Die Provinz Western Cape (oder Westkap) in Südafrika ist viel zu groß, um sie komplett zu beschreiben oder auch in wenigen Tagen zu bereisen, aber auch schon mit Tagesausflügen von Kapstadt aus könnt Ihr unfassbar schöne Gegenden und Unterkünfte und touristisch gut erschlossene Kulturgüter erreichen, darunter der West Coast National Park. Zu empfehlen ist dennoch, sich hier auch über Nacht einzuquartieren, denn gerade der noch relativ unbekannte und daher sehr einsame West Coast National Park ist so schön und abwechslungsreich, dass ich gerne länger geblieben wäre.

Suchst Du Informationen über verschiedene Safari-Möglichkeiten in Südafrika? Im folgenden Artikel gebe ich einen Überblick und konkrete Beschreibungen und Tipps zu Safaris in verschiedenen Gegenden und in verschiedenen Preisklassen:

Dieser Artikel begann eigentlich als einfaches Kürbis-Rezept aus Südafrika, aber ich hatte nicht mit meinen schwelgenden Erinnerungen gerechnet, die über mich kamen, als ich mich durch die Fotos wühlte. Also wurde der Artikel immer länger und ist nun ein Mini-Guide geworden für diejenigen, die vielleicht einmal nach Südafrika reisen und die Gegend um Kapstadt herum auf gar keinen Fall auslassen sollten. Hier kommen die guten Gründe:

Inhalt des Artikels

1. Weingüter bei Stellenbosch: Schwelgen auf lukullisch

Gartenpicknick auf dem Weingut Delheim & ein altes Rezept für eingelegten Kürbis
Die Kleine Zalze: Schönes Weingut zu bezahlbaren Preisen
Mont Rochelle: Stilecht und gehoben

2. Besuch bei den „Buschmännern“: !Khwa ttu, das San Culture & Education Center

3. West Coast National Park: Karibik-Traum auf afrikanisch

Übernachten im Busch: Die Duinepos Chalets, ein erfolgreiches Community-Projekt

4. Das kleine KhoiKhoi Fischerdorf Paternoster

5. Gesammelte Links

Map Western Cape Southafrica, Karte Westkap Südafrika

Karte der Provinz Western Cape in Südafrika mit den im Artikel beschriebenen Orten

1. Weingüter bei Stellenbosch: Schwelgen auf lukullisch

Grundsätzlich ist bei den meisten Weingütern die Verkostung unabhängig von einer Übernachtung. Ich habe zwar vorher von Stellenbosch als Weingegend gehört, war mir aber nicht klar, was der Reiz des Ganzen ist. Der Reiz ist nicht nur der Wein!
Die ganze Gegend im Schatten der Hottentots-Holland Mountain Gebirtskette (ja, die heißt leider wirklich so) ist traumhaft in einem fruchtbaren Tal gelegen. Die Weingüter bieten meist Weinverkostungen sowie Menüs an, um zusätzliche Einnahmen zu generieren. Ja, es fühlt sich für den Touristen ein klein wenig an wie in kolonialen Zeiten, denn erstens finden sich hier noch sehr viele alte prächtige Kolonialbauen – Stellenbosch ist eine der ältesten europäischen Siedlungen Afrikas -, außerdem, da braucht man sich nichts vormachen, sind fast ausnahmslos alle Angestellten Schwarze und alle Inhaber Weiße.
Das ist allerdings generell in Südafrika der Zustand, der sich hoffentlich irgendwann einmal ändert.

Die Bedingungen sind selbstverständlich nicht mehr kolonial, dafür haben Gesetze und auch der gesellschaftliche Druck gesorgt. Das bedeutet, dass das Geld der Touristen in dieser Gegend den Einheimischen zugute kommt. Förderlich ist dabei, kleinere Weingüter und keine Großunternehmen zu besuchen.

Wer sich hier also einquartiert, sollte unbedingt einmal die umliegenden Weingüter für eine kleine Verkostung oder ein Gartenpicknick abklappern, es gibt viel zu sehen und zu schmecken und der Stil der Weingüter, von Interieur bis zur modernen Küche, ist absolut genial. Anzumerken ist allerdings, dass es Vegetarier in Südafrika ziemlich schwer haben, und das gilt auch für die Winelands.

Gartenpicknick auf dem Weingut Delheim & ein altes Rezept für eingelegten Kürbis

Angekommen am Weingut Delheim werden wir sofort von der netten Hausherrin empfangen und durch das Restaurant in den Garten geführt – ein Traum mit riesengroßen Bäumen und Gartentischen, viele Blumen, saftige Wiesen.

Ich bekomme bei so etwas schnell Beklemmungen, frage ich mich doch, worauf sich das Geld des Gutes gründet. Doch Hausherrin Nora Sperling erzählt sehr freimütig. Zu meinen späteren Recherchen passt dann auch das Gesamtbild: Die Geschichte des Gutes ist rund 100 Jahre alt, der Weinbau fing in den 40er Jahren an und in dieser Zeit wurde aus dem Gut das „Delheim“, eine Zusammensetzung aus „Delis Heim“. Deli war die Ehefrau des Gutbesitzers Hans Hoheisen, der als Pionier des Weinbaus in der Kap-Region gilt. In den 50er Jahren übernahm dann ein Neffe Delis aus Deutschland, „Spatz“ Sperling, die Produktion.
Die Sperlings gaben sich während und nach der Apartheid sozial und unterstützen heute verschiedene soziale Einrichtungen, was ein Grund sein wird, weshalb das Gut erstens erhalten werden konnte, zweitens Auszeichnungen erhält und drittens eine sichtlich nette Atmosphäre zwischen Chefin und Angestellten herrscht.

Wir dürfen verschiedene Köstlichkeiten probieren und ich lasse mich gottseidank darauf ein, den eingelegten Kürbis zu probieren – entgegen all meinen Vorbehalten, denn das klang immer nach bäh und ehrlich gesagt schmeckte mir das bisher auch so, immer ein bisschen an dieses seltsam eingelegte Fleisch erinnernd, wie heißt das nochmal…
Meine Entzückungsschreie amüsieren Nora sichtlich und während wir den Rest des Gutes anschauen und ein Weinetasting mit Cupcakes (!) machen, organisiert sie tatsächlich das Rezept für mich vom Koch.

Weingut Delheim in Südafrika

Das Weingut und ein Picknick im wirklich zauberhaften Garten. Unten rechts der eingelegte Kürbis, wenn man hellem Essig nutzt.

Das Beste daran: Es ist angeblich ein Rezept von Deli Hoheisen höchstpersönlich, ein Rezept also nach alter Familientradition, und ich darf es mit Genehmigung des wundervollen und berühmten Delheim-Gutes hier veröffentlichen. Dafür an dieser Stelle großen Dank.

Rezept für eingelegten Kürbis à la Delheim

Passt gut als Beilage zu deftigen Gerichten, z.B. Fleisch. Ich persönlich esse ihn auch als Snack zwischendurch.

Zutaten:

  • 1000 g geschälten und gewürfelten Kürbis. Ich bin faul und nehme daher Hokkaido, weil ich diesen im Topf kurz ankochen und dann sehr leicht mit Schale zerschneiden kann.
  • 300 ml Essig. Ja, man sollte eigentlich hellen Essig nehmen, klar. Aber ich liebe den „echten“ Balsamico di Modena über alles und finde, so schlecht macht der sich vom Aussehen nicht. Wie der Modena hergestellt wird, könnt Ihr übrigens in dem schönen kurzweiligen Artikel von Freibeuter Reisen nachlesen.
  • 300 ml Wasser
  • 600 g Zucker. So steht es im Rezept, ich habe nur ca. die Hälfte genommen und finde das Ergebnis prima. Das mag auch daran liegen, dass der Hokkaido schon von Natur aus süßer ist als andere Sorten.
  • 4-5 Nelken
  • Die Schale einer Orange und einer Zitrone (ich benutze dafür einen ganz normalen Schäler).
  • Den Saft einer Orange.

Zubereitung:

  1. Zuerst den geschälten und in mundgerechte Stücken geschnittene Kürbis in 200 ml Essig und 200 ml Wasser einlegen und über Nacht an einen kühlen Ort stellen.
  2. Am nächsten Tag die Kürbisstücken aus dem Sud nehmen und beiseite stellen (den Sud nicht wegkippen). Währenddessen die restlichen 100 ml Essig und 100 ml Wasser mit den Nelken, dem Zucker und den Schalen von Orange und Zitrone zum Kochen bringen. Die Kürbisstücken zum Sud zugeben und kochen, „bis sie glasig werden“.
    TIPP: Der Hokkaido wird weniger glasig. Wichtig ist, hier nicht zu lange zu kochen, damit die Stücken nicht zerfallen. Sie sollten noch knackig sein, das spätere Einlegen erledigt den Rest.
    Mir hat der neue Sud übrigens nicht gereicht, ich habe noch einen Teil der alten Flüssigkeit mitverwendet.
  3. Ein großes Glas sterilisieren, z.B. die klassischen Weck-Gläser. Sterilisieren mache ich, indem ich das Glas gut auswasche und dann noch einmal mit kochendem Wasser übergieße und kurz stehen lasse. Auf jeden Fall neue Gummis verwenden (is eh klar, oder?).
  4. Die Kürbisstücken nun ins Glas geben.
  5. Den Saft der Orange zum Sud geben und noch einmal kurz aufkochen. Bitte jetzt probieren, dann könnt Ihr Euch vorstellen, wie lecker das Ganze schmecken wird! Der Sud sollte ordentlich süß sein, hier könnt Ihr ggf. nochmal nachsüßen.
  6. Den Sud kochend über den Kürbis gießen und das Glas verschließen. Mindestens drei Wochen stehen lassen.

Ich habe tatsächlich erst zu diesem feierlichen Anlass mein letztes Glas vom letzten Dezember geöffnet und der Kürbis schmeckte hervorragend. Ist das Glas also gut sterilisiert, hält sich der Kürbis problemlos ein Jahr.

Eingelegter Kürbis nach Südafrikanischem Rezept

Eingelegter Kürbis nach Südafrikanischem Rezept

Die Kleine Zalze: Schönes Weingut zu bezahlbaren Preisen

Genächtigt haben wir bei unserem Aufenthalt in den Winelands in der „Kleinen Zalze„, einem sehr feinen Weingut mit Vier Sterne-Zimmern und Suiten, die im Preis-Leistungsverhältnis hervorragend sind. Ich gebe zu, durch das arge Programm war ich ein bisschen fotofaul und habe mich hinterher geärgert, denn ich habe anschließend festgestellt, dass auf der Webseite kaum Fotos sind. Der Stil ist durchgehend schlicht in warmen Tönen gehalten und ich habe wohl selten in einem so hübschen Zimmer mit solcher Aussicht übernachtet (direkter Blick auf die Berge, hachz). Die Weine sind preisgekrönt und der Golfplatz in Südafrika wegen seiner schönen Kulisse berühmt.
Wer also etwas Schönes sucht, ohne gleich ein Hochzeitsreisenbudget loswerden zu wollen, ist hier richtig (Heiraten kann man dort übrigens auch), die Garderobe sollte allerdings – möchte man nicht auffallen – ein bisschen mehr als den Backpacker-Style hergeben.
Einziges Manko: Im hauseigenen hochgepriesenem Restaurant tut man sich beim Menü mit Vegetariern wirklich schwer.

Weingut Kleine Zalze in Südafrika

Auf dem Weingut Kleine Zalze haben wir übernachtet in schönen Zimmern, mit schöner Aussicht und selbstverständlich fantastischem Wein, den es zu den Probierhäppchen inklusive dem etwas gewöhnungsbedürftien Dörrfleisch gab (Ich mag’s, geb ich aber zu…)

Mont Rochelle: Stilecht und gehoben

Wer es richtig edel haben will, sprich, wir sprechen hier dann vom Flitterwochenbudget, bucht im Mont Rochelle.

Das Mont Rochelle gehört zu einer Serie von Unterkünften, die allesamt protzen mit ihrer Schönheit. Ich empfehle auf die Seite des Unternehmens virginlimitededition zu schauen und mal so richtig zu träumen, die Bilder der Unterkünfte sind unfassbar! Allerdings sollte man wissen, dass es sich hier um einen großen Unternehmer handelt und die Gewinne vermutlich nicht gerade der lokalen Community zugute kommen.
Die Geschichte des Gutes ist allerdings sehr interessant: So, wie es jetzt ist, eröffnete das Hotel erst im September letzten Jahres (die Fotos sind also kurz nach der Eröffnung entstanden) unter dem neuen Eigentümer Sir Richard Branson. Zuvor gehörte das Hotel & Weingut dem Deutschen Erwin Schnitzler und dem Afrikaner Miko Rwayitare. Letzterer war der erste schwarzafrikanische Eigentümer eines südafrikanischen Weingutes.

Weingut Mont Rochelle in Südafrika

Das Mont Rochelle Südafrika ist Außen wie Innen ein absoluter Traum.

Leider konnten wir aus zeitlichen Gründen nicht für ein Weintasting bleiben, was ich zu gerne gemacht hätte, denn sämtliche Gebäude und das Interieur sind absolut traumhaft mit der Mischung aus Kolonialstil, Jugendstil, skandinavischen Weißtönen und afrikanischen Elementen. Ich hätte mich hier ernsthaft totknipsen können.

Weingut Mont Rochelle in Südafrika

Weingut und Lodge Mont Rochelle Südafrika. Verknallt habe ich mich hier in ungefähr alles: Die alten Kolonialhäuser, das frische Interieur, die Kreativität, mit der hier ebenso wie in Kapstadt alles arrangiert ist, die Freundlichkeit der Menschen.

2. Besuch bei den „Buschmännern“: !Khwa ttu, das San Culture & Education Center

Ich schreibe das „Buschmänner“ in Anführungszeichen, weil das Wort im Deutschen lange verpönt war als Verniedlichung aus kolonialem, rassistischem Weiß-Denken heraus. Die Bezeichnung „San“ war für diese Gesellschaft lange Jahre gebräuchlich. Tatsächlich wird „Bushman“ im Englischsprachigen in Südafrika aber ohne Vorbehalte zur Eigenbezeichnung genutzt. Ich nutze es hiermit ebenfalls, bin mir der Geschichte des Wortes bewusst und hoffe auf eine Umdeutung.

!Khwa ttu ist ein Dorf und Bildungszentrum, dass die Traditionen wiederbeleben und den San Arbeit beschaffen soll. Die San haben ebenso unter der Verdrängung ihrer Kultur sowie der Ablehnung ihrer Gesellschaft, und Vertreibung von ihrem Land zu tun wie die z.B. die indigenen Völker Amerikas. Alkoholismus ist oft die Folge dieser Arbeits- und Perspektivlosigkeit. In !Khwa ttu versucht man, den Menschen Aufgaben zu geben und das alte Erbe zu bewahren.

Dazu gehören selbstverständlich auch die Klicksprachen, die dem Besucher erst einmal erklärt und die verschiedenen Laute vorgemacht werden. Super spannend, aber ich war wirklich nicht in der Lage, mir das alles zu merken, geschweige denn die Klicks nachzusprechen, und finde heute in meinem Notizbuch seltsame Kritzeleien von Punkten und Strichen. Das Ausrufezeichen vor dem Dorfnamen ist übrigens auch Zeichen für einen Klicklaut.
Nach der Einführung gehen wir mit einem Guide durch den Medical Garden, der für mich wie ganz normales Buschland aussieht. Der Guide erklärt uns, dass dieses karg aussehende Steppenland eine Menge Kräuter und natürlicher Medizin bereithält. Auch dieses Wissen soll bewahrt und weitergetragen werden, was natürlich ganz nach meinem Geschmack ist.
Außerdem bekommen wir eine Einführung in das traditionelle Leben der San: Ein kleiner Kraal wurde aufgebaut und Kleidung, Kalebassen und traditionelle Gegenstände zusammengetragen, um das tägliche Leben dieser Jäger und Sammler zu demonstrieren. Ich darf Model spielen und den Lendenschurz anlegen.

Deutlich wird, dass unserem Guide besonders zwei Dinge wichtig sind: Die Unterscheidung zu den KhoiKhoi, die – vereinfacht gesagt – eher Viehhaltung betrieben statt Jäger und Sammler zu sein, und dass die San kein nomadisierendes Volk waren. Sie zogen nur weiter, wenn die Lebensbedingungen schlecht wurden. Nomadisierende Völker haben nicht nur in Europa einen schwierigen Stand, weil man ihnen häufig keinen Landbesitz zugesteht. Zudem galt und gilt diese Lebensweise als unstet und unentwickelt. Das ist in Südafrika nicht anders, umso mehr kämpfen die San für ihre Rechte und vor allem für ihr Land.

Das Dorf, das auch einen Kindergarten unterhält, finanziert sich insbesondere durch die Touren für Touristen, aber auch durch Kunstausstellungen und einen Shop mit Kunsthandwerk. Besonders die kunstgefertigten Gegenstände haben es mir angetan. Der Shop ist übrigens mein absoluter Geheimtipp, was Stoff angeht, ich habe nirgendwo sonst auf meiner Südafrika-Tour solche tollen und qualitativ hochwertigen Stoffe gesehen.

Von der traumhaften Gegend ganz abgesehen war der Besuch bei den Buschmännern einer der interessantesten Tage in ganz Südafrika für mich und ich kann Euch !Khwa ttu nur ans Herz legen, solltet Ihr einmal in der Gegend sein. Führungen gibt es wochentags täglich um 10 und 14 Uhr. Man sollte sich vorher anmelden, allerdings gibt es auch Spontanführungen. die Leute dort sind sehr nett und hilfsbereit und möchten gerne über ihre Traditionen aufklären.

Ein Dorf der San: Khwa Ttu im Westkap in Südafrika

!Khwa ttu im Bushland des Western Cape ist gleichzeitig Dorf und Bildungszentrum und möchte über die Traditionen der San aufklären, das Kulturerbe bewahren und sich um die Community kümmern

3. West Coast National Park: Karibik-Traum auf afrikanisch

Niemand von uns hatte erwartet, was wir im West Coast National Park zu sehen bekommen würden: Eindeutig karibisches Flair, und das nur ca. 120 Kilometer nördlich von Kapstadt. Den Nationalpark gibt es seit 1985, seit einigen Jahren ist er UNESCO Biosphärenreservat. Die riesige Langebaan Lagune, die fast vollständig im Park liegt, hat eine unfassbare blau-grüne Farbe und bietet vielen Wildvögeln Schutz und sogar Flamingos gibt es dort.
Zu empfehlen ist der Strand bei Kraalbai, unsere dort geplante Bootsfahrt und Kayak-Tour fiel allerdings aufgrund stark böigem Windes aus, der hier keine Seltenheit ist. Kayak-Touren können auch mit Begleitung gebucht werden, wer das aber unbedingt machen möchte sollte sich nach windstilleren Jahreszeiten erkundigen und ein paar Tage einplanen.

Schon auf dem Weg in den National Park sollte man den ein oder anderen Viewpoint nutzen, denn die Lagunenfarbe und die Umgebung sind wirklich grandios, höchster Aussichtspunkt ist der Seeberg, auf dem eine nette kleine weißgetünchte Hütte steht, in der wir dann auch vor dem peitschenden Wind ein paar Minuten Zuflucht gesucht haben.

Der Nationalpark besteht außer der Lagune aus viel Busch-Steppe, in denen sich eine Guided Tour anbietet, um die vielen hier heimischen Tiere auch wirklich zu entdecken und andere Geheimnisse des Busches zu erfahren. Ich bin immer sehr fasziniert von den Geschichten, die lokale Guides so zu erzählen haben. Zudem ist es immer eine Gelegenheit, überhaupt mal mit einem Lokal ins Gespräch zu kommen.

Nahe des Parks kann man übrigens auch Safaris unternehmen. Man wird hier zwar nicht die Big Five sehen, das Wildlife ist hier dennoch sehr sehenswert und das Schöne: Man ist unter sich, denn der Nationalpark und die umliegende Gegend ist touristisch nicht sehr bekannt. Ein Beispiel einer solchen Safari-Lodge könnt ihr in einem sehr lesenswerten Artikel bei Mrs. Berry nachlesen.

Damit nicht genug, gibt es im Nationalpark eine fantastische Dünenlandschaft, die über 20.000 Jahre alt ist. Wir haben am Morgen einen Wüsten-Walk gemacht. Immer noch sehr windig, trotzdem absolut traumhaft. Es gilt auch hier: Besser mit einem Guide unterwegs sein. Die wissen nämlich, wohin man treten sollte, um die zarten Pflanzen nicht zu zerstören, die das Buschland vor der Ausbreitung der Wüste retten. Denn so schön Wüste ja auf uns anmutet: Sie ist in vielen Teilen unfruchtbar und bietet weniger Tieren Schutz.

Der West Coast National Park kostet einen geringen Eintritt und gehört zu den San Parks. Wer also eine Wildcard hat, spart sich den Eintritt.

West Coast Nationalpark in Südafrika

Der West Coast Nationalpark ist wirklich so traumaft, wie er aussieht – muss ich noch mehr sagen?

Übernachten im Busch: Die Duinepos Chalets, ein erfolgreiches Community-Projekt

Direkt im West Coast Nationalpark, 15 km entfernt von der Langebaan Lagune, befinden sich die Duinepos-Chalets. Die Selbstversorger-Hütten waren mein kleines heimliches Highlight an der West Coast des Western Cape. Andere halten mich da vermutlich für verrückt, aber ich fühle mich inmitten von „sportlich-elegant“ angezogenen Menschen mit Golfausrüstung zwar nicht mehr total fehl am Platz und kann die Vorteile eines 5-Gänge-Menüs und eines durchgestylten Hotelzimmers durchaus genießen; noch wohler allerdings fühle ich mich mitten in der Natur.
Die Chalets sind komplett eingerichtet in sehr schlichtem, einfachen Design mit afrikanischen Elementen, was wunderbar zur Umgebung passt. Theoretisch gibt es einen Pool, der ist aber winzig und war, meine ich mich zu erinnern, etwas dreckig, jedenfalls hatte niemand von uns Lust, da hineinzuspringen. Das sollte allerdings auch nicht der Grund sein, hierherzufahren.
Die Chalets sind mit zwei bis drei Schlafzimmern ausgestattet und ich hätte da lieber eine ganze Woche statt nur einer Nacht verbracht, zumal es im West Coast National Park ja eine Menge zu sehen gibt.

Das Tolle an dieser Unterkunft ist die Verknüpfung mit lokalen Guides, die verschiedene Touren im West Coast National Park anbieten, zum Beispiel morgens im schönsten Licht zu den spektakulären Sand-Dünen oder ein Walk in den Busch, und die viele Sachen erzählen können, die man sich sonst mühsam erarbeiten müsste. Wir haben bei unserem Busch-Walk übrigens sogar Zebras gesehen (das wäre allerdings ein Suchbild geworden), die wir ohne Guide vermutlich verpasst hätten.

Zudem ist das ganze Projekt ursprünglich ein umweltfreundliches Community Projekt, das vor allem der schwarzen Bevölkerung Jobs verschaffen sollte. Das hier ausgegebene Geld fließt also direkt in die Community und damit ist diese Unterkunft meine absolute Empfehlung für Leute, die nachhaltig in Südafrika reisen und viel über Natur, Kultur und Umwelt erfahren möchten. Zudem ist es günstig.

Duinepos, Selbstversorger-Hütten im Busch im Western Cape in Südafrika

Die Duinepos-Chalets im West Coast National Park sind schlichte und günstige Selbstversorger-Hütten mitten im Busch. Wer möchte, kann hier tolle geführte Touren buchen.

4. Das kleine KhoiKhoi Fischerdorf Paternoster

Das kleine Fischerdörfchen Paternoster, in dem hauptsächlich KhoiKhoi wohnen, ist mittlerweile unter Touristen und umliegenden Gemeinden gerne besucht wegen seiner zauberhaften weiß verputzten und reetgedeckten Häuser und dem Fisch, den die Fischer hier täglich frisch anbieten. Außerdem steht hier einer der ältesten und letzter noch bemannter Leuchtturm Südafrikas. Das schöne Meer tut sein Übriges, um das kleine Dorf für den Tourismus attraktiv zu machen. Es gibt mittlerweile trotz der geringen Einwohnerzahl einige B&Bs.

Unten rechts ist mir übrigens ein Foto vom West Coast Nationalpark reingerutscht, ups. Das liegt einfach alles so nah beieinander, dass man sich da schonmal vertun kann. ;)

Fischerdorf Paternoster am West Kap in Südafrika

Das kleine Fischerdorf Paternoster ist vor allem wegen seiner schnuckeligen Häuser sehr beliebt. Der feilgebotene frisch gefangene Fisch dürfte auch nicht zu verachten sein.

Ich hoffe, Euch hat meine kleine Tour gefallen. Ich schwelge jetzt ein bisschen, weil ich das alles noch einmal erleben durfte. So schön, oder?

5. Gesammelte Links

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Offenlegung: Mein Aufenthalt am Western Cape erfolgte im Dezember 2014 durch die Einladung auf eine Pressereise von South African Tourism, Condor und Thomas Cook. Da die Gastgeber schon gar nicht mehr mit irgendwelchen Artikeln rechnen, könnt Ihr wie üblich sicher sein, dass ich hier nur schreibe, was ich auch so meine. ;)