Bevor ich morgen in die Arktis nach Nord-Norwegen aufbreche, habe ich hier einen super Sonder-Leckerbissen für Euch: Es geht zum Kältepol in die Antarktis.

Wer in meinen Antarktis-Berichten ein wenig aufgepasst hat weiß, dass der kälteste Punkt der Erde nicht am Südpol liegt (und schon gar nicht in Sibirien, wie gerne behauptet wird), sondern am so genannten Kältepol, knapp 1300 km vom Südpol entfernt in der Ost-Antarktis. Dort befindet sich auch die russische Forschungsstation Wostok (Vostok).

Jedes Jahr muss diese Station mit Lebensmitteln, Treibstoff und Forschungsmitteln beliefert werden. Die dortigen Wissenschaftler warten meist sehnsüchtig, denn viel Spielraum, um sich ohne die Lieferung am Leben zu halten, haben sie nicht – schließlich werden es hier bis zu knapp 90 Grad Minus im antarktischen Winter. Die Durchschnitts-Jahrestemperatur beträgt minus 55 Grad.

Die 1400 Kilometer von der antarktischen Küste werden mit Jahrzehnte alten Kettenfahrzeugen überwunden, die zwischendurch von Hand repariert werden müssen – ein absoluter Knochenjob und durchaus lebensgefährlich.

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Andreas Sanders, Diplom-Geologe, Fotograf, Kameramann und einst Lektor auf dem Schiff, das mich das erste Mal in die Antarktis brachte, hat diesen wahnsinnigen Treck begleitet und eine Dokumentation darüber gedreht. Ich durfte sie vor (fast auf den Tag genau!) vier Jahren auf der MS FRAM auf meinem Weg in die Antarktis sehen und Andreas ein bisschen kennen lernen – ein total sympathischer Typ, mit dem leichten Schuss anner Waffel, den man wohl braucht, um so eine Doku zu drehen (sorry Andreas.. ;)).
Ein ganzes Jahr hat er damals mit den russischen Mitgliedern der Expedition in der Antarktis verbracht und den Treck zum Kältepol begleitet.

Und Ihr habt jetzt die Chance, diese Doku selbst zu sehen, denn Andreas wird sie an diesem Sonntag live in Potsdam aufführen:

Dokumentarfilm „Zum Kältepunkt der Erde – Der Treck der Verwegenen“
Eine Dokumentation mit Live-Kommentar von Andreas Sanders
Ort: Treffpunkt Freizeit, Am Neuen Garten 64, 14469  Potsdam
Zeit: Sonntag, 15. Januar 2017, 13:00 Uhr
Eintritt 9 Euro, ermäßigt 7 Euro

Ja, der Vortrag ist live, Andreas zeigt seinen Film und redet dazu, das macht das ganze umso spannender. Ich kann Euch diesen Film nur sehr, sehr ans Herz legen (nein, es gibt ihn leider nicht zu kaufen oder im Fernsehen), denn ich habe Andreas seit damals angebettelt, endlich mal nach Berlin zu kommen und seine Wahnsinns-Doku zu zeigen, weil ich sie unbedingt noch einmal sehen wollte. Leider bin ich nun ausgerechnet zu dem Zeitpunkt in der Arktis, aber ich habe die Hoffnung, dass Andreas das noch einmal wiederholen wird.

Hier gibt es einen schönen Teaser in Englisch. Der Vortrag in Potsdam ist natürlich auf deutsch.

Noch ein paar weitere Infos bekommt Ihr auf Andreas‘ Webseite. Nicht zu vergessen: Ein paar Pinguin-Bilder gibt es natürlich auch noch, aaawwww.

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Falls Ihr hingeht, würde ich mich hinterher total über einen Kommentar freuen, wie ihr die Doku empfunden habt.

Macht’s fein
/inka