Kanada! Wo fängst Du an, dieses große und spannende Land zu bereisen? Wir haben uns recht schnell für Westkanada entschieden, British Columbia mit Vancouver Island und Alberta mit den Rocky Mountains. Dort gibt es die großen und bekannten Highlights Kanadas und ich finde, die Highlights eines Landes zuerst abzugrasen ist immer eine gute Idee, bevor ich mich in den abseitigen Wegen verliere.

Wir, das sind Manuela von Seiltanz, der Mann und natürlich meine Wenigkeit. Lange haben wir für diese Reise recherchiert, in diversen Reiseführern und bei anderen Reisebloggern, die eine ähnliche Route gefahren sind und tolle Fotos gemacht haben.

In diesem Artikel fasse ich meine Recherchen und die Antworten von Reisebloggern zusammen, die ich konkret nach Lieblingsrouten und Spots befragt habe. Außerdem habe ich nach unserer Reise durch Kanadas Westen noch viele Tipps ergänzt und meinen abschließenden Reisebericht geschrieben.

Achtung: Der Artikel ist lang und beinhaltet sehr viele sehr konkrete Routenvorschläge und Tipps!

Ich hoffe, Euch damit für dieses großartige Land zu begeistern und ein paar wertvolle Hinweise und Tipps für die Planung der eigenen Reise geben zu können.

Inhalt des Artikels

Die Route für drei(einhalb) Wochen Kanada

Teil 1: Vancouver City & Wildnis auf Vancouver Island (British Columbia)
Teil 2: Roadtrip durch Banff & Jasper (Alberta)
Wie sind die Reiseblogger gereist?
Konkrete Routentipps zwischen Vancouver und Banff bzw. Jasper

Kosten & Unterkünfte

Mietwagen
Vancouver Island & West Coast Trail
Kosten für Hostel, Motels & Chalets & Unterkunft-Tipps

Wo sind Hotspots für tolle Fotos?

Was gehört ins Gepäck?

Und die Kanadier? Wie sind die denn so?

 

Kanada in 3 Wochen: Routen & Tipps

Transparenz-Hinweis:

Diese Reise wurde von Manuela und mir selbst organisiert und größtenteils selbst bezahlt. Wir hatten lediglich einige kleine Teil-Kooperationen, zum Beispiel mit dem Orca-Camp. Ein Teil des Mietwagens wurde uns erlassen und die Fährüberfahrt nach Vancouver Island übernahm Visit British Columbia. Vielen Dank dafür!

In diesem Artikel existieren einige Partner-Links, über die ich eine kleine Provision erhalte, wenn Du über sie buchst oder kaufst. Der Preis bleibt für Dich der gleiche. Selbstverständlich empfehle ich nur Dinge, hinter denen ich stehe. Damit unterstützt Du die Arbeit an diesem Blog.

Die Route für drei(einhalb) Wochen Kanada

Na klar, ich wäre am liebsten gleich in den Norden gedüst, Schnee und Eisbären und so. Aber das ist natürlich etwas schwieriger zu organisieren und auch teurer, und das kam mir für den Kanada-Start einfach komisch vor. Manuela und ich haben also das Internet einmal herumgewälzt und uns nach reiflicher Überlegung für die mega klassischen Spots entschieden: Vancouver Island und die Rocky Mountains mit den Nationalparks Banff & Jasper und dem Icefields Parkway, angeblich eine der schönsten Straßen der Welt. Warum wir uns so entschieden haben? Weil’s eben schön ist, sonst würden da ja auch nicht so viele Leute hinfahren, newahr.

Unsere Sorge, dass das alles überlaufen ist, haben uns Kanada-erfahrene Reisende etwas genommen: Ja, es ist mittlerweile sehr voll an den Hotspots, aber wenn man sich etwas entfernt und ein bisschen wandern geht, ist das Ganze wohl schon nur noch halb so wild. Außerdem haben wir uns mit September für die Nebensaison und gleichzeitig für den hoffentlich goldenen Herbst entschieden.

Karte der Kanada-Reise

Karte unserer Kanada-Tour in drei Wochen

Teil 1: Vancouver City & Wildnis auf Vancouver Island (British Columbia)

Vancouver City
Wir landen in Vancouver City und machen nur einen kurzen Zwei-Nächte-Stop. Hier füllen wir vor allem unser Outdoorequipment auf, insbesondere Essen & Gas, Bärenkanister und Gamaschen.
Natürlich sind wir auch ein wenig herumgeschlendert und haben uns den Stanley Park angesehen. Im Nachhinein habe ich mich geärgert, nicht wenigstens an einer kleinen Stadtführung teilgenommen zu haben. Diese wurden in unserem Hostel (s.u.) direkt angeboten, man kann sie aber auch über Get Your Guide im vorhinein buchen. Besonders toll finde ich hier die Möglichkeit, mit dem Wasserflugzeug um die Stadt zu fliegen, wahnsinn. Das muss aber extrem früh vorgebucht werden.

Vancouver Island
Am dritten Tag holen wir unseren Mietwagen vom Flughafen ab und fahren gleich weiter. Das ist einfacher, als in der City einen Parkplatz zu finden. Es geht mit der Fähre von BC Ferries nach Vancouver Island, was superschön sein soll und wo man locker alleine einen ganzen Monat verbringen könnte, habe ich mir sagen lassen. Die Fähre haben wir sicherheitshalber vorher reserviert, denn sonst könnte es sein, dass kein Platz mehr auf der Fähre ist.

Auf Vancouver Island machen wir einige kleinere Stops, bei denen wir wunderschöne Urwälder und Wasserfälle sehen und treffen wir uns mit unseren Guides von Ecosummer Expeditions, mit denen wir eine meeeegacoole Walbeobachtungs- und Kajaktour machen.

Über das großartige Ecosummer Orca Camp habe ich mittlerweile einen Artikel geschrieben. Es war tatsächlich das absolute Highlight der Reise. Lies hier meinen Artikel

⟹ Kajaking mit Orcas: Whalewatching auf Vancouver Island

Orcas auf Vancouver Island vor Kajak

Die Orcas waren drei Meter vor unserem Kajak!! Danke an Jordan Gatto von Ecosummer Expeditions für dieses megatolle Foto von uns.

West Coast Trail
Nach der Kajaktour geht es dann gleich weiter mit dem West Coast Trail, einer 7-tägigen nicht einfachen Wanderung an der Westküste mitten im Bären- und Wildnisgebiet Kanadas, yeah. Im Eifer der Planung haben wir uns in die Idee verliebt, diesen 75 km langen Trail zu gehen und sind schon irre gespannt. Für den WCT muss man sich tatsächlich anmelden, was mich erst schwer gruselte. Berichte im Internet besagen allerdings, dass man damit vor allem die Besucher regulieren will, damit dieses Erlebnis möglichst einsam bleibt. Der WCT soll also tatsächlich nicht überlaufen sein, was mir sehr wichtig ist. Einen zweiten Torres del Paine brauche ich nicht noch einmal.

Der Wild Coast Trail war großartig und tatsächlich sehr anstrengend und ich habe auch darüber gebloggt. Wer überlegt, diesen Trail zu laufen, findet hier eine ausführliche Beschreibung mit vielen Informationen und Tipps:

⟹ Herausforderung West Coast Trail: Kanadas berüchtigter Fernwanderweg

Nach insgesamt 12 Tagen kanadischer Wildnis nehmen wir Kurs zurück nach Vancouver City.

Teil 2: Roadtrip durch Banff & Jasper (British Columbia & Alberta)

Nachdem wir wieder bei Alamo den Wagen gegen einen Größeren gewechselt und den Mann eingesammelt haben, starten unseren Roadtrip durch Kanadas Westen, für den wir 10 Tage zur Verfügung haben.

Wir fahren Richtung Banff und machen einen Zwischenhalt in einem B&B, denn die Strecke ist sonst einfach zu lang. Das B&B sieht zuckersüß aus und ich würde dort gerne länger bleiben, aber Urlaubstage sind ja leider endlich.
Weiter geht es zum Banff Nationalpark, wo wir zwei Nächte bleiben, genauer gesagt in Canmore, weil das günstiger ist als direkt in Banff.

Anschließend geht es über den Icefields Parkway in den Jasper Nationalpark, wo wir vier Nächte haben, um endlich auch mal auszuspannen. Auch hier fahren wir etwas aus dem Nationalpark hinaus und übernachten in Tete Jaune Cache.

Zurück geht es über Calgary (noch einmal Banff und die Chance auf Sonnenaufgänge am Lake Louise), von dort per Flugzeug nach Vancouver, wo wir an einem viel zu kurzen Tag etwas Sightseeing einlegen können und wieder nach Deutschland.

Die 10 Tage für den Roadtrip in Banff und Jasper waren definitiv zu kurz. Im Banff Nationalpark war es mir zu voll, und um jenseits der Hotspots wandern zu gehen hatten wir – zumindest in Banff und auf dem Weg dorthin – keine Zeit. Deshalb bin ich kein riesengroßer Fan von Banff geworden, und auch das Wetter war auf dem Icefields Parkway leider etwas mittelmäßig. Grandios hingegen war unser Aufenthalt im Jasper Nationalpark und dem Mount Robson Provincial Park, was ganz sicher auch daran gelegen hat, dass wir dort mehr Zeit und nette Hosts hatten, zudem war das Wetter schöner, es passte einfach alles. Über die komplette Kanada-Reise habe ich einen Überblick geschrieben:

⟹ Reisebericht Westkanada: Into the wild

Ja, wer jetzt aufgepasst hat, hat gemerkt: Die Karte oben ist etwas falsch, wir sind von Tete Jaune Cache zwar mal etwas in den Süden gefahren, um Bären zu beobachten, die Strecke zwischen Tete Jaune Cache und Kamloops haben wir jedoch nicht gemacht und auch nicht die nördliche Route von Kamloops nach Vancouver. Dafür haben wir den Icefields Parkway zweimal befahren, was eine super Idee ist: Man sieht beide Richtungen und es sieht noch einmal völlig anders aus.

Und noch ein aktueller Hinweis, insbesondere für Wohnmobilfahrer: Die Touristenanzahl hat sich noch einmal verschärft. Teilweise werden an den Hotspots Straßen für Wohnmobile gesperrt, um die Situation zu entspannen. In diesen Fällen sind aber für Ausweichmöglichkeiten gesorgt, Ihr müsst nur damit rechnen, etwas laufen zu müssen und vor allem mehr Zeit einplanen. Oder Ihr lasst vielleicht einfach mal einen Hotspot aus und schaut Euch die schöne Natur etwas abseits an.

Auch Campgrounds werden gesperrt, weil Vergrößerungen und Renovierungen erforderlich sind. Im Jahr 2019 ist das zum Beispiel der sehr große Whistlers Campground in Jasper. Informiert Euch daher und reserviert auf jeden Fall frühzeitig Plätze. Das macht die Reise leider etwas unflexibel. Ich persönlich würde daher den PKW und Unterkünfte bei Lokals oder Hütten vorziehen.

Mehr über das Campen und Wohnmobil-Fahren in Kanada erzählt Euch Takly on Tour im Gastartikel:

Camping in Kanada: Einsteigertipps von Takly on Tour

Banff reisen-fotografie.de

Athabasca-Falls im Banff-Nationalpark. Foto: reisen-fotografie.de

Wie sind die Reiseblogger gereist?

Takly on Tour: Wir waren das erste Mal im Herbst (September/Oktober) in Kanada und sind innerhalb von drei Wochen die typische Toure-Route gefahren. Vancouver – Revelstoke – Banff – Jasper – Sea-to-Sky Highway – Vancouver. Auf der zweiten Reise waren wir wieder im September in Kanada unterwegs, sind allerdings über Seattle, Salt Lake City, Yellowstone National Park, Glacier National Park gefahren, um Kanada zu erkunden. So haben wir den Waterton-Lakes-Nationalpark und den Kootenay National Park besucht und sind über einen Teil der bereits bekannten Route Banff – Jasper – Banff – Revelstoke nach Osoyoos und weiter über Winthrop wieder zurück nach Seattle gefahren. Beide Male sind wir mit dem Wohnmobil unterwegs gewesen.

Anemina Travels: Ich war von Anfang Juni bis Anfang Juli gemeinsam mit meinem Freund für vier Wochen in Kanada und den USA. Wir sind von Montreal bis nach Vancouver gefahren, also einmal (fast) quer über den Kontinent. Große Teile der Strecke haben wir allerdings in den USA zurückgelegt. In Kanada haben wir in Montreal und Toronto, den Rocky Mountains und in Vancouver Halt gemacht. Aus 5000 Kilometern sind am Ende übrigens 8000 geworden, aber das war irgendwie vorher klar, denn die 5000 waren mehr oder weniger Luftlinie.

Woanderssein: Wir sind Ende Juni von Alaska nach Whitehorse in Kanada eingereist, machten uns von dort dann aber mit dem Flieger auf nach Vancouver, wo wir unseren Roadtrip starteten. Unsere Route war ein klassischer Kanada Roundtrip: Vancouver, Whistler, 100 Mile House, Clearwater, Jasper, Banff, Revelstoke, Kelowna, Vancouver. Für diese Strecke nahmen wir uns 20 Tage Zeit.

Reisen-Fotografie.de: Wir waren Anfang bis Mitte Mai in Kanada. Eine wunderbare Zeit, vor dem eigentlichen Saisonstart. Das Wetter war zu der Zeit natürlich ein Glückspiel – es ist halt Kanada. Ich würde aber sagen, wir waren auf der Gewinnerseite des Spiels, von 17 Tagen nur drei Regentage. Die Vorsaison dort haben wir sehr genossen. Auch an den touristischen HotSpots waren niemals unangenehm viel andere Reisende unterwegs. Nachteil war aber, dass einige Straßen und Gegenden noch nicht geöffnet waren. So konnten wir leider nicht zum Moraine-Lake im Banff fahren.
Unsere Route ging von Vancouver aus, nördlich über Jasper zum Wells Grey Provincial Park. Dann über Jasper, dem Icefield Parkway nach Bannf. Von dort sind wir eine südliche Route durch den Yoho und dem Revelstroke National Park nach Vancouver zurückgefahren. Insgesamt haben wir für die Route 14 Tage gebraucht und sind dabei 3200 Kilometer gefahren. Die restlichen Tage haben wir im wunderbaren Vancouver verbracht.

Konkrete Routentipps zwischen Vancouver und Banff bzw. Jasper:

Der Weg von Vancouver nach Banff / Jasper  bzw. umgekehrt – welche Strecke ist am Schönsten, oder was hat Euch auf der Strecke am Besten gefallen? Oder könnte man auch eigentlich drauf verzichten und ein Flugzeug nehmen?

Takly on Tour: Um möglichst schnell von Vancouver nach Banff zu gelangen ist die Fahrt über den Trans Canada Highway 1, über Revelstoke wohl die beste Möglichkeit. Wenn ihr etwas Zeit habt, würde ich euch allerdings auf jeden Fall die landschaftlich schönere/abwechslungsreichere Route über Lillooet und Whistler empfehlen.

Anemina Travels: Wir sind von Jasper aus Richtung Südwesten gefahren, haben also die nördliche Route über die Highways 93, 16 und 5 genommen. In Kamloops haben wir den schnellen Highway 5 verlassen und sind auf den alten Trans Canada Highway abgebogen und darauf bis Vancouver gefahren. Die Strecke war fast durchgehend sehr schön – und auch überraschend. Ich wusste zum Beispiel vorher nicht, dass es zwischen den Rocky Mountains und den Coast Mountains noch eine wüstenähnliche Hochebene gibt, die teilweise an Arizona erinnert.
Ich würde euch deshalb unbedingt empfehlen, die Strecke zu fahren und eine Übernachtung mit einzuplanen, wenn nicht sogar zwei. Wir haben übrigens in Cache Creek übernachtet (in einem Motel. Wir mussten dringend mal ausgiebig duschen). Man muss es mögen, in so einer einsamen Wüstenlandschaft zu sein, aber ich fand es großartig. Es war super einsam und abgeschieden und genau richtig für einen kurzen Zwischenstopp.

Woanderssein: Auch wenn Banff & Jasper definitiv die Highlights auf unserer Route waren, verzichten würde ich auf die Fahrt dorthin nicht. Generell hat uns der Hinweg, also von Vancouver über Whistler, Clearwater am besten gefallen und das obwohl wir mit den Auswirkungen mehrerer heftiger Waldbrände oft zu kämpfen hatten.  Warum? Die Straßen dort oben sind viel gemütlicher als die dicken Highways rund um Revelstoke und Kelowna.

Murmeltier auf dem Cavell Meadows Trail. Foto: woanderssein.com

Auf dem Cavell Meadows Trail. Foto: woanderssein.com

Reisen-Fotografie.de: Wir fanden die nördliche Route, von Vancouver über Banff, Kamloops, Clearwater viel schöner als die südliche Route. Von Banff aus fährt man den Sea-to-the-Sky-Highway, der schon wunderschön ist. Und in Clearwater ist man dann direkt am Wells Grey Provincial Park, den man unbedingt mitnehmen sollte.
Die südliche Route über Kelowna, Hope fanden wir nicht so spannend. Wobei der Ort Hope als solches, und die Berge rundrum, schon richtig schön waren.

Kosten & Unterkünfte

Kanada habe ich immer für viel zu teuer gehalten und vor allem für mich alleine als Führerscheinlose unmöglich, so stand dieses Ziel gar nicht auf meiner nächstmöglichen Bucketlist – bis Manuela und ich mal gequatscht und festgestellt haben, dass wir beide Bock auf Kanada haben. Manuela mag wie ich Roadtrips, aber nicht zu langes im Auto sitzen. Sie liebt wandern und zelten – ja, perfekt.

Mietwagen

Um Geld zu sparen, buche ich meinen Mietwagen immer beim Mietwagenpreisvergleich billiger-mietwagen.de und bin bisher immer zufrieden gewesen.

Das Auto für Kanada stammt vom Anbieter Alamo, der sehr gute Bewertungen hat. Die Einwegmiete entfällt bei Alamo, wenn man von Vancouver nach Calgary fährt. Daher zahlen wir hier besonders wenig. Wir teilen uns in der zweiten Hälfte die Kosten für ein größeres Auto zu dritt.

Vancouver Island & West Coast Trail

Auf Vancouver Island werden wir die meiste Zeit zelten, explizit natürlich auf dem West Coast Trail, was natürlich sehr günstig ist. Der Trail selbst kostet Anmeldegebühren von über 100 Dollar (dafür sind Evakuierungen gratis, sollten wir uns verletzen ;), der Bus zurück zum Auto ist mit 85 Dollar erstaunlich teuer. Insgesamt für eine Woche ist das natürlich aber kostenmäßig für Kanada ein Witz und die schönste, wildeste und günstigste Art, Kanada kennen zu lernen.

Dann kommt die Orca-Kajak-Tour von Ecosummer Expeditions. Tollerweise sind wir hier von Ecosummer eingeladen und müssen nur unsere Abreise aus dem Camp bezahlen, da werden wir nämlich extra mit einem Boot abgeholt, weil das sonst mit unserer Anmeldung für den WCT kollidiert. Das Camp kostet 1190 Dollar für 3 Tage (2 Nächte), 1490 Dollar für 4 Tage. Ich musste bei dem Preis schlucken, weiß aber inzwischen, warum das so viel kostet und habe vor allem gelernt, dass es für diese Art Whalewatching und für Kanada ziemlich günstig ist – andere Anbieter nehmen teils das Doppelte.
Die restlichen Nächte sind wir auf Campingplätzen unterwegs und gehen zwei Nächte (vor und nach dem Trail) ins Motel. Das Motel war eine winzige Hütte, die Duschen und Toiletten, nunja, nicht das allerdollste. Ich fand es ehrlich gesagt überteuert. Ein super Preisleistungsverhältnis hatte hingegen der Zeltplatz. Schön gelegen, Dusche ok, gerade mal 15 Dollar die Nacht, das Fahrzeug frei.

Kosten für Hostel, Motels & Chalets

Leider aber stimmte meine Vorstellung vom teuren Kanada doch ein wenig, was die Unterkünfte angeht: Die Preise sind teils unfassbar. Wenn man sich doof anstellt, kann man glatt 70 Euro im Mehrbettzimmer im Hostel ausgeben (What?!). Wir haben uns natürlich nicht ganz so doof angestellt, aber tatsächlich alles vorgebucht, weil wir eben keine Lust hatten, spontan ein sauteures Zimmer bezahlen zu müssen, und tatsächlich war auch schon im Juni sehr vieles ausgebucht. So generell habe ich beim Roadtrip zwischen 40 und 50 Euro pro Person & Nacht veranschlagt und bin damit auch gut hingekommen. Das büßt nun zwar unsere Flexibilität etwas ein, dafür sparen wir vor Ort die Zeit der Organisiererei, was ja irgendwie auch schön ist.

Gesucht und gebucht haben wir übrigens sehr viel bei booking.com, was sich bei mir persönlich immer mehr als die umfangreichste und beste Buchungsplattform erweist. Ich weiß, dass viele Hotels sehr schimpfen wegen der hohen Provisionen. Nun, dafür werden sie dort eben auch gut gefunden und müssten eigentlich gar keine eigene Webseite mehr haben, wobei ein eigener Webauftritt bei mir persönlich immer einen guten Eindruck macht und auch zur Direktbuchung führt. Meistens ist nur leider die Buchung über andere Webseiten nicht so komfortabel und die Stornierungsbedingungen überhaupt nicht einsehbar. AirBnB ist natürlich außerdem eine Möglichkeit, die wir in in Calgary in Anspruch genommen haben.

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Unterkunft-Tipps Vancouver (Stadt)

Hostels finde ich besonders praktisch auf längeren Trips, wo die Übernachtung nur Mittel zum Zweck ist und ich außerdem gerade im Land ankomme. Es gibt eine Küche zum Kochen und vor allem Kontakt zu anderen Reisenden und häufig auch Doppelzimmer. Zudem sind Hostels mittlerweile häufig hübscher als so manches Hotel.

  • Wir übernachteten im Samesun Hostel im Vierbettzimmer für rund 32 CAD pro Person & Nacht, der Aufenthalt war nicht umwerfend, aber ok.
  • Ich wünschte allerdings, ich hätte die megahübsche Skwachàys Lodge vorher gefunden, denn sie ist im Doppelzimmer genauso günstig, sieht umwerfend aus und befindet sich ebenfalls im Stadtzentrum.
  • Wer etwas mehr Kanada-Flair und einen etwas anderen Stil mag, könnte mit diesem Oh Canada House B&B gut bedient sein.

Unterkunft-Tipps Banff & Jasper Nationalparks

Mich fragen häufiger Leute, wo man denn günstige Unterkünfte im Banff und Jasper NP findet. Die Antwort ist ziemlich einfach: Nirgends! Fahrt einfach ein kleines Stück aus den Parks raus, dann wird es sehr viel günstiger.

Diese hübschen, einfachen Hütten im Nirgendwo, die wir zu gerne gehabt hätten, sind gar nicht so einfach zu finden. Wir übernachteten daher in Chalets, das sind Unterkünfte mit Rustikalcharme im Appartement-Stil. Achtung: Manche davon haben keine Küche, sondern nur Mikrowelle und Wasserkocher! Die meisten solcher Chalets bieten aber die Möglichkeit zu Grillen oder draußen Campingkocher zu verwenden.
Die Kosten beliefen sich bei uns umgerechnet auf 40 bzw. 50 Euro pro Nacht und Person. Wir haben uns für Canmore und Tete Jaune Cache entschieden, denn beide Orte liegen sehr günstig zu den Rockies:

  • Die große Holzhütte mit zwei Ferienwohnungen in Tete Jaune Cache westlich vom Jasper Nationalpark und nahe Mount Robson Povincial Park gelegen fand ich persönlich total großartig, leider wird sie derzeit nicht mehr vermietet. Ich fand sie mega toll und wir haben gemeinsam mit unserem Host Ausflüge unternommen, das würde ich mir für andere Unterkünfte auch wünschen.
  • Ähnlich und auch von der Lage und dem Preis scheint mir die Teepee Meadows Guest Cottages mit sehr guten Bewertungen.
  • Toll sehen auch die Mica Mountain Lodge und Cottages aus.
  • Absolut empfehlenswert ist das günstige Inn of the Rockies in Canmore südlich von Banff. Grandioser Ausblick morgens auf die Berge, sehr sympathische Leute, Maisonette-Wohnung mit zwei Schlafzimmern und  Wohnzimmer mit komplett eingerichteter Küche. Ich würde dort immer wieder hinfahren.
  • Nächstes Mal würde ich übrigens über Whistler fahren und habe da gerade von jemandem den Tipp bekommen, dass das Whistler Lodge Hostel* gigantisch sein soll. Tolle Aufenthaltsräume, tolle Lage, inklusive Sauna, Billardtisch und einer großen Küche – das klingt wirklich sehr gut. Ein Bett im Dorm kostet hier ca. 30 Euro, auf der Webseite heißt es, es gäbe auch Privatzimmer, also Doppel- oder Dreierzimmer, ich habe diese bei Booking allerdings nicht gefunden, ggf. einfach mal direkt anfragen.

Meine Fragen zur Unterkunftssuche an die Reiseblogger:

Wann hast Du mit dem Organisieren der Unterkünfte angefangen? Und wie hast du übernachtet: Im Camper, im Zelt oder in einzelnen Unterkünften? Hast Du Tipps, über welches Portal man am Besten suchen sollte und wann?

Takly on Tour: Wir waren beide Male mit einem Camper unterwegs und haben ehrlich gesagt gar nichts vorgebucht. Aufgrund der Nebensaison war die Lage relativ entspannt und nur an den Wochenenden oder wenn Feiertage in die Reisezeit fallen würden wir vorab etwas buchen. Einzig den letzten Campingplatz vor Vancouver im Portoau Cove Provincial Park, den haben wir bei unserem letzten Besuch vorab reserviert. Da wir hier unbedingt zwei Nächte verbringen wollten und der Platz sehr beliebt ist. Für die Suche nach Campingplätzen ist die Karte vom Womo-Abenteuer Forum eine tolle Hilfe. Ansonsten viel Recherche im Internet und Reiseführer.

Lake Minnewanka im Banff Nationalpark. Foto: taklyontour.de

Lake Minnewanka im Banff Nationalpark. Foto: taklyontour.de

Anemina Travels: Wir hatten zum Campen in den Nationalparks ein Zelt dabei, weil wir auf früheren Reisen durch die USA die Erfahrung gemacht haben, dass die Zimmerpreise in den Parks teilweise schon unverschämt hoch sind. In Kanada war das jetzt nicht anders und so haben wir dank Zelt eine Menge Geld gespart. Weil uns das Campen so viel Spaß gemacht hat, haben wir uns auch außerhalb der Nationalparks oft Campingplätze zum Übernachten gesucht. In den Städten haben wir meist etwas außerhalb in Motels geschlafen.
Gebucht haben wir alles vor Ort, meist erst einen Tag vorher. Mit dem Zelt einen freien Platz auf einem Campingplatz zu kriegen, war nirgends ein Problem, auch ohne Reservierung. Die Zeltplätze in Banff (Lake Louise Campground) und Jasper (Whistlers) haben wir allerdings ein paar Tage im Voraus über das Reservierungssystem von Parks Canada gebucht, weil wir über den kanadischen Nationalfeiertag dort waren und gehört hatten, dass es dann sehr voll wird. Es hätte aber noch Plätze gegeben, wenn wir früh genug da gewesen wären.

Woanderssein: Da wir mit einem normalen Mietwagen unterwegs waren, suchten wir uns zentral gelegene Unterkünfte von denen aus wir Tagestouren unternehmen konnten. Neben den üblichen Verdächtigen suchten wir auch bei den lokalen Tourismus Seiten nach Anzeigen.
Besonders in Jasper fanden wir über die Seite stayinjasper.com ein echt gemütliches Gästehaus gleich im Zentrum der Stadt. Ansonsten muss ich sagen, buchten wir alle Unterkünfte sehr kurzfristig, also erst als wir unterwegs waren.
Noch als Tipp: Besonders in Vancouver unbedingt die Reviews vorab in Bezug auf Bed Bugs lesen. Die Stadt ist echt verseucht mit den kleinen Blutsaugern. Dabei ebenfalls hilfreich: bedbugregistry.com.

Reisen-Fotografie.de: Unser Hotel hatten wir vorab zusammen mit den Flügen im Reisebüro gebucht. Das ist für uns ja einfach und praktisch, da wir selber unser Reisebüro Road-Reisen besitzen.
Unterwegs waren wir dann mit dem Wohnmobil. Freie Campgrounds zu finden war zu unserer Reisezeit gar kein Problem. Hinkommen, Platz auswählen, Übernachten. Selbst in den großen Parks gab es genug Stellplätze, obwohl noch viele Campgrounds geschlossen hatten.
Wenn wir mit dem PKW unterwegs gewesen wären, hätten wir die Hotels auf der Route einfach vor Ort gesucht. In den beiden großen Parks allerdings, wäre es wohl besser gewesen die Zimmer vorab reserviert zu haben.

Travel Elk: Wenn Ihr mit einem Wohnmobil bzw. Camper fahren wollt, sind TruckCamper eine recht günstige Variante. Er ist recht kompakt und verbraucht er nicht so viel Sprit wie die großen Dinger. Wir sind damit immer im Schnitt mit 16-18 Litern auf 100 km hingekommen. WoMo hat halt den Vorteil, dass Du nicht unbedingt auf einen Campground fahren musst.
Wenn Ihr mit dem Pkw unterwegs seid, würde ich bei AirBnB gucken. Wir haben das gerade ausprobiert bei verschiedenen Gastgebern und waren rundum zufrieden bis begeistert. Lasst Euch nicht irre machen von wegen „es gibt dann keine Stellplätze/Hotelzimmer mehr“ – das ist halt sehr deutsch gedacht. Wenn man etwas flexibel ist, findet sich immer ne Lösung, notfalls klopft man mal bei einem Farmer an!

Wo sind Hotspots für tolle Fotos?

Natürlich interessieren mich tolle Fotospots. Was sollte ich – auch aus fotografischen Gründen – im Banff/Jasper NP nicht verpassen? Es gibt ja unendlich viele Möglichkeiten mit Trekkings und Stops, wie es scheint?

Takly on Tour: Auf dem Icefields Parkway gibt es so unglaublich viele sehenswerte Fotospots, dass es hier den Rahmen sprengen würde. Ich würde euch raten, für diese Strecke zwei Tage Zeit zu nehmen. Es sind zwar „nur“ 232 Kilometer, aber ihr werdet immer wieder anhalten müssen.
Deshalb beschränke ich mich mal auf die Spots in Banff und Jasper. In Banff ist der Lake Minnewanka Scenic Drive mit seinen tollen Seen sehenswert. Banff an sich ist ein wunderschönes kleines Touristenörtchen, welches ihr allerdings wenn möglich am Wochenende meiden solltet. Auf der Fahrt Richtung Norden lasst den TCH1 links liegen und fahrt über den landschaftlich schöneren Bow Valley Parkway.
Jasper fanden wir dagegen etwas natürlicher und bei unseren Besuchen war der Ort weniger überlaufen, als Banff. Hier solltet ihr einen Abstecher zum Maligne Lake machen und auch der Pyramid Lake mit seiner kleinen Insel ist erlebenswert.

Anemina Travels: Lake Louise hat die schönste Farbe, die ich je bei einem See gesehen habe. Ja, es ist voll da und ja, es gibt tausend andere Seen. Aber keiner ist SO schön. Das Gute: Du musst nur wenige Meter laufen, um die Menschenmassen hinter dir zu lassen. Mein Lieblings-Wanderweg war der über Lake Agnes zum Plain of Six Glaciers, der am Chateau Lake Louise startet. Auf dem gesamten Weg hast du immer wieder traumhafte Aussichten auf den See.
Außerdem: Der Sternenhimmel. Wenn du es schaffst, so lange wach zu bleiben. Es wird im Hochsommer ziemlich spät dunkel und bis es dann richtig dunkel zum Sterne gucken ist, dauert es…

Moraine Lake, Kanada. Foto: aneminatravels.de

Moraine Lake, Kanada. Foto: aneminatravels.de

Woanderssein: Ganz besonders bei Banff & Jasper gibt es tatsächlich unzählige Möglichkeiten und ich glaube, so gut wie alle sind zu 100% empfehlenswert. Ich beschränke mich daher auf den Rat, auf keinen Fall das Morgengrauen und die Abenddämmerung zu verpassen! Nicht nur sind zu der Zeit die wenigsten Touristen unterwegs, die Parks sind ja nicht gerade ein Geheimtipp, wir hatten so auch immer die besten & fantastische Wildlife Sichtungen.
Selbst in Kanada hatte ich nicht wirklich erwartet, Bären und Elche direkt vom Auto aus beobachten zu können und genau dies, war eigentlich nur zu den frühen oder späten Tageszeiten wirklich entspannt möglich.
Ich hoffe die Gegend rund um Maligne Lake hat sich von dem grossen Feuer im letzten Jahr schon etwas erholt, dies soll ja wohl einer der schönsten & beliebtesten Fotospots dort sein.

Reisen-Fotografieren.de: Da gibt es so viele Dinge, die man gesehen haben sollte. Am meisten haben uns die zahlreichen Wasserfälle fasziniert. Seien es die Athabasca Falls oder die Sunwapta Falls, beide im Jasper NP oder die zahlreichen kleineren Wasserfälle, die man eigentlich überall in den beiden Parks findet.
Natürlich sind auch die schönen Seen sehr sehenswert, mit ihrer Bergkulisse im Hintergrund. Der Maligne Lake im Jasper und der Lake Louise im Banff NP sind ein Muss. Zum Lake Louise fahrt aber früh am Morgen oder spät am Abend. Das war der einzige Ort auf unserer Reise, wo es sogar in der Vorsaison unerträglich voll war.
Zum Wandern sind beide Parks ein Paradies. Es gibt so viele Trails, in allen Schwierigkeitsstufen, da bleiben keine Wünsche offen. Aber immer dran denken, ihr seid in Bärenland unterwegs. Deshalb niemals alleine los ziehen, mindestens zu zweit, und dabei immer ein wenig Lärm machen.

Inka: Ich fand ja den Medicine Lake in Jasper sehr hervorragend. Das war natürlich im Herbst mit den schönen Farben auch nochmal besonders hübsch.

Medicine Lake im Jasper Nationalpark

Der Medicine Lake im Jasper Nationalpark: Traumhaft und die Gegend fast menschenleer

Was gehört ins Gepäck?

Es ist natürlich schwierig, das so generell zu sagen, denn es kommt ja auf die Reiseart an. Da ich aber immer wieder insbesondere nach Klamottentipps gefragt werde, kommt hier eine kleine Packliste:

  • Wanderstöcke. No Scherz. Ich mag die Dinger nicht besonders, aber sie sind einfach sehr häufig extrem gute Helferlein, besonders, wenn man vorhat, mehrere Tagestouren zu laufen oder gar eine Fernwanderung wie auf dem West Coast Trail.
  • Gute bequeme Wanderschuhe. Ist logisch, oder? Die Kanadier sind selbst solche Outdoorliebhaber (und auch outdoorliebende Touristen gewöhnt), dass man getrost in seinen Wanderbotten herumlaufen kann. Die Auswahl ist natürlich riesig; ich habe Meindl-Wanderschuhe, achtet einfach auf gute Qualität am besten von einer bekannten Marke. Neben den Wanderschuhen habe ich meist meine Trekkingsandalen dabei und empfehle eindeutig welche von Teva, weil sie wirklich langlebig sind und ein gutes Profil haben. Diese nutze ich auch als Badelatschen, wenn nötig.
  • Mein Allrounder: Das Buff-Halstuch. Ich finde Schals nervig, aber in solch kühlen Gegenden ist etwas für den Hals Pflicht. Das Tuch stört gar nicht und kann auch als Haartuch oder gegen Staub als Mundschutz verwendet werden.
  • Intelligente Garderobe: Na klar, Ihr kennt das Zwiebelprinzip. In der Umsetzung ist es aber manchmal gar nicht so leicht: Nehme ich einen warmen Pullover und eine warme, regendichte Jacke? Was ist dann, wenn ich laufe, mir warm ist, aber es regnet? Ich treffe tatsächlich vor einer Reise immer die Entscheidung, wieviel Kälte ich wohl aushalten muss und wie schwer die Teile sein dürfen. Das kommt mit:
    • Mehrere kurz- und langärmeligen Oberteile zum Wechseln, hier bevorzuge ich Merino, weil das gut warm hält und nicht stinkt. Ja, Merino ist teuer, es ist ja auch ein gutes Naturprodukt und sollte lange halten.
    • Midlayer: Als zweite Schicht eignet sich eine Kombi aus Daune und/oder Kunstfaser. Hier gehen die Meinungen und Anwendungsszenarien auseinander. Für mich ist die faire Produktion wichtig (das könnt Ihr übrigens mittlerweile bei Globetrotter in den Suchkriterien auswählen!) und dass ich das Teil mag, damit ich es lange trage, denn das ist am nachhaltigsten. Ich entscheide mich hier zwischen meiner Patagonia Nano Puff aus Kunstfaser und meiner Daunenjacke von Millet, die mittlerweile meist meine dicke Daunenweste ablöst. Ich habe sie mir als Midlayer für meine zweite Antarktisreise gekauft und bin sehr angetan, meist trage ich sie auch ohne etwas drüber. Aber Achtung, regendicht ist das Teil natürlich nicht und Daune wird eben nass. Übrigens habe ich lange gesucht, um mich für einen Hersteller mit Daunen aus tierfreundlicher Haltung zu entscheiden. Schwierig, die halten natürlich alle hinterm Berg. Millet kommt aber bei kritischen Stimmen immerhin noch mit am besten weg. Mittlerweile kann man bei Globetrotter aber auch darüber sehr viel mehr erfahren als noch vor vier Jahren.
    • Als Toplayer ziehe ich entweder meine superleichte Regenjacke von VAUDE* über die Daunenweste (Vaude hat übrigens großartige Bewertungen im Umwelt- und Sozialbereich!) oder trage meine gefütterte und relativ winddichte Regenjacke von Jeff Green. In Kanada hatte ich die gefütterte dabei und habe mich beim Trekken eben abschleppen müssen.
  • Hosen nehme ich in der Regel vier mit: Eine kurze Shorts, eine Laufhose, eine Trekkinghose und eine Jeans oder auf reinen Wandertouren zwei Trekkinghosen.
    Meine Laufhose von Puma, die ich zum Trekken anziehe oder auch dann, wenn es gemütlich werden soll, ist einfach super bequem.
    Meine Lieblingstrekkinghose ist die Apex Trekking Hose von The North Face, die anscheinend leider nicht mehr vertrieben wird. Sie ist eine Softshell-Hose, super bequem, sehr atmungsaktiv und schnelltrocknend, sitzt auch noch schick und sieht jetzt nicht so mega outdoormäßig aus, so dass ich auch abends gut mit ihr in den Pub gehen kann. Ich liebe das Teil. Sehr ähnlich sieht die Maier Sports Inara Slim aus.
    Ebenfalls total verknallert bin ich in die Fjällräven Trekkinghose Keb, die ich mir für etwas kühlere Gefilde gekauft habe. Sie hat sich in Kanada super bewährt, hält gut warm, sitzt super und kann mit Seitenschlitzen belüftet werden. Nachteil mag für viele sein, dass sie eben sehr nach outdoor aussieht, ich persönlich finde das ja ganz lässig. Sie ist allerdings wirklich nichts für warme Gefilde über 25 Grad.
  • Sinnvoll und bei mir auf wirklich jeder Reise dabei sind Packbeutel und mindestens ein wasserfester Packbeutel, um meine Elektronik entsprechend sicher zu verstauen und im Rucksack oder Koffer etwas mehr Ordnung zu halten.
  • Noch mehr Ideen zum Packen gibt es in meiner Trekking-Packliste.

Und die Kanadier? Wie sind die denn so?

Das wollte ich natürlich auch von den Reisebloggern wissen: Wie sind die Kanadier so drauf? Kann ich mir darunter US-Amerikaner ohne Trump und mit weniger Waffen vorstellen oder wie ist das so? Haben Kanadier Humor?

Takly on Tour: Wir haben die Kanadier als sehr gastfreundlich und offen erlebt. Ich persönlich finde, dass die Kanadier nicht mit den Amerikanern zu vergleichen sind. Es ist ein ganz anderes Volk. Obwohl sie landschaftlich viele vergleichbare Perlen haben, sind sie nicht so selbstverliebt.

Anemina Travels: Ich mache dann jetzt mal die Klischeekiste auf…  Ich weiß nicht, ob sie weniger Waffen haben, aber in der Wildnis Kanadas wäre ich froh, wenn ich für ein Treffen mit einem Eisbären für alle Fälle ein Gewehr hätte. Spaß beiseite. Über die politische Einstellung der Kanadier kann ich nicht viel sagen außer: Guck dir ihren Premierminister Justin Trudeau an und die Hoffnungen, die man in ihn setzt und du hast das Gefühl: Kanada ist irgendwie liberaler als die USA. Allerdings hat man ähnliche Hoffnungen auch in Obama gesetzt.
Das Land ist aber schon in ein paar Dingen fortschrittlicher, unter anderem in der Gleichstellung homosexueller Paare. Auch das Umweltbewusstsein ist (zumindest gefühlt) höher als in den USA. Die Einwohner sind zwar auch patriotisch, aber ohne den ganzen Pathos (diesen Schluss ziehe ich aus meiner Analyse über die Feierlichkeiten zu den jeweiligen Nationalfeiertagen und er ist sehr subjektiv).
Und die Kanadier sind wie ihre Nachbarn südlich der Grenze sehr offen und sehr freundlich, aber vielleicht etwas reservierter. Der Small-Talk-Wahnsinn treibt nicht ganz so hohe Blüten.

Woanderssein: So wirklich Kontakt hatten wir auf dem Roadtrip mit Kanadiern eigentlich gar nicht, daher ist die Frage nicht so einfach zu beantworten. Wir waren da wohl zu sehr mit uns selbst und der Natur beschäftigt. Generell waren aber alle sehr freundlich und die Inhaber der Gästehäuser / Motels etwas weniger „durchgeknallt“, als man es ja öfters in den USA erleben darf.

Reisen-Fotografie.de: Wenn Du Trump erwähnst, dann erkennst Du schnell den Humor der Kanadier. Es könnte allerdings auch Sarkasmus sein, der da zu hören ist. Die Kanadier sind genauso aufgeschlossen, humorvoll und nett wie die Amerikaner. Oft kam es uns sogar weniger gekünstelt vor, irgendwie authentischer.
Waffen haben die genauso wie die Amerikaner, da gibt es keinen Unterschied. Allerdings sind die Kanadier nicht so verbissen patriotisch. Die lieben bestimmt ihr Land, keine Frage, zeigen es aber nicht alle drei Sekunden. So sieht man viel weniger kanadische Flaggen als im Vergleich zu den USA und ihre Fahnenmeere.
Negativ, im Vergleich zu den USA, ist uns der Straßenverkehr aufgefallen. Schon die Taxifahrt vom Flughafen zum Hotel in Vancouver war eine Erfahrung. 50 durfte man, der Mann am Steuer fuhr aber stur 80 – und floss im fließenden Verkehr mit. Auch mit unserem Wohnmobil fand ich das fahren in Kanada anstrengender. Man hatte immer wieder mal das Gefühl im Weg zu sein, mit dem riesigen Teil. Das war mir in den USA noch nie so aufgefallen.

Was sollte ich unbedingt noch wissen, gibt es vielleicht ein echtes Fettnäpfchen oder etwas, worauf ich unbedingt achten sollte, um eine tolle Reise zu haben?

Woanderssein: Besonders für Banff & Jasper gilt, je einfacher ein Hike und später die Stunde, desto voller sind die Wege dort. Also immer schön hoch hinaus, dann kannst Du die Natur noch wirklich in Ruhe geniessen.
Fettnäpfchen? Da fällt mir eigentlich nur ein, dass bei einigen Wanderwegen Gruppen vorausgesetzt werden, da recht viele Bären in der Gegend unterwegs sind und sie so besser geschützt werden können. Entsprechend sollte man sich also eher Leuten anschliessen, die einigermassen auf dem selben Fitness Level sind. Wir durften es nämlich erleben, dass wir zwar ganz brav zu fünft los sind, sich dann aber einzelne verabschiedeten.

Travel Elk: Fettnäpfchen Nr. 1 ist das Thema First Nations, das würde ich vermeiden. Da gehen die Meinungen doch sehr auseinander, und ich habe dieses Thema und seine Behandlung für mich nach der jetzigen Reise komplett gestrichen. Ansonsten ist Victory-Zeichen eine Beleidigung, wenn Du dabei Deinem Gegenüber die Handinnenfläche zeigst (das hat dann was von Mittelfinger, kommt nicht gut).
Reisen-Fotografie.de: Das kanadische Volksgericht Poutine nicht kennen – das sorgt unter Umständen für Verwunderung. Eine Bedienung im Restaurant empfahl uns die Poutine und war regelrecht entsetzt, als wir fragten, was das denn sei. Jetzt kennen wir Poutine und freuen uns alleine deswegen auf eine weitere Kanada Reise.
Ansonsten, nehmt euch einfach Zeit, die vielen Eindrücke die das Land bietet zu entdecken. Wir waren selber sehr überrascht über die Vielfalt an Tieren und Natur dort. Schmetterlinge hätten wir genauso wenig erwartet wie richtige Regenwälder.

Ganz lieben Dank für Eure tollen und ausführlichen Antworten, Jungs & Mädels! Schaut für mehr Informationen auf die Blogs, dort findet Ihr tolle und viele weitere Informationen zu Kanada-Reisen, insbesondere zu Banff & Jasper.
Mit dabei waren:

Anna von Anemina Travels

Anna von Anemina Travels

Anemina Travels: Ich bin Anna. Ich liebe das Geräusch von Regen auf einem Zeltdach und Gespräche am Lagerfeuer. Ich würde einen spontanen Roadtrip jederzeit einem Tag am Pool vorziehen. Auf Anemina Travels berichte ich über kleine und große Reiseabenteuer und erzähle Geschichten von den schönsten Orten weltweit – aber mit Schwerpunkt auf Nordamerika.

Melanie und Thomas von Reisen-Fotografieren.de

Melanie und Thomas von Reisen-Fotografieren.de

Reisen-Fotografie.de: Wir schreiben auf unserem Blog über unsere Reisen durch die Welt. Dazu versuchen wir viele Tipps für bessere Urlaubsbilder zu geben. Somit haben wir zwei unserer Leidenschaften dort perfekt kombiniert.

Tanja von Takly on Tour

Tanja von Takly on Tour

Takly on Tour: Mein Name ist Tanja und auf meinem Blog Takly on Tour stehen die Themen Reise, Camping und Fotografie im Fokus. Hier kann ich meine Liebe zum Reisen und zum Schreiben verwirklichen. Mir macht es großen Spaß ausführlich zu berichten und meine Erfahrungen weiterzugeben.

Travel Elk: Elke schreibt auf Travel Elk über ihre zahlreichen Reisen durch die Welt.

Oliver von Woanders Sein

Oliver von Woanders Sein

Woanders sein: Auf Woanderssein.com erzähle ich von unserer mehrjährigen Weltreise, welche ich zusammen mit meiner Frau Chizuru im September 2012 startete und jetzt im April 2016 (vorerst) beendete.
Ich wünsche euch ganz viel Spaß in meinem Lieblingsland!

Eine Sache möchte ich noch ganz dringend loswerden: Schützt das Wildlife! Die Rockies sind eigentlich ein Träumchen für Bären, Damwild, Elche & co., leider werden vor allem immer mehr Bären geschossen, weil sie „den Menschen zu nahe kommen“, dabei ist es der Mensch, der den Tieren zu nahe kommt! Immer wieder lassen Menschen Nahrungsmittel bärenzugänglich liegen oder gehen sogar zu nah an Tiere heran. Ihr tut den Tieren wirklich nichts Gutes damit. Haltet bitte großen Abstand und seid ein Vorbild, auch wenn andere Touristen es anders machen. Erkundigt Euch vor Ort über das richtige Verhalten. Ihr schützt damit die Tiere und die Umwelt.

Ein besonderer Dank an Takly on Tour für das tolle Titelbild! 

Co2-KompensierungEin Flug nach West-Kanada und zurück emittiert ca. 4,5 Tonnen CO2 (pro Person), eine Mietwagentour mit 4000 Kilometern wie unsere noch einmal insgesamt ca. 0,5 Tonnen.  Kompensieren kann man das klimaschädliche Treibhausgas zum Beispiel bei Atmosfair oder anderen lokalen, CO2-bindenden Projekten wie Moorfutures.