„Wo ist der Spreewald am schönsten?“ werde ich häufig gefragt. Die Frage ist berechtigt, denn es ist nicht so, dass man am Bahnhof „Spreewald“ in Brandenburg aussteigt und mitten im schönsten Biosphärenreservat steht und nur noch reetgedeckte Häuser um sich herum stehen sieht. Spoiler: Die schönsten Orte, Ecken und Sehenswürdigkeiten des Spreewaldes, Lieblingsplätze und Ausflugsziele verteilen sich auf die 2600 Quadratkilometer, die den Spreewald ausmachen.

Man muss also schon etwas suchen, wenn man direkt zwischen den hübschen Fließen, wie die Wasserwege im Spreewald genannt werden und romantischen Blockbohlenhäusern Urlaub im Spreewald machen will, denn natürlich hat auch hier das moderne Leben Einzug gehalten.

Wer diese Ecken im Spreewald dann gefunden hat und sich auf das gemütliche Leben einlässt, wird mit vielen freundlichen Schwatzern belohnt, schönen alten Holz-Häusern, dem tiefen Grün des Waldes, dem leisen Plätschern der Kähne und den urigen Sagengeschichten der Kahnführer, die diese erzählen, während sie ihre Gäste durch die Wasserdörfer staken. Und das ist sicher ein wenig kitschig, aber, wenn man gut zuhört, auch immer noch authentisch. Und letztlich bietet der Spreewald eines der schönsten Paddelgebiete ganz Deutschlands.

Hausboot auf der Havel

Lesetipp!

Im Artikel Einfach Brandenburg: 111+ Ausflugsziele und Tipps für den Kurzurlaub habe ich alle (na gut, fast alle) meiner Lieblingstipps für Brandenburg aufgeschrieben. Hier findest Du garantiert weitere Inspiration.

Da ich die letzten Jahre sehr viel im Spreewald in Brandenburg unterwegs war und sogar zwei Bücher über diese Region geschrieben habe, wird es Zeit für einen kleinen Spreewald-Guide mit meinen gesammelten Tipps für diejenigen, die sich der Spreewald-Region einmal annähern wollen.

Wasserlandschaft-Spreewald

Der geheimnisvolle Spreewald ist tatsächlich zu jeder Jahreszeit schön.

Natürlich wäre noch viel mehr zu erzählen, aber um diesen Blog-Artikel nicht ins Unendliche auszudehnen, habe ich versucht, Euch hier einen kleinen Kompakt-Reiseführer für den Spreewald zu schreiben und wirklich nur meine Lieblings-Ausflugsziele, Hotels, die schönsten Spreewald-Museen und Sehenswürdigkeiten aufzuschreiben und natürlich alles, was diese besondere Region in Brandenburg so ausmacht. Er ist trotzdem leider sehr lang geworden – hüstl – ich schwöre: kürzer ging einfach nicht.

Spreewald Karte

Spreewald-Karte

Spreewald-Karte mit wichtigen Orten und Hauptstraßen

Ich habe selbst eine Spreewald-Karte erstellt, weil man auf Google Maps weder Hauptstraßen noch Wege noch Orte gut erkennen kann. Andere Karten vom Spreewald sind wiederum zu detailliert und man erkennt überhaupt nichts. Auf dieser Karte habt Ihr nun erst einmal einen Überblick über den Spreewald.

Der Spreewald liegt rund 100 km südöstlich von Berlin knapp vor Cottbus in Brandenburg.

Der Spreewald teilt sich in den Unter- und Oberspreewald. Wie üblich liest man von Norden nach Süden, der Unterspreewald liegt also im Norden, der Oberspreewald im Süden (Bayern und Österreicher lachen jetzt, aber Norddeutschen muss man sowas erklären). Getrennt werden diese beiden Teile durch den Ort Lübben. Die Spree zieht sich durch Unter- und Oberspreewald in vielen kleinen Flussläufen, im Spreewald Fließe genannt.

Die vielen kleinen Linien in der Spreewald-Karte sind entweder Wege oder Fließe, was lange Zeit im Spreewald das Gleiche war, denn es gab kaum Straßen und sämtliche Transporte fanden auf dem Wasser per Kahn statt.

Spree mit Anwohnern und Kähnen

Trotz Einzug der Moderne dreht sich das Leben im Spreewald immer noch häufig ums Wasser.

Wer ein paar Stunden paddeln gehen möchte und ein Boot ausleiht, bekommt üblicherweise eine ausreichende Karte dafür. Wer auf eigene Faust und länger paddeln oder im Spreewald Fahrrad fahren möchte oder viel herum fahren will, sollte sich unbedingt eine ausführliche Karte besorgen.

In orange sind in der Spreewald-Karte die Hauptstraßen eingezeichnet. Natürlich gibt es noch mehr Straßen und noch mehr Wege. Grundsätzlich sollte man aber wissen, dass man nicht einfach mit dem Auto in den Inneren Oberspreewald fahren kann. Da gibt es tatsächlich keine Straßen, und auch von Lehde nach Leipe kann man auf direktem Weg nur mit dem Fahrrad fahren oder paddeln. Wer mit dem Auto kommt, muss außen rum. Ja, der Spreewald ist ein bisschen anders.

Detaillierte Spreewald Karte

Spreewald-Karte Maßstab 35.000Übersichtskarten erhaltet Ihr entweder in Eurer Unterkunft oder in den Tourismusinformationen. Hier hat jeder Ort im Spreewald ein eigenes Tourismus-Büro. Wer auf eigene Faust unterwegs ist, Fahrrad oder Kajak fahren oder Wandern möchte, kann sich jedoch auf den kleinen Wegen schnell verfransen. Als detaillierte Karte empfehle ich die Rad- und Wanderkarte Spreewald von Grünes Herz.

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Reiseführer für den Spreewald

Wer nur einmal reinschnuppern möchte, benötigt nicht unbedingt einen Reiseführer, denn genau dafür habe ich diesen Guide geschrieben. Aber natürlich freue ich mich, wenn Ihr ein bisschen tiefer eintauchen wollt und dafür eines meiner Bücher kauft:

Reiseführer Spreewald

Wer mehr über die Kultur und Sehenswürdigkeiten des Spreewaldes, die Geschichte und Geschichten erfahren möchte, über die wunderbaren Sagen und verrückten Dinge, für diejenigen habe ich das Buch Lieblingsplätze Spreewald geschrieben. Hier findet Ihr nicht nur viele meiner Lieblings-Cafés, Restaurants und Hotels, sondern auch Erzählungen über Orte und Plätze, geschichtliche Ereignisse, witzige Begegnungen, schönste Momente – natürlich gespickt mit vielen Fotos.

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Ausfluege Brandenburg - 52 Eskapaden Dumont Verlag
Wer aktiv im Spreewald sein möchte, findet in den 52 Eskapaden Fläming, Niederlausitz und Spreewald meine Lieblingstouren im Detail aufgeschrieben und als GPS-Track zum Download. (Und hinterher wollt Ihr noch den Fläming und die südliche Niederlausitz besuchen, versprochen!)

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Anreise

Von Berlin in den Spreewald geht es denkbar einfach: Mit der Bahn dauert die Anreise lediglich eine Stunde.

Der RE2 fährt direkt vom Berliner Hauptbahnhof oder mit einmal umsteigen am Ostkreuz nach LübbenLübbenau, Raddusch oder Vetschau. Die einfache Fahrt mit der Deutschen Bahn nach Lübben kostet 10,50 Euro plus ggf. eine Fahrradkarte.

Wer in die Streusiedlung Burg im Spreewald möchte, hat mehrere Möglichkeiten:

  • Mit dem RE 2 nach Vetschau. Von dort entweder einfach mit dem Fahrrad oder in 18 Minuten mit dem Bus 38 nach Burg, zum Beispiel Haltestelle „Hotel Bleske“, das könnt Ihr auch so auf bahn.de eingeben.
  • Mit dem RE2 nach Lübben und von dort über die nördliche Hauptstraße per Fahrrad oder mit dem Bus 500 nach Burg. Der Bus fährt 50 Minuten, dafür seht Ihr spannende Dörfer, wo viele Touristen nicht hinkommen, denn er fährt oben lang über Straupitz.
  • Mit dem RE2 nach Raddusch (hier hält der Zug unregelmäßig) oder Vetschau und von dort weiter mit dem Fahrrad (empfehlenswert!). Die Wege sind nicht weit, außerdem könnt Ihr hier gleich einen Teil der Tour machen, die ich Euch unten bei den Fahrradtouren empfehle.

Wer nach Lehde oder Leipe will, fährt nach Lübbenau. Von dort erreicht man beide Orte gut mit dem Fahrrad, oder man nimmt die Kahnlinie von Großen Hafen Lübbenau nach Lehde. Leipe erreicht man dann über den schönen Leiper Weg, das ist allerdings ein Weg von ca. 5 Kilometern. Und nein, ein Fahrrad kann man im Kahn nicht transportieren.

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Schöne Orte im Spreewald

Wo lässt man sich denn am besten nieder, wenn man ein Wochenende im Spreewald verbringen möchte? Dazu beschreibe ich Euch kurz die für mich wichtigsten und schönsten Orte des Spreewaldes, es existieren natürlich noch einige mehr. Lübben, Lübbenau, Raddusch und Vetschau liegen an der Bahnstrecke des RE2.

Lübbenau

wird am häufigsten besucht und hat einen der größten Häfen mit bereits 150 Jahre alter Tradition. Nahe bei liegt das malerische Dorf Lehde, sehr häufig sehr gut mit Touristen befüllt und dennoch sollte man sich unbedingt hierher verirren, denn nirgends kann man das alte Spreewaldleben noch so sehr nachempfinden wie hier. Die wohl berühmteste Wanderung zur Wotschofska kann man von Lübbenau antreten, im Schlosspark wandeln, shoppen gehen und das sehr sehenswerte Spreewaldmuseum besuchen.

Lübben

ist etwas beschaulicher als Lübbenau, auch hier gibt es einen größeren Innenstadtkern. Östlich der großen Hauptstraße beginnt der Spreewald, eine Schlossinsel lädt zum Spazieren gehen ein, mein absolutes Lieblingshotel, das Strandhaus, lädt zum Brunchen oder Abendessen ein und man kann sich aussuchen, ob man Touren in den Ober- oder Unterspreewald unternimmt. Lübben wäre übrigens mein Tipp für diejenigen, die auf Barrierefreiheit angewiesen sind. Da viele Wege und Straßen recht neu sind, dürfte es hier am einfachsten sein.

Leipe

liegt wie Lehde komplett im Innern des Spreewaldes und ist meiner Ansicht nach einer der hübschesten Ausgangspunkte für einen Spreewald-Urlaub ist. Schönerweise gibt es hier auch einige tolle und bezahlbare Unterkünfte.

Burg

ist die größte Streusiedlung Deutschlands mit einer lange zurückreichenden, spannenden Geschichte. Die Häuser sind weit verteilt, die Gemeinde teilt sich eigentlich auf in Burg-Dorf, Burg-Kauper und Burg-Kolonie. Der Haupthafen liegt in Burg-Dorf mit dem Stadt-Innenbereich, sehr malerisch geht es in vielen Ecken von Burg-Kolonie und Burg-Kauper zu. In Burg gibt es das beste Gurkeneis, viele urige Ecken mit Geschichte und den sehr beliebten Spreewaldhafen Waldschlösschen.

Schlepzig

ist ein kleiner Ort im Unterspreewald und ein toller Startpunkt für schöne Kahn- und Kajaktouren in den Unterspreewald. Die 1000jährige Geschichte des winzigen Ortes kann man allerdings nur noch erahnen. Es ist sehr viel ruhiger als im Oberspreewald, die Kahnführer:innen tragen Trachten des Spreewaldes. Die Roggendestillerie Spreewood-Distillers darf man auf keinen Fall verpassen, und auch die gemütliche Brauerei lohnt einen Besuch. Nur mit Auto oder Fahrrad erreichbar, der Bus fährt zu ungünstig.

Raddusch

besitzt einen kleinen Naturhafen, ein Geheimtipp für diejenigen, für die andere Orte zu überlaufen sind. Raddusch liegt praktischerweise direkt an der Bahnstrecke. Hier liegt außerdem die Slawenburg Raddusch in der Nähe, die man unbedingt besuchen sollte.

Vetschau

ist vor allem bekannt für seine berühmte wendisch-deutsche Doppelkirche. Von der ehemaligen Braunkohle-Industrie ist leider nichts mehr übrig geblieben, was schade für den potentiellen LostPlace ist, aber natürlich gut für die Umwelt und fürs Atmen. Vetschau liegt außerhalb des Spreewald-Kerns, weshalb es keinen Hafen besitzt.

Straupitz

stellvertretend für all die kleineren Orte, die an der Hauptstraße zwischen Lübben und Burg liegen, hat Straupitz gleich einige Besonderheiten: eine riesige, von Schinkel entworfene Kirche, uralte Eichen, die letzte produzierende Dreifachwindmühle Europas und den alten Spreewaldbahnhof. Die Spreewaldbahn wurde leider stillgelegt, mancherorts sieht man noch Bahnhöfe und Gleise, und der ursprüngliche Zentralbahnhof befand sich nicht in Burg, wie manche glauben, sondern in Straupitz und beherbergt heute das sehr nette Café Mohnamour.

Fahrradwege im Spreewald

Nur wenige große Straßen führen durch den Spreewald. Das Fahrrad ist deshalb ein gerngesehenes Transportmittel.

Spreewaldbahnhof Straupitz

Der alte Spreewaldbahnhof in Straupitz erinnert an die Zeiten der Spreewaldbahn.

Abseits des Spreewald-Kerns gibt es weitere sehr sehenswerte Orte. Die Bewohner:innen zählen sich überwiegend zum Spreewald dazu, allerdings muss man zum Paddeln oder Kahnfahren eben in die oben genannten Orte fahren.

Luckau

Das hübsche Örtchen Luckau, einst Hauptstadt der Niederlausitz, verdient eigentlich einen eigenen Artikel. Luckau liegt westlich von Lübbenau und besitzt eine noch fast vollständige Stadtmauer aus dem 13. und 14. Jahrhundert sowie im Stadtkern viele restaurierte, barocke Stadthäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Hier lockt eines der besten Restaurants des Region, der Ratskeller. Außerdem gibt es einige Museen und eine spannende Kirche, in der die Spreewäldler:innen am 25. Dezember Weihnachten wie vor hundert Jahren feiern.

Fürstlich-Drehna

Fürstlich-Drehna ist winzig und viel los ist hier nicht, aber das Märchenschloss sollte man unbedingt mal gesehen haben, wer möchte, kann auch drinnen übernachten.

Calau

Calau ist bekannt für den Calauer, den „Flachwitz“, der durch die Zeitung „Kladderadatsch“ groß wurde. Rund um das Städtchen liegt die „Calauer Schweiz“, einer hügeligen, bewaldeten Gegend.

Dissen-Striesow

Dissen-Striesow liegt östlich von Burg, wurde vor ein paar Jahren zum schönsten Dorf des Spreewaldes gekührt, besitzt ein absolut sehenswertes Museum und in der Nähe befindet sich die renaturierte Spreeaue mit wunderschönen Spazierwegen, auf denen man Auerochsen sehen kann.

Peitz

Noch etwas weiter gen Osten liegt Peitz, berühmt schon seit Ewigkeiten für seine Karpfenzucht und Teiche, an denen man wunderbar entlang spazieren kann. Außerdem gibt es ein spannendes Museum im ehemaligen Hüttenwerk und Überbleibsel einer Festung aus dem 13. Jahrhundert. Zwischen Peitz und Cottbus im Süden liegt „der Ostsee“, skurrilstes Projekt Brandenburgs gleich nach dem BER.

Wasserschloss Fürstlich Drehna

Wasserschloss Fürstlich Drehna

Luckau im Spreewald

Der kleine Ort Luckau am Rande des Spreewaldes besitzt einen wunderschönen Ortskern mit Stadtmauer.

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Das Biosphärenreservat Spreewald

Das Biosphärenreservat Spreewald, auf niedersorbisch Błota, „die Sümpfe“, ist eine in Deutschland einmalige Natur- und Kulturlandschaft. In der nördlichen Niederlausitz in Brandenburg gelegen, teilt sich hier die Spree in viele kleine Wasserläufe zu einer gigantischen Flusslandschaft auf. Es heißt, die Ochsen des Teufels seien beim Pflügen wild geworden und hätten überall den Boden aufgerissen, und so seien die Furchen der Fließe entstanden.

Sicher ist, dass die Landschaft während der Saale- und Weichseleiszeit durch Schmelzwasser entstand. Warum sich die Spree hier jedoch in so viele kleine Flussarme verzweigt, wird wohl ein Geheimnis der Ochsen der Geschichte bleiben.

Der größte Teil der Wasserläufe ist natürlichen Ursprungs, ein Teil der Fließe wurde jedoch auch von den hier siedelnden Niedersorben angelegt, um die Inseln, die so genannten Kaupen, weiter zu entwässern und Landwirtschaft betreiben zu können. Der feuchte Teil besteht aus Niedermoorgebieten und Feuchtwiesen.

Heuschober im Spreewald

Die typischen Heuschober waren auch ein Ergebnis der feuchten Wiesen: So konnte das Heu gut abtrocknen. Heute stehen sie meist nur noch aus Tradition und für die Touristen.

Das ursprüngliche Gebiet des Spreewaldes – wie oben auf der Karte zu sehen – muss man sich daher tatsächlich wie eine Flusslandschaft vorstellen. In den Kernzonen gibt es nur wenige Dörfer und Straßen, im so genannten Hochwald geht es nur noch über schmale Wege oder – natürlich – auf dem Wasser entlang. Teils kommt im Sommer noch der Postkahn, um die Post zuzustellen, weil es mit dem Auto oder Fahrrad zu beschwerlich wäre.
Viele Häuser sind immer noch zu den Fließen ausgerichtet, weshalb es von der Straße schon mal etwas langweilig aussehen kann. Ein sehr guter Grund, auf den Kahn umzusteigen!

Aber auch in den größeren Orten in Randlage findet noch heute viel Leben auf Kähnen statt, natürlich vor allem deshalb, weil der Spreewald eine Touristenregion geworden ist.

Strandhaus-Spreewald in Lübben

Hier in Lübben wird das Wasser allerdings nur noch zu Hobbyzwecken oder für Touristen genutzt. Die Modernisierung des Straßenausbaus ist gerade fertig geworden. Abgebildet ist das Strandhaus Lübben.

Der Tourismus begann im Spreewald schon früh. Insbesondere Theodor Fontane machte den Spreewald mit seinen Schilderungen über seine Wanderungen durch die Mark* bereits um 1870 berühmt. Seit jener Zeit schon pendelte die feine Berliner Gesellschaft wochenends zum Kurzurlaub in die Spreewaldregion, zuerst per Schiff über die alte Dahme, erst später nach dem Bau der Straßen über Land.

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Spreewald-Urlaub Tipps

Die Sorben und die Niederlausitz

Einst entdeckten die Sorben das Gebiet der „sumpfigen Wiesen“. Die Sorben teilen sich in Nieder- und Obersorben, und ebenso unterschiedlich wie ihre Wege sind auch die Sprachen. Aus dem Niedersorbischen entstammt der Ausdruck Łužyca für das sumpfige Gebiet, aus dem der Begriff „Lausitz“ stammt.

Die Niedersorben, teils auch Wenden genannt, kultivierten das Land. So manches Fließ im Spreewald entstand durch Entwässerungsgraben, die Landwirtschaft ermöglichten, und so ließen sich die Menschen hier auf den vielen kleinen Erhöhungen, den „Kaupen“ (Inseln) nieder und bauten ihre Häuser.

Als Mitte des 18. Jahrhunderts der „Preußenkönig“ Friedrich II. weitere Ansiedlungen durch Nicht-Preußen, den so genannten Kolonisten förderte, entstanden die Siedlungen Burg-Kauper und Burg-Kolonie.

Brücke im Spreewald

Viele Fließe und viele Brücken prägen das Bild des Spreewaldes

Die Unterdrückung sorbischer Kultur und Sprachen begann bereits nach dem 18. Jahrhundert. Insbesondere während der Zeit des Nationalsozialismus herrschte die Politik der „Germanisierung“. Die Niedersorbische Kultur hat sich davon nie wieder erholt.

Heute ist die niedersorbische Sprache im Spreewald Amtssprache, wird in der Schule gelehrt und es finden sich an vielen Straßenschildern niedersorbische Bezeichnungen – ein Versuch der Rettung dieser mit circa 7000 Sprecher:innen selten gewordenen Sprache.

Naturschutz im Spreewald

Der nahegelegene niederlausitzer Tagebau, diverse Entwässerungsmaßnahmen und Maßnahmen zur Verhinderung von Überschwemmungen wie den Nord- und Südumfluter sowie extensivere Landwirtschaft setzen der Natur im Spreewald enorm zu.
Die Landschaft verändert sich, frühere naturgegebene Überschwemmungen finden nicht mehr statt. Die strengen Maßnahmen der Kernzone des Schutzgebietes im Spreewald dienen daher auch dazu, nicht nur die Natur und Artenvielfalt, sondern auch einen Teil der Kulturlandschaft, also von Menschen gestalteten Landschaft zu erhalten.

Seit 1990 ist der Spreewald Biosphärenreservat und feiert somit dieses Jahr ein rundes Jubiläum. Eingeteilt in drei Zonen müssen Einheimische und Besucher:innen bestimmte Naturschutzregeln einhalten, was in einer Kulturlandschaft mit langer Landwirtschafts- sowie Touristentradition nicht immer ohne Konflikte einhergeht, wenn zum Beispiel der Bauer seine Kühe nicht mehr dort grasen lassen darf, wo sie in den letzten 30 Jahren standen.

Ein anderes Problem wird durch den Tagebau verursacht: Das üblicherweise tief im Boden gelegene Eisenhydroxid wird ausgewaschen, Flüsse und Fließe „verockern“ nach und nach, wodurch Fauna und Flora absterben.

Braunkohletagebau Welzow

Braunkohletagebau in Welzow in der Niederlausitz

Engagierte Bürgerinnen und Bürger setzen sich im Aktionsbündnis Klare Spree für Lösungen dieses dringlichen Problems ein. Eine dieser Lösungen ist zum Beispiel eine Bekalkung der durch den Tagebau entstandenen Gewässer sowie künstlich geschaffene Kreisläufe, in denen das Eisenhydroxid ausgewaschen und erst das klare Wasser weiter in die Spree geleitet wird. Es sind komplizierte Verfahren, die nun überall in ehemaligen Tagebauseen erforderlich sind, um nicht zigtausende Quadratkilometer toter Natur zu hinterlassen. Ein guter Grund übrigens, Kohleförderung und Tagebau nicht mehr zu unterstützen, denn die Folgekosten für Mensch, Tier und Fauna sind enorm.

Die Bekalkung ist übrigens häufig auch der Grund für die tolle Farben einiger Seen im Lausitzer Seenland, zum Beispiel dem Partwitzer See. Ja, hier hängt alles miteinander zusammen.

Mit dem Brandenbulli durch die Niederlausitz

Wer mehr über die Niederlausitz lesen möchte: Ich habe auch dort für ein Buch recherchiert und meine Erlebnisse im Brandenbulli-Artikel Nr. 2 festgehalten.

Mit dem Bulli durch die Niederlausitz

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Flora und Fauna im Spreewald

Das Biosphärenreservat zeichnet sich durch eine besondere Artenvielfalt insbesondere vieler Wassertiere und -pflanzen aus, am berühmtesten ist wohl der Nutria, der gerne von unwissenden Touristen mit dem Fischotter oder Biber verwechselt wird. Die niedlichen Wassertiere nagen ebenso wie Biber Bäume an und ziehen regelmäßig den Ärger der Anwohnenden auf sich, allerdings hat man festgestellt, dass die Population mittlerweile nicht weiter wächst und die Natur nicht übermäßig geschädigt wird. Ansässig sind sie hier, da sie früher für ihr Fell gezüchtet wurden. Als das Geschäft durch die Wende zusammenbrach, wurden sie einfach freigelassen und fühlen sich im Spreewald offenbar sehr wohl.

Nutria im Spreewald

Ein Nutria sitzt bei unserer Paddeltour seelenruhig einen Meter entfernt.

Blaugefiederte Prachtlibelle

Neben dem Weißstorch, der leider immer seltener wird, sind viele Schmetterlings- und Libellenarten heimisch, berühmt ist insbesondere die blaugefiederte Prachtlibelle, die man überall antreffen kann.

Die Schwarzerle prägt immer noch das Gesicht des Spreewaldes, sie hat es allerdings schwer: Erst wurden viele Teile des Waldes zugunsten von Feldern und Siedlungen abgeholzt, dann trat Anfang der 2000er Jahre ein aggressiver Pilz auf, der viele Bäume schwächte. Im Jahr 2011 und 12 vernichteten mehrere Sommerhochwasser einen Teil des Waldes, und nun macht das Eisenhydroxid sowie anhaltende Trockenheit den Bäumen zu schaffen. Ein Grund mehr, den Naturschutz in dieser Region zu unterstützen.

Schwarzerlen-Spreewald

Die Schwarzerlen prägen das Gesicht des Spreewaldes

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Ausflugstipps und Sehenswürdigkeiten im Spreewald

In diesem Artikel alles zusammenzufassen, was man im Spreewald unternehmen kann und alle Sehenswürdigkeiten des Spreewaldes abzudecken, würde absolut den Rahmen sprengen. Deshalb beschränke ich mich darauf, Euch Tipps zu geben, wo und wie Ihr den Spreewald am besten auf dem Wasser, zu Fuß oder per Fahrrad erleben könnt und verrate Euch noch einige meiner Lieblingsplätze.

Achtung: Alle Sehenswürdigkeiten und Tipps im Spreewald bitte immer nach Öffnungszeiten checken! Öffnungszeiten variieren zwischen den Jahreszeiten stark!

1. Aufs Wasser: Kahnfahren, Paddeln & Suppen

Kein Spreewaldbesuch war ein echter Besuch, wenn Ihr nicht auf dem Wasser wart, und da gibt es viele Möglichkeiten, für Aktive wie (faule) Genießer, Kinder und Erwachsene.

Kahnfahren

Wer keine Lust hat, selbst aktiv zu werden, macht einfach eine der spreewaldtypischen Kahnfahrten und das ist tatsächlich schöner, als Ihr jetzt vermutlich denkt. Für mich gibt es keinen Spreewald-Stop ohne Kahnfahrt.

Kahnfahrt im Spreewald

Kein Spreewald-Aufenthalt ohne Kahnfahrt

Traditionellerweise werden tatsächlich diese kleinen Schnäpse angeboten, eine Kahnfahrt ist aber ganz sicher keine saufnasige Angelegenheit. Bootsfahrten im Kahn sind eine schöne, sehr tiefenentspannende Sache. Da es zu Kahnfahrten so viele Fragen gibt, hier ein kleines Kahnfahrten-FAQ:

  • Fahrpläne gibt es für Kahnfahrten im Spreewald keine, es sei denn natürlich, Ihr bucht bei Anbietern eine Gruppentour oder macht eine festgelegte Themenkahnfahrt. Normalerweise fährt ein Kahn, wenn er einigermaßen voll ist. Wenn weniger los ist, schreiben die Anbieter die nächste Abfahrt in der Regel auf eine Kreidetafel. Freie Wahl! Einzige reguläre Ausnahme ist die feste Kahnlinie zwischen Lübbenau und Lehde.
  • Preis: Eine normale Kahnfahrt kostet etwa 12 Euro für 2 Stunden, 14/15 Euro für drei Stunden und 16-20 Euro für 4-5 Stunden. Es gibt üblicherweise keine Preisunterschiede, da sich die Kahnfährmänner und -frauen absprechen.
  • Ja, es heißt Kahnfährmann und Kahnfährfrau. :)
  • Saison: Hauptsaison ist von April bis Oktober, in den restlichen Monaten gilt der sehr reduzierte Winterfahrplan. Allerdings sind viele Winterkahnfahrten Glühweinkahnfahrten und ich schwöre, die sind mindestens so schön wie im Sommer. *hicks* (Es gibt auch Kinderpunsch.)
  • Themenkahnfahrten sind etwas ganz Besonderes und es gibt sie in unglaublicher Vielfalt: Die Spreewaldkrimi-Kahnfahrten, historische Kahnfahrten, Whisky-Kahnfahrten, Sagengeschichten-Kahnfahrten, Pärchenkahnfahrten, Abendkahnfahrten, Kamin-Kahnfahrten. Ja, viel Auswahl und nein, es gibt da kein richtig gutes zentrales Verzeichnis – was toll ist, denn der Spreewald lebt hier von Vielfalt. Notfalls einfach mal Rumhören, Googeln, aber auch die Links geben schon viel her.
Kaminkahnfahrt im Spreewald

Kaminkahnfahrt im Spreewald

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Spreewald-Tipps für den Winter - Pinterest

Im Winter hat der Spreewald einen ganz besonderen Reiz, auch Kaminkahnfahrten gibt es nur im Winter. Über diese besondere Jahreszeit habe ich einen eigenen Artikel geschrieben:

Der Spreewald im Winter

Paddeln mit Kajak oder Kanu

Selber Paddeln ist im Spreewald natürlich das Mittel der Wahl. Kajaks und Kanus könnt Ihr überall im Spreewald ausleihen, es macht keinen Sinn, hier Verleihstationen aufzuzählen. In der Regel ist keine Vorreservierung nötig – es sei denn natürlich, Ihr seid eine Gruppe.
Viele Boote gibt es an den jeweiligen Haupthäfen der Orte, aber in der Hochsaison sind diese auch am meisten besucht. Solltet Ihr in der Hochsaison unterwegs sein, schaut einfach mal rechts und links und traut Euch, bei kleineren Anbietern, die einfach ein Schild „Bootsverleih“ aufgehängt haben, zu klingeln. Im Spreewald verdienen sich viele Einwohner:innen mit kleinen Verleihen etwas nebenher. Manchmal seht Ihr auf einem Weg alle fünf Meter so ein Schild, Probleme mit dem Anmieten dürftet Ihr daher nicht haben.

Paddeln im Spreewald

Wer den Spreewald still erleben möchte, steigt ins Kajak oder Kanu

Konkrete Tourentipps sind schwierig aufgrund der vielen Möglichkeiten:

  • Wenn Ihr nur für ein paar Stündchen paddeln wollt, fragt vor Ort bei Eurer Verleihstation nach der schönsten Route. Die Leute kennen sich natürlich bestens aus, wissen, wo Probleme sein könnten, wo es zu voll ist und wo man Nutrias zu Gesicht bekommt. Die berühmteste Tour ist die „Leiper Runde„, allerdings m.E. in der Hochsaison nicht zu empfehlen, weil sie zu voll ist.
  • Wer eine größere Runde plant, Wasserwandern oder sich einfach vorher schlau machen will, schaut am besten mal bei Outdooractive. Bei Outdooractive gibt es für den Ober- und Unterspreewald 67 Wassertouren mit Angaben von Länge und Schwierigkeit. Meine sonst geschätzte App Komoot taugt leider für Wassertouren nicht.
  • Wer eine geführte Mehrtagestour machen möchte, kann sich unter Spreewald.info über Anbieter kundig machen.

Ein wichtiger Tipp zum Paddeln um Lehde: Kommt Ihr am Wochenende oder in der Hochsaison, paddelt eher nicht rund um Lehde oder erkundigt Euch hier genau. Lehde ist das Herz des Spreewaldes und daher an geschäftigen Tagen so voll auf dem Wasser, dass die Wasserwege zeitweise für Paddler gesperrt sind, damit die Kähne noch durchkommen. Weicht in solchen Fällen eher auf Leipe (zum Beispiel vom Spreewaldhof Leipe), Burg (zum Beispiel am Hafen Waldschlösschen), Lübben (zum Beispiel beim Bootsverleih Gebauer), Raddusch oder Schlepzig aus.

Stand up Paddling

Auch Stand up Paddeln ist inzwischen im Spreewald angekommen, bisher gibt es einen Stand-up-Paddling-Verleih in Burg, ich bin aber sicher, dass noch andere folgen werden. Verleiher Martin Fix hat die verwunderten Blicke tapfer durchgehalten, heute haben sich die meisten mit den SUPs arrangiert. Der Verleih ist in Burg und ich kann ihn sehr empfehlen, die Einführung ist sehr gut und insbesondere ist der Start hier einfach, weil nicht sehr viel los ist.

Stand up Paddling im Spreewald

„Suppen“ im Spreewald. Foto: Teilzeitreisender

Beachtet beim Paddeln im Spreewald bitte folgende Hinweise:

  1. Kähne haben im Spreewald immer Vorfahrt! Seid Ihr also noch nicht sicher auf dem Bord oder im Kajak, bleibt lieber auf einer Nebenstrecke oder übt erst einmal das Ausweichen. 
  2. Bitte keinesfalls einfach irgendwo anhalten und Picknicken! Die meisten Grundstücke sind privat, Ihr picknickt sonst bei jemandem im Garten. Haltet nur an offiziellen Stellen.
  3. Schleust möglichst nicht, sondern tragt Eure SUPs bzw. Kajaks um. Der Grund ist die starke Trockenheit im Spreewald, die dem Gewässer ohnehin zu schaffen macht. Geschleust werden sollte daher möglichst selten.

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2. Fahrradtouren durch den Spreewald

Ich dachte mal, Fahrradfahren im Spreewald sei total anstrengend, weil man ständig das Fahrrad über die kleinen Brücken heben müsse. Das ist nur zum Teil richtig: Wer ohne Plan mitten in den Spreewald fährt, verärgert vermutlich nicht nur viele Wanderer, sondern ist tatsächlich damit beschäftigt, sein schweres Fahrrad die vielen Brücken rauf und wieder herunter zu hieven. Deshalb mein dringender Rat: Holt Euch auf jeden Fall eine Fahrradkarte, wenn Ihr eine Fahrradtour durch den Spreewald machen wollt (siehe oben im Abschnitt Spreewald-Karte).

Radtour im Spreewald

An den Stradower Teichen lässt es sich gut entlang radeln – mitten in den Spreewald hinein.

Absolut empfehlenswert ist der „Gurkenradweg“. Dieser führt auf 260 Kilometern einmal rund um und durch den gesamten Spreewald und ist, soweit ich das in Erinnerung habe, komplett brückenfrei. Eine PDF-Datei über den groben Verlauf könnt Ihr auf der Spreewald-Seite herunterladen.

Fahrräder werden natürlich auch im Spreewald vermietet. Mein Tipp wäre der Spreewaldhof Leipe. Hier kann man sich im netten Appartement, einfacherem Zimmer oder sogar einem einfachen Bauwagen einmieten und direkt vom Garten aus lospaddeln bzw. losfahren.

Kahn im Wasser im Spreewald

Stiller Spreewald an den Teichen entlang Richtung Schlepzig

Meine Lieblingsabschnitte vom Gurkenradweg:

  • Von Cottbus zuerst der Spreeaue nach Norden folgen und dann „zum Ostsee“ abbiegen, dem geplanten größten künstlichen See Deutschlands, der derzeit noch trockene, skurrile Kulisse ist. Vom Ostsee habe ich schon einmal in meinem Artikel über die Niederlausitz erzählt. Wer weiter nach Norden fährt, besucht den kleinen Ort Peitz und die schöne Peitzer Teichlandschaft.
  • Radtour von Lübben nach Schlepzig durch die Teichlandschaft, besonders reizvoll im schönen Herbst.
  • Sehr spreewaldtypisch mit wirklich allerschönsten Aussichten ist die klassische Spreewald-Radtour: Von Lübbenau nach Lehde, von dort den Leiper Weg nach Leipe, von hier zur Buschmühle, nach Raddusch und durch die Stradower Teiche nach Burg-Kolonie.
Ausfluege Brandenburg - 52 Eskapaden Dumont Verlag

Ausführlich habe ich diese Fahrradtouren und weitere Paddel- und Wandervorschläge für den Spreewald in meinem Buch 52 Eskapaden Fläming, Niederlausitz und Spreewald aufgeschrieben, erschienen im DuMont Reiseverlag.

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3. Wandern

Natürlich kann man im Spreewald auch sehr gut wandern. Eine der ältesten Wanderungen führt vom Schloss Lübbenau zur Wotschofska, eines der ältesten Lokale im Spreewald. Die Wanderung habe ich schon einmal in meinem Artikel über den Spreewald im Winter beschrieben. Der Winter hat den Vorteil, dass die Wege dann nicht so voll sind. Der Nachteil: Die Wotschofska hat zu, insofern lohnt auch der Weg im Rest des Jahres. Meine absolute Lieblingszeit dafür ist jedoch der goldene Oktober. Der Spreewald ist dann schon etwas leerer und der Wald, Kinder, der Wald, also schöner wird’s nicht.

Herbst im Spreewald

Herbst im Spreewald – auf der Wanderung zur Wotschofska

Da es im Spreewald gemächlicher zugeht, kann man alles mögliche zu Fuß machen, schöne Inspirationen gibt es in der App Komoot. Definitiv lohnt es sich, bei einigen ganz besonderen Ecken vorbei zu schauen, zum Beispiel im Ort Lehde, der komplett unter Denkmalschutz gestellt wurde. Auch die Wanderung von Lehde nach Leipe ist recht bekannt, von hier kann man weiter nach Burg über den Hafen Waldschlösschen laufen.

Eine Wanderung, die sich anbietet, wenn man das Museum „Stari lud“ im kleinen Örtchen Dissen-Striesow besucht, ist eine Route in der Spreeaue bei Dissen. Der „Ochsenpfad“ führt zum Beispiel zu einer ganzen Herde Auerochsen und ist besonders schön an Sommertagen.

Spreeaue bei Dissen im Spreewald

Die renaturierte Spreeaue bei Dissen birgt großartige Landschaften.

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4. Museen besuchen

Die tollen Museen rund um den Spreewald bis Cottbus sind einen eigenen Artikel wert, daher erwähne ich hier wirklich nur vier meiner favorisierten Museen, die sich wirklich lohnen – und wir sprechen hier absolut nicht von irgendwelchen staubigen Vitrinen oder langweiligen Schautafeln!

Freilandmuseum Lehde

Das Freilandmuseum Lehde ist direkt mit dem Kahn vom großen Hafen Lübbenau erreichbar und ein wunderschönes, großes Gelände, auf das vier alte Gehöfte versetzt wurden, durch die man heute wandeln und das Leben vor 200 Jahren erleben kann. Wohnstuben sind noch original eingerichtet, Wäsche kann wie früher gewaschen werden, die älteste Kahnbauerei des Spreewalds befindet sich ebenfalls auf dem Gelände. Absolut empfehlenswert für Kinder und Erwachsene, und wenn es leerer ist, kann man auf dem schönen Gelände oder hinten auf der Streuobstwiese entspannen, also gerne noch ein Butterbrot mitnehmen.
Zu Weihnachten wird hier die absolut zauberhafte Spreewald-Weihnacht gefeiert, ein Weihnachtsmarkt direkt auf dem Gelände – unbedingt sehenswert!

Zeit: Mindestens 1,5 Stunden. Mein Rekord waren 4 Stunden, inklusive Brotzeit auf der Wiese und ausgiebiger Einkauf im Hofladen. Hinter dem Ausgang befindet sich außerdem das nette Gasthaus Oppott
Adresse: Freilandmuseum Lehde, An der Giglitza 1a, 03222 Lübbenau / Lehde
Webseite: museums-entdecker.de

Alte Blockbohlenhäuser des Spreewaldes

In einem Foto überhaupt nicht abbildbar: Das wirklich tolle Freilandmuseum Lehde

Spreewaldmuseum Lübbenau

Es ist fast schon schwierig, das Spreewaldmuseum in Kürze zu beschreiben, weil es so wahnsinnig viel umfasst. Wer über das Leben der Niedersorben und die Besiedlung des Spreewaldes etwas erfahren will, ist hier richtig. Wunderschön sind auch die Exponate von alten Handwerken wie dem Schusterhandwerk und der Leineweberei; Trachten werden gezeigt und der berühmte Lausitzer Blaudruck.
Weiter geht es in die neuere Zeit und die Spreewaldbahn. Highlight: Ein nachgebildeter Kaufmannsladen – Einkaufen wie vor 120 Jahren. Nicht verpassen: Im Nebengebäude steht eine originale Dampflock der Spreewaldbahn mit verschiedenen Waggons!
Abwechslungsreich und liebevoll im schönen alten Gebäude aufbereitet, es gibt für lesefaule Erwachsene und Kinder überall Kurztexte, die ich besonders gelungen finde. Für Kinder gibt es außerdem besondere Führungen und Veranstaltungen.

Zeit: Um alles zu sehen und lesen sehr lange, daher lohnen mehrere Besuche so lange, wie man eben möchte.
Adresse: Spreewaldmuseum, Topfmarkt 12, 03222 Lübbenau
Webseite: museums-entdecker.de

Spreewaldmuseum Lübbenau

Das Schuhmacher- und Leinen-Handwerk ist im Spreewaldmuseum ebenso Thema wie das alte und neue sorbische Leben und Brauchtum.

Slawenburg Raddusch

Ja, es steht ein originalgetreuer Nachbau einer alten Slawenburg im Spreewald, wie es früher viele gegeben hat – etwas, wovon wir in der Regel sehr wenig wissen und was umso spannender ist. Derzeit ist die Slawenburg geschlossen, denn die Ausstellung innerhalb der Burg wird umgebaut, durch Corona hat sich das leider verzögert. Das Gelände ist so groß, dass man sie derzeit nur von Weitem bewundern kann. Sobald die Wiedereröffnung stattgefunden hat, beschreibe ich es Euch genauer.

Zeit: Minimum 1 Stunde, dann muss man aber sehr fix sein, lieber zwei.
Adresse: Slawenburg Raddusch, Zur Slawenburg 1, 03226 Vetschau / Raddusch
Webseite:
slawenburg-raddusch.de

Slawenburg Raddusch

Die Slawenburg Raddusch beim Spreewald.

Freilichtmuseum Stari lud – Eine Begegnung mit dem alten Volk in Dissen-Striesow

Wenige Ausstellungen fand ich bisher spannender als meine Führung durch das Freilichtmuseum Stari lud, das dem Heimatmuseum in Dissen-Striesow angesiedelt ist, einem Dorf ziemlich abseits der üblichen Spreewald-Routen.
Vom Eingang führt eine Schautafel mit anschaulichen Vergleichsdaten immer weiter in die Vergangenheit und man erfährt zum Beispiel, dass die ersten Dörfer in der Lausitz gleichzeitig mit der Gründung des Inka-Reiches in Südamerika um 1200 entstanden. Im Slawischen Mittelalter angekommen beginnt nun die Führung.
Auf einem schönen Gelände entstanden mehrere Grubenhäuser in originaler Bauart nach Stand der Wissenschaft. Vieles weiß man nicht, vieles wurde rekonstruiert, regelmäßig wird hier durch Wissenschaftler ertüftelt, wie Dinge erbaut und gelebt wurden, mit welchen Materialien Dächer errichtet oder Wolle gefärbt wurde – extrem spannend!

Zeit: Freilichtmuseum und eine Runde durch das Heimatmuseum sicher eine Stunde, eher mehr. Am besten mit einer Führung, die leider nicht häufig angeboten werden (siehe Webseite).
Adresse: Heimatmuseum Dissen, Hauptstr. 32, 03096 Dissen-Striesow
Webseite: heimatmuseum-dissen-spreewald.de

Alte Grubenhäuser der Slawen

Das Freilichtmuseum mit der Ausstellung Stari lud – Eine Begegnung mit dem alten Volk ist eine meiner Lieblingsorte im Spreewald und insbesondere mit Führung sehr empfehlenswert!

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5. Weitere Sehenswürdigkeiten und Spreewald-Tipps

Ein paar weitere meiner Lieblingsplätze muss ich Euch unbedingt noch verraten:

Reiseführer Spreewald

Mehr Lieblingsplätze, Sehenswürdigkeiten und Geschichten über Orte, Kultur und Geschichten des Spreewaldes habe ich im Buch Lieblingsplätze Spreewald beschrieben – natürlich gespickt mit vielen Fotos.

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Das Töpferstübchen Möbert besichtigen

Ich bin sicher nicht die einzige, die sich stante pede in das „Töpferstübchen“ verliebt hat. Das alte Bohlengaleriehaus wurde vom Besitzerpaar in Handarbeit am alten Ort ab- und am heutigen Standort, einem alten Haufenhof, wieder aufgebaut und ist heute eine DER Sehenswürdigkeiten im Spreewald. Ursprünglich diente es als Viehstall und Scheune, heute kann man der Künstlerin beim Töpfern über die Schulter schauen und viele schöne Stücke erwerben.

Bohlengaleriehaus im Spreewald

Das schöne Bohlengaleriehaus des Töpferstübchens trägt die so typischen Schlangenköpfe am Giebel, die vor Unglück und Hochwasser schützen sollen. Die Kronen erinnern an die Sage des Schlangenkönigs.

Im hinteren Teil des wunderschönen Gartens, in dem sanfte Seidenhühner umherstreifen, befindet sich außerdem ein restauriertes Doppelstubenhaus. Auf meine erstaunten Fragen erfuhr ich, dass der Besitzer den Verein Interessengemeinschaft Bauernhaus (IGB) gegründet hat, um die alten Spreewaldhäuser zu retten. Der ganze Stolz des Vereins ist das Annemarie Schulz-Haus, mit 300 Jahren das älteste erhaltene Haus im Spreewald.
Unbedingt bei beiden Häusern vorbeischauen!

Adresse: Töpferstübchen Möbert, Kurparkstr. 17, 03096 Burg (Spreewald)
Webseite: keramik-moebert.de

Adresse: Annemarie-Schulz-Haus, Byhleguhrer Str. 17, Schlossberghof Burg, 03096 Burg (Spreewald)

Den Bismarckturm in Burg besteigen

Vom 27 Meter hohen Bismarckturm im Norden von Burg hat man eine herrliche Aussicht über den Spreewald. Der nur noch wenige Meter hohe Schlossberg ist ein ganz besonderer Ort, denn hier stand früher die bedeutendste Burganlage der Lausitz bereits während der Eisenzeit ca. 500 v. Chr. Auch den später eingewanderten Slawen diente der Berg als Standort einer Wallburg.
Viele Sagengeschichten ranken sich um den Schlossberg. Es heißt, die Lutken, die kleinen Leutchen, die sich so gerne Dinge ausleihen, lebten auf dem Schlossberg. Doch als die Kirchenglocken des sich ausbreitenden Christentums den zarten Ohren der Lutken zu laut wurden, zogen sie sich immer tiefer in den Berg zurück.
Auch sagt man, ein Schatz befände sich hier, und im Berg sei deshalb so oft herumgebuddelt worden, dass er heute niedriger sei.

Bismarckturm Burg im Spreewald

Der Bismarckturm steht prägnant auf dem Schlossberg im Borden von Burg im Spreewald

Wer ein bisschen umherstreift, entdeckt außerdem eine Schneise im Schlossberg, die von der früheren Strecke der Spreewaldbahn stammt. Leider wurde diese 1970 eingestellt, übrig geblieben sind einige Bahnhöfe, zum Beispiel der Spreewaldbahnhof Burg und der frühere Hauptbahnhof der Strecke in Straupitz, wo noch einige Waggons und Loks besichtigt werden können.

Adresse: Bismarckturm, Byhleguhrer Straße, 03096 Burg (Spreewald)

Bei der Radduscher Buschmühle einen Boxenstopp einlegen

Es gibt einige alte Mühlen im Spreewald, doch keine ist so zauberhaft restauriert wie die Radduscher Buschmühle und schon von außen ein Schmuckstück.

Wassermühle in Raddusch

Einfach wunderschön: Die Buschmühle in Raddusch

In Betrieb ist die ehemalige Wassermühle nicht mehr. Normalerweise werden heute selbstgebackene Brote und Kuchen und zu besonderen Gelegenheiten Besucherführungen angeboten. Derzeit ist die Mühle jedoch coronabedingt geschlossen. Doch auch von außen lohnt ein Blick.

Adresse: Radduscher Buschmühle, Kaupen 1, 03226 Vetschau / Raddusch
Webseite: radduscher-buschmuehle.de

Die Holländerwindmühle in Straupitz besichtigen

Straupitz liegt jenseits der üblichen Touristenrouten und hat dennoch einiges zu bieten, zum Beispiel die letzte aktiv betriebene Dreifachmühle Europas. Korn- und Sägemühle sind nicht mehr in Betrieb, doch die Ölmühle liefert immer noch das in der Region so beliebte wie gesunde Leinöl.

Holländerwindmühle Straupitz

Die Holländerwindmühle in Straupitz produziert noch heute das begehrte Leinöl.

Bei einer Besichtigung steigt Holz- und Leinölduft in die Nase, zum Abschluss gibt es eine Gratisverkostung im Restaurant nebenan. Und wenn man schonmal hier ist, auf jeden Fall einen Abstecher zum alten Spreewaldbahnhof Straupitz unternehmen.

Adresse: Holländerwindmühle Straupitz, Laasower Str. 11a, 15913 Straupitz
Webseite: windmuehle-straupitz.de

Mit der Familie auf Schatzsuche in Burg gehen

Schatzsuche in Burg im Spreewald

Auf Schatzsuche in Burg im Spreewald

Ich habe es zugegebenermaßen noch nicht gemacht, finde aber das Konzept sehr grandios und habe schon Fotos gesehen: Die findigen Spreewald-Insider, die übrigens bei Bedarf Touren zusammenstellen und auch spannende Themenkahnfahrten anbieten, lassen Euch mittels Karte und Handy-App auf Schatzsuche gehen. „Der Schatz der Burger Lutken“ kostet nur 15 Euro, auf ca. 10 Kilometern geht es durch Burg im Spreewald und Ihr lernt den Spreewald und viele Sagengeschichten kennen – eine tolle Idee.

Erhältlich sind Karte und App-Code entweder beim Spreewald-Insider oder vor Ort zum Beispiel in der netten Suppenbar Poliwka.

Adresse für den Kartenkauf & Anleitung: Suppenbar Poliwka, Bahnhofstraße 2, 03096 Burg (Spreewald)
Webseite: spreewald-insider.de
Facebook Seite Spreewald-Insider

Im Modeatelier Wurlawy shoppen

Es mag ungewöhnlich sein, aber diesen Laden lege ich Euch sehr ans Herz. Wurlawy ist die Kreation der fantastischen Designerin Sarah Gwiszcz, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, alte Frauen-Trachten des Spreewaldes modern zu interpretieren – in Bio-Baumwolle, versteht sich. Mal ziert Spitze einen Rock, mal Totenköpfe eine Schürze – „wilde Spreewaldfrauen“, so könnte man den sorbischen Begriff Wurlawy auch übersetzen. Wurlawy  ist ein bisschen Spreewald plus Punk, eine extrem grandiose Mischung.

Modeatelier Wurlawy

Im Modeatelier gibt es Spreewald-Trachten modern interpretiert.

Üblicherweise kreiert sie nach individuellen Wünschen ihrer Kund*innen, insbesondere Hochzeitskleider sind sehr begehrt – ihr eigenes ist ein Traum aus Spitze. Doch es gibt auch einige Stangenware, damit sich jede*r etwas leisten kann.
Wer kein Kleid kaufen mag, findet hier auch schöne Stofftaschen, T-Shirts und – seit Neuestem – auch Masken mit ihrem Markenzeichen: der Libelle.

Adresse: Wurlawy, Ehm-Welk-Straße 27, 03222 Lübbenau (Spreewald)
Webseite: wurlawy.de
Instagram

Sich in Thermen verwöhnen

Im Spreewald gibt es zwei Thermen:

  1. Die Spreewald-Therme in Burg ist die Therme „für Erwachsene“, hier geht es ruhiger zu.
  2. Die Spreewelten in Lübbenau sind das Spaßbad für Familien.

Beide Thermen haben ihren Reiz:

Die Spreewelten sind zugegebenermaßen ziemlich laut, sie haben allerdings zwei ziemlich gute Argumente: Man schwimmt hier neben Pinguinen, die, soweit ich es beurteilen kann, auch selber ziemlich viel Spaß haben. Meine anfänglichen Bedenken waren jedenfalls vor Ort ziemlich weggewischt, die Pinguine flitzen durchs Wasser (hinter einer Glasscheibe), immer den lautesten Kindern entgegen, und haben auch einen eigenen Rückzugsbereich. Die Fütterung ist öffentlich, es werden aber keine „Kunststückchen“ gezeigt (etwas, was ich bei Tieren wirklich immer gar nicht ab kann).

Und zweitens haben die Spreewelten einen der grandiosesten Saunabereiche, was bislang offensichtlich ein gut gehütetes Geheimnis ist, ich habe jedenfalls bis ich dort war nie davon gelesen. Der „Spreewald in klein“ bietet zig verschiedene Hütten zum Saunieren und einen wunderschönen Ruhebereich.

Wem allerdings Kinderlärm auf den Senkel geht, der sollte die Spreewald-Therme bevorzugen, hier finden zudem die klassischeren Wellness-Anwendungen statt und es gibt verschiedene Becken mit unterschiedlichen Thermalsolen. Und wer ganz aufmerksam taucht, findet auch die Stelle, wo man herrlich sich treiben lassen und dabei unter Wasser Musik hören kann.

Lagune im Tropical Islands

Der Vollständigkeit halber, obwohl es keine Therme ist, sei hier noch Tropical Islands erwähnt. Ein Besuch dort ist natürlich ein eigener Ausflug, wer die Zeit, Muße und das nötige Kleingeld hat, dem kann ich einen Besuch tatsächlich sehr empfehlen, ich war – entgegen meiner Erwartung – sehr begeistert.

Hier geht es zu meinem Bericht über Tropical Islands.

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Spreewaldtypisch Essen & Trinken: Restaurant-Tipps für den Spreewald

Der Spreewald ist insbesondere für sein Leinöl, Fisch und natürlich die Gurken bekannt. Einen Gurkenteller mit einer Auswahl an Senfgurken, Salzgurken und Gewürzgurken ist daher Standardprogramm in fast jedem Restaurant, ebenso wie das typische Gericht Kartoffeln mit Leinöl und Quark („macht stark“).
Außerdem gibt es alles Mögliche mit Gurke: Gurkenlimo, Gurkeneis, kalte Gurkensuppe,  Gurkenbrot, Gurkensenf – und ich liebe alles davon. 40.000 Tonnen Gurken werden angeblich jedes Jahr geerntet, allerdings natürlich nicht mehr im direkten Spreewald, sondern in der Umgebung auf großen Feldern. Die Familienrezepte fürs Einlegen sind jedoch immer noch streng geheim.

Etwas unbekannter sind Plinse, ein Hefeteig, der wie Eierkuchen zubereitet wird. Manchmal wird Buttermilch zugefügt, manchmal Quark – die Variationen sind groß. Gegessen wird er sowohl süß wie herzhaft.

Plinse mit Gurken

Oder man nimmt 2 in 1: Herzhafte Käse-Plinse mit einer Gurkenkreation.

Im Folgenden habe ich Euch ein paar Café-Tipps aufgeschrieben und eine winzige Auswahl der besten Restaurants im Spreewald – die Auswahl fiel schwer.

Gurkeneis im Urban’s essen (Burg)

Gurkeneis-Spreewald

Im Spreewald bekommt man fast alles mit Gurkengeschmack: Senf, Törtchen, Limo und auch: Speiseeis! Neben Limette ist Gurkeneis mein absoluter Favorit, und das echte originale Gurkeneis gibt’s nur hier im Urban’s, ja, mit Apoströphchen, denn das muss hier so. Fred Urban kreierte diese heute so beliebte Sorte als erster bereits in den 80er Jahren, das erzählt eine Urkunde an der Wand und bestätigt die Enkelin.

Das kleine Café wird heute in 3. Generation betrieben, wer keine Lust auf Eis hat, kann sich auch mit Torten verwöhnen, die aus vielen regionalen Zutaten bestehen. Doch wer hier kein Gurkeneis gegessen hat, hat etwas verpasst, versprochen!

Adresse
Urban’s Eis- und Kaffeeladen, Hauptstr. 39, 03096 Burg (Spreewald)
Webseite

In die Kräutermühle einkehren (Burg)

Die Kräutermühle Burg befindet sich direkt neben dem Kur- und Sagenpark, in dem man ein bisschen Lustwandeln und Sagenfiguren aus dem Spreewald entdecken kann. Die Mühle selbst ist ein Nachbau, was auf den ersten Blick gar nicht auffällt, so perfekt ist sie für Laienaugen gestaltet. Hier soll jedoch früher tatsächlich eine Bockwindmühle gestanden haben.

Gurkensuppe

Kalte Gurkensuppe klingt erstmal seltsam, war jedoch an diesem heißen Sommertag absolut köstlich.

Hier findet jede:r ein gemütliches Plätzchen, man sitzt entweder drinnen zwischen gemütlichen Holzbalken, auf Emporen oder in verwinkelten Ecken, oder draußen im schönen Garten. Die Küche ist traditionelle Landhausküche mit regionalen Zutaten. Ich habe sowohl die Kalte Gurkensuppe wie ein Zanderfilet in Apfel-Meerettichsoße sehr genossen.

Adresse
Zur Kräutermühle, Kurparkstraße 7B, 03096 Burg (Spreewald)

Ein Likörchen in der Burger Hofbrennerei erwerben (Burg)

Ein Besuch bei der Burger Hofbrennerei lohnt alleine schon wegen der „Schwarzen Ecke“, dem Viertel, in dem das schöne alte und vom Besitzer in Eigenregie wiedererbaute Spreewaldhaus steht. Ein bisschen flanieren oder noch besser per Fahrrad zeigt die traditionellen und zauberhaften Ecken von Burg-Kolonie.

Brennanlage einer kleinen Likörbrennerei

Vom urigen Ausschankraum gibt es einen direkten Blick zur kleinen Brennanlage

Das Gartencafé bleibt leider erst einmal geschlossen, doch ein leckeres Likörchen kann man hier erwerben, das direkt im Haus gebrannt wird. Vom Tresen hat man einen guten Einblick in die Brennanlage.
Die Öffnungszeiten sind recht knapp, für einen schnellen Flaschenverkauf darf man jedoch klingeln – unbedingt empfehlenswert!

Adresse
Burger Hofbrennerei, Schwarze Ecke 21, 03096 Burg (Spreewald)

Im Strandhaus einkehren (Lübben)

Hinter dem recht unscheinbaren umgangssprachlichen Namen „Strandhaus“ versteckt sich eines der besten Hotels und Restaurants im Spreewald, weshalb es das „Strandhaus Boutique & Spa-Hotel“ auch wesentlich besser trifft. Das Restaurant hat entgegen vieler anderer Betriebe auch im Winter geöffnet und ist deshalb immer zu empfehlen, ob für einen Brunch, zum Kuchen zwischendurch oder – besonders – zum Abendessen. Besser frühzeitig reservieren, der gute Ruf hat sich längst herumgesprochen.
Über das Strandhaus kann ich nur sagen: excellent! Gemütlich, unglaublich gutes Essen, sehr nette Atmosphäre. Weil es über das Strandhaus ein wenig mehr zu erzählen gibt, habe ich darüber einen eigenen Artikel geschrieben.

Adresse
Strandhaus Boutique Resort & Spa, Ernst-von-Houwald-Damm 16, 15907 Lübben (Spreewald)
Brunch im Strandhaus

Antipasti, Lachs, Eier, Obst: Bei so einem Brunch im Strandhaus lasse ich es mir richtig gutgehen.

Im Steakhaus Santa Fe einen auf amerikanisch machen (Lübbenau)

Im Steakhaus Santa Fe sind wir nur per Zufall gelandet, als wir im Spreewald noch einem anderen Restaurant die Chance geben wollten – und waren hoch entzückt und mittlerweile mehrfach dort!
Nicht nur ist das Ambiente tatsächlich umwerfend – die Betreiber:innen sind große Amerika-Fans und haben das ganze Restaurant in Wild-Western-Manier ausgestattet, inklusive Tipi und Planwagen. Auch das Essen ist richtig gut, ob Burger oder Steak – das Fleisch ist perfekt gebraten und hat eine tolle Qualität.

Vom sehr guten Essen abgesehen ist der eigentliche Clou des Restaurants eine kleine Eisenbahn, die Euch Eure Getränkeorder abnimmt und anschließend bringt – auf Knopfdruck. Wenn die Spielbahn mit Tuten und Getöse, Muhen und Western-Jippieh einmal wieder zu einem Tisch fährt, kichert das ganze Restaurant, die Stimmung ist deshalb immer extrem lustig und ganz sicher der Spaß schlechthin für Kinder – ein bisschen albern, aber nicht zu sehr, ich finde es toll.

Westernsaloon

Im Steakhaus bringt eine Eisenbahn die Getränke und nimmt neue Bestellungen auf.

Am besten reservieren, mittlerweile hat sich die Qualität plus Ambiente herumgesprochen und für die Eisenbahn muss man an den richtigen Tischen sitzen, denn zu einigen Tischen sind keine Gleise gelegt.
Achtung: Nur Barzahlung möglich!

Adresse
Steakhaus Santa Fe, Robert-Koch-Straße 44, 03222 Lübbenau

Gurkenvariation mit Gurkenlimo im Kaupen No. 6 essen (Lehde)

Natürlich kann man sich hier auch die Plinse schmecken lassen, wichtig ist nur, einmal kurz im Kaupen No. 6 vorbeizuschauen. Das hübsche Bauernhaus aus dem 19. Jahrhundert ist spreewaldtypisch verziert und eine echte Augenweide und man sitzt wie hier so üblich am Fließ mitten im schönsten Dorf des Spreewaldes.

Spreewald-Haus am Wasser

Hier sitzt man typischerweise am Wasser und kommt manchmal auch mit dem Kahn an. Für die Fährleute ist immer ein Tisch reserviert.

Kaupen ist übrigens der wendische (niedersorbische) Ausdruck für Insel. Auf den Kaupen wurden traditionell die Häuser gebaut, um sie vor dem regelmäßigen Hochwasser zu schützen.
Um hierherzukommen, muss man gegenüber des Gurkenmuseums in Lehde auf einen Schotterweg abbiegen und läuft an schnatternden Gänsen vorbei – ein echtes Dorfträumchen und perfekter Ort, um zwischen Freilandmuseum und Lübbenau kurz innezuhalten, oder auch gerne etwas länger.

Wie häufig im Spreewald wird hier die Off-Saison dazu genutzt, um Senf und Merrettich herzustellen. Unbedingt ein leckeres Gläschen davon mitnehmen!

Adresse
Kaupen No. 6, Kaupen 6a, 03222 Lübbenau / Lehde
Webseite

Einen Whisky bei den Spreewood Distillers verkosten (Schlepzig)

Die Spreewood-Distillers bereichern erst seit wenigen Jahren das Spreewälder Brennereigewerbe. Das Besondere: Sie stellen Roggen-Whisky her, als erste Roggen-Whisky-Destillerie Deutschlands. Das Spreewälder Mikroklima sei hervorragend, sagen die Betreiber, und brennen außerdem noch Gin und verschiedene Liköre.

Spreewood-Distillers-Spreewald

Wer kein Whisky-Tasting machen oder Stoff kaufen möchte, kann sich auch einfach mit einem Stück Kuchen in dem schönen nachgebauten Vier-Seiten-Hof niederlassen oder eine Kahnfahrt starten.

Ebenfalls empfehlenswert: Die Spreewaldbrauerei nebenan, die neben einem schönen Garten auch ein uriges Restaurant in der Brauerei bietet.

Adresse
Spreewood Distillers, Dorfstraße 56, 15910 Schlepzig

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Die besten Hotels und Unterkünfte im Spreewald

Demnächst wird es einen eigenen Artikel zu meinen gesammelten Übernachtungs-Tipps für den Spreewald geben, denn ich kenne mittlerweile so viele schöne Unterkünfte, das hätte diesen Artikel gesprengt. Daher nur in aller Kürze meine favorisierten Hotels für verschiedene Preisklassen:

  1. Definitiv für mich die beste Wahl im Spreewald, wunderbare Atmosphäre, leckerstes Essen und Wellness dazu, ist das Strandhaus in Lübben. Mittlerweile muss recht früh reserviert werden – kein Wunder. Wenn Ihr nicht dort übernachtet, geht wenigstens dort Abendessen, Kuchen essen oder zum Brunchen, es lohnt sich! €€
  2. Wenn Ihr Euch die VIPs fühlen wollt, bucht Euch in Die Bleiche in Burg ein, solltet Ihr das nötige Kleingeld haben. Mehr verrate ich nicht, Die Bleiche muss man selbst entdecken. €€€
  3. Das Spreewald-Thermenhotel* durfte ich bisher nur begutachten, viele schwärmen davon und auch ich bin schon in Wartestellung, wann sich mal ein gutes Wochenende für einen Besuch ergibt. Das Hotel besitzt natürlich einen exklusiven Zugang zur schönen Spreewald-Therme. €€
  4. Günstig und sehr sympathisch ist das Hotel Bleske* in Burg in so langer Familientradition, dass die oben erwähnte Buslinie eine Haltestelle gleichen Namens hat. Einfache, schöne Zimmer mitten im Burger Zentrum. Ein Schwatz mit dem Eigentümer lohnt. €
  5. Der Spreewaldhof Leipe* liegt absolut idyllisch mitten in einem der ältesten Spreewald-Dörfer. Er ist ein originaler Bauernhof, der für Übernachtungsgäste umgestaltet wurde. Vom einfachen Bauwagen über größere Appartements gibt es hier verschiedene Zimmerkategorien, Paddelboote oder Fahrräder können gemietet werden und im hauseigenen Restaurant habe ich gut gegessen. Die sehr freundliche Atmosphäre hat mir außerdem gefallen. Wer möchte, kann auch im einfachen Bauwagen übernachten. €-€€
  6. „Schlafen im Kunstwerk“, verspricht die familienfreundliche und günstige Pension Spreewelten*. Verschiedene Künstler haben hier jedes der Zimmer individuell gestaltet. Alles ist ein bisschen in die Jahre gekommen, ich habe mich dort dennoch extrem wohl gefühlt und Kinder haben hier sicher insbesondere ihren Spaß. Direkt im Bahnhofsgebäude Lübbenau (aber mit dichten Fenstern und daher lärmfrei). €
Wellnesswürfel im Strandhaus Lübben im Spreewald

Die Wellnesswürfel bzw. Ruhewürfel im Strandhaus Lübben waren ursprünglich nur eine Zwischenlösung und sind nun extrem begehrt.

Camping im Spreewald

Ein paar sehr schöne Campingplätze gibt es im Norden am Neuendorfer See. Sehr idyllisch liegt hier zum Beispiel der Campingplatz auf der Halbinsel Raatsch.

Der Campingplatz im Süden des Gräbendorfer Sees liegt zwar etwas außerhalb südlich des Spreewaldes, ist aber wunderschön und bietet viel Ruhe. Seit Neuestem gibt es hier auch sehr coole Glamping-Zelte*.

Nördlich des Spreewaldes kann man im Eurocamp am Groß-Leuthener See nicht nur zelten, sondern auch sehr günstig in hübschen Mobilheimen und Safari-Lodges campen.

 

Wer bis hierhin gelesen hat, sucht wohl definitiv Tipps für den Urlaub im Spreewald. Lasst mir doch gerne einen Kommentar da, was für Euch hilfreich war, was weniger, und ob ich diesen viel zu langen Artikel vielleicht in einer kleinen PDF bereitstellen soll. Und nicht vergessen, für die Reise eines meiner Bücher zu kaufen, denn es gibt noch viel, viel mehr zu sehen und erleben. ;)

Viel Spaß im Spreewald!

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