte Klavierkonzert klingt, als würde man Rachmaninov auf seiner Reise durch das musikalische Mosaik seiner Welt begleiten. […] Der erste Satz gleicht einem Zug, der auf seiner Fahrt immer schneller wird – durchs Fenster sieht man Bahnhöfe, Städte und Landschaften nur so vorbeifliegen.

Rachmaninovs Leben

Sergei Wassiljewitsch Rachmaninov wuchs in Russland auf, erhielt früh Klavierunterricht und musste sich mit der frühen Trennung seiner Eltern, Geldsorgen und dem Tod einer seiner Schwestern auseinandersetzen. Mit 12 Jahren wurde er in die Obhut des Moskauer Konservatoriums und in die Hände des Musikpädagogen Nikolai Swerew gegeben und kam so schon früh in Kontakt mit Tschaikowski, Safonow, Tanejew und anderen Musikgrößen in Moskau.
Noch bevor er 20 war, hatte er erste größere Erfolge mit eigenen Kompositionen. Sein Lebensstil wurde aufwendiger, sein Alkoholkonsum und seine Schwermut allerdings auch. Er verdiente bald seinen Lebensunterhalt mit Auftritten und als Dirigent an der Moskauer Russischen Privatoper, war allerdings aufgrund seiner Depressionen und Selbstzweifel, weil seine 1. Sinfonie beim Publikum durchgefallen war, kaum mehr in der Lage, zu komponieren.

Fenster zum HofErst nach weiteren Jahren mit Ende 20 und der Hilfe des Psychiaters Nikolai Dahl vollendete er sein Klavierkonzert Nr. 2, das sein größter Erfolg werden sollte. Wenn Ihr Euch das Konzert anhört, könnt Ihr im 2. Satz, den Rachmaninov tatsächlich zuerst schrieb, hören, wie er sich an die glückliche Zeit seiner Jugend erinnert und an das Aufflammen der Liebe zu seiner späteren Frau. Rachmaninov verbleibt dabei nicht im Kitsch, er war immer schon ein komplizierter, schwermütiger Charakter, diese Schwermut fließt natürlich auch in das Klavierkonzert. Das Thema des 2. Satzes kann man übrigens eventuell wiedererkennen: Eric Carmen nahm es in seien Song „All by myself“ auf (der allerdings tatsächlich sehr kitschig ist im Gegensatz zu Rachmaninovs Klavierkonzert).

Nach einer Zeit in Dresden, in den USA, in der Schweiz und schließlich wieder in den USA starb er 1943 im Alter von 69. Seine Heimat hat er seit 1917 nicht wiedergesehen. Und mit genau diesem Wissen im Hintergrund, hört man die Musik gleich nochmal ganz anders, oder?

Wie man sich Klassischer Musik nähern kann

Ich kenne das Gefühl, dass ich mich gerne an ein Thema wagen würde, aber nicht weiß wie. Denn auch wenn es die einen beim Frühstückstisch nervt: Klassische Musik ist zeitlos und berührt fast jeden Menschen. Nicht zufällig wird bei vielen Filmen und auch gerne bei Drohnenvideos auf Elemente der klassischen Musik zurückgegriffen.

Das Wichtigste: Hört sie Euch ohne Vorbehalte an. Setzt Euch hin, nutzt einen guten Kopfhörer und lauscht einfach mal und spürt, welche Bilder und Gefühle da bei Euch hochkommen.

Geht in Konzerte! Live ist das nochmal ein völlig anderes Erlebnis. Die Berliner Philharmoniker kann ich da sehr empfehlen. In der Berliner Philharmonie werden sogar gratis Mittagskonzerte angeboten. Und ein ganz besonderes Highlight ist das Abschlusskonzert der Philharmoniker in der Waldbühne in Berlin.
Wie begeistert der gerade 27jährige Trifonov Rachmaninov spielt, sieht man in diesem kleinen schönen Ausschnitt (besonders ab Minute 1:10):

Und natürlich: Macht bei meinem Gewinnspiel mit und hört selbst in die CD rein!

Für Kinder habe ich für die Annäherung an klassische Musik außerdem noch einen tollen Tipp: Klassik for Kids*.
Wir hatten diese Platten in etwas anderer Form früher auch. Kinder werden hier in ganz spielerischer Erzählweise an klassische Musik herangebracht. Dabei wird auch klar, dass man die Musik viel besser versteht und sich viel mehr Bilder im Kopf auftun, wenn man etwas über das Leben des Komponisten weiß, über seine Gefühle und Wünsche.

Der Pianist Daniil Trifonov

Im letzten Videoschnipsel hat man schon einen guten Eindruck, glaube ich. Daniil wirkt sehr viel moderner als Rachmaninov. Letzterer ist übrigens in seinem Leben angeblich sehr ungerne gereist. Das Gegenteil ist bei Daniil Trifonov der Fall: Aufgewachsen in einer musikalischen Familie reiste er bereits früh durch die Welt um Konzerte zu geben und an Wettbewerben teilzunehmen. Gerade 20jährig errang er innerhalb weniger Wochen den 1. Preis beim Arthur-Rubinstein-Wettbewerb in Tel Aviv sowie die Goldmedaille im Fach Klavier im internationalen Tschaikowski-Wettbewerb in Moskau und trat damit in Rachmaninovs Fußstapfen, der Zeit seines Lebens ein großer Tschaikowski-Bewunderer war.

Seine eigenen Stücke soll er angeblich alleine im Kopf komponieren. Er gilt als ein Ausnahmetalent, insbesondere durch seine Klaviertechnik, mit der er in der Lage ist, die herausfordernden Stücke von Rachmaninov zu spielen.

In diesem Jahr erhielt er in New York einen Grammy in der Kategorie „Bestes klassisches Instrumentalsolo“ für sein Album „Transcendental“. Und ja, ich würde ihn jetzt, da ich so viel über ihn gelesen habe, zu gerne mal live erleben.

Gewinnspiel: 2 CDs von „Destination Rachmaninov – Departure“ zu gewinnen

Das Gewinnspiel ist beendet! Es dürfen sich freuen: Vera und Alex, herzlichen Glückwunsch!

Zu gewinnen gibt es zwei Mal die CD von Destination Rachmaninov – Departure.

CDs Rachmaninov Departure mit Daniil Trifonov

Wer mitmachen möchte, hinterlässt einfach hier oder auf Facebook im entsprechenden Post einen Kommentar, ob und ggf. wo Ihr das letzte Mal live Klassik-Musik genossen habt. Das muss kein bekanntes Orchester sein, es kann ja auch ein kleines Konzert in einer Kirche oder ein Straßenmusiker im U-Bahnhof gewesen sein. Gerade aus Osteuropa kommen viele, tolle Straßenmusiker, an denen man häufig leider unbeachtet vorbeigeht.
Das Gewinnspiel läuft bis zum 31.10.2018, Kommentare werden bis 23.59 Uhr akzeptiert. Die Auslosung erfolgt mittels Zufallsgenerator. Je eine CD wird unter allen Kommentaren im Facebook-Post und hier unter allen Kommentaren im Blog veröffentlicht. Wer bei beiden kommentiert, erhöht seine Gewinnchance. Doppelte Kommentare pro Kanal (Facebook und hier) werden gelöscht.

Beachtet bitte, dass ich den Gewinn nur nach Deutschland versenden kann. Viel Glück!

Teilnahmebedingungen für das Gewinnspiel

Teilnahmeberechtigt sind alle Personen, auch unter 18, ich bin ja nicht kinderfeindlich. Das Gewinnspiel läuft vom 21.10.2018 bis zum 31.10.2018 23.59 Uhr. Gewinnen kannst Du durch das Kommentieren unter diesem Artikel und/oder dem entsprechenden Facebook-Post. Mehrere Kommentare von der gleichen Person auf der gleichen Plattform sind total verboten. Allerdings ist es erlaubt, sowohl hier wie auch auf Facebook jeweils ein mal zu kommentieren (doppelte Gewinnchance). Hinterlasst bitte hier auf dem Blog eine gültige email. Bestechung wird in Keks- und Kuchenform entgegen genommen, ist allerdings nicht zielführend, weil das Los entscheidet (durch so ein Digitaltooldings). Nach Benachrichtigung des Gewinners/der Gewinnerin (entweder über Email oder die Facebook-Message-Funktion) hat der/die Gewinner*in drei Tage Zeit, mir die Postadresse zukommen zu lassen, sonst wird weitergelost. Verschickt werden können die CDs nur nach Deutschland. Der Gewinn kann nicht ausgezahlt werden, da der Wert einfach unermesslich ist. 

Dieser Artikel wurde von der Deutschen Grammophon unterstützt.