Ich mag ja häufiger nicht brutal ehrlich zu mir sein. Also eigentlich sogar selten. Wenn ich es wäre, müsste ich mir eingestehen, dass ich leider ziemlich rechthaberisch, extrem stur, schwer aufbrausend und nur mittel-intelligent bin.
Ich möchte so gerne politik-schlau sein, bin es aber nicht. Mein Allgemeinwissen ist schlecht, mein Geschichtsverständnis ebenfalls. Ich würde NEVER EVER bei Günther Jauch auftreten. Und ich bin nicht besonders menschen-affin.

Und dann gibt es so Leute wie eine Bloggerkollegin, die ich heute in der Zoom-Kneipe traf, die sagen, sie bloggen eigentlich hauptsächlich, weil sie so viele spannende Menschen treffen und den Austausch toll finden.

Geht mir nicht so.

Schon im Kindergarten habe ich gerne alleine gespielt, meine Mutter hat das immer an mir kritisiert.
Ich kann Smalltalk, wenn ich mich bemühe, und finde ihn sogar praktisch, wenn ich jemanden vor mir habe, den ich nicht mag, weil ich dann nichts Persönliches preisgeben muss (und mir insbesondere hoffentlich keine persönlichen Geschichten vom Gegenüber anhören muss).
Ich kann sehr gut mit mir alleine sein, war häufig glücklicher Single.
Und dann schrieb ich in mein BulletJournal: Mehr Freunde treffen! Weil es ja irgendwie logisch ist, dass jede:r Mensch Freunde braucht, auch wenn der beste Freund der Partner ist. Weil man sich austauschen und Liebe verteilen muss. Ich weiß das und es fällt mir doch immer wieder schwer, das zu fühlen, auch wenn ich das früher schon so erlebt und genossen habe. Heute aber bin ich am Abend müde und habe noch 1000 Dinge zu erledigen und denke, nee, ich liege jetzt doch lieber in meinem Bett, oder ich zwinge mich zu einem Treffen und finde es dann doch wieder anstrengend, weil 10 Leute in einer lauten Kneipe saßen und ausgerechnet die Tischnachbarin mich auserkor, um mir das Ohr mit anstrengenden Geschichten abzukauen.

Ja, ich bin eine eingeigelte Nuss, die viel zu selten ihren mittlerweile sehr klein gewordenen Freundeskreis trifft.
Unsympathisch, oder?

Und dann kam Corona. Und dann kam Zoom.
(Für Nichtkenner: Zoom ist das derzeitige Lieblingstool der Deutschen für Videokonferenzen.)

Menscheln

Und auf einmal stelle ich fest: Das ist MEINE Zeit! Fast jeden Abend habe ich derzeit eine Zoom-Kneipe, Blogger:innen, Familie, Freunde, Kolleg:innen, und es ist toll und deep und freundlich und schön und ich bin baff. Sind es doch teils dieselben Leute, die ich im Alltag auch getroffen habe, aber meist zu mehreren, in einer Kneipe oder zwischen Tür und Angel oderoder und irgendwie war der Austausch nie so… verbindlich. Direkt. Offen.
Ganz sicher hat auch der derzeitige Ausnahmezustand damit zu tun, denn wann haben sich (in Berlin!) schon mal die Leute ständig angelächelt. Und natürlich haben wir alle derzeit ein gemeinsames Thema: den Coronavirus.

Ich glaube aber auch, zoomen ist einfach mein Ding. Und das Schönste: Man kann einfach abschalten.

Vielen Dank an die Erlaubnis meiner Reisebloggerkolleg:innen für die Erlaubnis zu diesem Zoom-Screenshot!

Homeoffice Tag 13

Heute war nicht viel, ich habe lange versucht zu arbeiten, die Verbindung war leider zu langsam, um wirklich effektiv zu sein. Anschließend habe ich mich hier ums Blog gekümmert, denn ich hatte das Coronatagebuch einfach komplett bescheuert angelegt (wo ist mein Hirn?), was nun in einem größeren Umbau resultierte, weshalb jetzt alles etwas anders aussieht und noch nicht ganz so optimal. Dafür habe ich 1200 kaputten internen Verlinkungen gefixt (ups) und auch noch an diversen Baustellen herumgefeilt. Was Blogger:innen eben so machen.

Der Mann hat ein neu erstandenes Laptop ausgestattet, auf dem ich jetzt Zoom installieren werde, um mit meinem Vater videotelefonieren zu können – boom!

Und ansonsten habe ich die Medien heute mal komplett zur Seite gelegt. Auch mal gut.

Heutige Zahlen der Covid-19-Erkrankten:

Laut dem Johns Hopkins Institute haben wir seit heute über eine Million gemeldete Infizierte.
USA: 226.339. Das sind noch mehr Neuinfektionen als gestern.
Die Todesrate im Vergleich Italien und Deutschland ist immer noch drastisch unterschiedlich. Im Vergleich stehen den 84.600 gemeldeten Infizierten (Johns Hopkins) mit 1097 Toten in Deutschland 115.242 Infizierten in Italien mit fast 14.000 Toten gegenüber. Die vermeintlichen Gründe: Mehr infizierte alte Menschen, überfordertes Gesundheitssystem, kein Verteilungssystem.
Deutschland: Über das Robert Koch Institut waren es heute 73.533 elektronisch gemeldete Erkrankte, das sind 6156 Neuinfektionen.

 

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