Pinguine leben nur auf der Südhalbkugel der Erde: in Chile, Argentinien, Neuseeland, Südafrika, Peru, Uruguay, Brasilien, Angola, Namibia und natürlich in der Antarktis und auf vielen subantarktischen Inseln. Pinguine leben nicht nicht am Nordpol.

Auf meiner Pinguin-Map findest Du all die verschiedenen Lebensräume der jeweiligen Pinguinarten. Absichtlich soll es hier ein bisschen zu entdecken geben, denn Pinguine gehören schließlich zu den spannendsten Tieren der Welt, über die viele von uns sehr wenig wissen.

Pinguin-Karte: Karte über Pinguinarten und dem Lebensraum von Pinguinen in der Welt

Pinguin-Map: Welche Pinguinarten gibt es und wo leben sie? Beim Draufklicken wird die Abbildung größer.

Die Karte könnt Ihr übrigens ab sofort bei mir im Shop bestellen!

Natürlich könnt Ihr das Bild herunterladen und für Euch privat nutzen, das würde mich sehr freuen. Die Reproduktion und Weiterverbreitung ist nicht erlaubt.

Nach dem genaueren Studium der Karte der Spheniscidae, wie der wissenschaftliche Name für die Familie der Pinguine lautet, könnt Ihr viele Fragen beantworten.

Ich hätte ja gerne noch mehr Informationen untergebracht, aber dann hätte man diese Karte im A4-Format nicht mehr lesen können und wäre vom Buchstabensalat komplett erschlagen worden.

Versucht mal, die Karte selber zu ertüfteln. Für alle, die ungeduldig sind, sind hier die Fragen und Antworten:

Welche und wieviele Pinguinarten gibt es?

Es gibt sechs Gattungen von Pinguinen und verschiedenen Unterarten. Insgesamt gibt es 18 verschiedene Pinguinarten. 

Die Gattungen 1. Schopfpinguine, 2. Langschwanzpinguine, 3. Großpinguine und 4. Brillenpinguine sind in weitere Unterarten aufgeteilt, nur die 5. Zwergpinguine und 6. Gelbaugenpinguine (rechts unten) haben keine weiteren Unterarten.

Familie, Gattung, Art

Wissenschaftliche Einteilungen in Gattungen und Arten sind lange Prozesse von Untersuchungen und Thesen. Im Laufe der Zeit ändern sich daher die Einteilungen (und Auffassungen) immer wieder einmal. Auch bei den Pinguinarten gibt es teilweise noch ein bisschen Uneinigkeit. Einige Wissenschaftler unterscheiden zum Beispiel den Kaiserpinguin noch in zwei weitere Unterarten und der südliche Felsenpinguin ist erst seit kurzem als eigene Art anerkannt.

Wo leben welche Pinguine?

Langschwanzpinguine leben vor allem an den Küsten der Antarktischen Halbinsel. Auf der Karte habe ich die Weltkugel zwecks Übersichtlichkeit daher dort ausgelassen.

Der Königspinguin, der gerne mit dem Kaiserpinguin verwechselt wird und ebenfalls zu den Großpinguinen gehört, lebt hingegen überhaupt nicht auf dem Kontinent Antarktika sondern nur auf subantarktischen Inseln wie zum Beispiel Südgeorgien.

Bei den Brillenpinguinen dürfte kurz Verwirrung herrschen: Sowohl die Gattung nennt sich so wie auch eine Unterart. Das ist so korrekt und ein Grund, weshalb ich zusätzlich sowohl jeweils den wissenschaftlichen lateinischen Namen wie auch den Englischen Namen dazu geschrieben habe. Die korrekten Arten bekommt man z.B. nur über die Englischsprachige Wikipedia-Seite heraus, bei der deutschen Seite sind Fehler drin und dort sind auch nicht alle Arten beschrieben. Der Brillenpinguin (Art) lebt in Afrika, und zwar in Südafrika, Namibia und Angola. Die anderen Arten der Brillenpinguine leben in Südamerika und auf den Galapagos-Inseln.

In Neuseeland leben die Zwergpinguine und die Gelbaugenpinguine.

Schopfpinguine leben auf den subantarktischen Inseln. Habt Ihr schon den „Maccaroni-Penguin“ entdeckt?

Auf der Karte haben die Pinguinarten jeweils ein farbiges Quadrat vor dem Namen. Auf der Weltkugel, die zur entsprechenden Gattung dazugehört, findet Ihr diese Quadrate und damit auch den Lebensraum.

Beispiel

Der Goldschopfpinguin ist mit einem strahlenden Gelb gekennzeichnet (links unten). Er gehört zur Gattung der Schopfpinguine (linke Spalte). Auf der zugehörigen Weltkugel (oben links) sieht man anhand der gelben Quadrate, dass er ziemlich rund um dien antarktischen Kontinent auf den subantarktischen Inseln verbreitet ist und als einziger der Schopfpinguine auch auf der Antarktischen Halbinsel heimisch ist (das ist der Zipfel, der nach Südamerika hinüberragt).
Er ist also der einzige der Schopfpinguine, der überhaupt auf dem Kontinent Antarktika anzutreffen ist.

Die einzelnen Inseln auch noch einzuzeichnen wäre leider zu übersichtlich geworden. Lasst Euch sagen: Da sind Inseln. Die Verbreitungsgebiete und Lebensräume werden noch einmal jeweils unter der Pinguin-Art genannt. Ihr könnt also erstens herausfinden, wie die Gebiete heißen und zweitens, wo sie liegen.

Welche ist die südlichste Pinguinart?

Adéliepinguine und Kaiserpinguine sind die einzigen Arten, die sich innerhalb des antarktischen Kontinents aufhalten. Nur diese zwei Arten kann man so weit südlich sehen. Lange hat man gedacht, dass Kaiserpinguine am südlichsten leben, aber gerade letztes Jahr hat man eine kleine Kolonie sehr weit im Innern der Antarktis, also Richtung Südpol entdeckt. Ganz genau weiß man also nicht, welche Pinguinart nun am südlichsten lebt.

Am Südpol leben übrigens keine Pinguine, auch wenn das so immer wieder geschrieben wird. Pinguine brauchen das Meer als Lebensraum, und der Südpol ist davon einfach zu weit entfernt.

 

Was die Pinguin-Map auslässt

Manche Abbildungen einiger Pinguinarten fehlen. Brillenpinguine sehen sich alle ziemlich ähnlich, deshalb habe ich hier sowohl wie bei einigen anderen für die Übersichtlichkeit darauf verzichtet.

Die ausgestorbenen Pinguinarten stehen hier nicht, das ist ein interessantes (und natürlich etwas trauriges) Kapitel für sich. Auch die Bedrohung vieler Pinguinarten ist hier nur kurz angeschnitten. Häufig ist die Bedrohung übrigens nicht auf die reine Anzahl an Tieren zurückzuführen, sondern weil der Bestand allein in den letzten 50 Jahren um ein Drittel bis Hälfte zurückging. Manchmal ist der Lebensraum einer Art auch so klein, dass eine kleine Änderung in diesem Gebiet fatale Auswirkungen auf die gesamte Art haben könnte.

Man weiß sehr vieles noch gar nicht über Pinguine, vor allem über die Arten in subantarktischen und antarktischen Regionen. Zum Beispiel ist es schwierig, genau nachzuvollziehen, was eigentlich zwischen den Brutzeiten passiert und wo sich die Pinguine dann aufhalten, denn meistens kommen sie vor allem zur Brutzeit an Land. Der ganze Brutzyklus ist ein umfangreiches Thema und bei jeder Pinguinart unterschiedlich.

Was auch nicht auf der Karte steht und was ich vor meiner Reise gefragt wurde: Ja, Pinguine sind kuschelig, und wie! Und bevor mir jetzt das Umweltbundesamt aufs Dach steigt:

Pinguin kuscheln: Das geht natürlich nur mit dem Fell.

Dieses Pinguin-Federnkleid ist im Museum von Grytviken auf Südgeorgien extra zum Anfassen ausgestellt. Da konnte ich schlecht nein sagen.

Dieser Königspinguin ist eines natürlichen Todes gestorben und ein Museumsangestellter hat anschließend das Fell gerettet und im Museum in Grytviken zum anfassen ausgestellt. Die Federn sind tatsächlich unglaublich weich und so dicht, dass das Fell besser ist als jeder Taucheranzug. Zusätzlich hilft als Wasserschutz das Öl aus der Bürzeldrüse, mit dem sich der Pinguin regelmäßig einreibt.

Ganz schön groß, oder?