Natürlich ist Planung für einen Island-Urlaub nicht alles. Vorfreude sollte es auch sein, und ein bisschen Flexibilität. Island aber ist anders, denn Island ist

  • chronisch ausgebucht
  • vollgestopft mit sehenswerten Orten
  • sauteuer

Ich hatte für meine Island Rundreise auf der Ringstraße von einigen Leuten Tipps eingeholt und überall hieß es: Buche so früh wie möglich! Es wird sonst super teuer und im schlimmsten Fall ist im kleinen Ort, wo Du unbedingt hinwolltest, alles ausgebucht. Inzwischen habe ich mehrfach in Island Urlaub gemacht und weiß: Es ist mittlerweile sogar noch voller geworden als in den letzten Jahren. Daher gilt umso mehr: Vor allem die Unterkünfte möglichst früh buchen!

Island-Guide

Dieser Island-Guide beschreibt Euch meine Reiseroute für einen Roadtrip um die Ringstraße sowie einen übersichtlichen Finanzplan. Außerdem gibt es Tipps von mir und anderen Reisebloggern, die bereits auf Island unterwegs waren, denn I heart Blogs, und wer kann schon bessere, authentische Tipps vergeben?

Wenn Du nur einen Kurztrip nach Island machen möchtest, lies am besten außerdem meinen Artikel
► Stopover: Wieviel kostet eine Island-Kurzreise?
In beiden Artikeln findest Du wertvolle Tipps für Deine Planung auch für eine Kurzreise nach Island.

Island-Guide: Tipps für Deine Island-Rundreise

1. Die Ringstraße
2. Beste Reisezeit für Island
3. Beste Reiseführer für Island
4. Wie teuer ist Island?

Flüge
Mietwagen
Unterkünfte
Kostentabelle

5. Spartipps für Island

6. Kleine Packliste
7. Tipps von Reisebloggern

1. Rundreise Island: Einmal entlang der Ringstraße

Island-Roadtrip, Kartenübersicht: Route & Orte

Kartenübersicht über meinen Roadtrip durch Island: Übernachtungen und sehenswerte Orte

Orange: Unterkünfte
Grün: Interessante Stationen auf dem Weg.

Für unsere erste Island-Rundreise um die Ringstraße haben wir die Westfjorde ausgelassen, denn dann hätten wir im Süden hin- und auch wieder zurückfahren müssen. Beim ersten Mal nutzen wir daher die bekannte und auch vom Lonely Planet vorgeschlagene Rundreise auf der Ringstraße und haben dafür 13 Tage Zeit.

Weil wir einen intensiven und möglichst wenig hektischen Roadtrip machen wollten, haben wir immer 2-3 Tage in einer Unterkunft. Durch meine Backpacker-Reisen weiß ich, dass kaum etwas stressiger ist als das Packen jeden Tag. Wir haben daher insgesamt lediglich 5 Stationen eingeplant.

Besonders wichtig für mich: Das Eis im Süden (Eislagune Jökulsárlon) und die Wale im Norden (bei Hùsavik).

Ringstraße in Island

Einmal Roadtrip um Islands Ringstraße bitte. Hier: Islands sanfter Süden nahe dem Golden Circle.

2. Wann ist die beste Reisezeit für Island?

Die Hauptsaison beginnt in Island im Juni, dann wird es schlagartig überall teurer. Seid Ihr wirklich mit knappem Budget unterwegs, fahrt im Mai wie wir. Vorteil ist dann zudem, dass es noch ein bisschen leerer ist. Nachteil: Einige Straßen im Innern, also im Hochland, sind mit Sicherheit noch gesperrt. Wollt Ihr dorthin, solltet Ihr den Juli oder August in Erwägung ziehen, dann ist Island allerdings sehr voll (für isländische Verhältnisse gesprochen) und Ihr müsst Euch wirklich früh genug um Unterkünfte kümmern.
Wir sind beim ersten Besuch Ende Mai gefahren und haben noch den Pfingstmontag mitgenommen. Die hübscheste Unterkunft, unser Ferienhaus, haben wir deshalb noch in der günstigeren Mai-Zeit buchen können.
Nachteil war, dass wir vom Inland rein gar nichts gesehen haben und nicht einmal Landmannalaugar möglich war, weil einfach alles noch gesperrt war bzw. die Straßen zu hoch überflutet waren. In den letzten Jahren hat sich der Winter in Island häufig in die Länge gezogen, so dass manche Straßen sogar bis Anfang Juli gesperrt waren.

Wer Polarlichter sehen möchte, sollte jedoch in den Wintermonaten fahren, die beste Zeit für Polarlichter ist im Oktober und Februar/März. Mit einem Roadtrip rund um die Ringstraße sollte man dann allerdings nicht rechnen, denn eventuell liegt dann viel Schnee. Vorhersehbar ist das allerdings nicht.

Ich habe sowohl im März wie Oktober Polarlichter gesehen. Welcher Monat besser ist, könnte ich nicht entscheiden: Im März ist der Schnee überall sehr hübsch, Anfang Oktober hatten wir herrliche Herbstfarben. Für einen Kurztrip eignen sich beide Monate (außer man hat das Pech mit vielen Stürmen, das war bei uns jedoch nicht der Fall).

Meine Empfehlung für die Off-Season, also von Oktober bis April, ist aufgrund der unvorhersehbaren Wetterbedingungen: Nimm Dir eine hübsche kleine Hütte im Süden und mach von dort aus Tagesausflüge, oder erkunde ausschließlich die Westfjorde. Aber nimm Dir nicht vor, große Strecken fahren zu müssen oder die Ringstraße zu fahren, bei üblem Wetter macht das einfach keinen Spaß und Du stehst dann die ganze Zeit unter Druck, Deine nächste Unterkunft erreichen zu müssen.

3. Vorbereitung: Beste Reiseführer für Island

Wir sind keine megagroßen Planer und haben nur das Nötigste vorher recherchiert. Jeder durfte in einer Excel-Tabelle eintragen, was ihm besonders wichtig war oder wenn uns irgendwelche Tipps gegeben wurden. Als Reiseführer hatten wir den Lonely Planet*. Der ist als Einführung ganz gut, aber mir persönlich fehlte irgendwie die Tiefe. Es hat nicht so sehr viel Spaß gemacht wie sonst, darin herumzustöbern. Ich würde daher unbedingt noch zu einem zweiten Reiseführer raten, zum Beispiel den DuMont Reise-Handbuch Reiseführer Island mit Extra-Reisekarte*.

Außerdem haben tatsächlich mittlerweile so viele Blogger über Island gebloggt, da findest Du viele gute, vertiefende Informationen, persönliche Eindrücke und vor allem viele Tipps für Regionen und Orte, die sich lohnen anzusteuern (siehe Abschnitt 7. Die besten Tipps von Reisebloggern). Tatsächlich bekomme ich so viele Anfragen, dass ich überlege, diesen Artikel zu einer downloadbaren PDF umzubauen, denn er wird immer länger und länger und auch in den Kommentaren finden sich mittlerweile viele weitere Infos.

4. Der Finanzplan: Wie teuer ist Island?

Island ist leider sehr teuer. Unterkünfte, Flüge und Mietwagen haben wir ca. vier Monate vor Reiseantritt gebucht, und damit waren wir nicht einmal besonders früh dran: Erfahrene Islandreisende sagen, dass Unterkünfte besser noch 6 Monate im Voraus gebucht werden sollten! Wir hatten folgende Kosten:

Flüge:

Ich bin mit Air Berlin, Germanwings und WOW Air geflogen und habe mal knapp 200 und mal 250 Euro gezahlt. Die Germania fliegt ebenfalls häufig günstig, z.B. von Dresden oder Nürnberg. Da Air Berlin ja nun leider pleite ist, könnten Flüge künftig etwas teurer werden.
Tipp: Wer zu zweit fährt und einen Mietwagen zur Verfügung hat, ist nicht auf einen Rucksack angewiesen und kann daher für beide lediglich ein Aufgabegepäck buchen. WOW Air bietet günstige Basic-Tarife, erst beim Aufgabegepäck oder Essen wird ordentlich draufgeschlagen. Wir haben das beim letzten Mal so gemacht, den Riesenkoffer habe ich meistens sogar im Auto gelassen.

Wer früher bucht fliegt meistens günstiger. Spätere Schnäppchen oder Last-Minute-Deals gibt es in der Regel nicht.
Gesucht haben wir wie üblich mit diversen Meta-Suchmaschinen und haben immer wieder mit den Airlines verglichen. Im Sommer bietet IcelandAir auch recht gute Preise. Patrick von 101 Places hat gute Tipps zum Suchen günstiger Flüge zusammengefasst.

Wir sind zweimal sehr spät am Abend geflogen und das ist sehr praktisch: Das Mietauto ist auch dann noch direkt am Flughafen abholbar, denn die Isländer sind auf die späten Flüge eingestellt. Sinnvoll ist es dann natürlich, nicht sehr weit fahren zu müssen, die erste Unterkunft bietet sich also in Reykjavik oder etwas weiter im Golden Circle an. Viele Hütten-Unterkünfte befinden sich im Umkreis vom Golden Circle ca. eineinhalb Stunden vom Flughafen weg. Viele der Unterkünfte haben einen kleinen Safe für den Schlüssel, an den man mit einem Code rankommt, der Dir vorher zugeschickt wird. Das ist sehr praktisch, wir fallen um 2 Uhr morgens ins Bett und wachen am nächsten Morgen frisch für unseren ersten Tag mitten in der isländischen Pampa auf. Bei der Rückreise haben wir die letzte Unterkunft durch einen späten 23 Uhr-Flug gespart.

Solltest Du aber einen Flug mitten am Tag haben, buche – wenn möglich – einen Fensterplatz auf der rechten Flugzeugseite. Mit etwas Wetterglück fliegst du dann nämlich über die Südküste, kannst die Eislagune Jökulsárlon und vor allem das Eis und die Gletscher bei so einem grandiosen Anblick bestaunen:

Gletscher von Island aus dem Flugzeug

Island-Ansicht aus dem Flugzeug – wow. Hinten rechts im Bild sieht man ein bisschen die Eislagune Jökulsárlon.

Mietwagen & Versicherungen:

Was für ein Auto solltest Du buchen?

In Island solltest Du sicherheitshalber einen Allradantrieb (4×4) haben, wenn Du außerhalb Juli oder  August fährst und von der Ringstraße abbiegen willst. Nur mit dem 4×4 darfst Du auch die abseits gelegenen Straßen fahren. Wenn es für Dich wichtig ist, ein sehr günstiges Auto ohne 4×4 zu nehmen, solltest Du Dich auf die Ringstraße im Sommer beschränken.
Um das nochmal zu betonen: Die meisten „F-Straßen“ darfst Du ohne 4×4 nicht befahren. Du riskierst teure Strafen und die Versicherung wird für Schäden nicht zahlen. Nicht jede Gravelroad ist eine F-Straße, aber viele Straßen sind F-Straßen. Geh dieses Risiko also auf keinen Fall ein! Im Herbst oder Frühling kann ein 4×4 auch die bessere Wahl sein, denn bei Schneefall werden zunächst mal die Hauptstrassen geräumt – doof, wenn man es mit seinem Polo dann die 2 km von der Nebenstrasse bis zur Abzweigung nicht mehr schafft.

TIPP: Zu zweit eignet sich sowohl der Suzuki Jimny wie auch ein Fiat 500 sehr gut. Zu dritt oder viert wird’s darin allerdings eng.

SUV Fiat 500

Unser Fiat 500 – und jetzt bitte auf’s Kennzeichen achten – ey, yo!

Mietwagenvergleich: Bei Guide to Iceland gibt es jetzt einen guten Vergleich für Mietwagen in Island. Lasst Euch dort am besten auch beraten, was Zusatzversicherungen angeht. Im Winter z.B. ist eine Sandversicherung wohl eher nicht nötig (dieser Hinweis ist aber bitte ohne Gewähr zu verstehen, am besten direkt bei Guide to Iceland beraten lassen).

Welche Versicherungen brauchst Du?

Island ist, was Versicherungen angeht, besonders: Eine Versicherung gegen Asche-, Wind- und Sand-Schäden ist in den meisten Fällen sinnvoll und wird manchmal sogar obligatorisch automatisch mitgebucht.  Christine von Lilies Diary hat am eigenen Leib bitter erfahren müssen, wie wichtig eine gute Versicherung ist.

Kosten: Rechnet bei einem 4×4 mit Versicherungen (inkl. Vollkasko) mal ganz grob mit 80-100 Euro Mietgebühren pro Tag. Das ist ein ganz guter Richtwert, darunter geht es nur ohne 4×4.

Spartipp vom Mitreisenden Timo: Die Kreditkarte „Miles & More Credit Card Gold plus“ von Lufthansa! Mit dieser haben wir teure Extraversicherungen bei der Mietwagenbuchung gespart, denn die sind bereits inklusive (Auskunft der Kreditkartenfirma). Achtung: Asche soll hier allerdings inzwischen nicht mehr mitversichert sein. Bitte selbst die genauen Konditionen erfragen!

Sei auch vorsichtig mit Islandpferden! Wir haben einmal ein nachhaltiges Erlebnis mit einigen gehabt, die an unserem Wagen geknabbert haben (vermutlich wollten sie das Salz auf der Haube ablecken) – das kann unschöne und teure Kratzer geben!

Wir hätten für einen 4×4 Mietwagen für 11 Tage inklusive Versicherungen rund 1000 Euro ausgegeben. Durch die erwähnte Kreditkarte haben wir nur knapp 700 Euro gezahlt.

Achtung! Mietwagenunternehmen geben das Auto natürlich nicht einfach so her, meist wird, wie überall, ein bestimmter Betrag auf dem Konto geblockt. Beim letzten Mal waren das immerhin 2500 Euro. Ist der Betrag nicht durch guthaben oder Kreditrahmen gedeckt, muss eine Extraversicherung abgeschlossen werden. Daher: Unbedingt darauf achten, dass inklusive Kreditrahmen 2500 Euro theoretisch zur Verfügung stehen.

Tanken kostet grundsätzlich nicht die Welt, ist aber vor allem teuer, weil man sich wahnsinnig verschätzt bei den Kilometern durch ständige Extra-Ausflüge mit dem Auto. Insgesamt sind wir bei unserem ersten Urlaub tatsächlich 4000 Kilometer gefahren (Ringstraße mit ein paar Extraausflügen) und haben fürs Tanken 580 Euro gebraucht.

Unterkünfte:

Adressen und Tipps erfährst Du in meinem Artikel ► 10 Empfehlungen für tolle Unterkünfte auf Deiner Island-Rundreise

Hostels sind natürlich eine günstigste Variante (und dennoch nicht wirklich günstig). Allerdings sollte man wissen, dass der Standard der Hostels in Island teils wirklich gruselig ist. Unbedingt daher auf die Bewertungen achten, z.B. bei Booking.com oder Tripadviser! Doppelzimmer fangen meist bei 80 Euro an, für ein Dorm-Bett musst Du meist schon 20-30 Euro berappen.

  • Das superbegehrte Osar-Hostel* im Norden ist sehr zu empfehlen, da haben wir zwei Einzelzimmer und ein Doppelzimmer gebucht und im Endeffekt ein geniales Holzhäuschen bekommen – mit Blick auf den Strand mit den Seehunden, wahnsinn! 
Hütte am Fjord in Island

Das Osar-Hostel im Nordwesten bietet auch supertolle Holzhütten an – meine absolute Lieblingsunterkunft!

  • Das Kex-Hostel* in Reykjavik ist bekanntlich sehr stylisch und für einen Kaffee super gemütlich, zum Übernachten aber sehr teuer. Von uns hat es nur eine gebucht und fand es sehr laut, generell ist das Publikum eher U25.

Hostels buche ich entweder über booking.com*, Hostelbookers*, hihostels.com oder auch – speziell für Island – hostel.is. TIPP: Wer bei den Hihostels mehr als einmal bucht, sollte sich für eine Mitgliedschaft entscheiden. Wer nicht Mitglied ist zahlt im Hostel noch einmal eine Extragebühr für jede Nacht und jede Person. Die Mitgliedschaft kann aber auch spontan vor Ort gekauft werden. Mit viel Glück wird selbst bei der Mitgliedschaft von nur einer Person keine Gebühr mehr von den anderen Mitreisenden verlangt.

Ferienwohnungen sind natürlich eine tolle Alternative, die sich besonders in und um Reykjavik anbieten und wenn man mindestens zu zweit reist. Im Rest des Landes sind sie allerdings rar gesät, dass man schon etwas flexibel sein muss. Wir hatten hier Glück und wurden für unsere ersten Tage fündig: Ein schnuckeliges Häuschen mitten im Nirgendwo, aber sehr zentral zum Golden Circle und zur Landmannalaugar gelegen, wo wir unbedingt hinwollen. Ich selber schaue dafür auf FeWo-direktbooking.com* und Airbnb.

Camping kam dieses Mal nicht in Frage, weil meine Mitreisenden nicht ganz so camping-begeistert sind wie ich, zudem ist es auch im Sommer in Island wirklich sehr frisch. Du solltest schon ganz gutes Equipment haben und ein bisschen Camping-erfahren sein, denn sonst kann es bei knappen über Bodenfrost-Temperaturen schonmal unangenehm werden. Ansonsten ist Camping eine günstige und flexible Alternative, Vorbuchen nicht erforderlich und z.B. bei mehrtägigen Wanderungen bei Landmannalaugar sicher zu empfehlen.

Hotels sind schlicht: teuer. Wir hatten in Reykjavik ein bezahlbares Zimmer gefunden, was dann aber auch der totale Reinfall war. Das winzige Zimmer mit eindeutigem Einzelbett wurde uns als Doppelzimmer verkauft – bei Schnäppchenpreisen also vorsichtig sein und auf Bewertungen bei Buchungsportalen achten!

Essen:

Selbstversorgerunterkünfte sind sehr sinnvoll, weil Essen gehen in der Regel unfassbar teuer ist. Wir haben es selten gemacht, mitten in Reykjavik gibt es allerdings Angebote einiger Restaurants bzw. Imbisse (schwer zu übersehen mit all den jüngeren Backpackern). Auf beiden Reisen haben wir uns am letzten Tag die leckersten Burger von Welt gegönnt in den Hamborgarafabrikkan. Yummi!

Durch unsere Ferienwohnungen und Hostels konnten wir mit Selbstkochen sehr viel sparen. Die drei bekanntesten Supermarkt-Ketten in Island sind Bonus, Kronan und Netto. Bonus soll mit Abstand günstiger sein, deshalb haben wir ausschließlich dort eingekauft. Wir fanden die Preise nun nicht sonderlich dramatisch wie überall angekündigt. Klar, möchtest Du nur frisches Obst und Salat kaufen wird es sehr teuer. Wir haben uns eben eher an Reis und Nudeln mit Dosengemüse gehalten, das war preislich dann nur wenig teurer als in Deutschland. Vielleicht verzichtest Du im Urlaub einfach mal auf Deine Lieblingslebensmittel. Und nicht vergessen: Unbedingt Skyr probieren – lecker! TIPP: Immer auf Vorrat einkaufen, wenn Du eine Rundtour machst, im Osten und Norden sind Supermärkte wirklich rar gesät.

Hotpots:

Es sollte sich schon herumgesprochen haben: Die Blaue Lagune ist irre teuer und mega touristisch. Wir haben sie uns nicht gegönnt und haben die günstige Alternative in Myvatn besucht: Das Myvatn Nature Bath. Zur blauen Lagune lohnt übrigens dennoch ein Abstecher, weil man einfach ein bisschen drum herum laufen kann. Die hübschen blauen Wasserbecken sind nämlich auch außen, sie sind allerdings nicht so warm. Zugegeben: Das Wasser im Myvatn Nature Bath sieht nicht ganz so fantastisch aus und es ist kleiner. Dafür spart man aber eine Menge Geld und ein tolles Erlebnis ist es dennoch. TIPP: Mit langen Haaren das Wasser vermeiden, meine haben noch ewig gestunken und waren hinterher unfassbar trocken.

Außerdem gibt es natürlich auch eine Menge völlig kostenloser Pools, eine Liste aller Hotpots auf Island findest Du auf hotpoticeland.com.

Angeblich sind viele Hotpots einigermaßen bakterienverseucht – ob das stimmt, oder nur die Touristen von den Hotpots fernhalten soll, weil die Isländer so genervt sind, kann ich nicht sagen. Im letzten Oktober habe ich mich aber sicherheitshalber im warmen Fluss niedergelassen – da schwimmen die Bakterien hoffentlich sehr schnell wieder weg. ;) Extrem zu empfehlen und mit einer wunderschönen Wanderung verbunden: der heiße Fluss im Reykjadalur-Tal, nördlich von Hveragerði.

Reykjadalur Hotpot Island

Eine Mütze ist sinnvoll, schließlich war’s im Oktober schon ordentlich kalt. :)

Reykjadalur - heißer Fluss in Island

Am heißen Fluss im Reykjadalur-Tal wurden nun Stege gebaut, um den Boden zu schützen. Manche finden das furchtbar – mal wieder. Ich habe nix dagegen, wenn die Natur geschützt wird.

Kostentabelle (Update) bei einem Roadtrip mit 4 Personen:

Die Kosten habe ich upgedatet, weil gerade Unterkünfte in Island teurer geworden sind. Preise können etwas abweichen, da der Wechselkurs schwankt. Meine aktuellen Recherchen (Stand Oktober 2017) haben aber ebenfalls diese Preise ergeben. 

KostenpunktKosten à 4 P.Kosten p.P.Kommentar
Flüge1000 €250 €Air Berlin & German Wings,
zu unpopulären Zeiten
Mietwagen, 11 Tage, ohne Versicherung¹705 €176 €Marke: Suzuki Grand Vitara. Achtung: Hätte uns ohne die eingesparten Versicherungen 1000 Euro gekostet, siehe Abschnitt „Mietwagen“.
Benzin für einmal Ringstraße + Ausflüge, ca. 4000 Kilometer500 €125 €Kosten etwa wie in Deutschland
3 Nächte, Ferienhaus am Golden Circle390 €97 €über feWo-direkt.de,
im Süden gut im Goldenen Circle gelegen
2 Nächte, 4-Bett-Zimmer, Hostel in Höfn220 €55 €gut gelegen aber das schlechteste Hostel ever, über hihostels.com
3 Nächte, 4-Bett-Zimmer, Hostel in Akureyri*500 €125 €in Akureyri, über Hostelbookers
2 Nächte, sehr coole Holzhütte in Osar*252 €55 €im Norden, über hihostels.com; mehr unter „Unterkünfte in Island
1 Nacht60 €Also etwa 120,- für ein (günstigeres) Doppelzimmer in Reykjavik
Waltour bei Húsavík60 €
Fixkosten gesamt p.P. zu viert ohne Essen & Eintritte
1003 €

¹ Die Versicherungskosten haben wir durch eine bestimmte Kreditkarte gespart, siehe oben Abschnitt „Mietwagen“! 

Das bedeutet, wenn Ihr zu zweit fahrt ist die Reise teurer: Rund 1500 Euro wären das in meinem Fall gewesen. Da ist, wie gesagt, nicht einmal Versicherung für das Auto drin und kein Essen. Zudem hätten wir uns dann zweimal mit Fremden das Dorm geteilt. Ja, Island ist leider teuer. Wer es günstiger haben will, sollte auf die Sommermonate gehen und einige Male im Zelt übernachten (was auch eine wirklich coole Sache ist!).

Eintritte gibt es, werden aber unterschiedlich von Jahr zu Jahr verlangt. Heiße Quellen sind mal kostenlos, mal werden umgerechnet ein paar mehr Euro verlangt, mal weniger. Ich fand es nie teuer und habe das in etwa mit Deutschland vergleichen können.
Die Bootstour in der Eislagune Jökulsarlon z.B. hat etwa 26 Euro p.P. gekostet (unbedingt zu empfehlen!).

Wenn Ihr ganz grob rechnen wollt und keine hohen Ansprüche habt, rechnet mit 150 Euro pro Reisetag für Unterkunft, Mietwagen, Sprit und Essen.

5. Spartipps für Island

Die besten Spartipps für Island sind also:

  • Fortbewegung: Fahr nicht alleine, sondern zu zweit, zu dritt oder zu viert. Du kannst Dir dann Mietwagen, Sprit und Unterkunft teilen.
  • Unterkünfte: Buche Hütten und Ferienwohnungen, wenn Du zu zweit oder mehreren unterwegs bist. Das ist unendlich viel günstiger als Hotels, zudem kannst Du selber kochen.
  • Essen: Koche selber. Essen gehen ist in Island unglaublich teuer, während die Lebensmittel sich teils kaum vom Preis unterscheiden. Wenn Du essen gehst, kannst Du z.B. einfach Leitungswasser bestellen statt einem teuren Getränk. Im Gegensatz zu Deutschland schaut da auch niemand komisch. An Tankstellen gibt es häufig günstiges Essen, z.B. einfache Burger und Pommes.

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6. Kleine Packliste für Island

Für grundsätzliche Packlisten schaut gerne mal auf meiner Packlisten-Seite vorbei. Dass es in Island kalt ist und warme Klamotten in den Rucksack/Koffer gehören, ist auch klar. Ich möchte hier nur ein paar Empfehlungen loswerden, die ich hier nach der Reise nun ergänze:

  • Essen/Trinken: Wenn Ihr wie wir in privaten Unterkünften wohnt, vergesst nicht solche Kleinigkeiten wie Gewürze und evtl. Milchpulver. Das nimmt nicht viel Platz weg und Ihr spart Geld. Wir haben sogar ein paar Suppen, Soße in Trockenform und Nudeln mitgenommen und das war auch gut so, denn manchmal sind wir so spät angekommen, dass wir nirgendwo mehr einkaufen konnten. Auch einen Whisky haben wir am Flughafen gekauft. Alkohol ist teuer auf Island.
  • Einen Polfilter für Euer Lieblingsobjektiv, mit dem Ihr gerne draußen die Natur fotografiert. Auf Island gibt es so viele Möglichkeiten, Wasser zu fotografieren, dass die Entspiegelung eines Polfilters hier wahre Wunder bewirken kann. Und bitte keinen Billigkram, meinen ersten habe ich schnell in die Tonne getreten. Mit den Polfiltern von Hama* habe ich gute Erfahrungen gemacht und sie sind gut bezahlbar.
  • Wenn Stativ dann bitte ein schweres. Auf Island ist viel Wind, ein kleines wackliges Stativ bringt es da nicht. Als wirklich geniales Preis-Leistungsverhältnis hat sich da mein Slik Pro 330 DX-Stativ* bewiesen. Es ist ca. 2,5 Kilo schwer, also nicht zuuu schwer um es mitzuschleppen aber es ist enorm standfest und gut zu bedienen und gut auszutarieren.
  • Meine Buff-Halstücher* leisten mir seit Jahren gute Dienste und ich nutze seitdem auch keinen (umständlichen und großen) Schal mehr. Mir gibt das mehr Bewegungsfreiheit und weniger Gepäck, sehr angenehm.
  • Wunderstoff an Wärmeleistung und kleines Gepäck ist Merinowolle. Ich besitze mehrere Merinoteile, unter anderem eine Icebreaker Merino Jacke*, die ich heiß und innig liebe und mir schon zweimal gekauft habe, weil die Erste gestohlen wurde, und zwei Merino Unterhemden*. Die Dinger sind unheimlich leicht und klein und ich kombiniere sie übereinander für größtmögliche Wärmeleistung. Merinowoll-Unterwäsche* ist dann natürlich ebenfalls unschlagbar. Auf jeden Fall auf die Gramm pro m² achten, unter 160 ist das eher arg dünn. Meine Unterhemden haben 200 g/m², meine Merinojacken ab 260 g/m², für die lange Unterhose reicht mir aber wenigre. Mütze nicht vergessen!
  • Möglichst wasserdichte, warme Schuhe! Die Nässe in Island ist nicht zu unterschätzen. Das können Stiefel sein, ich bevorzuge aber meine Wanderstiefel, die ich dann mit Wachs* ordentlich imprägniere.
  • Wirklich, wirklich die Regenklamotten mitnehmen! Ich habe meine Regenhose tatsächlich mehrfach genutzt, praktisch war sie außerdem, weil sie zusätzlich den kalten Wind abhält. Das muss übrigens keine teure sein, ich habe mit der Regatta Regenhose* gute Erfahrungen gemacht (bis ich sie leider in den ligurischen Bergen irgendwo verloren habe).
  • Sonnencreme! Ja, Sonnencreme*! Ich hatte meine selbstverständlich vergessen und habe mir in Reykjavik einen hübschen Sonnenbrand eingefangen, weil die Sonne doch sehr intensiv ist.

7. Die besten Tipps von Reisebloggern

HotPot in Island

Überragende Aussicht: Manuela, ich spring gleich mal zu Dir rein! :) Bildquelle: Manuela

Manuela von seiltanz.org begleite ich virtuell, seitdem ich blogge, weil sie ein grandioses Händchen für tolle Reisen und eine schöne, unaufgeregte Art hat, darüber zu schreiben.

Jutta von 6 Grad Ost macht zauberhafte Fotos und ist schon zweimal auf Island gewesen.

Sóley von Cotton Candy Stories pickt ganz bestimmte Aspekte auf ihren Reisen heraus, die sie dann toll beleuchtet.

Was darf ich auf keinen Fall verpassen?

Seiltanz: Auch auf die Gefahr hin, nicht sonderlich kreativ zu sein: Die Gletscherlagune Jökulsárlón – mich als ‚Eisneuling‘ hat sie wirklich umgehauen. Und dazu als Ausgleich zwei nicht ganz so bekannte Orte: der kleine Wasserfall Brúárfoss und der Canyon Fjaðrárgljúfur.

6 Grad Ost: Auch wenn sie ohnehin die Hitlisten anführen: Die Eisberglagunen im Osten sind für mich das „must see“. Bizarre Eisskulpturen am Strand von Jökulsárlón, blau leuchtende Eisberge und verspielte Robben in der Lagune.
Außerdem: Búðir auf der Halbinsel Snæfellsnes. Im gleichnamigen Hotel eine Nacht verbringen oder zum High Tea einkehren, die kleine Kirche auf dem Hügel besuchen und am Strand spazieren gehen, der hier ausnahmsweise einmal nicht schwarz, sondern goldgelb ist. 

Cotton Candy Stories: Reykjavík, das ist nämlich eine tolle Stadt! Das KEX Hostel hat einen super Charme und auch meinem Lieblingscafé dem Stofan solltest du unbedingt einen Besuch abstatten, denn dort sieht es aus wie in einem gemütlichen Wohnzimmer. Und zu guter Letzt sollte man unbedingt eins der berühmten SS-Pylsur Hotdogs unten am Hafen gegessen haben. Zwar schmecken die überhaupt nicht so besonders, aber wie ein Freund von mir immer zu sagen pflegte: „Wer nicht so einen Hotdog gegessen hat, war nicht in Reykjavík.“ ;)

Fjallsarlon

Eis – darauf freue ich mich wohl am meisten. :) Fjallsárlón. Bildquelle: Jutta Ingala

Was kann ich bei der Reiseplanung oder vor Ort total falsch machen / was sollte ich vermeiden oder woran sollte ich unbedingt denken?

Seiltanz: 

  • Nicht vergessen: Mützen oder Haarbänder, Handschuhe und Windbreaker. Es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter, aber wem erzähle ich das…
  • Tabus? Danach nicht genug Fotos hier auf dem Blog zu zeigen. Spaß beiseite, ich war wohl nicht genug lange vor Ort um welche zu brechen :)
  • Es gibt keinen McDonald’s oder Burger King in Island, soviel zur Essensplanung ;-)

6 Grad Ost:

  • Einen neuen, komfortablen Mietwagen mit Allradantrieb buchen. Selbst wer nicht ins Hochland fährt, landet früher oder später auf einer Schotterpiste. Unbedingt eine SCDW-Versicherung abschließen, um sich gegen Folgekosten bei Schäden durch Steinschlag & Co. abzusichern.
  • Das Wetter im Auge behalten: In Island kann man alle vier Jahreszeiten an einem einzigen Tag erleben. Auf vedur.is gibt es zuverlässige Wettervorhersagen. Mehrmals täglich aktualisiert. Über www.safetravel.is die „112 Iceland App“ herunterladen. Vor Wanderungen einchecken und Standort hinterlassen. Für den Fall der Fälle.

Cotton Candy Stories:

  • Falls du in Hostels übernachten möchtest, würde ich auf jeden Fall schon einige Monate vorher buchen. Generell gibt es nämlich nicht allzu viele und meist sind sie auch eher klein, sodass die Zimmer schnell ausgebucht sind. 
  • Ich würde beim Auto auf jeden Fall nicht bei der Versicherung sparen, Islands Wetter ist unberechenbar ;)

Welcher Ort ist Dir am Besten in Erinnerung geblieben?

Seiltanz: Was für eine gemeine Frage – der Gedanke an ganz Island löst bei mir immer ein Lächeln aus. Die Rentiersichtung im Osten und der genial angelegte HotPot im Westen stehen aber zusätzlich weit oben.

Rentiere

Wunderschön! Manuelas Rentiere im Osten. Bild: Manuela Eicher

6 Grad Ost: Der schwarze Strand am Vestrahorn. Schön breit, einsam, hier wirft sich der Ozean gewaltig gegen die Küste. Auf der feuchten, feinkörnigen Lava läuft es sich wunderbar. 

Cotton Candy Stories: Besonders gefallen hat mir Þórsmörk bzw. Goðaland im Süden Islands. Wir sind damals mit dem Bus ins Landesinnere gefahren, die Straße war total holprig und wir saßen alleine mit zwei schweigsamen Isländern (den Busfahrern) im Bus und sind auf unseren Sitzen auf und ab gehüpft. Als wir dann ankamen, war außer uns fast niemand dort. Innerhalb von 30 Minuten waren wir auf einer Bergspitze angekommen und hatten nicht nur eine atemberaubende Aussicht, sondern haben uns auch wie die einzigen Menschen auf der Welt gefühlt, weil wir dort ganz alleine waren.

Aaaw, Rentiere, was für ein Glück! Ich danke Euch dreien ganz herzlich für die wunderbaren Tipps, die mir jetzt schon bei der Routenplanung geholfen haben.

Island-Rundreise: Tipps für UnterkünfteWeiterlesen bei Teil 2: 

Island-Guide: Unterkünfte, Adressen und Tipps zum Polarlichter sehen

 

Zwei weitere Blog-Lesetipps habe noch:

  • Island per Rad von BikeTourGlobal. Martin erzählt großartig mit wunderbaren Bildern, schönen Geschichten und Tipps nicht nur für diejenigen, die Island per Rad erkunden wollen (Hochachtung!).
  • Jana vom Blog Sonne und Wolken hat ebenfalls über ihre Islandreise geschrieben.
Außerdem interessant:

Buchempfehlung für den Island-Einstieg:

Gebrauchsanweisung für Island*

In leichter Erzählweise erfahren wir über das Leben der Isländer, die Geschichte und Moderne, über die Finanzkrise und Gebräuche, über den Festivalgeschmack und die Landschaft. Einzig was es bräuchte: Eine Neuauflage mit den Stimmen der Isländer über den drastisch einfallenden Tourismus ins Land.

Für Geschichts-Liebhaber (ich fand es wahnsinnig gut erzählt):

Dem Nordpol entgegen: Unterwegs im arktischen Europa*

Gavon Francis, Reiseschriftsteller, bricht zu einer mehrmonatigen Reise in die arktischen Regionen Europas auf, um alten Mythen, Geschichten und Sagas nachzugehen und zu verstehen, wie sich durch die moderne Welt und Klimaveränderung auch das Leben der Bewohner geändert hat.

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Dieser Beitrag wurde am 18.11.2017 aktualisiert.