Lange, geradezu galaktische Zeiten hats gedauert, aber nun ist er da, der lang ersehnte, großartige, wundervolle Gastpost vom Mann mit der coolsten Geschichte, die uns wohl in Chile und Bolivien – äh – auf diesem fremden Planeten begegnet ist. Aber lest selbst:

„Eine kleine Geschichte über einen kleinen Mann der sich auf die Reise nach weit-weit-weg macht um dort die Welt zu erkunden …“

Nun gut – ähem, schriftstellern, das ist ja nicht so meins. Fotografieren eigentlich auch nicht, und insofern hatte es ja schon beinahe etwas komisches, dass ausgerechnet ich an einer gewonnenen Reise teilnehmen konnte – und dann auch noch an einer fast dreiwöchigen Fotoreise nach Chile und Bolivien! Das liegt eigentlich eher so in einer Preisklasse für die (ähem!) ’ne Oma ganz schön lange stricken muss, aber das Schicksal meinte es letztes Jahr mal ziemlich gut mit mir und hat mir nicht nur die beste Frau der Welt zugedacht, sondern ebendiese Frau auch noch mit dem Talent gesegnet, zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle das richtige Foto zu machen – nun gut, was rede ich, der Hintergrund der BigTour dürfte den Lesern und Leserinnen dieser Seiten hinlänglich bekannt sein.

Warum ich das erwähne: Ich hatte unsere Fotoreise anfänglich eigentlich mehr als geschenkten Urlaub begriffen und hatte mich auch sehr gefreut, mal in eine Ecke der Welt zu kommen in die ich sonst wahrscheinlich niemals gekommen wäre – aber … fotografieren? Ich? Das ist jetzt ein bisschen peinlich, aber ursprünglich hatte ich sogar erwogen einfach gar nicht erst meinen Fotoapparat mitzunehmen sondern das lieber den „Profis“ zu überlassen. Eine DSLR hatte ich zwar schon, aber das Ding hatte ich mir mehr so als Männerspielzeug zugelegt. (Wer kennt das nicht, Samstagnachmittag im MediaMarkt, das Geld ist immer noch nicht alle, was könnte ich mir denn zulegen …)
Glücklicherweise hat mich Inka dann überzeugt die Knipse (und als solche hatte ich sie immer auch nur benutzt) nicht zuhause liegen zu lassen.

Dass die Natur in Chile und Bolivien toll, großartig, überwältigend war brauche ich hier nicht mehr zu erwähnen – was das Fotografieren angeht so konnte ich reichlich lernen, und habe endlich begriffen wofür die vielen Knöpfe an der Kamera überhaupt gut sind. Trotzdem – beim abendlichen Vergleich der Aufnahmen habe ich sehr schnell gemerkt, dass mir insbesondere die Landschaftsaufnahmen einfach nicht so gut gelingen. (Lag bestimmt daran dass ich nur so ’ne billige Sony Alpha 290 habe, hüstl … :-)

Nunja, was also macht man im gnadenlosen Überlebenskampf der Fotografen? Klar, man macht das, was uns die Natur seit hundert Millionen Jahren in den Schädel geklöppelt hat: man sucht sich seine ökologische Nische! In meinem Fall war es halt etwas so albernes, dass sich keiner der anderen damit beschäftigen wollte.

Wir hatten vor der Reise bei uns zu Hause ein bisschen Spielzeug eingesammelt (vor allem für die Fotos vom Salar de Uyuni) und eigentlich vorgehabt, das dann während der Reise an Kinder vor Ort zu verschenken (vielleicht im Austausch gegen ein Foto?). Irgendwie fühlte sich das mit dem Menschen fotografieren dann aber doch ein bisschen blöd an, also haben wir es gelassen. Da wir das Zeug aber ja nun schonmal in der Tasche hatten habe ich angefangen, unseren Astronauten immer wieder mal an der einen oder anderen Stelle zu positionieren, anfangs nur als Größenvergleich, aber irgendwann hat es angefangen richtig Spaß zu machen sich immer wieder neue Stellen zu überlegen wo der kleine gelbe Mann hinpassen könnte. Eher zum Ende hin habe ich darüber nachgedacht eine „Story“ aus den Bildern zu machen, und … voilá, hier ist sie.

Wie gesagt, an den Texten könnte ich noch ein bisschen schrauben, aber da Inka mich nur nach Prag mitnimmt wenn ich mit diesem Gast-Posting vorher fertig werde muss die Welt halt mit den Texten so leben wie sie sind und … einfach die Bilder auf sich wirken lassen. :-)

An dieser Stelle noch: Vielen Dank an Gunther, Inka und Salome für die technische Hilfestellung. Die beiden letzten Bilder sind von Gunther. Tja, wer hätte das gedacht, die habe ich nicht selber gemacht … :-)

Tag 0, morgen geht es los …


„Mein Name ist Armstrong, Luke T. Armstrong.“


An Bord meiner Raumfähre M.A.N-frotto 2000 stoße ich in Galaxien vor die kein Playmobilmännchen je zuvor gesehen hat!


Hier die Trägerrakete. Wünscht mir Glück!
<hier dramatisch klingende Filmmusik einblenden>

Tag 1: Die Landung


Das Landemanöver verläuft zunächst etwas unrund …


… aber das klappte bei dem Baumgartner Felix am Anfang ja auch nicht so wie gedacht.


So, stabilisiert. Geht doch!


… und gelandet. „Ein kleiner Schritt für <…>“ etc. pp.


Sofort beginne ich mit der Erkundung der Umgebung.
Salz. Salz, soweit das Auge reicht.


Es beginnt bereits zu dämmern, und …


… ich beschliesse mir für die Nacht einen Unterschlupf zu suchen.

Tag 2: Fremde Welten


Ein wunderschöner Sonnenaufgang begrüsst mich.


Um mehr Überblick zu gewinnen beschliesse ich den nächsten Hügel zu erklimmen.


Fast schon oben!


Geschafft! Und hier oben kann man sogar mal den Helm abnehmen!


Beim Abstieg vom Gipfel wandere ich durch Landschaften die an den Mars erinnern.


Wieder unten in der Ebene angekommen dann die große Enttäuschung – kann hier Leben denkbar sein?


Blubbernde und vermutlich giftige Schlammfontänen schiessen in die Luft.


Doch – halt, hier gibt es Wasser.


Und wo Wasser ist, da gibt es auch Leben. Weiss ja jeder. Sogar diese dämlichen Legomännchen.


Tatsächlich: Pflanzen!


Große Pflanzen!


Sogar SEHR große Pflanzen!!!


Spaziergang durch einen leider abgestorbenen Wald. Immerhin, es gibt Schatten!

Tag 3: Take me to your leader!


Ich entdecke ein weitverzweigtes Höhlensystem und beginne sofort mit der Erkundung.


Die Gänge erstrecken sich über Kilometer.


Beim Blick aus einer der Höhlen heraus dann der Schock!


Das sind eindeutig Grundrisse einer verlassenen Siedlung! Was mag mit den Bewohnern geschehen sein?


Wurden sie vielleicht alle vom großen grünen Quaddelmonster gefressen? Besorgt mache ich mich sofort auf die Suche.


Dann die große Erleichterung: Den Bewohnern des Planeten geht es gut! Ich nehme Kontakt zu dem ersten Einheimischen auf den ich sehe …


… und schenke den Bewohnern des Planeten eine bunte Fahne die ich gerade zufällig dabei habe. Yay!

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So, Abspann: Wer jetzt geglaubt hat ich hätte da nur so ein 7cm großes Plastikmännchen dabeigehabt, der hat sich getäuscht. Der Astronaut war natürlich echt und in Wirklichkeit etwa 2 Meter groß. Eine ganz schöne Plackerei den Anzug durch halb Chile zu schleppen, und vom Übergepäck im Flieger will ich gar nicht erst reden!


Aber was tut man nicht alles für die Eroberung des Weltraums! Peace!