Möven über der Fähre nach Trelleborg

Als ich vor einiger Zeit meine analogen Fotos von einem Trip nach Zanzibar durchforstete, war ich fasziniert von dem Charme, den diese Fotos ausstrahlten, geschossen mit einer ziemlich billigen Analog-Knipse und sehr wahrscheinlich einem stinknormalen Agfa 100 Film.

Schon bald haben viele der alten Fotos, ob nun sorgfältig im Album eingeklebt oder in diversen Kisten verstaut, ihre Halbwertszeit überschritten. Von den meisten besitze ich natürlich keine Negative mehr. Ebenfalls liegen hunderte Negative bei mir im Schrank, bei denen ich keine Ahnung habe, was darauf zu sehen ist.

Dabei sind diese Fotos meist sehr viel bedeutsamer als heutige mit digitaler Technik aufgenommene: Kein billiger Speicherplatz, Herumgeknipse war verboten („Kind, weißt Du, wie teuer dieser Film war!“), auf die Urlaubsfotos wartete man tagelang ungeduldig und hoffte, dass der Entwickler in der Billigdrogerie nicht wieder einen Fehler gemacht hatte.
Erinnerungen an wichtige Ereignisse – die Einschulung, das erste Flötenkonzert, goldene Hochzeit der Großeltern – wurden nicht als Fotobücher manifestiert sondern in ein, zwei speziellen Momenten auf Film festgehalten. Alles andere wurde und wird bis heute im Kopf bewahrt.

Mutter in der Hängematte
Mami schaukeln: Wer ist dran?

Es wird also dringend Zeit für die Digitalisierung, bevor alle Fotos und die damit zusammenhängenden Erinnerungen unwiderruflich verblassen.

Analogfoto verblasst
Das grüne Boot begleitete uns jahrelang in den Dänemark-Urlaub.

Hiermit rufe ich deshalb zur Blogparade der analogen Erinnerungen auf.

Analoge Fotografien wecken in uns Erinnerungen an ein Kindheit und eine völlig andere Welt der Fotografie. Die Blogparade soll Erinnerungsgeschichten anhand von analogen Fotografien und Geschichten von der Zeit vor der Digitalisierung der Welt erzählen.

Für alle Blogger:

Mich interessieren Eure alten, mit Analogkamera und Film geschossenen Fotos, auf denen nicht jedes bis ins letzte geschärfte Detail zu erkennen ist, die nicht nach HDR-Fotografie aussehen oder mit dem immer gleichen, austauschbaren Instagram-Filter bearbeitet sind.
Ich möchte unperfekte Analogfotografien sehen, vielleicht mit morbidem Charme und leichtem Gilb, Fotografien, die von anderen Zeiten erzählen, von Eurer Jugend, Eurer Kindheit, dem Großvater, denn hinter jedem Foto steckt eine ganze Geschichte, die mindestens so lang ist wie die gefühlt endlose Wartezeit bis zur Entwicklung des Negativs. Bitte beachtet die unten stehenden Regeln.

Für alle Leser:

Hier werden hoffentlich nach und nach allerlei schöne, spannende, rührige und charmante Geschichten aus früheren Tagen erzählt. Möge der Leser darin stöbern, neue Winkel und alte Erinnerungsräume entdecken und von alten Zeiten schwärmen, der Zeit einer anderen Fotografie.

Regeln:
  • Die Fotos müssen mit einer analogen Kamera aufgenommen worden sein.
  • Fotografiert Eure Fotos ab, scannt sie ein, oder scannt Eure Negative. Zum Scannen von Negativen habe ich einen tollen Tipp von Julie bekommen, schaut mal hier: Der Smartphone-Scanner.
  • Bearbeitet die Fotos abschließend wie Ihr mögt, Euch ist jede Kreativität überlassen. Es dürfen auch „Kunstfotos“ eingereicht werden.
  • Damit wir uns nicht nur das Analoge vor Augen führen sondern spannenderweise anderer Zeiten, Länder und Sitten (ich sag nur: Kleidung!) ansichtig werden, sollten die Fotos bitte älter als 24 Jahre sein, also um genau zu sein, vor 1990 aufgenommen sein.
  • Schreibt einen Post auf Eurem Blog und erzählt Eure Geschichte. Das kann die Geschichte eines Kleidungsstücks sein, das ihr auf einem Foto tragt, die Geschichte Eures Opas, die Fotos können einen ganzen Urlaub erzählen oder eine Tradition von früher oder die Entstehungsgeschichte dieses Fotos. Die Geschichte der ersten Reiseerinnerung gibt es bereits bei Heimatherz, aber vielleicht wollt Ihr noch eine andere loswerden?
  • Verlinkt in Eurem Post auf diesen Beitrag.
  • Verlinkt Euren Post hier unten: „Add your Link“ anklicken, Linkadresse zu Eurem Post (nicht dem Blog!) eintragen, Titel des Posts eintragen (ein Titel wird auch automatisch vorgeschlagen), E-Mail-Adresse angeben, gewünschtes Vorschaubild auswählen, „Done“ anklicken. Sollte etwas nicht funktionieren, hinterlasst den Link einfach im Kommentarfeld, ich trage ihn dann ein.
  • Ihr könnt mehr als einen Beitrag posten und auch alte Beiträge verlinken, wenn sie denn passen.
Deadline ist der 10. November. Ihr habt also genug Zeit, um Eure Fotos zu digitalisieren. Ich behalte mir vor, Dankeschöns für besonders tolle Posts nach eigenem Gusto zu verteilen.