Der Winter tanzt und Eiskristalle erwärmen mein Herz. Hast Du Dir Schnee schon einmal richtig angeschaut?

Bild von sechseckigen Schneekristallen

Schneekristalle auf dem Gehweg

Wenn Wasser zu Eis friert, verbinden sich die Wassermoleküle in Form von Sechsecken miteinander. Was so langweilig klingt, ist für mich eines der schönsten Ergebnisse natürlicher Gestaltung: Schneekristalle.
Eine meiner Freundinnen behauptet, sie kenne niemanden, der sich Schneeflocken so genau anschaut wie ich. Eiskristalle, wenn sie denn so perfekt vom Himmel fallen wie auf dem Bild, sind für mich der Höhepunkt des Winters. Aber vermutlich aus reiner Zierde zeigen sie sich die Schönheiten in ihrer ganzen Perfektion nur äußerst selten – im Schnitt nur einmal im Norddeutschen Winter.

Ich freue mich wie Lorelay Gilmore, wenn der erste Schnee im Jahr fällt (übrigens gibt die folgende Szene die jeweilige Schnee-Beziehung vom Mann und mir sehr real wieder).

Jedes Mal, wenn Schneeflocken fallen, auch beim zweiten und dritten und vierten Mal, renne ich raus, strecke beide Arme aus und schaue die Schneekristalle auf meinen Armen genau an: Welchen Schnee gibt es heute, Puderzuckerschnee vielleicht, die komplett kleingebröselten Kristallstückchen? Oder gibt es diesen ganz weichen Pulverschnee mit den vielen kleinen zerfisselten Eiskristallärmchen?
Oder ist es – endlich, endlich – mein Lieblingsschnee: Die perfekten, unzerbrochen von Himmel gefallenen kleinen Eiskristalle – Sternenschnee.

Sternenschnee

Schnee am Blumentopf

Wann ich entdeckt habe, dass im Winter manchmal ganze Sterne vom Himmel fallen und kein Stern dem anderen gleicht, weiß ich gar nicht mehr, aber es wird der Beginn meiner Schneeliebe gewesen sein. Wann immer ich diese unglaublichen Gebilde sehe, habe ich das Gefühl, dass sich ein Märchenschleier um mich herum legt und ich fühle mich, als sei ich sieben Jahre alt und würde in einem dieser alten, geheimnisvollen tschechischen Märchen mittendrin stecken.

Schneekristalle auf Balkonbrüstung

Schneekristalle auf Pflanzen im Garten

Eiskristalle (Schnee) auf dem Straßenboden

Egal, wo der Sternenschnee hinfällt, auf meinen Wollpullover, auf den Asphalt, auf die rostige grüne Balkonbrüstung, an die Spitzen der in der Winterruhe erstarrten Pflanzen im Garten: Alles wird durch die zarten, einmaligen Gebilde der Eiskristalle verzaubert.

Eiskristalle auf Wolle

Als ich im Jahr 2010 entdeckte, dass ich von Eiskristallen mit meiner billigen Bridge-Kamera erstaunlich gute Makroaufnahmen machen kann, wenn ich denn die Kamera ruhig und halte und dabei nicht atme (denn sonst schmelzen die Sterne von meinem warmen Atem sofort dahin), konnte ich nicht mehr aufhören. Mein Fotoprojekt „Sternenschnee“ läuft nun also schon seit sechs Jahren und ich hoffe, es kommen noch einige Bilder dazu, denn ich persönlich kann mich wirklich nicht sattsehen daran.

In den letzten drei Jahren sind allerdings nicht viele Fotos dazugekommen. Der Schnee hat häufig gefehlt, die Wetterbedingungen für die perfekte Sternchen sind rar und gleichzeitig eine geeignete Kamera in der Hand zu halten, um sie zu fotografieren, ist dann ein Glücksfall. Glaubt es oder nicht, mit meinen tollen DSLRs und den dicken Objektiven funktionieren diese Makroaufnahmen nämlich nicht, ein Makroobjektiv war mir bislang zu teuer. Makrolinsen zum Vorschrauben* funktionieren so leidlich, man muss viel üben und der Schärfebereich ist winzig. Die meisten der hier abgebildeten Fotos sind daher schon älter und noch mit meiner billigen Bridge-Kamera* aufgenommen.

Meist sehe ich übrigens erst am Rechner, ob ein Foto etwas geworden ist und habe dann auf dem ein oder anderen ein richtiges Goldstück entdeckt, so wie dieses hier.

Eiskristall auf Wolljacke

Wenn jetzt also hoffentlich bald auch hier der erste Schnee fällt – in manchen Gegenden Deutschlands ist es ja wohl schon soweit – dann freu Dich mit mir und schau Dir den Schnee einmal richtig an. Mit ganz viel Glück ist es Sternenschnee. Ich warte schon sehnsüchtig.

Gleichmäßiger Eiskristall

PS: Für den Kitsch in diesem Post ist allein die Natur verantwortlich. Ich nicht.

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