Nein, Planung ist natürlich nicht alles, und für mich normalerweise sowieso schonmal nicht. Island aber ist anders, denn Island ist

  • chronisch ausgebucht
  • vollgestopft mit sehenswerten Orten
  • sauteuer

Ich hatte für meine Mai-Reise von einigen Reisebloggern Tipps eingeholt und überall hieß es: Buche so früh wie möglich! Es wird sonst super teuer und im schlimmsten Fall ist im kleinen Ort, wo Du unbedingt hinwolltest, alles ausgebucht. Inzwischen war ich nun schon zweimal in Island, einmal in Sommer und einmal im Winter. Durch die nette Vermieterin unserer Holzhütten-Unterkunft weiß ich: Es ist mittlerweile sogar noch voller geworden als in den letzten zwei Jahren. Daher gilt umso mehr: Vor allem die Unterkünfte möglichst früh buchen!

Im Folgenden bekommt Ihr also die volle Dröhnung von mir: Meine Reiseroute für einen Roadtrip um die Ringstraße, den Finanzplan und Tipps von mir und anderen Reisebloggern, die bereits auf Island unterwegs waren, denn I heart Blogs, und wer kann schon bessere, authentische Tipps vergeben?

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Inhalt des Artikels

1. Die Route: Einmal entlang der Ringstraße
2. Vorbereitung: Infos und Reiseführer
3. Reisezeit: Wann kann man Island am besten bereisen?
4. Der Finanzplan: Wieviel kostet Island?

Flüge
Mietwagen
Unterkünfte
Kostentabelle

5. Kleine Packliste
6. Die besten Tipps von Reisebloggern

1. Die Route: Einmal entlang der Ringstraße

Island-Roadtrip, Kartenübersicht: Route & Orte

Kartenübersicht über meinen Roadtrip durch Island: Übernachtungen und sehenswerte Orte

Orange: Unterkünfte
Grün: Interessante Stationen auf dem Weg.

Den Plan mit den Westfjorden haben wir leider aufgegeben, denn dann hätten wir im Süden hin- und auch wieder zurückfahren müssen. Wir nutzen daher den bekannten und auch vom Lonely Planet vorgeschlagenen Trip rundum auf der Ringstraße und ich habe einen super Grund, noch einmal nach Island zu reisen.

Weil wir einen intensiven und möglichst wenig hektischen Roadtrip machen wollten, haben wir immer 2-3 Tage in einer Unterkunft. Durch meine Backpacker-Reisen weiß ich, dass kaum etwas stressiger ist als das Packen jeden Tag. Wir haben daher insgesamt lediglich 5 Stationen eingeplant.

Besonders wichtig für mich: Das Eis im Süden und die Wale im Norden.

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Island-Rundreise: Tipps für UnterkünfteUpdate und Leseempfehlung: Eine Beschreibung der Route mit Tipps zu Unterkünften und Highlights habe ich nun nochmal zusammengefasst im Artikel

Island-Rundreise: Die Route und Unterkünfte plus Tipps zum Polarlichter sehen

 

2. Reisezeit: Wann kann man Island am besten bereisen?

Die Hauptsaison beginnt in Island im Juni, dann wird es schlagartig überall teurer. Seid Ihr wirklich mit knappem Budget unterwegs, fahrt im Mai wie wir. Vorteil ist dann zudem, dass es noch leerer ist. Nachteil: Einige Straßen im Innern, also im Hochland, sind mit Sicherheit noch gesperrt. Wollt Ihr dorthin, solltet Ihr den Juli oder August in Erwägung ziehen, dann ist Island allerdings sehr voll (für isländische Verhältnisse gesprochen) und Ihr müsst Euch wirklich früh genug um Unterkünfte kümmern.
Wir sind beim ersten Besuch Ende Mai gefahren und haben noch den Pfingstmontag mitgenommen. Die hübscheste Unterkunft, unser Ferienhaus, haben wir deshalb noch in der günstigeren Mai-Zeit buchen können.

Wer Polarlichter sehen möchte, sollte jedoch in den Wintermonaten fahren, die beste Zeit für Polarlichter ist im Oktober und Februar/März. Dann ist ein Roadtrip durch den vielen Schnee allerdings nicht drin.

Update: Im Mai/Anfang Juni würde ich nicht noch einmal nach Island fahren, wenn ich ins Inland will. Preislich ist das zwar ein wesentlicher Unterschied zur Hochsaison ab Juni/Juli, aber die Straßen ins Inland sind mit ziemlicher Sicherheit noch gesperrt und das Wasser steht sogar auf dem Weg nach Landmannalaugar eventuell so hoch, dass man nicht mit dem Auto durchkommt, so wie uns das passiert ist. Wir haben also leider eines unserer Highlights verpasst. Besser wäre daher also Juli/August, eventuell wäre hier Ende August eine bessere Wahl.
Inzwischen war ich allerdings auch im März in in Island und fand es unheimlich toll, weil wir jedes Wetter hatten und sogar mehrfach Polarlichter gesehen haben. Für einen Kurztrip in und um den Golden Circle herum ist März sehr zu empfehlen (außer man hat das Pech mit vielen Stürmen, das war bei uns aber nicht so).

3. Vorbereitung: Infos und Reiseführer

Wir sind keine megagroßen Planer und haben nur das Nötigste vorher recherchiert. Jeder durfte in einer Excel-Tabelle eintragen, was ihm besonders wichtig war oder wenn uns irgendwelche Tipps gegeben wurden. Als Reiseführer hatten wir den Lonely Planet*. Der ist als Einführung ganz gut, aber mir persönlich fehlte irgendwie die Tiefe. Es hat nicht so sehr viel Spaß gemacht wie sonst, darin herumzustöbern. Ich würde daher unbedingt noch zu einem zweiten Reiseführer raten, zum Beispiel den DuMont Reise-Handbuch Reiseführer Island mit Extra-Reisekarte*.

Außerdem haben tatsächlich mittlerweile so viele Blogger über Island gebloggt, da findest Du viele gute, vertiefende Informationen, persönliche Eindrücke und vor allem viele Tipps für Regionen und Orte, die sich lohnen anzusteuern (siehe Abschnitt 6. Die besten Tipps von Reisebloggern). Tatsächlich bekomme ich so viele Anfragen, dass ich überlege, diesen Artikel zu einer downloadbaren PDF umzubauen, denn er wird immer länger und länger und auch in den Kommentaren finden sich mittlerweile viele weitere Infos.

4. Der Finanzplan: Wieviel kostet Island?

Unterkünfte, Flüge und Mietwagen haben wir ca. 4 Monate vor Reiseantritt gebucht, und damit waren wir nicht einmal besonders früh dran: Erfahrene Islandreisende sagen, dass Unterkünfte besser noch 6 Monate im Voraus gebucht werden sollten! Wir hatten folgende Kosten:

Flüge:

Wir sind mit Air Berlin und Germanwings jeweils von Berlin ohne Zwischenstopp für je 202 Euro geflogen. Mittlerweile hat WOW Air seine Preise angepasst und ist ebenfalls im Sommer günstiger geworden. Nicht selten gibt es Schnäppchen für um die 120 Euro.
Gesucht haben wir wie üblich mit diversen Meta-Suchmaschinen und haben immer wieder mit den Airlines verglichen. Im Sommer bietet IcelandAir auch recht gute Preise. Patrick von 101 Places hat vor kurzem gute Tipps zum Suchen günstiger Flüge zusammengefasst.

Wir fliegen jeweils sehr spät am Abend und das ist eigentlich gar nicht so schlecht: Das Mietauto bekommen wir direkt am Flughafen, das ist auch noch nachts möglich, fahren dann ca. 1 Stunde zum Ferienhaus, der Schlüssel ist als Code hinterlegt: sehr praktisch, fallen um 2 Uhr morgens ins Bett und wachen am nächsten Morgen frisch für unseren ersten Tag mitten in der isländischen Pampa auf. Bei der Rückreise sparen wir uns die letzte Unterkunft und fliegen um 23 Uhr.
Wer früher bucht fliegt günstiger. Spätere Schnäppchen oder Last-Minute-Deals gibt es in der Regel nicht.
Im Winter fliegen viele „Billigflieger“ nicht, wir haben im März dennoch einen günstigen Flug für knapp 260 Euro mit WOW Air ergattert.

Mietwagen & Versicherungen:

Was für ein Auto solltest Du buchen? In Island solltest Du auf jeden Fall einen Allradantrieb (4×4) haben, wenn Du außerhalb Juli  August fährst und von der Ringstraße abbiegen willst. Nur mit dem 4×4 darfst Du auch die so genannten „F-Straßen“ (unbefestigte Straßen) fahren. Wenn es für Dich wichtig ist, ein sehr günstiges Auto ohne 4×4 zu nehmen, solltest Du Dich auf die Ringstraße im Sommer beschränken.
Um das nochmal zu betonen: Der 4×4-Wagen ist Pflicht, wenn Ihr unbefestigte Straßen fahrt. Es ist nicht erlaubt, F-Straßen ohne 4×4 zu befahren. Ihr riskiert teure Strafen und die Versicherung wird für Schäden nicht zahlen. Geht dieses Risiko also auf keinen Fall ein!

Mietwagenvergleich: Bei Guide to Iceland gibt es jetzt einen guten Vergleich für Mietwagen in Island**. Lasst Euch dort am besten auch beraten, was Zusatzversicherungen angeht. Im Winter z.B. ist eine Sandversicherung wohl eher nicht nötig (dieser Hinweis ist aber bitte ohne Gewähr zu verstehen).

Welche Versicherungen brauchst Du? Island ist, was Versicherungen angeht, besonders: Eine Versicherung gegen Asche-, Wind- und Sand-Schäden ist in den allermeisten Fällen sinnvoll und wird manchmal sogar obligatorisch automatisch mitgebucht.  Christine von Lilies Diary hat am eigenen Leib bitter erfahren müssen, wie wichtig eine gute Versicherung ist.

Spartipp vom Mitreisenden Timo: Die Kreditkarte „Miles & More Credit Card Gold plus“ von Lufthansa! Mit dieser haben wir teure Extraversicherungen bei der Mietwagenbuchung gespart, denn die sind bereits inklusive (Auskunft der Kreditkartenfirma). Achtung: Asche soll hier allerdings inzwischen nicht mehr mitversichert sein. Bitte selbst die genauen Konditionen erfragen!

Sei auch vorsichtig mit Islandpferden! Wir haben einmal ein nachhaltiges Erlebnis mit einigen gehabt, die an unserem Wagen geknabbert haben (vermutlich wollten sie das Salz auf der Haube ablecken) – das kann unschöne und teure Kratzer geben!

Wir hätten für einen 4×4 Mietwagen für 11 Tage inklusive Versicherungen rund 1000 Euro ausgegeben. Durch die erwähnte Kreditkarte haben wir nur knapp 700 Euro gezahlt.

Tanken ist teuer, vor allem, weil man sich wahnsinnig verschätzt bei den Kilometern durch ständige Extra-Ausflüge mit dem Auto. Insgesamt sind wir tatsächlich 4000 Kilometer gefahren (Ringstraße mit ein paar Extraausflügen) und haben fürs Tanken 580 Euro gebraucht.

Unterkünfte:

Hostels sind natürlich eine günstigste Variante (und dennoch nicht wirklich günstig). Allerdings sollte man wissen, dass der Standard der Hostels in Island teils wirklich gruselig ist. Unbedingt daher auf die Bewertungen achten, z.B. bei Booking.com oder Tripadviser! Doppelzimmer fangen meist bei 80 Euro an, für ein Dorm-Bett musst Du meist schon 20-30 Euro berappen.

  • Das superbegehrte Osar-Hostel im Norden ist sehr zu empfehlen, da haben wir uns zwei Einzelzimmer und ein Doppelzimmer gegönnt und im Endeffekt ein geniales Holzhäuschen gehabt. 
  • Das Kex-Hostel* in Reykjavik ist bekanntlich sehr stylisch und für einen Kaffee super gemütlich, zum Übernachten aber sehr teuer. Von uns hat es nur eine gebucht und fand es sehr laut, generell ist das Publikum eher U25.

Hostels buche ich entweder über booking.com*, Hostelbookers*, hihostels.com oder auch – speziell für Island – hostel.is. TIPP: Wer bei den Hihostels mehr als einmal bucht, sollte sich für eine Mitgliedschaft entscheiden. Wer nicht Mitglied ist zahlt im Hostel noch einmal eine Extragebühr für jede Nacht und jede Person. Die Mitgliedschaft kann aber auch spontan vor Ort gekauft werden. Mit viel Glück wird selbst bei der Mitgliedschaft von nur einer Person keine Gebühr mehr von den anderen Mitreisenden verlangt.

Ferienwohnungen sind natürlich eine tolle Alternative, die sich besonders in und um Reykjavik anbieten und wenn man mindestens zu zweit reist. Im Rest des Landes sind sie allerdings rar gesät, dass man schon etwas flexibel sein muss. Wir hatten hier Glück und wurden für unsere ersten Tage fündig: Ein schnuckeliges Häuschen mitten im Nirgendwo, aber sehr zentral zum Golden Circle und zur Landmannalaugar gelegen, wo wir unbedingt hinwollen. Ich selber schaue dafür auf FeWo-direktbooking.com* und Airbnbwobei Airbnb meist teurer ist.

Camping kam dieses Mal nicht in Frage, weil meine Mitreisenden nicht ganz so camping-begeistert sind wie ich, zudem ist es auch im Sommer in Island wirklich sehr frisch. Du solltest schon ganz gutes Equipment haben und ein bisschen Camping-erfahren sein, denn sonst kann es bei knappen über Bodenfrost-Temperaturen schonmal unangenehm werden. Ansonsten ist Camping eine günstige und flexible Alternative, Vorbuchen nicht erforderlich und z.B. bei mehrtägigen Wanderungen bei Landmannalaugar sicher zu empfehlen.

Hotels sind schlicht: teuer. Wir hatten in Reykjavik ein bezahlbares Zimmer gefunden, was dann aber auch der totale Reinfall war. Das winzige Zimmer mit eindeutigem Einzelbett wurde uns als Doppelzimmer verkauft – bei Schnäppchenpreisen also vorsichtig sein und auf Bewertungen bei Buchungsportalen achten!

Mehr über meine Unterkünfte erfährst Du im Artikel ► Island-Rundreise: Die Route und Unterkünfte (plus Tipps zum Polarlichter sehen)

Essen

Selbstversorgerunterkünfte sind sehr sinnvoll, weil Essen gehen in der Regel unfassbar teuer ist. Wir haben es selten gemacht, mitten in Reykjavik gibt es allerdings Angebote einiger Restaurants bzw. Imbisse (schwer zu übersehen mit all den jüngeren Backpackern). Auf beiden Reisen haben wir uns am letzten Tag die leckersten Burger von Welt gegönnt in den Hamborgarafabrikkan. Yummi!

Durch unsere Ferienwohnungen und Hostels konnten wir mit Selbstkochen sehr viel sparen. Die drei bekanntesten Supermarkt-Ketten in Island sind Bonus, Kronan und Netto. Bonus soll mit Abstand günstiger sein, deshalb haben wir ausschließlich dort eingekauft. Wir fanden die Preise nun nicht sonderlich dramatisch wie überall angekündigt. Klar, möchtest Du nur frisches Obst und Salat kaufen wird es sehr teuer. Wir haben uns eben eher an Reis und Nudeln mit Dosengemüse gehalten, das war preislich dann nur wenig teurer als in Deutschland. Vielleicht verzichtest Du im Urlaub einfach mal auf Deine Lieblingslebensmittel. Und nicht vergessen: Unbedingt Skyr probieren – lecker! TIPP: Immer auf Vorrat einkaufen, wenn Du eine Rundtour machst, im Osten und Norden sind Supermärkte wirklich rar gesät.

Hotpots

Es sollte sich schon herumgesprochen haben: Die Blaue Lagune ist irre teuer und mega touristisch. Wir haben sie uns nicht gegönnt und haben die günstige Alternative in Myvatn besucht: Das Myvatn Nature Bath. Zur blauen Lagune lohnt übrigens dennoch ein Abstecher, weil man einfach ein bisschen drum herum laufen kann. Die hübschen blauen Wasserbecken sind nämlich auch außen, sie sind allerdings nicht so warm. Zugegeben: Das Wasser im Myvatn Nature Bath sieht nicht ganz so fantastisch aus und es ist kleiner. Dafür spart man aber eine Menge Geld und ein tolles Erlebnis ist es dennoch. TIPP: Mit langen Haaren das Wasser vermeiden, meine haben noch ewig gestunken und waren hinterher unfassbar trocken.

Außerdem gibt es natürlich auch eine Menge völlig kostenloser Pools, eine Liste findest Du auf hotpoticeland.com.

Kürzlich haben zwei meiner Island-Lieblingsbloggermädels von Like a Riot, die nun schon eine Weile in Island leben, einen super Artikel über ihre Lieblings-Hotpots geschrieben – und über diejenigen, die sich ihrer Meinung nach nicht lohnen.

Kostentabelle (mit Update):

KostenpunktKosten à 4 P.Kosten p.P.Kommentar
Flüge808 €202 €Air Berlin & German Wings,
zu unpopulären Zeiten
Mietwagen, 11 Tage, ohne Versicherung¹705 €176 €Marke: Suzuki Grand Vitara
Benzin für einmal Ringstraße + Ausflüge, ca. 4000 Kilometer580 €145 €Kosten etwa wie in Deutschland
3 Nächte, Ferienhaus390 €97 €über feWo-direkt.de,
im Süden gut im Goldenen Circle gelegen
2 Nächte, 4-Bett-Zimmer, Hostel220 €55 €in Höfn, gut gelegen aber das schlechteste Hostel ever, über hihostels.com
3 Nächte, 4-Bett-Zimmer, Hostel288 €72 €in Akureyri, über Hostelbookers²
2 Nächte, 1 Doppel-, 2 Einzelzimmer252 €55 €in Osar, über hihostels.com
1 Nacht40 €in Reykjavik, n.a.
Waltour bei Húsavík60 €
Fixkosten gesamt p.P. zu viert ohne Essen & Eintritte
902 €

¹ Die Versicherungskosten haben wir durch eine bestimmte Kreditkarte gespart, siehe oben Abschnitt „Mietwagen“! Für 10 Tage Mietwagen müsst Ihr inklusive Versicherung locker 1000 Euro rechnen, für 14 Tage etwa 1300. Oder auf alle F-Straßen verzichten. In der Hauptsaison im Juli und August kann es noch teurer werden.
² Hier sparen wir allerdings eine Menge, weil ich gleich einen bei Hostelworld gewonnenen Gutschein einlösen kann.

Das bedeutet, wenn Ihr zu zweit fahrt ist die Reise sehr viel teurer: Rund 1500 Euro wären das in meinem Fall gewesen, und da ist, wie gesagt, nicht einmal Versicherung für das Auto drin, kein Essen und ich hatte einen Gutschein für ein Hostel.

Update: Eintritte gibt es, werden aber unterschiedlich von Jahr zu Jahr verlangt. Heiße Quellen sind mal kostenlos, mal werden umgerechnet ein paar mehr Euro verlangt, mal weniger. Ich fand es nie teuer und habe das in etwa mit Deutschland vergleichen können.
Die Bootstour in der Eislagune Jökulsarlon z.B. hat etwa 26 Euro p.P. gekostet (unbedingt zu empfehlen!).

5. Kleine Packliste für Island

Für grundsätzliche Packlisten schaut gerne mal auf meiner Packlisten-Seite vorbei. Dass es in Island kalt ist und warme Klamotten in den Rucksack/Koffer gehören, ist auch klar. Ich möchte hier nur ein paar Empfehlungen loswerden, die ich hier nach der Reise nun ergänze:

  • Essen/Trinken: Wenn Ihr wie wir in privaten Unterkünften wohnt, vergesst nicht solche Kleinigkeiten wie Gewürze und evtl. Milchpulver. Das nimmt nicht viel Platz weg und Ihr spart Geld. Wir haben sogar ein paar Suppen, Soße in Trockenform und Nudeln mitgenommen und das war auch gut so, denn manchmal sind wir so spät angekommen, dass wir nirgendwo mehr einkaufen konnten. Auch einen Whisky haben wir am Flughafen gekauft. Alkohol ist teuer auf Island.
  • Einen Polfilter für Euer Lieblingsobjektiv, mit dem Ihr gerne draußen die Natur fotografiert. Auf Island gibt es so viele Möglichkeiten, Wasser zu fotografieren, dass die Entspiegelung eines Polfilters hier wahre Wunder bewirken kann. Und bitte keinen Billigkram, meinen ersten habe ich schnell in die Tonne getreten. Mit den Polfiltern von Hama* habe ich gute Erfahrungen gemacht und sie sind gut bezahlbar.
  • Wenn Stativ dann bitte ein schweres. Auf Island ist viel Wind, ein kleines wackliges Stativ bringt es da nicht. Als wirklich geniales Preis-Leistungsverhältnis hat sich da mein Slik Pro 330 DX-Stativ* bewiesen. Es ist ca. 2,5 Kilo schwer, also nicht zuuu schwer um es mitzuschleppen aber es ist enorm standfest und gut zu bedienen und gut auszutarieren.
  • Meine Buff-Halstücher* leisten mir seit Jahren gute Dienste und ich nutze seitdem auch keinen (umständlichen und großen) Schal mehr. Mir gibt das mehr Bewegungsfreiheit und weniger Gepäck, sehr angenehm.
  • Wunderstoff an Wärmeleistung und kleines Gepäck ist Merinowolle. Ich besitze mehrere Merinoteile, unter anderem eine Icebreaker Merino Jacke*, die ich heiß und innig liebe und mir schon zweimal gekauft habe, weil die Erste gestohlen wurde, und zwei Merino Unterhemden*. Die Dinger sind unheimlich leicht und klein und ich kombiniere sie übereinander für größtmögliche Wärmeleistung. Merinowoll-Unterwäsche* ist dann natürlich ebenfalls unschlagbar. Auf jeden Fall auf die Gramm pro m² achten, unter 160 ist das eher arg dünn. Meine Unterhemden haben 200 g/m², meine Merinojacken ab 260 g/m², für die lange Unterhose reicht mir aber wenigre. Mütze nicht vergessen!
  • Möglichst wasserdichte, warme Schuhe! Die Nässe in Island ist nicht zu unterschätzen. Das können Stiefel sein, ich bevorzuge aber meine Wanderstiefel, die ich dann mit Wachs* ordentlich imprägniere.
  • Wirklich, wirklich die Regenklamotten mitnehmen! Ich habe meine Regenhose tatsächlich mehrfach genutzt, praktisch war sie außerdem, weil sie zusätzlich den kalten Wind abhält. Das muss übrigens keine teure sein, ich habe mit der Regatta Regenhose* gute Erfahrungen gemacht (bis ich sie leider in den ligurischen Bergen irgendwo verloren habe).
  • Sonnencreme! Ja, Sonnencreme*! Ich hatte meine selbstverständlich vergessen und habe mir in Reykjavik einen hübschen Sonnenbrand eingefangen, weil die Sonne doch sehr intensiv ist.

6. Die besten Tipps von Reisebloggern

HotPot in Island

Überragende Aussicht: Manuela, ich spring gleich mal zu Dir rein! :) Bildquelle: Manuela

Manuela von seiltanz.org begleite ich virtuell, seitdem ich blogge, weil sie ein grandioses Händchen für tolle Reisen und eine schöne, unaufgeregte Art hat, darüber zu schreiben. Sie reist viel. Und macht großartige Fotos. Und erzählt immer noch ein paar Hintergründe über das Gesehene. Bei Ihr werdet Ihr viele Infos zu Island finden, fangt am Besten mit ihrer „Abrechnung“ an und klickt Euch dann durch die tollen Berichte.

Jutta von 6 Grad Ost (nicht mehr aktuell) macht zauberhafte Fotos und ist schon zweimal auf Island gewesen.

Sóley von Cotton Candy Stories pickt ganz bestimmte Aspekte auf ihren Reisen heraus, die sie dann toll beleuchtet. Wenn Ihr selbst plant, nach Island zu reisen, klickt Euch zu ihren Island-Reiseplanungs-Post und dann weiter zu verschiedenen „Candy Stories“.

Und jetzt schnappt Euch Notizbuch und Krickelstift, hier kommen die klasse Tipps von dreien, die es wissen müssen.

Was darf ich auf keinen Fall verpassen?

Seiltanz: Auch auf die Gefahr hin, nicht sonderlich kreativ zu sein: Die Gletscherlagune Jökulsárlón – mich als ‚Eisneuling‘ hat sie wirklich umgehauen. Und dazu als Ausgleich zwei nicht ganz so bekannte Orte: der kleine Wasserfall Brúárfoss und der Canyon Fjaðrárgljúfur.

6 Grad Ost: Auch wenn sie ohnehin die Hitlisten anführen: Die Eisberglagunen im Osten sind für mich das „must see“. Bizarre Eisskulpturen am Strand von Jökulsárlón, blau leuchtende Eisberge und verspielte Robben in der Lagune. Die kleineren „Schwestern“ wie Fjallsárlón oder Höffelslón sind zwar nicht ganz so spektakulär, aber man hat sie fast immer für sich allein.
Außerdem: Búðir auf der Halbinsel Snæfellsnes. Im gleichnamigen Hotel eine Nacht verbringen oder zum High Tea einkehren, die kleine Kirche auf dem Hügel besuchen und am Strand spazieren gehen, der hier ausnahmsweise einmal nicht schwarz, sondern goldgelb ist. Übrigens leuchtet Island auf Snæfellsnes in den schönsten Farben.

Cotton Candy Stories: Reykjavík, das ist nämlich eine tolle Stadt! Das KEX Hostel hat einen super Charme (ist aber teuer) und auch meinem Lieblingscafé dem Stofan solltest du unbedingt einen Besuch abstatten, denn dort sieht es aus wie in einem gemütlichen Wohnzimmer. Und zu guter Letzt sollte man unbedingt eins der berühmten SS-Pylsur Hotdogs unten am Hafen gegessen haben. Zwar schmecken die überhaupt nicht so besonders, aber wie ein Freund von mir immer zu sagen pflegte: „Wer nicht so einen Hotdog gegessen hat, war nicht in Reykjavík.“ ;)

Fjallsarlon

Eis – darauf freue ich mich wohl am meisten. :) Fjallsárlón. Bildquelle: Jutta Ingala

Island ist ja – gerade für eine Low Budget-Berlinerin wie mich – sehr teuer. Hast Du für mich einen Tipp zum Geldsparen, ohne dass ich als totaler Geizkragen dastehe?

Seiltanz: Schwierig, schwierig. Natürlich so oft wie möglich selbst kochen und den Alkoholkonsum einschränken. :)
6 Grad Ost: Schwierig. Da bin ich ganz schlecht. In jedem Fall Unterkunft, Mietwagen und Flüge lange im Voraus buchen. Hier spart man am meisten.
Mit weniger Sparpotential, aber sehr erfrischend: Wasser aus der Leitung trinken oder direkt im Bach abfüllen. Im Ernst! Allerbeste Qualität und in Restaurants oder Cafés grundsätzlich gratis. Zur Selbstbedienung an der Theke, manchmal wird es an den Tisch gebracht. Niemand schaut dich schräg an, wenn du kein zusätzliches Getränk bestellst.


Cotton Candy Stories: Also ehrlich gesagt, warte ich auf diesen Geheimtipp selber noch, denn die hohen Preise sind wirklich ein Nachteil beim Reisen in Island. Wenn du es billig willst und keine zu hohen Ansprüche hast, würde ich dir allerdings raten zu zelten. Auch per Anhalter reisen, funktioniert während des Sommers ganz gut, wenn man in der Nähe der Ringstraße unterwegs ist.

Was kann ich bei der Reiseplanung oder vor Ort total falsch machen / was sollte ich vermeiden oder woran sollte ich unbedingt denken?

Seiltanz: 

  • Nicht vergessen: Mützen oder Haarbänder, Handschuhe und Windbreaker. Es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter, aber wem erzähle ich das…
  • Tabus? Danach nicht genug Fotos hier auf dem Blog zu zeigen. Spaß beiseite, ich war wohl nicht genug lange vor Ort um welche zu brechen :)
  • Es gibt keinen McDonald’s oder Burger King in Island, soviel zur Essensplanung ;-)

6 Grad Ost:

  • Einen neuen, komfortablen Mietwagen mit Allradantrieb buchen. Selbst wer nicht ins Hochland fährt, landet früher oder später auf einer Schotterpiste. Unbedingt eine SCDW-Versicherung abschließen, um sich gegen Folgekosten bei Schäden durch Steinschlag & Co. abzusichern.
  • Das Wetter im Auge behalten: In Island kann man alle vier Jahreszeiten an einem einzigen Tag erleben. Auf vedur.is gibt es zuverlässige Wettervorhersagen. Mehrmals täglich aktualisiert. Über www.safetravel.is die „112 Iceland App“ herunterladen. Vor Wanderungen einchecken und Standort hinterlassen. Für den Fall der Fälle.

Cotton Candy Stories:

  • Falls du in Hostels übernachten möchtest, würde ich auf jeden Fall schon einige Monate vorher buchen. Generell gibt es nämlich nicht allzu viele und meist sind sie auch eher klein, sodass die Zimmer schnell ausgebucht sind. 
  • Ich würde beim Auto auf jeden Fall nicht bei der Versicherung sparen, Islands Wetter ist unberechenbar ;)

Welcher Ort ist Dir am Besten in Erinnerung geblieben?

Seiltanz: Was für eine gemeine Frage – der Gedanke an ganz Island löst bei mir immer ein Lächeln aus. Die Rentiersichtung im Osten und der genial angelegte HotPot im Westen stehen aber zusätzlich weit oben.

Rentiere

Wunderschön! Manuelas Rentiere im Osten. Bild: Manuela Eicher

6 Grad Ost: Der schwarze Strand am Vestrahorn. Schön breit, einsam, hier wirft sich der Ozean gewaltig gegen die Küste. Auf der feuchten, feinkörnigen Lava läuft es sich wunderbar. Wir sammeln Muscheln, spiegeln uns in Pfützen und finden ein altes Ruderboot. 100 Jahre soll es hier schon vor sich hin modern. So fühlt sich Island an.

Cotton Candy Stories: Besonders gefallen hat mir Þórsmörk bzw. Goðaland im Süden Islands. Wir sind damals mit dem Bus ins Landesinnere gefahren, die Straße war total holprig und wir saßen alleine mit zwei schweigsamen Isländern (den Busfahrern) im Bus und sind auf unseren Sitzen auf und ab gehüpft. Als wir dann ankamen, war außer uns fast niemand dort. Innerhalb von 30 Minuten waren wir auf einer Bergspitze angekommen und hatten nicht nur eine atemberaubende Aussicht, sondern haben uns auch wie die einzigen Menschen auf der Welt gefühlt, weil wir dort ganz alleine waren.

Aaaw, Rentiere, was für ein Glück! Ich danke Euch dreien ganz herzlich für die wunderbaren Tipps, die mir jetzt schon bei der Routenplanung geholfen haben.

Zwei weitere Blog-Lesetipps habe noch:

  • Island per Rad von BikeTourGlobal. Martin erzählt großartig mit wunderbaren Bildern, schönen Geschichten und Tipps nicht nur für diejenigen, die Island per Rad erkunden wollen (Hochachtung!).
  • Jana vom Blog Sonne und Wolken hat irre viele Artikel über ihre Islandreise geschrieben (puh, so fleißig möchte ich mal sein!) und erläutert viele Regionen und Aspekte Islands sehr detailliert.
Weiterlesen:

Für Eisliebhaber:

Buchempfehlung für den Island-Einstieg:

Gebrauchsanweisung für Island*

In leichter Erzählweise erfahren wir über das Leben der Isländer, die Geschichte und Moderne, über die Finanzkrise und Gebräuche, über den Festivalgeschmack und die Landschaft. Einzig was es bräuchte: Eine Neuauflage mit den Stimmen der Isländer über den drastisch einfallenden Tourismus ins Land.

Für Geschichts-Liebhaber (ich fand es wahnsinnig gut erzählt):

Dem Nordpol entgegen: Unterwegs im arktischen Europa*

Gavon Francis, Reiseschriftsteller, bricht zu einer mehrmonatigen Reise in die arktischen Regionen Europas auf, um alten Mythen, Geschichten und Sagas nachzugehen und zu verstehen, wie sich durch die moderne Welt und Klimaveränderung auch das Leben der Bewohner geändert hat.

* Affiliate-Partnerlink: Wenn Ihr über diesen Link bestellt, bekomme ich ein bisschen Provision, der Preis ist für Euch der Gleiche. Die Partner können jeweils tracken, dass Ihr von meiner Seite gekommen seid.
** Für diesen Hinweis werde ich von Guide to Iceland finanziell unterstützt (und hoffe auf eine geniale Eis-Höhlen-Tour eines Tages ;). Selbstverständlich gebe ich diesen Hinweis aber aus Überzeugung und Gutbefinden, nachdem ich mir den Mietwagenvergleich angesehen habe. Tatsächlich haben wir bisher immer das möglichst günstigste Angebot gebucht und wären beim Mietwagenvergleich von Guide to Iceland nicht teurer gekommen.