Mein Urlaub in Helsinki im Winter war ursprünglich nur ein Abfallprodukt meines Vorhabens, mich irgendwo in Finnland ins Mökki zu verkriechen, an meinem Buch zu schreiben und mit Blick aufs Meer der Sauna zu frönen und mich weniger den üblichen Sehenswürdigkeiten hinzugeben. Doch dann wurde Helsinki meine persönliche Entdeckung (auch wenn das Mökki wirklich nicht zu verachten war).

Bei einer Abstimmung auf Facebook zwischen Stockholm in Schweden und Helsinki in Finnland hatte Helsinki bei Euch knapp die Nase vorn. Der Konsens war: Stockholm ist hübsch, Helsinki interessant. Da fiel die Entscheidung sehr leicht. Nicht nur ist Helsinki viel weniger überlaufen als Stockholm oder Oslo, noch ruhiger geht es in Helsinki im Winter zu, und das habe ich sehr genossen. Spätestens, als ich mit der Fähre durch das knackende Eis fuhr und mich dann im Café bei leckerem Hefegebäck aufwärmte, wusste ich, dass das eine sehr gute Entscheidung war.

Villa auf kleiner Insel

Traumhaft, oder? Auch solche Ansichten gehören zu einer der Sehenswürdigkeiten in Helsinki.

Das Wetter hat leider – jedenfalls in der Stadt – nicht sehr mitgespielt, was bedeutet, dass es bis auf den ersten Tag ziemlich grau war. Die schönen Parks, von denen Helsinki im Sommer zehrt, habe ich mir daher alle geschenkt (und außerdem musste ich ja auch noch ein bisschen arbeiten). Die werde ich dann ganz sicher ein anderes Mal nachholen, vielleicht habe ich jetzt auch Lust auf Helsinki im Sommer. Dann sehe ich hoffentlich auch das Sibelius-Monument, eine der bekannten Sehenswürdigkeiten in Helsinki, die jedoch ein klein wenig abseits liegt. Die hätte ich unbedingt sehen wollen, denn ein Pendant steht in Wolfsburg, meiner Heimatstadt.

Zudem war gerade eine Warmfront durch die Stadt durchgezogen, hatte den kompletten Schnee erst geschmolzen und dann vereist, es herrschte also grandiose Rutschpartie auf Helsinkis Bürgersteigen, die unbeheizt sind (ja, einige sind beheizt). Ohnehin habe ich erfahren: Finnland ist im Februar nicht mehr unbedingt ein Schneeparadies, auch hier wird es von Jahr zu Jahr wärmer und viele Schneefälle bleiben aus. Wie fatal das für die Tiere sein kann, habe ich hier schonmal für Rentiere beschrieben, und das gilt natürlich auch für andere Tierarten.

Uzzeliges Wetter ist allerdings kein Problem in Helsinki, denn die Stadt ist so spannend und hat so viel zu bieten, da freut man sich umso mehr auf tolle Museen und gemütliche Cafés.

Zimtschnecke und Pudelmütze

Zimtschnecken – müssen einfach sein.

Wer Euch weismachen will, dass zwei Tage für Helsinki reichen, erzählt übrigens meiner Ansicht nach Blödsinn und hat diese Stadt offensichtlich nicht wirklich kennen gelernt. Selbst ohne alle Parks habe ich in drei Tagen nicht einmal annähernd alle Spots besuchen können, die ich gerne gesehen hätte, und ich war wirklich sehr viel unterwegs. Hier kommen also meine persönlichen Tipps, Entdeckungen, Sehenswürdigkeiten und Eindrücke:

Bitte reinscrollen mit +. Die doofen Google Maps Karten zoomen seit einiger Zeit komplett raus. Oben rechts ein Klick, schon klappt das Menü auf.

Über Helsinki gibt es eine Highlights Story bei mir auf Instagram, schaut doch mal rein!

1 Helsinkis Sehenswürdigkeiten: Design & Architektur erleben

Design und Architektur gehen in Helsinki ineinander über. Selten habe ich so viel Lust gehabt, mir Bauwerke und Museen anzuschauen, denn in der Stadt ist das Gefühl für Schönheit tief verankert, und vor allem das Zusammenspiel der geraden Formen skandinavischen Designs gepaart mit einer Leichtigkeit und Verspieltheit. Marimekko ist das Beispiel, das jeder kennt. Ich persönlich liebe Alvar Aalto und würde mir ein ganzes Haus entsprechend einrichten, wenn mir die Milliönchen auf den Kopf knallen.

Avar Aalto Vasen

Die berühmten Alvar Aalto Vasen, in denen sich die Blumen „selber arrangieren“ kennt vermutlich fast jeder.

Dennoch ist Helsinki nicht auf den ersten Blick wirklich schön. Es gibt viele 70er Jahre Gruseligkeiten und einen Stilmix, den man erst einmal sacken lassen muss. Deshalb: Wer Helsinkis Schönheit erfassen will, muss sie sich ein bisschen „erarbeiten“ und da sind ein paar Hilfestellungen und Hintergründe gar nicht schlecht zu wissen.

Weil ich selber in Zeitnot geriet, schreibe ich Euch bei meinen Tipps jeweils dazu, wieviel Zeit Ihr mindestens mitbringen solltet, so dass Ihr den Ort auch wirklich gesehen habt. Länger geht immer, klar. Ihr solltet auch unbedingt die Öffnungszeiten checken, denn die variieren teils stark je nach Jahreszeit. Leider haben gerade Museen im Winter häufig nur von 10-16 Uhr auf, was irgendwie kontraproduktiv ist, denn das ist ja gerade die Zeit, wo es hell ist.

Hier kommen also meine absoluten Lieblingsspots, was Design und Architektur angeht:

Die Oodi – Die neue Zentralbibliothek

Ganz weit vorne dabei: die brandneue Zentralbibliothek Oodi – die Manifestation von Musik und der Auffassung von Gemeinschaft in einem Bauwerk.

Über die Oodi war ich so begeistert, dass ich gleich einen eigenen Artikel geschrieben habe: Die Oodi-Bibliothek in Helsinki: Musik auf architekturisch. Da müsst Ihr unbedingt hin!

Riesiges "Dach" der Bibliothek in Helsinki

Drumherum stehen derzeit leider viele Bauzäune. Die Oodi ist dennoch beeindruckend.

Dauer: 30 Minuten, lieber länger, auch das Essen soll dort gut sein – perfekt für eine kleine Pause.
Eintritt ist gratis.
Adresse: Töölönlahdenkatu 4

Kampin Kappeli – Die Kapelle der Stille

Die Kapelle der Stille besteht seit 2012 und ist für mich ein kleines Wunderwerk. Sie ist dazu gedacht, vom lauten und hektischen Alltag eine Pause zu machen, aufzuatmen und in sich hineinzuhorchen. Deshalb wurde sie auch in der trubeligsten Ecke Helsinkis, am Naurinkkatori-Platz, aufgestellt. Der große, ovalförmige Bau ist schon von außen sehenswert.

Kapelle der Stille in Helsinki

Die Kapelle der Stille ist ein Kunstwerk für sich und befindet sich mitten im trubeligsten Innenstadt-Gebiet.

Und tatsächlich wird auf einmal alles still, wenn man die Kapelle betritt. Immer sitzen oder liegen hier Menschen, die eine kurze Pause machen, und das ist schön mit anzusehen.

Vor allem ist natürlich das Design herausragend: Das schöne Holz außen, innen wirkt die Kapelle schlicht und minimalistisch. Rundungen, Holzmaterialien und Licht wirken sehr natürlich, und genau das ist auch die Absicht: sich erden inmitten der Stadt.

Dauer: 5 Minuten bis Belieben
Eintritt ist gratis.
Adresse: Simonkatu 7

Temppeliaukion kirkko – Die Felsenkirche

Über die Felsenkirche stolpert man sofort bei den „Top 10 Helsinki“, und das zu Recht: Sie stammt aus den 60ern – kein Wunder, dass ich sie so toll finde – und ist direkt in den Granitfels gebaut; ein wirklich fantastisches Gebäude! Erwähnte ich schon, dass Helsinki an einigen Stellen recht hügelig ist, weil es so viele Granitfelsen gibt? Deshalb wird derzeit auch weiter unterirdisch gebaut, denn der Fels ist extrem stabil.

Aber zurück zur Felsenkirche: Von außen sieht man nicht viel, ein bisschen Sichtbeton, ein bisschen Granit. Der Eingang ist nicht sehr eindrucksvoll. Innen jedoch öffnet sich ein riesiges Gewölbe mit bis zu acht Meter hohen Seitenwänden aus purem Fels.

Kirche aus Stein - die Felsenkirche in Helsinki

Die Felsenkirche von Innen. Mein Weitwinkel reichte nicht aus, deshalb hier ein Handyfoto.

Die Decke besteht aus fächerartigen Fenstern, über die viel natürliches Licht hereinkommt – eine sehr typische finnische Bauart – und einer Kupferkuppel. Die blauen Holzbänke sind mit einem lila Stoff bezogen. Auch hier geizt man nicht mit Farben.

Ich war ganz schön lange drin, denn neben der angenehmen Musik strahlt sie für mich viel Geborgenheit aus, eigentlich perfekt für eine Kirche, oder?

Dauer: 10 bis 30 Minuten
Eintritt: 3 Euro oder gratis mit der Helsinki-Card
Adresse: Lutherinkatu 3

Das Design Museum

Das Design Museum ist relativ übersichtlich und bietet mit Anekdoten, Textilien, Interieur, Haushaltsgegenständen und Bildern einen Überblick und manch überraschende Geschichte über Finnisches Design, von Aalto bis Nokia.

Design Museum Helsinki

Von Aalto bis Marimekko: Das Design Museum Helsinki.

Design-Museum in Helsinki

Das Design-Museum in Helsinki – etwas dunkel, sehr kurzweilig.

Ich fand es sehr kurzweilig, allerdings auch nicht überragend, plus: Mir war es persönlich zu dunkel. Ich habe eine Abneigung gegen Schummerlicht, wenn sich meine Augen konzentrieren müssen. Es ist dennoch eine Empfehlung, auch weil man es meiner Ansicht nach noch unterbekommt, wenn man wenig Zeit und wenig Lust auf anstrengende Museen hat.

Dauer: 30-60 Minuten
Eintritt: 12 Euro oder gratis mit der Helsinki Card
Adresse: Korkeavuorenkatu 23

↑ Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Das Design Viertel

Das Design Viertel Helsinkis besteht aus mehreren Straßenzügen mit verschiedenen Museen und Shops. Früher existierten die Shops in 4-5 Straßen, mittlerweile hat sich das etwas auseinander gezogen. Es macht super viel Spaß, hier mit ein wenig Zeit herumzuflanieren, einen Schaufensterbummel zu machen und in einigen Shops näher reinzuschnuppern.

Schaufenster mit Design-Objekten

Schaufensterbummel im Design District in Helsinki.

Faltkarte Design-District
Auf der Webseite des Design-Districts gibt es eine aktuelle und etwas chaotische Karte. Ich rate Euch dringend, Euch die kleine Faltkarte zu besorgen, in der das Viertel übersichtlich beschrieben ist. Diese Karte bekommt Ihr im Design Museum sowie in vielen kleinen Shops.

Dauer: Für einen Überblick inklusive einiger Stopps mindestens 3 Stunden einplanen, besser mehr. Am besten mit dem Design Museum kombinieren.
Adresse: Sehr grob rund um die Uudenmaankatu.

Die Uspenski Kathedrale

Die Uspenski-Kathedrale ist vom Havenviertel aus nicht zu übersehen. Sie ist die größte orthodoxe Kirche außerhalb Russlands. Als ich dort war, hatte sie leider geschlossen.

Uspenski Kathedrale Helsinki

Die Uspenski Kathedrale in Helsinki sieht man aus vielen Ecken, sie thront über dem Hafengebiet.

Warum steht dieses Bauwerk hier? Nach dem Schwedischen Reich wurde Finnland an Russland abgetreten. Man entschied, dass die bisherige Hauptstadt Turku abgelöst werden sollte und Helsinki wurde, vor allem aufgrund der praktischen Hafenlage, die neue Hauptstadt. Das ist nun dieses Jahr exakt 200 Jahre her.

Nun war Helsinki klein und nicht besonders prunkvoll, zudem häufig schwer beschädigt und niedergebrannt, und die Hauptstadt des neuen russischen Großfürstentums Finnland sollte ja schließlich etwas hermachen. Also wurde die Uspenski Kathedrale gebaut, sowie viele andere prunkvolle Gebäude, wie zum Beispiel der Senatsplatz mit dem Dom. Erst seit knapp 100 Jahren ist Finnland unabhängig.

Domplatz Helsinki

Senatsplatz vor dem Dom. Einige Gebäude hier gehören zu den ältesten der Stadt, das kleine blaue Haus zum Beispiel, das heute ein Gratismuseum ist.

Zitat meiner Foodie-Tour-Frau zur Uspenski-Kathedrale: Wer auf überbordenen Prunk steht, ist hier richtig.

Dauer: 30 Minuten, eher mehr.
Eintritt ist gratis.
Adresse: Kanavakatu 1. Öffnungszeiten checken, denn die variieren zwischen Winter und Sommer!

Das Kunstmuseum Amos Rex

Das Amos Rex war für mich leider eine Enttäuschung. Das tolle Innendesign des recht neu eröffneten und hochgelobten Kunstmuseums war nämlich für die derzeitige Ausstellung komplett zugestellt und mit Vorhängen zugehangen, und die sonst so interaktiven Ausstellungen waren einer düsteren Margritte-Ausstellung gewichen. Düster, weil alle Wände schwarz waren und ich im Dämmerlicht kaum etwas sehen konnte. Keine Ahnung, wer so etwas gut findet.

Besser also auf jeden Fall auf der Webseite die Ausstellungen checken oder dann doch lieber das HAM oder Kiasma bevorzugen. Aber wie erwähnt: Eigentlich wird das Amos Rex hoch gelobt. Es befindet sich übrigens im Laasipalatsi, was einfach ‚Glaspalast‘ bedeutet, ein Schmuckstück an Malldesign, das an die schöne Seite der 60er Jahre erinnert und absolut mein Fall ist.

Amos Rex Kunstmuseum

Das Amos Rex Kunstmuseum im hübschen Laasipalatsi der 60er Jahre, aaawww.

Dauer: Unterschiedlich je nach Ausstellung, sicher mindestens 60 Minuten.
Eintritt: 15 Euro oder gratis mit der Helsinki Card
Adresse: Mannerheimintie 22-24

HAM & Kiasma

Beide müssen hier der Vollständigkeit halber erwähnt werden, obwohl ich sie leider beide nicht geschafft habe zu besuchen. Hinterher habe ich mir in den Allerwertesten gebissen, denn im HAM war gerade eine Ausstellung von Gilbert & George, mift. Das Helsinki Art Museum, kurz HAM, ist das Kunstmuseum der Stadt Helsinki und wird derzeit eher selten auf den ersten Rängen erwähnt, weil die neu eröffneten Kiasma und Amos Rex ihm den Rang ablaufen. Zu Unrecht, wie ich finde, wenn ich mir das Programm anschaue.

Natürlich kann das HAM es nicht mit der Architektur der Kiasma aufnehmen, der neuesten Kunstmuseum-Errungenschaft Helsinkis. Direkt neben der Oodi steht das irre Bauwerk und ich gebe zu: Ich habe gedacht, das sei noch nicht eröffnet. Als ich nämlich da war, waren überall Bauzäune und Absperrungen.
Tipp: Wer bis Juli diesen Jahres nach Helsinki fährt, dem empfehle ich dringend die Ausstellung Iiu Susiraja im Kiasma.

Dauer: Unterschiedlich je nach Ausstellung, sicher mindestens 60 Minuten.
Eintritt: 15 Euro oder gratis mit der Helsinki Card
Adresse HAM: Eteläinen Rautatiekatu 8
Adresse Kiasma: Mannerheiminaukio 2 (direkt neben der Oodi) 

Nationalmuseum und Nationalbibliothek

Wer Muße hat, kann hier natürlich ebenso hineinschauen. Ich hatte auf das Nationalmuseum keine Lust, im Nachhinein hätte ich aber gerne in die Nationalbibliothek einen Blick geworfen, die Fotos bei Google sehen umwerfend aus.

Nationalbibliothek in Helsinki

Die Nationalbibliothek in Helsinki auf dem Domplatz.

Das Gebäude des Nationalmuseums (s.u.) finde ich persönlich fürchterlich hässlich und möchte damit diesen Abschnitt des Artikels beenden, haha. Ich muss ja schließlich zeigen, dass ich auch irgendwas nicht-Schönes entdeckt habe. Und natürlich gibt es in Helsinki auch viele wirklich hässliche Stellen, keine Frage. Wie dieses Gebäude zustande kam, ist mir jedenfalls rätselhaft. Es ist ca. 100 Jahre alt und wurde „im alten Stil von Burgen und Kirchen“ erbaut, sagt Wikipedia. Nunja.

Nationalmuseum Helsinki

Das Nationalmuseum in Helsinki – meiner Ansicht nach ein ziemlich hässlicher Stilmix.

↑ Zurück zum Inhaltsverzeichnis

2 Essen in Helsinki: Tipps zu Cafés und Speisen

Dass es mehr lukullische Genüsse in Finnland gibt, als wir „Südis“ so im Allgemeinen wissen, wusste ich schon vom Blog Mahtaba. Da es mein erstes Mal Finnland war und ich mehr über finnisches Essen erfahren wollte, buchte ich eine Food-Tour mit Heather von Heather’s Helsinki – eine sehr gute Idee, denn übers Essen erfährt man viel über die Kultur.

Lachshäppchen

Lecker Lachs-Häppchen. Dieser stammt allerdings meist aus Norwegen.

Da mir die finnischen Bezeichnungen im Supermarkt und Restaurant nichts sagten, war es außerdem extrem hilfreich, von Heather übliche Gepflogenheiten, typische Mahlzeiten und ein bisschen Kultur zu erfahren. Und so ganz nebenbei plauderten wir natürlich über dies und das.

Heather’s Helsinki Food Tour

Transparenz: Ich bekomme keinerlei Provision für Buchungen oder Geld für Empfehlungen und habe die Tour selbst bezahlt. Wie alles andere in diesem Artikel ist die Tour meine persönliche überzeugte Empfehlung.

Für Heathers Tour habe ich 85 Euro bezahlt und fand das preisleistungsmäßig wirklich sehr ok, denn die Tour dauerte 6 Stunden und beinhaltete verschiedenste Naschereien, von Elchwurst über eingelegtes Gemüse, Käse, Lakritze (selbstverständlich), Porridge, Gebäck und natürlich Lachs. Heather ging mit uns in die Delikatessenabteilung und erklärte uns verschiedene Brote und Gebäcksorten, mit welchem Essen man Ostern und Weihnachten feiert und ganz nebenbei hatten wir eine kleine Stadtführung, in der sie gerne auch über Historie erzählte. Ein kleines Biertasting war außerdem inklusive.

Gut zu wissen:

  • Es ist in Finnland nicht unüblich, ein Leitungswasser zu bestellen, häufig steht ohnehin welches gratis bereit. Auch Filterkaffee gibt es häufig gratis zum Kuchen dazu, manchmal sogar zum Nachfüllen. Cappuccino, Latte Macciato müssen normal bezahlt werden, normal heißt, um die 4 Euro.
  • Trinkgeld könnt Ihr Euch sparen, denn das ist sehr unüblich in Finnland, erklärte mir die verdutzte Frau am Tresen, als ich ihr noch etwas Geld geben wollte. Dadurch wird essen gehen häufig sogar noch günstiger als in Berlin!

Und auch noch wichtig:

„Eine Frau muss den Hering auf hundert verschiedene Arten zubereiten können, bevor sie heiraten darf!“

Jut, das ist bitte nicht ganz ernst zu nehmen. Aber in jeder echten Schlemmerbar gibt es tatsächlich Hering auf wenigstens 10 verschiedene Arten. :)

Dringend empfohlene Schlemmereien:

Voisilmäpulla im Karl Fazer Café

Das Fazer-Café existiert schon ewig und ist sowas wie das Café Kranzler in Berlin. Hier geht man mit seiner Oma hin oder eben unbedingt als Tourist, denn Karl bietet hier die besten Kuchen und Gebäckstücke an. Mittlerweile ist Fazer außerdem berühmt für seine Schokolade, dessen Rezept Karl einst einem Schweizer abluchste.

Unbedingt essen: Einen Voisilmäpulla, das ist ein Butter Eye Bun, oder auch Butteraugen-Hefegebäck. Eigentlich ein super alltägliches Gebäck in Finnland, mit viel Kardamom, denn das lieben die Finnen genauso so wie ich. Ich habe leider hinterher keinen so leckeren Voisilmäpulla mehr gegessen wie hier und suche nun vermutlich den Rest meines Lebens nach diesem Rezept.

Adresse: Kluuvikatu 3, nahe des Parks Esplanadi

Carl Fazer Café

Das Fazer: In Helsinki so bekannt wie das Kranzler in Berlin

Porridge im Hykke

Der Ausdruck Hykke ist natürlich angelehnt ans dänische „hygge“ und soll genau das ausdrücken: gemütlich und nett. Und so ist auch das kleine Café Hykke, in dem man vor allem superleckeren, sehr günstigen Porridge essen und sich die Toppings selber aussuchen kann – genau mein Fall.

Porridge ist übrigens nicht nur extrem gesund und nahrhaft, speziell Haferporridge hat außerdem viel Magnesium, bereitet gut auf den Tag vor und das Beste: Er hält sehr lange satt. Daher genau die richtige Frühstücksmahlzeit, bevor es mit stundenlangem Sightseeing losgeht.

Adresse: Kalevankatu 17

Porridge

Leckerer Porridge im Café Hykke

↑ Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Elchdöner in der alten Markthalle, der Vanha kauppahalli

In der alten Markthalle von 1888 kann man alles bekommen, von Salmiakki über Saunaessenzen, heimischen Honig, Lachshäppchen bis zu Elchdöner. Vor allem kann man hier auch ein bisschen durch die Stände stöbern und schauen, was das Land zu bieten hat. Es ist nicht gerade günstig, dafür wird hohe Qualität geboten. Wissen sollte man, dass der Lachs hier hauptsächlich aus Norwegen stammt.

Die Markthalle ist frisch renoviert, eine Weile waren die Stände woanders untergebracht, doch niemand will sich von der schönen alten Halle komplett trennen, also ist sie heute wieder voll in Betrieb. Man kann sich hier übrigens auch für einen leckeren Imbiss direkt niederlassen, es gibt mehrere Stände mit sehr gemütlichen Sitzgelegenheiten – gut, wenn das Wetter mal nicht mitspielt.

Adresse: Eteläranta, direkt am Hafen

alte Markthalle in Helsinki

Die schöne alte Markthalle in Helsinki ist ein sehr typisches Gebäude für diese Nutzung. In Turku steht noch einmal genau die gleiche.

Markthalle Helsinki

Viele verschiedene Marktstände mit Köstlichkeiten aus Finnland und anderen nordischen Ländern.

Lachsauflauf im Café Aalto

Das Café Aalto kann man netterweise gleich mit einem Buchhandlungsbesuch verbinden, denn es befindet sich im Academic Bookstore direkt neben dem Stockmann Kaufhaus. Und ja, es gibt auch ein paar Englische und sogar Deutsche Bücher, vor allem ist das Haus selbst wirklich hübsch.

Im Café habe ich sehr leckeren Lachsauflauf für 12 Euro gegessen und eine nette kleine Pause mit WLAN gemacht.

Adresse: Pohjoisesplanadi 39, direkt neben dem Kaufhaus Stockmann

Academic Bookstore Helsinki

Das Café Aalto befindet sich direkt innerhalb des Academic Bookstores, der auch vom Gebäude wirklich sehenswert ist.

Stöbern im Stockmann

Das Kaufhaus Stockmann ist das größte Kaufhaus Finnlands, was ich ein bisschen lustig finde, denn gefühlt ist jede dritte Mall in Berlin größer. Es ist ein sehr altes Warenhaus und bis in die 80er Jahre gab es, so wurde mir erzählt, adrett angezogene Fahrstuhldamen, die alle toll fanden. Ich gebe zu, ich bin ein bisschen froh, dass diese Zeit vorbei ist.

Kaufhaus Stockmann Helsinki

Stockmann, das große Warenhaus, ist eines der Wahrzeichen der Innenstadt.

Als mir mein Guide sagte, ich muss da rein, schlich ich etwas unmotiviert durch das Erdgeschoss und wieder raus – Kaufhäuser sind einfach echt nicht mein Ding. Heather, mein Food-Guide, führte uns aber erneut hinein und zwar ins Untergeschoss mit der Lebensmittelabteilung, wo man sehr gut einmal hindurchstöbern sollte um zu sehen, was die Finnen so mögen.

Super überraschend für mich war zum Beispiel die tolle Auswahl an guten Kartoffeln, der viele Koriander, auf den die Finnen so stehen, die Vielfalt an Brot und die Liebe zu eingelegten Gurken. Letzteres kommt natürlich daher, dass im kalten Finnland schon früh die Vorzüge des Gemüse-Einlegens entdeckt wurde, so hielt es sich über den Winter.
Und natürlich gibt es auch eine riesige Fischtheke.

Adresse: Aleksanterinkatu 52

Sardellen in Brot

Und auch in Kombi: Sardellen in Brot. Bestimmt auch lecker.

Zwischenhalt im Café Marokko

Das Café Marokko liegt hinter dem Nationalmuseum und war meine Rettung, als ich auf mein Hotelzimmer direkt gegenüber warten musste. Es ist sehr offensichtlich bei Einheimischen extrem beliebt, man sitzt gemütlich, das Essen war sehr lecker und bezahlbar, Filterkaffee gibt es gratis.

Adresse: Museokatu 7

↑ Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Biertasting & Elchwurst in der Bryggeri

Die Bryggeri, eine kleine Mikrobrauerei, gibt es auch im Prenzlauer Berg in Berlin, und das hat seinen Grund: Der Erfinder ist nämlich Deutscher. Und deshalb gibt es hier beim Tasting auch ein gutes Pils und ein Weizen, yummi.

Das Tasting mit 5 verschiedenen (halben kleinen!) Bieren kostet gerade mal 10 Euro und ist damit wirklich zu empfehlen, denn man weiß ja, wie so die Alkoholpreise in Skandinavien sind. Dazu gab es einen Teller mit Elchwurst, Kimchi und sehr leckerem eingelegten Gemüse – eine echt grandiose Kombi.
Die Bierbrauerei würde ich deshalb nicht nur zum kleinen Imbiss, sondern auch zum Essen gehen empfehlen. Der kleine Eingang täuscht: Man geht an der Theke vorbei und die Treppe runter und sitzt hier recht gemütlich in gedimmter Atmosphäre.

Adresse: Sofiankatu 2, nahe des Doms

Biertasting in der Bryggeri

Biertasting in der Bryggeri

Natürlich gäbe es hier noch viel, viel mehr zum Essen in Helsinki erzählen. Dass es bei fast jeden Bäcker (russische) Piroggen gibt zum Beispiel, und dass es manchmal schwer fällt, schwedisches und finnisches Essen zu unterscheiden. Aber dieser Artikel platzt jetzt schon fast aus allen Nähten, also schlage ich vor: Entdeckt es am besten selbst.

3 Weitere Sehenswürdigkeiten in Helsinki: Die üblichen Verdächtigen

Neben den bekannten Museen und der Architektur gibt es natürlich noch die Tipps zu bekannten Spots, die ich nicht auslassen möchte:

Tuomiokirkki – Der Dom

Der Dom von Helsinki ist das bekannteste Gebäude der Stadt und eine evangelische Kirche. Wie oben schon bei der Uspenski-Kathedrale erwähnt wurde der Senatsplatz mit Dom als Ausdruck der russischen Macht und zu Ehren der neuen, prachtvollen Hauptstadt vor etwa 200 Jahren erbaut.

Dom Helsinki

Normale Perspektiven sind ja langweilig, oder? Der Domplatz ist umrahmt von schönen alten Häusern. Rechts mit dem grünen Schild ist übrigens der Eingang der Bryggeri.

↑ Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Festungsinsel Suomenlinna

Einer der schönsten Ausflüge ist wohl gerade im Winter eine Fährfahrt zur naheliegenden Festungsinsel Suomenlinna. Die Festungsinsel, einst Verteidigungsanlage der Schweden, anschließend der Russen und danach der Finnen, ist ziemlich groß und man kann stundenlang herumlaufen. Sie beherbergt mehrere Museen und Cafés, von denen jedoch nicht alle im Winter geöffnet haben.

Für mich war die Überfahrt, die leider nur 20 Minuten dauert, mein ganz persönliches Highlight. In der Ostsee schwimmen zu dieser Zeit noch dicke Eisschollen herum, deshalb benötigen die Fähren hier auch eine Eisklasse. Bei der Fahrt hindurch knarzt und knackt es ordentlich, während der Wind einem um die Nase weht – herrlich. Trotz grauer Wolken war das Licht ziemlich schön und ich hätte noch stundenlang fahren können.

Hinkommen: Vom Hafenviertel mit der Fähre. Zahlautomaten stehen bereit, Gratis fährt man mit einem Tagesticket für die Öffentlichen Verkehrsinsel oder mit der Helsinki Card.
Dauer: Besser ein paar Stunden. Die Fähre fährt nur ca. alle 60-90 Minuten, und die Festungsinsel selbst ist ziemlich groß.

Eisschollen in Helsinki im Winter

Die kurze Überfahrt zur Suomenlinna ist im Winter ein echtes Highlight, denn die Schiffe mit Eisklasse brechen direkt durch die Eisschollen. ♥

Festungsinsel Suomenlinna

Die Festungsinsel Suomenlinna vor Helsinki.

Helsinki im Winter - Suomenlinna mit gefrorenen Eisschollen

Auf der Festungsinsel Suomenlinna kann man weit laufen und im Winter das viele Eis bewundern.

Das Hafenviertel und Katajanokka

Wie so oft in anderen Städten zu sehen wird auch in Helsinki das Hafenviertel immer mehr aufgewertet. Neben der schönen alten Häuserfront auf der einen Seite sticht besonders auffällig das Sky Wheel, das Riesenrad, gegenüber hervor, das neben einer Vip-Kabine auch eine Saunakabine hat. Der äußerst seltsame Einfall ist tatsächlich nicht nur Zierde, sondern wird von bekloppten Touristen regelmäßig besucht, wie mir Heather versicherte. Nu, wers mag…

Dieses steht, neben Sauna und der Uspenski-Kathedrale, übrigens auf der Halbinsel Katajanokka. Dort gibt es weitere Restaurants und Cafés und im Sommer soll man hier herrlich spazieren gehen können, denn man kann wunderbar an der Wasserfront entlanglaufen.

Hafenviertel Helsinki

Das Hafenviertel mit Uspenski-Kathedrale, dem „Zuckerwürfel“ davor, der Sauna und dem Sky Wheel.

Das große, weiße Gebäude ist übrigens der „Zuckerwürfel“, ein von Alvar Aalto entworfenes Gebäude aus den 60ern, über das sich die Einwohner seit Jahrzehnten die Köpfe heiß reden.

Helsinki Waterfront mit Eisschollen

Gegenüber der Katajanokka stehen große Prachtbauten. Dahinter: der Dom, Wahrzeichen Helsinkis.

Seit einiger Zeit gibt es hier außerdem direkt am Hafen eine öffentliche Sauna. Nach dem Saunieren kann man hier tatsächlich im Allas Sea Pool ins eiskalte Wasser springen oder nebenan im warmen Becken draußen schwimmen – eine ziemlich coole Idee. Allerdings ist dazu natürlich dann Badebekleidung erforderlich.

Öffentliche Sauna in Helsinki

Die öffentliche Sauna mit den beiden Badebecken vorne: eins warm und eins kalt, brrr. Im Hintergrund das Sky Wheel.

Saunieren in Finnland

Ich habe es mir extra noch mal erzählen lassen, so sicherheitshalber, wie das mit dem Saunieren in Finnland funktioniert, denn ich wusste nur, dass in Finnland traditionell die Geschlechter (außerhalb der Familie) getrennt saunieren. Also:

Traditionell ist das korrekt. Da es aber sowohl in der Geschäftswelt wie auch unter Freunden immer mehr Probleme damit gab, Männlein und Weiblein zu trennen, und gleichzeitig immer mehr öffentliche Saunen gebaut werden, findet diese Trennung sehr häufig nicht mehr statt. Es kann also sein, dass Ihr in einem Hotel heute gar keine getrennten Saunen mehr vorfindet, sondern nur noch eine gemeinsame. Da sich die Finnen nun aber nicht von einem auf den anderen Tag vor dem anderen Geschlecht nackig zeigen, wird tatsächlich häufiger Badebekleidung verlangt. In manchen Saunen ist auch ein Handtuch ok, in anderen Einrichtung ist Badebekleidung vorgeschrieben.
Darauf achten muss man dann wiederum, nicht mit den gechlorten Badebekleidungen aus dem Schwimmbad in die Sauna zu gehen, da sind die Finnen auch sehr deutlich. Deshalb: Sicher ist nix, fragt also auf jeden Fall beim Eingang nach den Gepflogenheiten und vergesst auf keinen Fall Eure Badebekleidung. Ich hatte nämlich keine dabei, ich finde saunieren in Badebekleidung ziemlich ätzend und wäre nie auf diese Idee gekommen.

Es gibt übrigens in Helsinki einen Tag der offenen Sauna. Finntouch hat darüber sehr schön berichtet.

↑ Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Der Boulevard & Park Esplanadi

Der langgezogene Park Esplanadi ist angeblich eine der Lebensadern von Helsinki zwischen Design District und Hafen. Rechts und links befinden sich die großen Boulevards mit vielen (gehobenen) Shops.

Ich gebe zu, ich fand’s langweilig, üblich, touristisch. Sicher ist im Sommer das Bild ein ganz anderes, hier sollen viele Musiker sein und die Bewohner picknicken. Mich erinnerte das wohl einfach viel zu sehr an den Ku’Damm in Berlin, dem ich auch noch nie viel abgewinnen konnte.

Glashaus

Das Restaurant Kappeli irgendwo zwischen Jugend- und Gewächshaus-Stil fand ich allerdings sehr bezaubernd. Es befindet sich mitten im Esplanadi-Park.

Park Esplanadi

Zwar tolle Gebäude an den Boulewards, insgesamt fand ich den Esplanadi jedoch nicht wahnsinnig spannend.

4 TTT – TierischeTouriTipps

Hinkommen

Eigentlich wollte ich Zug fahren, habe aber nur elendige Verbindungen herausbekommen, die mir dann doch bei aller Liebe für den Zug zu lange dauerten.
Ich bin daher mit Finnair für ca. 140 Euro von Berlin nach Helsinki geflogen, inklusive Gepäckstück. Man kann aber auch per Fähre über Schweden, Estland und via Aland anreisen.

Vom Flughafen Helsinki gibt es drei Wege in die Stadt:

  • Mit dem Billigbus 615, der an vielen Stationen hält, für ca. 4,50 Euro.
  • Mit dem Zug, der wohl auch 4,50 Euro kostet.
  • Mit dem Finnair-Bus, der direkt vor meiner Nase am Terminal 2 stand und den ich für 6,50 Euro genommen habe. Ich gebe zu, der Grund war auch, dass ich meine Kreditkarte vergessen hatte und nicht genau wusste, ob meine EC-Karte am Schalter akzeptiert wird. Daher habe ich schon vorher per Finnair-App das Ticket gekauft – hat super funktioniert. Der Bus benötigt 20 Minuten bis zum Hauptbahnhof.

Unterkunft in Helsinki

Ich habe im Hotel Hellsten Helsinki Parliament* übernachtet, direkt neben dem Nationalmuseum und in Fußlaufweite 5 Minuten zur Oodi und 10 Minuten zum Hauptbahnhof. Das war für mich ein echter Glücksgriff und ich kann es nur schwer empfehlen. Das schöne, schlichte und sehr große Zimmer war erstaunlich günstig (170 Euro für drei Nächte) und auch zum Arbeiten sehr geeignet. Was man wissen muss: Sonntags ist die Rezeption nicht besetzt, man kommt mit Code hinein, in die Zimmer allerdings erst um 15 Uhr.

Es gibt hier kein Frühstück, dafür eine Kochnische und Kühlschrank. Wenn ich alleine unterwegs bin, buche ich möglichst immer mit Kochgelegenheit, weil ich ungerne jeden Abend alleine Essen gehe, zudem frühstücke ich eher spät und dann gerne meinen selbstgemachten Porridge.

Achja, das Hotel hat Sauna, logisch, oder?

Wer ein richtig schönes Hotel in der oberen Preisklasse mit eigener Sauna auf dem Zimmer und schönem Frühstück bevorzugt, ist vermutlich im Bulevardi gut aufgehoben. Sina hat darüber gerade gebloggt und es sieht wirklich toll aus. Den Preis von 100 Euro pro Nacht pro Person muss man dann aber zahlen wollen.

Die Stadt mit Einheimischen kennen lernen

Ich liebe es, mit Einheimischen zu quatschen, und da das manchmal nicht ganz leicht ist, habe ich vorher die oben schon erwähnte Food-Tour und eine Walking Tour gebucht.

Die Food-Tour war wirklich super, die Walking Tour bei Get Your Guide* leider nur so lala. Die Dame aus der Ukraine hatte leider nur Wikipedia-Artikel auswendig gelernt und war nicht in der Lage, mir weitere, persönlichere Tipps zu geben. In diesem Fall ist es also mal schief gegangen (was ich auch entsprechend bewertet habe), da hängt eben vieles am Guide selbst, ob die Tour gut wird. Für 35 Euro war sie mit definitiv viel zu teuer. Nichts desto trotz finde ich grundsätzlich die Idee einer Walking Tour mit Einheimischen total super.

↑ Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Tipps zum Transport: Mietwagen & Öffentliche Verkehrsmittel

Der Mietwagen, den wir uns wie üblich bei Billiger-Mietwagen.de* für die Weiterfahrt bestellt haben, kostete für 6 Tage gerade mal 170 Euro. Was Ihr allerdings nicht tun solltet: Einen Mietwagen für Helsinki buchen. Die Parkplatzgebühren sind mit 4 Euro die Stunde (an Straßen etwas außerhalb) bzw. 6 Euro die Stunde (in Parkhäusern im Innenstadtbereich) sehr teuer und nicht zu umgehen! Holt Euch den Wagen lieber erst, wenn Ihr weiterfahrt.
Wenn Ihr ausschließlich in Helsinki seid, hat ein Mietwagen keinen Sinn.

Die öffentlichen Verkehrsmittel sind in Helsinki gut und bequem, mit den Trams seid ihr überall schnell vor Ort. Ich bin die wenigen Tage allerdings ausschließlich gelaufen, denn ich lerne eine Stadt auf diese Weise einfach besser kennen. Wäre ich länger dageblieben, hätte ich sicher auch die Öffentlichen genutzt. Diese sind mit der Helsinki Card gratis.

Wer nicht die Helsinki Card besitzt und die Öffentlichen nutzen will, sollte sich Tageskarten besorgen, denn Einzelfahrten sind nicht ganz günstig (um die 3 Euro) und die Tageskarte kostet, wenn ich das richtig verstanden habe, 9 Euro. Hier gibt es für den Verkehrsverbund die praktische HSL-App.

Kosten in Helsinki

Grundsätzlich habe ich Helsinki und generell Finnland nicht als sehr teuer empfunden, Schweden ist da wirklich eine ganz andere Nummer. Der Mann, der später nachkam, und ich waren uns einig:

Berliner Preise + ca. 10%

Also erstaunlich günstig für Skandinavien. Das gilt sowohl für den Cappuccino, Tanken, Brot, Gemüse, Museen. Günstiger wird es dann noch dadurch, dass Trinkgelder entfallen, die in Finnland nicht üblich sind.

Recht teuer empfand ich dagegen Gebäck. Selbst wenn diese recht einfach waren, schlugen sie häufig mit 3-4 Euro pro Stück zu buche, und das war nicht nur in Helsinki so, puh.

Kostentabelle Helsinki 3 Tage

Flug mit Finnair:140 Euro
Finnair Bus Flughafen – Innenstadt und zurück:13 Euro
Unterkunft drei Nächte:172 Euro
Get Your Guide Tour:37 Euro
Food Tour:85 Euro
Essen & Trinken (kochen, Essen gehen, Kaffee, Lakritze):rund 60 Euro
Helsinki Card*61 Euro
Kosten gesamt 568 € 

*Die Helsinki Card wurde mir netterweise von Visit Helsinki zur Verfügung gestellt.

Wenn Ihr wirklich nur Helsinki besucht, solltet Ihr natürlich auf jeden Fall eine Sauna besuchen, das gehört einfach dazu! Ich habe mir das geklemmt, weil ich keine Badeklamotten dabei hatte und anschließend ohnehin eine Woche in einem Mökki mit eigener Sauna verbracht habe.

↑ Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Tipps zum Sparen vor Ort

Sparen könnt Ihr auf verschiedenste Weise:

  • Trinkt keinen Alkohol. Der ist einfach teuer. Ausnahme: Ein günstiges Biertasting in der Bryggeri. Alkohol bekommt man übrigens ansonsten in der Kette „Alko“, sehr gut zu merken.
  • Nutzt in Cafés die Möglichkeit, Leitungswasser zu trinken oder den Gratis-Kaffee. Filterkaffee gibt es in sehr vielen Cafés gratis dazu, zum Beispiel auch im Fazers.
  • Bucht eine Unterkunft mit Selbstverpflegung, so dass Ihr auch mal selbst kochen könnt und nicht den ganzen Tag auf Imbisse, Restaurants & Cafés angewiesen seid, zum Beispiel im Hellsten Parliament.
  • Nutzt die kostenlosen Angebote Helsinkis, z.B. die Oodi-Bibliothek, die stille Kirche, den Dom, einen Ausflug mit der öffentlichen Fähre zur Suomenlinna, das Helsinki Museum, die Parks. Die meisten Museen bieten an einem bestimmten Tag im Monat freien Eintritt, macht Euch da auf den Webseiten schlau.
  • Macht Euch einen Plan, was Ihr alles sehen wollt, und kauft Euch gegebenenfalls die Helsinki Card, mit der Ihr viel sparen könnt.
Werbung

Die Helsinki Card

Die Helsinki Card gibt es für 24, 48 oder 72 Stunden für 49, 61 oder 71 Euro.
Damit könnt Ihr gratis alle öffentlichen Verkehrsmittel innerhalb Helsinkis und auch die reguläre Fähre zur Festungsinsel Suomenlinna nutzen.

Außerdem habt bei sehr vielen Museen freien Eintritt und bekommt außerdem noch viele Rabatte. Ein paar Beispiele:

  • Design Museum, Nationalmuseum, HAM, Museum of Photography: regulär 12 Euro, mit Helsinki Card gratis
  • Amos Rex, Kiasma: regulär 15 Euro, mit Helsinki Card gratis
  • Boot-Sightseeing (nur im Sommer): regulär 30 Euro, mit Helsinki Card gratis
  • Hop-on, Hop-of-Tour (nur im Sommer): regulär 30 Euro, mit Helsinki Card gratis
  • Beim Zoo, in der Kunsthalle, beim Sky Wheel und anderen bekommt Ihr Vergünstigungen, meist um ein paar Euro.
  • In einigen Restaurants gibt es 10-20% Rabatt.
  • Geführte Tour nach Porvoo für 4,5 Stunden: Regulär 62 Euro, mit Helsinki Card 31 Euro
  • Geführte Tour zum Nuuksio National Park für 4,5 Stunden: Regulär 62 Euro, mit Helsinki Card 31 Euro

Wenn Ihr wisst, dass Ihr Helsinkis Umgebung auf eigene Faust erkunden wollt, z.B. Porvoo oder den Nuuksio National Park, könnt Ihr auch die erweiterte Helsinki Card Region kaufen. Die kostet 54 Euro für 24 Stunden bzw. 68 Euro für 48 Stunden und erweitert das Angebot um die Öffentlichen in der Umgebung und entsprechende Eintritte.

Ich hatte die 48 Stunden-Karte, mir hätte bei besserer Planung auch die 24 Stunden-Karte locker gereicht. Es kommt immer darauf an, was Ihr mögt: Ich mag nicht so viel planen und bin daher froh, wenn ich auch am zweiten Tag mal eben ins Museum X reinspringen kann, weil ich weder anstehen muss noch mir überlegen, ob sich die 15 Euro Eintritt nun wirklich lohnen. Ihr bleibt also flexibel.
Fahrt Ihr im Sommer und wisst, dass Ihr ohnehin nur 2 Museen besuchen wollt, sollte Euch die 24 Stunden Karte reichen.

Wenn Ihr die Öffentlichen Verkehrsmittel viel nutzen wollt und noch einige Museen, solltet Ihr Euch die Helsinki Card anschaffen.

Wichtig: Die Karte gilt ab der Uhrzeit, die Ihr selbst eintragt! Es ist also möglich, sie von Nachmittag bis Nachmittag zu nutzen, was sehr praktisch ist!

Mit jeder Karte erhaltet Ihr ein kleines Buch, in dem alle Vergünstigungen drinstehen.

Hier erhaltet Ihr die Helsinki Card und könnt sie Euch entweder nach Hause bestellen (mit Versandkosten) oder zur Abholung bereitlegen lassen.

↑ Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Was in Dein Gepäck gehört

Helsinki im Winter kann wirklich sehr, sehr kalt werden. 20 Minusgrade wären nicht sehr ungewöhnlich und immerhin hatten wir bei der Weiterfahrt zum Archipelago in den Schären Finnlands auch mal -12 Grad. Allerdings waren es in Helsinki 0 Grad – viel zu warm für diese Jahreszeit, was wohl häufiger in den letzten Jahren passiert ist. Das heißt dann auch: Viel getauter und wieder gefrorener Schnee, also teils eine blanke, 10 cm dicke Eisfläche auf den Straßen.

Südfinnland, Frau auf Steg am gefrorenen See

Nee, in Helsinki ist das nicht. Da ich dort alleine unterwegs war, habe ich keine Fotos von mir. Das hier ist ein paar Tage später in Südfinnland, aufgenommen vom Mann.

Einige Straßen Helsinkis haben Bodenheizung, ja, wirklich, an anderen aber gab es das nicht, mit dem Streuen kommt kaum jemand hinterher, weil es bei 0 Grad immer wieder taut und friert. Die hübschen Schottersteine sacken also einfach ins Eis hinein und Ihr habt tolle Schlitterwege. Das war die Idee für meine kleine Packliste für Helsinki im Winter:

  • Spikes! Ja, natürlich solltet Ihr die Spikes ausziehen, wenn Ihr in Läden mit empfindlichen Böden hineingeht, häufig finden sich entsprechende Schilder an der Tür. Ideal sind daher günstigere, einfache Spikes* statt der großen Krallen, denn letztere machen auch Betonwege kaputt. Ich bin auch gut ohne Spikes zurechtgekommen. Wer aber vielleicht etwas wackelig auf den Beinen ist, sollte sich nicht scheuen, zur Sicherheit welche dabei zu haben.
  • Sehr warme Klamotten! Ich hatte auf meine warme lange Unterhose* verzichtet und hab das mit gefühlt hartgefrorenen Oberschenkeln einigermaßen bereut. :D
    Dafür hatte ich nicht nur einen meiner warmen Pullis dabei, sondern auch einen Doppelmantel, wo ich also bei 0 Grad nur eine Schicht und bei -12 Grad beide Mäntel übereinander anziehen konnte. Auch Mütze & Schal sollten natürlich nicht fehlen.
  • Feste Schuhe mit guter Sohle. Ich erwähnte die Straßenzustände ja oben schon und nicht ohne Grund sieht man im finnischen Winter keine Finnin mit High Heels oder leichteren Schuhen. Auch mit Euren Trekkingschuhen fallt Ihr hier nicht auf.
  • Kreditkarte oder EC-Karte. Bargeld benötigt Ihr in Helsinki nicht.

Leseempfehlungen

111-Gruende-Finnland-zu-liebenMeine gemütliche Leseempfehlung ist das Buch der Autorin und Bloggerin Tarja Prüss 111 Gründe, Finnland zu lieben*.

Die lockere Schreibe gepaart mit unheimlich viel Finnland-Detailwissen macht einfach sehr viel Spaß beim Lesen. Tarjas Blog ist außerdem sehr lesenswert.

 

Verschiedene andere Blogs berichten außerdem regelmäßig über Finnland:

↑ Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Transparenz-Hinweis: Weil immer so viele meckern, ich würde zu wenig kennzeichnen, biddeschön: Bis auf die Helsinki-Card habe ich alles selbst gezahlt. Das ist ungefähr der überflüssigste Satz ever, aber muss ja heutzutage offensichtlich sein.
*Partnerlink: Wenn Du über diesen Link buchst, bekomme ich eine kleine Provision. Der Preis bleibt für Dich der gleiche.