Ich habe ja neulich meine Fitbox-Challenge mehr oder weniger erfolgreich durchgezogen, das heißt: Mein Ziel war, mich mit der so genannten EMS-Methode fit zu machen für Kanada. Schließlich wollten wir outdoor, Wildnis, zelten, trekken, Kajak fahren – das ganze Programm.

Ich habe also gedacht, ich sehe dabei ungefähr so aus:

Und jo, selbstverständlich habe ich auf meiner #inkagoesfit-Challenge quasi genauso ausgesehen… *hüstl*

Frau trainiert mit Elektroden-Weste

Super Outfit beim Fitbox-Training: Die Elektroden sind teil der Weste für die extra Portion Muskelstimulation

Da mich viele gefragt haben, wie ich die fitbox fand, ob das was gebracht hat und wie EMS überhaupt funktioniert, erzähle ich heute nochmal ein bisschen darüber.

Meine Ausgangssituation

Ich bin jetzt über 40, habe einen Job, dieses Blog und ein Privatleben. Das bedeutet im Klartext: Wenig Zeit, viel schlechtes Gewissen, weil immer etwas liegen bleibt und erschlaffende Muskeln. Wie das mit dem Muskelabbau im fortgeschrittenen Alter ist, habe ich schonmal im anderen Artikel über Fitness beschrieben.

Außerdem:

  • Mein Knie zickt, dem geht es nur besser, wenn die Muskeln drum herum ordentlich trainiert sind.
  • Ich möchte dringend meinen 40er Hüftspeck loswerden. Ich mochte meinen Körper immer, also klar, nicht in der Teenagerzeit, aber hinterher ab den 20ern. Seit Ende 30 setze ich nun an und finde das gelinde gesagt einfach doof.
  • Meine Allgemeinkondition lässt zu wünschen übrig. Ich habe wirklich keine Lust, eine von den Frauen zu werden, die mit 60 herumschnaufen, wenn sie mal ein paar Treppenstufen gehen wollen. Ich möchte auch wieder wacher sein und mich fit fühlen, denn ich weiß, wie sich das anfühlt: Es ist toll.
  • Ein paar Arm- und Hinternmuskeln wären auch mal wieder nett.

Meine Fitnessstudiozeit ist vorbei, für mich hat das nur in Solozeiten funktioniert, und einen Unterschied habe ich erst gemerkt, wenn ich 3-4 Mal pro Woche trainiert habe.
Zuhause bekomme ich den Hintern nicht hoch, selbst etwas zu machen. Irgendwann stieß ich dann auf die Fitbox.

Was ist die Fitbox?

Fitbox ist ein Unternehmen, was das so genannte „Elektro-Muskelstimulationstraining“ anbietet, kurz: EMS. Die Webseite der Fitbox beschreibt das so:

„Beim Fitbox EMS-Training machst Du eine Vielzahl dynamisch-funktionaler Fitnessübungen. Dabei hast Du eine Funktionsweste mit Elektroden an. Durch diese Elektroden fließen bioelektrische Impulse, die alle Deine Muskelgruppen im Körper gleichzeitig fordern. Und das macht die Übungen unter EMS sehr, sehr viel intensiver und damit natürlich wirksamer als bei normalem Fitnesstraining.“

Und ich kann Euch sagen: Das ist tatsächlich irre anstrengend! Von außen sieht man den Übungen ihren Wumms gar nicht an.

Das Krafttraining wird mit Cardiotraining auf dem Stepper abgewechselt, außerdem steht ein Ernährungscoaching auf dem Programm. Eine Trainingseinheit dauert gerade mal 20 Minuten. Jede Trainingseinheit wird von einem Personal Trainer begleitet.

Ablauf der Trainings

Die Funktionsweste mit den Elektroden habe ich geliebt! Man sah darin gleich fünfmal cooler aus – bzw. habe ich mich wenigstens ein kleines bisschen cool gefühlt. Übrigens: Mitbringen musst Du schlicht gar nichts. Du bekommst eine Sporthose und Shirt und hast darunter nix an, ja, richtig gehört. Je mehr Stoff zwischen Muskel und Elektroden ist, umso schlechter leiten ja die Elektroden, deshalb bekommst Du auch die Funktionskleidung gestellt. Die Übungen machst Du außerdem barfuß.
Die Stimmung fand ich im winzig kleinen Studio in der Clayallee Berlin äußerst nett und familiär.

Ich habe mich extra für Euch zum Löffel gemacht und zeige Euch nun im Schnelldurchlauf, wie so ein Training abläuft. Die Trainingseinheit ist komplett, also komplette 20 Minuten sind mitgefilmt, ich habe es durch schneller drehen auf drei Minuten gekürzt.
Wer also mal schön ablachen und mich mit knallrotem Kopp sehen möchte, klickt hier herein. Und ja, am Schluss merkt man, dass ich die Übungen wirklich kaum noch schaffe und außerdem ein klitzekleines Arm- und Bauchmuskelproblem habe.

Erst wird verkabelt, dann stellt der Trainer die Stärke der Elektroden-Impulse ein. Während der Übungen werden die Impulse stoßweise gegeben, im Moment des Impulses solltest Du die Muskeln anspannen – das ist besonders anstrengend und natürlich gut für den Muskelaufbau. Die Übungen sind eine Mischung aus Anspannen, Halten, Loslassen.
Und ja, man sieht gar nicht so viel (außer, dass ich völlig bescheuert aussehe). EMS heißt auch „Sport für Faule“, weil man außer Muskeln ordentlich anzuspannen eigentlich gar nicht so viel machen muss.

Eddie ist übrigens furchtbar nett, auch wenn er hier so streng guckt, aber hat mich auch super gefordert.

Muskeltraining mit EMS

Muskeltraining mit EMS – komplett verkabelt

Hinterher kannst Du vor Ort Duschen, über Duschgel und Shampoo bis zum Handtuch alles gestellt, das kostet allerdings – je nach Vertrag – extra. Möchtest Du hier sparen, ist auch das möglich und Du bringst eben Dein Handtuch selber mit.

Wer sind die Kunden?

Meistens war ich im Studio alleine, manchmal waren ein oder zwei andere Kunden da. Da das Studio so klein ist, können nicht viele Leute gleichzeitig trainieren, was ich persönlich sehr angenehm finde.
Was ich besonders nett fand: In der Clayallee liefen keine Muskelprotze rum – naja, außer den Trainern, das sind meist Sportstudenten. ;) Von der alten Oma bis zum Pärchen, was gerade ein Kind bekommen hat, ist alles vertreten. Mit dem Paar habe ich mich kurz unterhalten, sie legen ihre Termine hintereinander, so dass immer einer in der gemütlichen Sitzecke sich ums Baby kümmern kann. Und insgesamt sind sie dann dennoch nach nicht einmal einer Stunde wieder aus dem Studio raus.

Ob’s was bringt? Mein Fazit.

Das klang ja jetzt alles ziemlich überschwänglich, ist mir aufgefallen. Ja, ich finde das Konzept auch wirklich toll. Aber – und natürlich gibt es immer ein aber:

Erstens steht und fällt meiner Ansicht nach alles mit dem Trainer. Mein erster Trainer war mir ehrlich gesagt zu „lasch“. Der hat vermutlich so ’ne 40jährige vor sich gesehen und gedacht, ich will nur ein bisschen rumhopsen, um mein schlechtes Gewissen zu beruhigen. Manchmal hat mir auch ein bisschen der Elan gefehlt, das ist eben auch eine Sache der persönlichen Wellenlänge. Mein zweiter Trainer hat mir total gefallen, bei dem konnte ich dann auch nach der Einheit nur noch wackelig laufen und hatte mörderischen Muskelkater. Und Spaß hat es dennoch gemacht.

Zweitens ist das Training einigermaßen teuer. Natürlich müssen dafür die Personal Trainer, der Raum und die Geräte bezahlt werden, sowas kostet eben. Teuer ist es für mich dennoch, bei einem 12-Monats-Vertrag ist der reguläre Preis laut Webseite rund 30 Euro – pro Woche. Das macht 120 Euro im Monat, oder auch 15 Euro pro Trainingseinheit, denn man soll zwei Mal die Woche trainieren. Es gibt allerdings regelmäßig Angebote. Alle Standorte sind eigenständige Franchise-Unternehmen, das heißt, Du solltest definitiv nach Angeboten direkt in Deinem Wunschladen fragen. Ob Du Dir das denn leisten kannst und möchtest, musst Du eben selbst wissen. Sicher ist natürlich, dass 120 Euro und 8 Mal Training die Woche besser investiert ist als 60 Euro in ein Fitnessstudio, wo Du überhaupt nicht hingehst. Ja, da spreche ich aus eigenen Erfahrungen…

Unschlagbar ist natürlich das Zeit-Argument: Ich fand es super für meinen Tagesablauf, denn nach der Arbeit konnte ich das mal eben so auf dem Heimweg einbauen und war nur knapp eine halbe Stunde später zu Hause – das ist natürlich genial. Dadurch, dass ich wusste, da wartet jetzt ein Trainer auf mich, habe ich auch keine Stunde ausfallen lassen – perfekt, um den Hintern auch hochzubekommen.

Was mir wohl am Besten gefallen hat, war die Stimmung im Studio. Kein Vergleich zum großen, anonymen Fitnessstudio, in dem sich alle beäugen. Das ist tatsächlich auch Teil des Fitbox-Konzeptes, wurde mir erklärt: eine freundliche, nette Atmosphäre zu schaffen, in der man sich eben wohlfühlt.

Ob dieser eine Monat, was ja gerade mal 8 Einheiten waren, mir nun körperlich so viel gebracht hat, kann ich natürlich nicht wirklich sagen. Allerdings habe ich den wirklich schwierigen West Coast Trail in Kanada derart gut gemeistert, dass ich sagen würde: Doch, immerhin haben sich meine Muskeln erinnert, dass da mal was war und wie Anstrengung überhaupt funktioniert.

Trekking auf dem West Coast Trail

Zwischendurch sogar noch in der Lage, die Kamera zu heben: Ich auf dem West Coast Trail mit Zelt und Proviant für 7 Tage auf dem Rücken. Foto: Seiltanz

Und natürlich sind zwei Mal Anstrengung in der Woche immer noch besser als gar nichts zu tun.
Würde ich derzeit nicht so viel unterwegs sein, würde ich mich um eine Fortsetzung kümmern. Gerade jetzt nach dem West Coast Trail und der insgesamt gewonnenen Fitness habe ich wieder ganz schön Blut geleckt, mal wieder einige Muskeln spielen zu lassen. Als ich meine Problematik geschildert habe, meine der Chef: Ach, da finden wir sicher eine Lösung.

Na gut, schauen wir mal. Vielleicht gibt es ja bald eine Fortsetzung.


Offenlegung: Mir wurde auf Anfrage netterweise ein Probemonat gratis zur Verfügung gestellt.