Auf blickgewinkelt schreibe ich Reisegeschichten, die – wenn ich ehrlich bin – ohne meine Fotos vermutlich nur halb so spannend wären. Für eine Story bearbeite ich immer zuerst die Fotos meiner Reise, denn dann entsteht die Geschichte beim Blick auf die Fotos fast von alleine. Da die Reisefotografie mittlerweile zu so einem ausgewachsenen Teil meines Lebens geworden ist, gebe ich auch (un)regelmäßig Tipps zur Fotografie und Fotoausrüstung. Und eine Fotoausrüstung für eine Reise unterscheidet sich dann doch meist von einer Ausrüstung für professionelle Fotografen, die am Ort arbeiten.

Kleiner Spoiler: Ich habe deshalb zwei Systeme: Eine Canon-Ausrüstung, die ich als gehobener Amateur beschreiben würde, und eine Olympus-Ausrüstung, die ich nehme, wenn das Gepäck sehr klein sein soll.

Inhalt

Reisefotografie Ausrüstung
Reisefotografie Tipps
Buchempfehlung zum Fotografieren Lernen
Foto-Locations & Fotostories
Analog – Erinnerungsgeschichten in retro
Wie ich zur Fotografie kam

Reisefotografie Ausrüstung

Hausboot auf dem See

Ich bin dabei, meine komplette Fotoausrüstung zu besprechen (einiges fehlt allerdings noch, die Artikel aktualisiere ich gerade). Dabei zeige ich Vor- und Nachteile der Ausrüstung auf, gebe konkrete Empfehlungen und allgemeine Tipps und sage auch, wovon ich nicht überzeugt bin. Falls Du also gerade dabei bist zu überlegen, Dir etwas für die Fotografie anzuschaffen, zum Beispiel ein neues Objektiv oder auch eine neue Kamera, könnte der ein oder andere Artikel hilfreich sein.

Natürlich ist das eine sehr individuelle Entscheidung, welche Ausrüstung Du Dir anschaffst. Viele Fotografen und Hobbyfotografen gehen zu kleineren Systemen über, zum Beispiel zu spiegellosen Kameras, die wesentlich kompakter sind. Auf meinem Fotoworkshop neulich waren es erstmals mehr Männer als Frauen, die mit der kleinen spiegellosen Olympus arbeiteten. ;) Und auch ich habe mir als Zweit-Kamera eine kleine Olympus OM-D E-M10 angeschafft.

DSLR- versa Systemkamera

Ich bin da etwas zwiegespalten: Ich liebe die Olympus OMDs, zu 90%. Auf den letzten Prozent versagen sie für mich wegen des kleineren Sensors. Der macht sich in der Regel nicht bemerkbar, wenn Du Deine Fotos „nur“ online ausstellst. Wenn Du aber wie ich Fotos für Druck und Bücher erstellst und z.B. einen Wald mit vielen kleinen Blättern fotografierst, sieht man doch einen deutlichen Unterschied. Dafür nehme ich dann mein Canon-System.

Deshalb kaufe ich mir derzeit teures Equipment und Objektive nur für die Canon. Mir ist aber bewusst: Wenn ich die Olympus aufrüsten würde, da fehlt mir z.B. ein gutes Tele, dann hätte ich ein sehr kleines System, mit dem ich in den meisten Fällen super ausgerüstet wäre. Zumal die Olympus ein tolles Farbmanagement hat (die Fotos „out of cam“ also schon toll aussehen) und einige Gimmicks mitbringt, die ich wirklich klasse finde, wie z.B, den außerordentlich guten Stabilisator, Timelapse- und Live Composite-Funktion.

Reisefotografie-Ausrüstung: Empfehlung

1750 Euro für gehobene Ansprüche: Die Olympus OM-D E-M1* (ca. 1000 Euro in der ersten Version) zusammen mit dem Objektiv Olympus M.Zuiko 12-40 f2,8* (ca. 750 Euro) ist eine echte Knaller-Ausrüstung für viele, viele Anwendungsfälle. Sie ist klein, schnell, lichtstark, mit einem guten Brennweitenbereich und einer tollen Abbildungsleistung. Wer bei dem Geld schlucken muss: Mit Abstrichen lässt sich das stark minimieren. Für Hobbyanwender, die nur kleines Geld haben, empfehle ich:

600 Euro für Hobbyanwender: Die Olympus OM-D E-M10 Mark II mit dem Objektiv Zuiko 14-42*. Die E-M10 ist langsamer als die E-M1, bietet ansonsten aber tolle Features. Es gibt sie derzeit schon in der Version III, deshalb ist die II-Version gerade günstig zu haben.

1200 Euro für den goldenen Mittelweg: Die Olympus OM-D E-M10 Mark II* (450 Euro) mit dem schon oben genannten Objektiv Olympus M.Zuiko 12-40 f2,8* (ca. 750 Euro). Ca. 1200 Euro.

Olympus

  • Achtung: Die Kit-Objektive sind natürlich günstige Objektive, sie lauten teils sehr ähnlich, unterscheiden sich jedoch dramatisch bei Lichtstärke und Abbildungsleistung. Achtet am besten auf die Lichtstärke (und natürlich den Preis). Als Hobby und Einsteiger empfehle ich die günstige Kombi dennoch, habe selbst aber nach einer Weile beim Objektiv draufgelegt.
  • Es könnte fehlen: ein Tele. Macht nicht den Fehler, die billigen Teleobjektive von Olympus zu kaufen, die Abbildungsleistung ist unterirdisch. Das erste Tele von Olympus, das mir wirklich in der Abbildungsleistung gefallen hat, ist das Olympus M. Zuiko Digital ED 12-100mm 1:4.0 IS Pro* für schlappe 1100 Euro. Wer auf Lichtstärke verzichten kann, kauft sich vielleicht gleich dieses und ist dann mit einem tollen Zoom ausgestattet, der eigentlich alle Fälle abdeckt, und für die Situationen, in denen Lichtstärke erforderlich ist, eine Festbrennweite. 

Als erweiterte Ausrüstung, die ich teils auch auf Reisen mitnehme, habe ich mir die Canon EOS 80D angeschafft, eine gute und sehr schnelle Kamera für den gehobenen Anwender, die vor allem noch einigermaßen klein in der Hand liegt. Objektive habe ich dafür diverse und suche selbstverständlich noch die eierlegende Wollmilchsau, damit ich künftig nur mit zwei Objektiven reisen muss.

Bei den meisten Reisen – ausgenommen meine Fernwanderungen – habe ich tatsächlich beide Systeme dabei. Aus leidvoller Erfahrung würde ich nie ohne Zweitkamera fahren. Zweitkamera ist die Olympus OM-D E-M10 mit dem oben besprochenen 12-40 f2,8 Objektiv. Damit kann ich in der Stadt fotografieren, ohne aufzufallen und bei Nacht. Als Hauptsystem und vor allem für Landschaften nutze ich die Canon 80D. Meine weiteren Objektive habe ich im ersten Teil meiner Fotoausrüstungs-Serie beschrieben.

Drei Artikel sind bisher erschienen:

Stative im Vergleich

Reisefotografie Tipps

Ich freue mich immer über die tolle Resonanz zu meinen Fotografie-Tipps und nehme mir dann vor, mehr davon zu schreiben. Leider hat der Tag nur 24 Stunden und dann gibt’s ja noch so viele andere Geschichten…

Sehr beliebte Fotografie-Tipps sind z.B. meine Artikel

Sternentor

Reisefotografie: Ausrüstung & Tipps

Buchempfehlung zum fotografieren lernen

Werbung – Hier habe ich einen Partnerlink hinterlegt. Bestellst Du über diesen Link, bekomme ich ein bisschen Provision, der Preis ist für Dich der gleiche. Du unterstützt damit blickgewinkelt und natürlich meine Fotoausrüstung. :)

Minimalismus ist angesagt, ich gebe zu, ich lese viel zu wenige schöne Bücher über die Fotografie.

Gefallen haben mir einige, aber wenn es um Grundlagen und auch weitergehende Überlegungen und Erklärungen zur Fotografie geht, gibt es eigentlich nur dieses eine:

Diana lernt fotografieren, von Gunther und Diana Wegner, überarbeitete Ausgabe vom September 2017*.

Ja, genau, das ist der oben erwähnte Gunther Wegner. Bevor ich hier Werbung mache: Lies Dir einfach mal die Bewertungen auf Amazon durch. Dann weißt Du: Mehr Buch braucht’s wirklich nicht, um das Fotografieren zu lernen.

Foto-Locations & Fotostories

Rund um die Fotografie gibt es natürlich auch viel zu berichten, zum Beispiel von meinem letzten Fotoworkshop Fotoschnack, einem Sternenworkshop auf dem Aletschgletscher, von der Photokina, dem Oberstdorfer Fotogipfel, tollen Lost Places oder schönen Fotobüchern.
Manche Artikel habe ich als „Fotostory“ auserkoren, weil ich die Locations so unfassbar toll fand und dort gerne fotografiert habe. Oder manchmal gilt einfach auch: Mehr zeigen als reden.

Meine aller-aller-allerliebste Foto-Location kennst Du vermutlich, wenn Du meine Seite Über mich gelesen hast: die Antarktis. Sie ist so anders, so wunderschön, und ich liebe die kontrastarme Landschaft.

Eisberg in der Antarktis

Analog – Erinnerungsgeschichten in retro

Manchmal erzähle ich übrigens auch Geschichten von früher mit alten, analogen Fotos. So nach und nach möchte ich mehr der alten Fotos einscannen, denn der Look ist einfach schön, oder? Ob anno 1916 (ich habe noch viele sehr alte Fotos meiner Familie) oder 1976. Kurz habe ich es mal mit der Lomo-Fotografie versucht, aber schnell wieder aufgegeben, nachdem mir der zweite Film bei Rossmann geklaut wurde und der dritte sich in der Kamera verklemmt hat.

Meine Lieblingsstory ist übrigens meine Geschichte, wie ich auf einer Bühne vor den Pyramiden für 1001 Ägyptern tanzte.

Pyramiden von Gizeh in Kairo, Ägypten

Wie ich zur Fotografie kam

Ich habe erst sehr spät mit der Fotografie so richtig angefangen. Zuerst mit einer billigen Digitalkamera, weil ich mir nichts anderes leisten konnte. Doch dann gewann ich im Jahr 2012 einen Fotowettbewerb vom Globetrotter Magazin und durfte mit dem großartigen Fotografen Gunther Wegner – der übrigens einen sehr lesenswerten Fotografie-Blog hat – auf Fotoreise nach Bolivien und Chile gehen, wow.

Fußballtor mit Eisberg-Bucht

Grönland, Quequertarsuaq. Mein Gewinnerbild im Fotowettbewerb. Jahaa, damals noch auf anderem Webservice…

Ich blieb noch etwas länger in Südamerika, leider damals nur mit einem „Suppenzoom“. Ist irgendwie klar, dass ich nochmal nach Südamerika muss, oder? Einen Überblick findest Du vor allem in diesen beiden Artikeln:

Natürlich kaufte ich mir für die Fotoreise eine „richtige“ Spiegelreflexkamera in Form der damals gerade erschienenen Canon EOS 600D. Das gute Stück versenkte ich dann gleich in der Antarktis, die ich an die Reise drangehängt hatte, so dass mir von dieser großartigen Reise nur Fotos von einer kleinen Kompaktkamera bleiben, die mir ein Passagier netterweise verkaufte, nachdem er meine Verzweiflung sah.
Den Artikel, live von der Fram aus der Antarktis mit ungefähr 32 Tüten voll Selbstmitleid, gibt es hier:

Und obwohl diese Erfahrung prägend war und ich merkte, dass ich mich auf meinen Reisen ein bisschen zu sehr auf den Sucher fokussierte und vor dem Bullauge der Fram lernte, wieder „nur“ mit den Augen und für die Erinnerung zu sehen, nahm ich mir fest vor, noch ein zweites Mal in die Antarktis zu reisen, was dann 2015 der Fall war. Dieses Mal mit zwei 600Ds, die mir dann prompt vor der zweitgrößten Kolonie von Königspinguinen ausfielen. Beide.

Königspinguinkolonie vor Gletscher

Daraufhin beschloss ich, dass es Zeit für eine bessere Kamera war, aber weil ich finde, dass man immer mit seinen Möglichkeiten wachsen soll, statt Spatzen mit Tauben zu füttern (#spruechelover), kaufte ich mir eine Canon 80D – auch, weil der Autofokus so gut ist und mir meine ersten Wale unter der 600D weggeschwommen waren. Na und jetzt könnt Ihr raten, wohin ich mit der 80D gerne mal reisen würde…
Nunja, tatsächlich würde ich inzwischen unheimlich gerne mit Vollformat fotografieren. Gar nicht, weil ich denke, damit werden alle Fotos besser. Aber ich mag den intensiven Look, der mit Vollformatkameras möglich ist, das Spiel mit der Unschärfe. Am allertollsten wäre sowas im kompakteren Systemkameraformat. Aber ja nun, das ist teuer, dazu muss ich erst noch ein paar Fotos oder Bücher verkaufen…
Vielleicht warte ich mit der Antarktis also noch ein bisschen.

Mit der Canon 80D kaufte ich mir außerdem eine Olympus OMD EM-10, um auf der Straße oder in vielen Ländern Fotos zu machen, wo man nicht so arg auffallen möchte. Die Olympus ist ein großartiges Schätzchen, meine Immer-Dabei-Kamera, mit der ich letztendlich auch 90% meines Buches 52 Eskapaden in und um Berlin im Dumont Verlag geschossen habe.

Auch die Olympus bespreche ich in meinem ersten Artikel über meine Fotoausrüstung: Kameras und Objektive.

Mittlerweile arbeite ich nicht nur schreibenderweise für Print, sondern verkaufe meine Fotos auch regelmäßig. Bisher habe ich das Geld immer wieder in Workshops, Equipment und Bücher investiert. Ich werde nie eine wirklich gute Fotografin sein, aber ich versuche ständig, besser sehen zu lernen.

Fotografie ist wie ein Flirt: Meist bleibt nur der fade Beigeschmack. Aber einige seltene Male, da ist der Anblick auch am nächsten Morgen noch unschlagbar.