Endlich komme ich dazu, meine Unterkunft-Tipps für Island zu verbloggen. Island und Unterkünfte, das ist nämlich immer noch ein anstrengendes Kapitel. Heute gibt es deshalb einen kleinen Instagram-Rückblick über die Route meiner Island-Rundreise mit vielen Tipps zu Unterkünften und Highlights.

Island-Rundreise: Tipps für Unterkünfte

Inhalt des Artikels

1. Unterkünfte in Island, Tipps und Adressen

Holzhütten und Privatvermietungen
Hostels (und Hotels)
Unterkünfte zum Polarlichter beobachten

2. Einmal um die Insel – die Rundreise im Überblick

1.-3. Tag: Golden Circle
4.-5. Tag: Gletscherwanderung, Eisklettern und die Eisbucht Jökulsárlon
6.-8. Tag: Schwefelquellen in Myvatn, Waltour in Hùsavik und Akureyri
9.-10. Tag: Osár und Siglufjörður, der Norden
11. Tag: Reykjavik

1. Unterkünfte in Island, Tipps und Adressen

Generell gilt für Island: Früh buchen, ganz besonders, wenn Ihr in der Hochsaison Juli/August fahren wollt. Mein Tipp wäre das Frühjahr, da ist es günstiger und die Attraktionen im Golden Circle könnt Ihr dennoch sehen, ebenso habt Ihr die Chance auf Polarlichter.

Island Roadtrip: Planung, Kosten, Tipps
Viele weitere Tipps sowie Karte und eine Tabelle über die Kosten in Island finden sich im Artikel „Island: Planung ist alles! Route, Finanzplan & Tipps“.

Holzhütten und Privatvermietungen

Generell kann ich in Island wärmstens Holzhüttenunterkünfte und Privatanbieter, z.B. auf Fewo-direkt* , booking.com* und AirBnB empfehlen. Das Preisleistungsverhältnis ist hier häufig in Ordnung, zumal man auch noch selber kochen kann, was bei den teuren Restaurantpreisen ein weiterer Vorteil ist. Aber Achtung: Manche Unterkünfte sind nicht so ausgestattet, wie man es eventuell von anderen Ländern kennt. Rechnet besser damit, Grundlagen wie Öl, Butter, Salz und Pfeffer mitzubringen und vielleicht auch ein scharfes Messer.

Es ist zu hoffen, dass noch mehr Isländer auf die Idee mit den Hüttenvermietungen kommen. Derzeit kündigen sich schon die ersten Großhotels an, das wäre sehr schade um die Landschaft. Nichts desto trotz braucht Island aber dringend weitere Unterkünfte für die Touristen, denn Spontantrips sind derzeit aufgrund der hohen Nachfrage so gut wie unmöglich geworden.

An Hütten-Unterkünften kann ich Euch folgende Empfehlen:

  • Die Hütte Sel im ca. eineinhalb Stunden von Reykjavik entfernten Hagi für 3-4 Personen. Großartig gelegen (siehe Tag 1) und perfekt für die Nordlicht-Beobachtung.
  • Die Hütte Klettholt, 10 Autominuten von Selfoss entfernt für 1-2 Personen.
  • Klettahlíð K-Tours ist eine Empfehlung unserer netten Vermieterin. Hier kann man Touren und Unterkünfte buchen. Erfahrungsberichte dazu gerne in den Kommentaren.

Hagi kann ich ohnehin empfehlen – es ist nicht an der Ringstraße, liegt aber sehr zentral zum Golden Circle und ist auch nicht sehr weit von Reykjavik entfernt. Und man kann sogar theoretisch an einem Tag zur Jökulsarlon fahren (auch wenn das viel Fahrerei ist). Da die Hütte Sel anscheinend derzeit ewig ausgebucht ist (kein Wunder): Hier gibt es zum Beispiel andere Hütten in Hagi*.

Hostels (und Hotels)

Hotels sind sehr teuer und das Preisleistungsverhältnis ist das Schlechteste, was mir je auf Reisen untergekommen ist. Für Hostels gilt: Einige waren ok, aber achtet hier unbedingt auf Bewertungen z.B. bei Tripadvisor! Bei manchen Hostels habe ich mich wie im Gefängnis gefühlt, es war schimmelig und stank, quietschende Doppelstockbetten aus Metall mit durchgelegenen Matratzen… Die Isländer haben anscheinend noch nicht verstanden, dass Hostels ganz großartige Unterkünfte sein können. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Meine Hostel-Erfahrungen und Empfehlungen:

  • Das Hostel in Höfn (nahe Jökulsarlon) von Hihostels war so eine grauenhafte Unterkunft. Die ist wirklich nur denen empfohlen, die absolut sparen wollen und keine Lust auf Zeltplatz haben.
  • Das Akureyri Backpackers (siehe Tag 6) ist wiederum eine gute Alternative zu anderen Unterkünften. Die Betten waren auch nicht der Superknaller, dafür ist die Atmosphäre toll und die Küche grenzt an einen supernetten Pub, den man ohnehin besuchen sollte, wenn man in Akureyri Zwischenstopp macht.
  • Das Hostel in Osar, das auch zu den Hihostels gehört, stellte sich als absoluter Traumglücksgriff heraus (siehe Tag 9): Neben dem auf der Webseite abgebildeten Haupthaus gibt es einige Holzhäuser, die ebenfalls vermietet werden – meine absolute Empfehlung für den Nordwesten! Wendet Euch am Besten an die Unterkunft direkt und klärt ab, dass Ihr eine der einzelstehenden Hütten haben wollt. Der Preisunterschied war erstaunlich gering, Ihr spart hierbei, wenn Ihr Mitglied bei Hihostels seid. Die Mitgliedschaft kann man auch noch beim ersten Einchecken ins Hostel kaufen. Eigentlich gilt die Mitgliedschaft nur für den Ausweisbesitzer. Ein paar Mal Augenklimpern bescherte uns, die wir zu viert nur eine Mitgliedschaft besaßen, für alle einen Rabatt.

Unterkünfte zum Polarlichter beobachten

Ich lese immer wieder, dass viele Leute total gerne Polarlichter sehen würden, das aber zu kostspielig sei. Wir haben im März eine Kurzreise nach Island unternommen und uns wieder in „unserer“ Holzhütte eingemietet (siehe Tag 1). Von vier Nächten hatten wir drei Nächte Polarlichter, das Wetter war genial und der ganze Urlaub entspannter als im Sommer. Bonus: Es kostete viel weniger als eine gebuchte Tour und wir konnten uns in der warmen Hütte entspannen und auf die Polarlichter warten, statt in der Kälte herumzurennen.

Ohnehin ist März und vielleicht noch besser der April für Island sehr zu empfehlen, sagt auch Vermieterin Maja. Die Touristenmassen sind nicht da, Ihr bekommt einfacher Unterkünfte, alles ist etwas günstiger und Polarlichter kann man auch noch sehen. Eine Rundreise ist zu dieser Jahreszeit allerdings nicht möglich.

Wie sehen Polarlichter aus? Nordlicht grün-lila
Wollt Ihr wissen, was man beachten muss, wenn man Polarlichter fotografieren will und wie die so richtig real eigentlich aussehen? Beim Klick auf das Foto geht es zum entsprechenden Artikel.

2. Einmal um die Insel – die Rundreise im Überblick

Island-Roadtrip, Karte mit Route

Diese Karte habe ich vorher gezeichnet, so war der Plan. Nicht funktioniert hat der Trip nach Landmannalaugar, die Straßen ins Inland waren leider nicht passierbar.

1.-3. Tag: Golden Circle

Mitten in der Nacht kommen wir auf dem Flughafen Kevlavik an und fahren sofort weiter zu unserem Ferienhaus ca. eineinhalb Stunden gen Westen. Hier wachen wir am Morgen inmitten einer fantastischen, einsamen Landschaft in einem wunderhübschen Häuschen auf – was für ein toller Start!

Kleine Holzhütte mitten in Islands Ebene.

Was hier so superwinzig aussieht ist innen drin ein supergemütliches Holzhaus mit Wohnzimmer mit Küchenecke, Schlafzimmer und zwei Schlafplätzen unterm Dach.

Holzhütten-Unterkunft in Island

Die Vermieterin Maja ist aus Deutschland ausgewandert, weiß superspannende Sachen zu berichten und hilft bei allen Infos. Das Internet funktioniert ebenfalls einwandfrei – irgendwie erstaunlich, sieht man doch so ziemlich nix, wenn man aus dem Fenster schaut. Das süße Haus, das sich „Sel“ nennt, ist buchbar über FeWo-direkt.

Wir bleiben zwei weitere Nächte und machen Ausflüge zum Golden Circle. Landmannalaugar und das Inland werden uns leider verwehrt, weil alle Straßen noch gesperrt oder überflutet sind.

Skogafoss Wasserfall in Island mit Regenbogen

Auf Instagram berichte ich regelmäßig in Wort und vielen Bildern von meinen Reisen. Die hier abgebildeten Fotos sind Screenshots, weil ich mir erstens nicht sicher bin, was Instagram bei der Einbettung alles mittrackt, zweitens sind beim Einbetten die Bilder nicht mobile-tauglich. Wenn Du mir auf Instagram folgen willst, kannst Du das hier tun: https://www.instagram.com/blickgewinkelt/
Und please fellas: No like for like, ich hasse diesen shit.

Ein kleiner Geheimtipp von mir für einen Zwischenstopp ist Dyrhólaeyjarviti, eine winzige Halbinsel vor Vik. Erstens ist die Aussicht absolut fantastisch zu allen Seiten, zweitens steht dort der schönste Leuchtturm ganz Islands. In diesem kann man sogar – allerdings sehr luxuriös – übernachten.

Island

Lieblingsstelle in Island und wohl schönster Leuchtturm der Insel

Dyrholey - Klippe im Süden Islands

4.-5. Tag: Gletscherwanderung, Eisklettern und die Eisbucht Jökulsárlon

Es geht weiter nach Höfn. Auf dem Weg machen wir einen Halbtagesabstecher, um auf dem Gletscher Sólheimajökull Eisklettern zu gehen.

Gletscherwanderung auf dem Solheimajökull in Island

Anschließend bestaunen wir die Eisbucht Jökulsárlon und fühlen jetzt, dass wir tatsächlich in der Arktis sind.

Die Gletscherlagune Jökulsarlon in Island

Die Eisbucht ist wunderschön, das Hostel in Höfn leider nicht: Grauenvolles Haus mit sehr ollen, quietschenden Metallbetten. Hier wäre es auf jeden Fall besser gewesen, sich eine Privatunterkunft oder ein B&B zu gönnen.

6.-8. Tag: Schwefelquellen in Myvatn, Waltour in Hùsavik und Akureyri

Wir sind unterwegs nach Akureyri über Myvatn. Die Fahrt ist grandios, wir haben uns wegen des dichten Nebels an der Küste für eine Fahrt über das Hochland und gegen den Besuch der weiteren Eisbuchten entschieden.

Das neblige Hochland von Island

Hier im Hochland können wir auch endlich das erste Mal Im Schnee Plastiktütenrodeln, juchu!
Myvatn ist super spannend mit seinen heißen Quellen, hier gibt es auch die günstige Alternative zur überteuerten Blauen Lagune.

Das Myvatn Nature Bath in Island mit milchigblauem Wasser

Akureyri ist ein hübsches kleines Städtchen mit einem netten Spaßbad für wenig Eintritt. Die Unterkunft im Akureyri Backpackers ist unbedingt zu empfehlen wegen seines schönen Hauses, der inbegriffenen Kneipe und der netten Stimmung am Abend. Allerdings muss man sich auch hier mit qietschenden Doppelstockbetten zufrieden geben.
Von hier aus machen wir auch den Abstecher nach Húsavik und eine grandiose Waltour, außerdem besuche ich den nördlichsten botanischen Garten der Welt.

Türkisblaues Wasser auf der Waltour in Husavik

Der botanische Garten in Akureyri ist einer der nördlichsten der Welt. Gewächshaus mit Pflanzen.

9.-10. Tag: Osár und Siglufjörður, der Norden

Wir fahren weiter nach Osár mit einem Umweg über die Halbinsel Tröllaskagi und das Städtchen Siglufjörður. Auf jeden Fall anschauen, wir fanden diese Stadt mit Abstand am Schönsten und eine Übernachtung wäre hier toll gewesen, sowieso ist die ganze Gegend traumhaft.

Straße über schmale Landmasse im Norden Islands

Allerdings haben wir es mit Osar auch toll getroffen: Mein absoluter Geheimtipp! Das Hostel besteht aus mehreren kleinen Holzhütten und einem größeren Gebäude. Weil eine Hütte noch frei ist bekommen wir diese und zahlen erstaunlicherweise den gleichen Preis (also unbedingt bei Reservierung erfragen!). Von der Küche aus können wir direkt über das Vogelschutzgebiet bis hinunter zum Strand schauen, auf dem sich die Robben sonnen – mein persönliches Island-Highlight.

Holzhütten-Unterkunft in Island: Osar im Norden

Achtung: Es gibt keine kaum Einkaufsmöglichkeiten in der Gegend, also besser vorher gut eindecken!

11. Tag: Reykjavik

Heute geht es über den Westzipfel zurück nach Reykjavik. Das nächste Mal würde ich hier unbedingt mehr Zeit einplanen, denn die Westinsel ist wunderschön.
In Reykjavik bleiben wir leider nur noch einen Tag. Das Doppelzimmer, was wir für einen teuren Preis gebucht haben, stellt sich als Einzelzimmer heraus, wir müssen uns zu zweit in das schmale Bett quetschen. Davon aber abgesehen sind wir alle traurig, nur so wenig Zeit für diese wunderschöne Stadt zu haben.

Reykjavik von der Hallgrimska aus gesehen.

Am 12. Tag geht’s wieder nach Hause. Ob ich wiederkomme? Ich hoffe es.

Weiterlesen:

Für Eisliebhaber:

Buchempfehlung für den Island-Einstieg:

Gebrauchsanweisung für Island*

In leichter Erzählweise erfahren wir über das Leben der Isländer, die Geschichte und Moderne, über die Finanzkrise und Gebräuche, über den Festivalgeschmack und die Landschaft. Einzig was es bräuchte: Eine Neuauflage mit den Stimmen der Isländer über den drastisch einfallenden Tourismus ins Land.

Für Geschichts-Liebhaber (ich fand es wahnsinnig gut erzählt):

Dem Nordpol entgegen: Unterwegs im arktischen Europa*

Gavon Francis, Reiseschriftsteller, bricht zu einer mehrmonatigen Reise in die arktischen Regionen Europas auf, um alten Mythen, Geschichten und Sagas nachzugehen und zu verstehen, wie sich durch die moderne Welt und Klimaveränderung auch das Leben der Bewohner geändert hat.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde im Januar 2016 aktualisiert.

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