Die Lage der Nation? So untermittel, würde ich sagen. Nicht nur, dass wir hier innerlands schon mit der neuen Rechten zu tun haben, nun werden wir von dem braunen Zeugs auch noch von Nachbarseite eingeklemmt, und was wir von TTIP erwarten können wissen wir nun auch dank eines Leaks. Es lebe das Genfood der Amis.
Im Weltdurchschnitt gesehen flutscht es allerdings, würde ich sagen: Unser Fleisch ist billig, in Bangladesh knüppern sie weiterhin fleißig unsere Billig-Shirts zusammen und ich überlege, wie ich ein drittes Mal in die Antarktis reisen kann. Yeah.

Keine Sorge, Du musst jetzt nicht aufhören zu lesen, dies hier wird – auch wenn er so angefangen hat – kein Bashing-Artikel mit Moralkeule, sondern ein Angebot.

Ein bisschen die Welt retten

Natürlich versuche auch ich, auf möglichst vielen Gebieten möglichst nachhaltig zu konsumieren und mir zu überlegen, welches Verhalten ökologisch und global gerecht ist. Immer deutlicher wird, wie dringend erforderlich ein Wandel unseres Konsumverhaltens ist, vor allem von denen, die es sich zeitlich, geistig und finanziell leisten können, um nachhaltige Wirtschaftsideen vorwärts zu bringen und populär zu machen. Strafen und Moralkeulen bringen langfristig sicher nichts, deshalb sollen Ideen und Angebote

  • zum Nachdenken anregen und
  • Alternativen zu schädlichen Produkten oder Konsumverhalten aufzeigen.

Wie weit jeder dabei geht, ein Geld und seine Zeit dafür einzusetzen, muss und soll jeder für sich entscheiden. Ich habe zum Beispiel meine Reisen nicht aufgegeben und werde das auch nicht, dafür habe ich kein Auto, ernähre ich mich zu großen Teilen mittlerweile vegan, kaufe kaum Klamotten und versuche, im Haushalt Produkte ohne Plastik, Microplastik und Palmöl einzusetzen – wenn es denn unsere begrenzten finanziellen Mittel zulassen.

Was das nützen soll, fragt sich vermutlich manch einer. Vielleicht kennt Ihr den Spruch:

Wenn du denkst, dass du zu klein bist um einen Unterschied zu machen, versuch mit einer Mücke im Zimmer zu schlafen.

Ich hoffe auf viel, viel mehr Mücken in nächster Zeit.

Ich habe mich ein bisschen umgeschaut in der Blogosphäre, und da gibt es natürlich schon sehr viele, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit befassen, allerdings muss man ganz schön suchen, um die zu finden. Mir schwebt jetzt vor, das irgendwie zu sammeln und auffindbar zu machen. Durch einen einfachen Hashtag? Oder eine Seite? Ich bin mir noch nicht sicher und für Ideen dankbar. Sicher ist, dass ich mich immer mehr mit dem Thema auseinandersetzen und Alternativen finden möchte, denn in meinem Einkaufskorb finden sich immer noch viel zu viele schädliche Sachen.

So anstrengend? So umständlich, finden viele, es koste so viel Zeit. Genau darum soll es gehen: Wenn ich nicht ewig suchen muss, wo ich Haushaltseife ohne Palmöl herbekomme oder welches Gesichtspeeling ohne Microplastik auskommt, dann spart mir das Zeit. Ich persönlich bin ohnehin kein Shopping-Mensch sondern froh, wenn ich ein Produkt gefunden habe, was mir gefällt. Das kaufe ich dann, gerne auch auf Vorrat und muss mich nicht weiter damit beschäftigen. Und dann ist das Ganze eigentlich auch gar nicht mehr anstrengend und umständlich. Von den Vorteilen vom Minimalismus fange ich erst gar nicht an (oder erzähle Euch später mal mehr darüber).

Plastik

Eines der dringendsten Probleme unserer Zeit ist das Übermaß an Plastik, das wir täglich produzieren und konsumieren. Natürlich, Plastiktüten zu vermeiden ist schon ein guter Anfang, das geht wenigstens jetzt auch hier in der EU los. Lediglich IKEA hat davon anscheinend nix mitbekommen, die haben nämlich gerade ihre Papiertüten zugunsten der Plastiktüte wieder abgeschafft – meinen Herzlichen Glückwunsch für diese Kurzsichtigkeit.
Schon seit längerer Zeit versuche ich, nach und nach bei meinem Konsum auf plastikfreie Alternativen umzusteigen, aber beim Familienhaushaltseinkauf wird es schwer, ich kann es mir weder finanziell noch zeitlich leisten, wöchentlich zu verpackungsfreien Läden oder mehreren Wochenmärkten zu fahren und dort unseren Einkauf zu machen.
In hiesigen Supermärkten sieht es dann düster aus: Gurken, Tomaten Salat, Zahnbürste – heute wird fast alles in eine eigene Plastikumverpackung eingeschweißt – der absolut irre Wahnsinn, und sowas von überflüssig, denn ich bin ganz sicher, dass ein Großteil der Verbraucher da wirklich gar keinen Wert drauf legt – im Gegenteil.
Wie vermeide ich also vor allem diesen riesigen Plastikberg, der beim Einkauf des täglichen Bedarfs entsteht?

Whales.org: Weniger Plastik ist Meer

Die wunderbare NGO Whales and Dolphin Conservation (WDC) hat ein großartiges Projekt ins Leben gerufen: Weniger Plastik ist Meer. Vor allem bedroht das Plastik ja auch unseren Lebensraum Meer, und natürlich greift das dann auch ganz essentiell in unsere alltägliche Welt über, denn das Leben auf der Erde ist ein riesiger Kreislauf. Wir haben alle die vielen gestrandeten Wale gesehen, die alle ihren Bauch voll Plastik hatten – absolut grauenvoll. Was sich aber ganz unsichtbar in unseren Alltag schleicht: Das Mikroplastik, was wir immer mehr im wahrsten Sinne schlucken, das unsere Weltenmeere und die Erde zumüllt und Nahrungsketten tötet. Plastik tötet Umwelt, so einfach ist das eigentlich. Ein Wunder, warum wir dann immer weiter machen.
Schaut Euch unbedingt die Seite vom WDC mal an, Ihr findet dort viele Fakten rund ums Plastik, einige Hilfestellungen, Plastik zu vermeiden und außerdem ein Gewinnspiel.

Eure Mithilfe ist gefragt

Am kommenden Wochenende bin ich eingeladen, an einem Workshop vom WDC zu „Weniger Plastik ist Meer“ teilzunehmen. Ich freue mich schon sehr drauf, mich mit Gleichgesinnten auszutauschen und viele wichtige Informationen rund um das Thema zu sammeln, die ich natürlich auch hier für Euch bereitstellen werde. Gesponsert wird der Workshop unter anderem vom Outdoor-Equipment-Hersteller Vaude, der seit vielen Jahren Auszeichnungen für sein Engagement in Sachen Nachhaltigkeit bei deren Outdoor-Produkten bekommt und ich freue mich, vor Ort mit einen Vertreter darüber sprechen zu können.

Und jetzt brauche ich Euch!

Diesen Workshop möchte ich möglichst gut nutzen und deshalb dem WDC und auch an Vaude viele schlaue Fragen stellen rund um das Thema Nachhaltigkeit und Plastik. Mir fallen da Fragen ein wie:

  • Streichhölzer oder Plastikfeuerzeug: Was ist ökologischer?
  • Daunenjacke oder Kunstfaser? Was ist besser vertretbar?
  • Gibt es Fleece überhaupt in unbedenklicher Variante oder sollten sämtliche Fleeceprodukte auf die Nicht-Kaufen-Liste wegen der Microplastikanteile, die bei jedem Waschgang im Abwasser landen?
  • Ökologisches Waschmittel in Plastikverpackung oder nicht-ökologisches Waschmittel im Karton?
  • Wo kann ich nachsehen, ob etwas ökologisch vertretbar und nachhaltig ist? Welche Siegel sind frei erfunden und welche sagen wirklich etwas aus?

Habt Ihr Fragen, die Euch brennend interessieren rund um das Thema Plastik und Nachhaltigkeit? Um Outdoor-Equipment und Nachhaltigkeit? Oder zum Thema Meer generell?
Ich würde mich sehr freuen über Eure Anregungen. Bis zum Abend vom Donnerstag, den 5. Mai werde ich Eure Fragen sammeln, schreibt einfach hier in die Kommentare oder gerne auch eine Email.

Am Freitag treffe ich dann meine Mitstreiterinnen vom Workshop, das sind

Michaela von Transglobal Pan Party, WDC
Theresa von The Waitress
Maddie von Dariadaria
Shia von Wasteland Rebel
Kathrin von Ein bisschen vegan

Ich bin supergespannt und freu mich wie bolle! Macht’s bis dahin fein und möglichst plastikfrei,
Inka

Offenlegung: Zum Workshop bin ich von der NGO WDC eingeladen. Selbstverständlich bekomme ich kein Geld dafür, weder für die Teilnahme noch für nachfolgende Artikel zu dem Thema. Damit beschäftige ich mich aus reiner Überzeugung.