Route der zweiten Antarktis-Reise

Daten:

Unternehmen: Hapag Lloyd
Schiff: MS HANSEATIC
Dauer: 18 Tage auf See, Gesamtdauer 22 Tage.
Route: (Buenos Aires), Ushuaia, Falklandinseln (Malvinas), Südgeorgien, Antarktische Halbinsel.
Vergleichbare buchbare Reise: Expedition Antarktis

1. Ushuaia

Von Berlin aus fliegen wir am 2. Dezember mit einem Stopover in Buenos Aires nach Ushuaia, der südlichsten größeren Stadt der Welt im argentinischen Teil Feuerlands.

Antarktisreise Karte der Route

Nach einem halben Tag in der Stadt, in der ich den Mann zum Essen ins beste Steakhaus der Stadt ausgeführe, erwartet uns die MS HANSEATIC von Hapag Lloyd Kreuzfahrten am Hafen. Die MS HANSEATIC ist nicht irgendein Schiff, sie ist das einzige 5 Sterne Expeditionsschiff der Welt.

Vermutlich wird jetzt verständlich, warum ich dieses Mal nicht wie üblich meinen Rucksack sondern einen Koffer gepackt, weshalb ich meinen Minimalismus kurzzeitig aufgegeben habe und nochmal shoppen gegangen bin: Das Captain’s Dinner verlangt seinen Tribut. Das ist jedoch eine andere Geschichte.

Karte Antarktis Reise mit dem Schiff - die Route2. Falkland-Inseln und Südgeorgien

Von Ushuaia aus geht es am 4. Dezember durch den Beagle Kanal ins offene Meer. Nach eineinhalb Tagen erreichen wir die Falkland-Inseln (Islas Malvinas), autonomes Überseegebiet Großbritanniens, wo immerhin knapp 3.000 Menschen leben.

Anschließend geht es auf ungefähr gleichem Breitengrad nach Südgeorgien, ebenfalls unter britischem Mandat, das allerdings von Argentinien nicht anerkannt wird. Nur 2-4 Bewohner gibt es, die dort ganzjährig leben. Südgeorgien liegt im Gegensatz zu den Falklandinseln südlich der Antarktischen Konvergenz, dem kalten südlichen Zirkumpolarstrom, und gehört damit geografisch zur Antarktis. Südgeorgien ist für mich Neuland und ich bin sehr glücklich darüber, dass hier 2-3 Tage eingeplant sind. Der Flora- und Faunareichtum ist unglaublich, tausende Königspinguine, Seebären und See-Elefanten bevölkern dort die Küsten.

3. Überfahrt Drake Passage

Zwischen der Antarktis, bzw. der Antarktischen Halbinsel und dem Rest der Welt liegt die berühmte Drake-Passage, die überquert werden muss. Sie ist berühmt für ihre Stürme und hohen Wellen, 6 Meter hohe Wellen habe ich dort selbst erlebt, 10 Meter sind keine Seltenheit.
Wer diese Passage bucht, sollte seefest sein oder zumindest keine leichte Landpartie erwarten. Das „Expedition“ im Reisenamen, den sich alle dort operierenden Touristenunternehmen angeeignet haben, soll daher auch nicht nur an vergangene waghalsige Forschungs- und Eroberungszüge erinnern und das Abenteuer-Flair beschwören. Der Begriff betont zudem den vorläufigen Charakter der Reiseplanung und soll vor quengelnden und enttäuschten Touristen schützen: Demut vor der Natur ist das Gebot, dem sich alle Schifffahrtspläne beugen müssen.

Wir hatten Glück (und waren ein kleines bisschen enttäuscht): Die Drake-Passage war absolut ruhig, was allerdings auch dem Kapitän zu verdanken war, der die Überfahrt um einen Tag vorzog, weil ein Sturm sich angekündigt hatte.

Auf der Überfahrt sehen wir auch noch die legendären Südorkneyinseln.

4. South Shetlandinseln und das antarktische Festland

Wir haben 60° südliche Breite erreicht und sind damit auch politisch gesehen in der Antarktis. Ab jetzt begleiten uns treibende Eisberge.

Der erste Landgang in der Antarktis sollte Elephant Island sein, der nördlichsten der Shetlandinseln oberhalb der antarktischen Halbinsel. Berühmt wurde diese Insel durch Ernest Shackleton, der von hier aus in einem Rettungsboot die 1300 Kilometer bis nach Südgeorgien überwand, um Hilfe für seine im Eis eingeschlossene Mannschaft zu holen. Eine navigatorische Meisterleistung.
Schon bei meiner ersten Reise verpasste ich diese Anlandung aufgrund starken Sturms und damit die großen Kolonien an See-Elefanten, das sind die Viecher mit den lustigen Riesen-Nasen. Leider meinte es auch dieses Mal das Wetter nicht gut mit uns, ein großer Eisklotz versperrte uns den Weg.

5. Paradise Bay, Lemaire Channel, Port Lockroy

Weiter ging es am Festland Antarcticas entlang mit diversen Anlandungen per Zodiac, zur wunderschönen Paradise Bay und durch den Lemaire Channel. Port Lockroy ist eine ehemalige Forschungsstation und heute ein durch die Briten betriebenes Museum, in dem Postkarten abgeschickt werden können.

Auch nach Port Lockroy versperrte uns Eis den Weg, dafür landen wir auf dem Weg ins Weddell-Meer (östlich der antarktischen Halbinsel) auf Paulet Island und geraten im Antarctic Sound in ein riesiges Gebiet voller Tafeleisberge, die vom berühmten B15Y abgebrochen sind. Fantastisch!

Tafeleisberge im Antarctic Sound

Tafeleisberge im Antarctic Sound

Östlich der Antarktischen Halbinsel schaffen wir es tatsächlich bis zur Meereisgrenze, der absolute Wahnsinn.

Die Ms Hanseatic stößt an de Meereisgrenze.

Die Ms Hanseatic stößt an de Meereisgrenze.

Den Abschluss der Reise, bevor es über die Drake-Passage zurück nach Ushuaia geht, bildet Deception Island, eine Kraterinsel mit aktivem Vulkan. Am Rand des Kratersees treffen heiße Quellen auf arktische Kälte – ein irres Szenario.

Nachwort

Ich habe mich schweren Herzens dagegen entschieden, anschließend noch in Feuerland zu bleiben, obwohl dieses wunderbare Stückchen Erde schon bei meiner Südamerika-Reise praktisch ausfiel und ich den wunderbaren Nationalpark Tierra del Fuego kaum gesehen und den chilenischen Teil des „richtigen Endes der Welt“ ganz ausfallen lassen musste. Das hat Feuerland für mich die letzten zwei Jahre zu einem Sehnsuchtsziel gemacht.
Der Mann aber muss schnell nach Deutschland zurück, die Kinder wollen Heiligabend gemeinsam feiern und ich bin dieses Mal nicht Willens, die Antarktischen Nachwehen alleine zu überstehen.
Was selbstverständlich dann nur eines heißen kann: Mir bleiben glücklicherweise noch ein paar weitere Wünsche offen.