Wer sie noch nicht kennt, hat einen zauberhaften Teil der Bloggerwelt verpasst: Maria & Linda Fotografie oder auch das Never Ending Chaos, wie das Blog der beiden heißt.

Ich bin irgendwann vor etwa zwei Jahren über sie gestolpert und die Fotos der beiden haben mich nicht mehr losgelassen. Häufig und sehr mitreißend fotografieren sie Singles und Pärchen, oder sie sind mal wieder auf einer ihrer verrückten Roadtrips unterwegs, auf denen immer etwas schief zu gehen scheint – wie das Leben nunmal so ist.

Ich wünschte, in dem Alter wäre ich genauso cool gewesen, einfach loszudüsen, mit wenig Geld in der Tasche, wird schon irgendwie gehen; das kam bei mir aber erst im Alter und mit etwas finanzieller Sicherheit.

Maria und Linda an Hausmauer

Maria und Linda

Umso großartiger finde ich, was die beiden machen, aus Spaß und mit offensichtlich großer Leidenschaft, die die beiden aus dem schönen Harz stammenden Fotografinnen dieses Jahr auf große Reisen gehen lässt: Japan, Norwegen, Südtirol, und ab Januar geht es durch Thailand, Kambodscha und Laos. Dafür suchen die beiden übrigens noch Models, vorzugsweise Pärchen und eventuell sogar Hochzeitspaare. Wer sich im Januar und Februar also in diesen Gefilden aufhält oder jemanden vor Ort kennt und Lust hat auf ein Shooting, kann sich gerne bei den beiden melden.

Ich habe die beiden gefragt, ob sie Lust haben, einen Gastbeitrag bei mir zu schreiben. Was, war mir völlig egal, ich wollte einfach einen dieser wunderschönen Artikel mit den Fotos auf meinem Blog haben, und schönerweise haben die beiden sich für einen Roadtrip entschieden, der – einmal wieder – nicht ganz reibungslos verläuft…
Lasst doch bitte ein paar Kommentare hier, die beiden freut es sicherlich sehr.

Ganz herzlichen Dank an Maria & Linda, dafür, dass Ihr die Blogosphäre bereichert und hier bei mir seid, macht bitte weiter so und habt eine grandiose Reise durch Japan!

Webseite Maria & Linda Fotografie
Facebookseite Maria & Linda Fotografie
Blog Never Ending Chaos
Facebookseite Never Ending Chaos

It’s Roadtrip Time

Eine Nachricht auf dem Handy: „Ich fahre jetzt los, bin in 10 Minuten bei dir.“
Es ist mitten in der Nacht. Ich ziehe mich an, packe die letzten Sachen und sitze kribbelig auf der Couch. Mein Handy vibriert. Sie ist da. Es geht los.
Wir beladen das Auto, quatschen, kichern und freuen uns noch einmal darüber, wie wunderbar wir die nächsten zwei Wochen in diesem unfassbar winzigen Auto schlafen werden. Die letzten Sachen sind verstaut und wir können endlich starten. Wir drehen die Musik auf, schreien noch einmal euphorisch herum und planen bereits unsere erste Raststätten-Pause mit Maggi Ei – Traditionen müssen schließlich gepflegt werden. Maria dreht den Schlüssel um und Linda grinst breiter als ein Honigkuchenpferd. Es geht los. It´s Roadtrip Time.

Maria dreht den Schlüssel bis zum Anschlag und irgendwie klingt das Auto so, als bräuchte es einen Schluck Wein. Es springt verdammt nochmal nicht an. Es will einfach nicht. Immer und immer wieder ertönt dieses schreckliche Geräusch des vergebenen Startes. Wir brauchen nun auch einen Schluck Wein, oder auch zwei oder drei.

Wir haben etwa 2 Stunden gebraucht um das Auto startklar zu machen. Dazu haben wir uns mehrere Male ganz professionell unter das Gefährt gelegt und fachmännisch darüber philosophiert, was die Ursache des Übels sein könnte. Im Endeffekt brauchten wir einfach nur eine Starthilfe – war ja klar. Aber diese Panne sollte nicht die Einzige auf unserem Roadtrip bleiben.

Das mulmige Gefühl aufgrund der Startprobleme war schnell verflogen und so fuhren wir fröhlich und laut singend Richtung Süden, in unsere geliebten Berge. Nudeln vom Gaskocher, Abenteuer, Sonnenuntergänge in der schönsten Natur, ein Gläschen Wein am Abend und das Gefühl der absoluten Freiheit. Hach, wie sehr haben wir all das vermisst. Wir verbrachten wunderschöne Tage in Südtirol, gingen wandern und lernten viele tolle Menschen kennen. Nach ein paar Tagen fuhren wir weiter Richtung Ligurien. Es wurde immer wärmer und wir konnten bereits das Meer riechen. Wir drehten die Fenster herunter, schmissen die Playlist an und spürten den Wind in unseren Haaren. Alles fühlte sich wie Zeitlupe an und wir kamen uns vor wie in einem dieser Teenager Filme, in dem gelangweilte Jugendliche das Auto ihrer Eltern klauen und den Roadtrip ihres Lebens starten. Alles war perfekt. Kitschig eben.

Berge in Wolken

Roadtrip: Berge am See

Berge

Berge

Roadtrip: Camping am See

Landschaft mit einzelnem Haus

See, Italien

Steintreppe in schmaler Gasse, Italien

kleines Auto Italien

Irgendwann störte ein lautes, seltsames Geräusch am linken Vorderrad unsere ausgelassene Stimmung. Was ist denn nun schon wieder? Erneut schmissen wir uns fachmännisch unter das Auto, leuchteten mit der Taschenlampe und rissen etwa 100 mal die Motorhaube auf. Wir fuhren weiter und das Geräusch wurde lauter. Keine Werkstatt in Sicht. Wir fluchten immer lauter und legten zur Beruhigung einen sächsischen Dialekt auf. Das tun wir immer, wenn wir unsicher werden. Nach endlosen Kilometern des Bangens und Fluchens fanden wir ein Dorf und eine Art Werkstatt. Mit Händen, Füßen und dem peinlichsten Englisch und Italienisch konnte unser Auto in einer größeren Stadt endlich repariert werden. Wir schwitzten, kratzten all unser Geld zusammen und hatten Angst um unseren Roadtrip. Sollte jetzt wirklich alles vorbei sein? Am Ende sollte die gesamte Reparatur läppische 78 € kosten. Wir hatten Tränen in den Augen und bedankten uns
glücklich und aufgeregt mit einer Verbeugung. Peinlich, denn vor lauter Stress fiel uns nicht einmal das italienische Wort für „Danke“ ein.

Am Abend, nach der Auto-Odyssee saßen wir am Meer, beobachteten den Sonnenuntergang, lauschten dem Rauschen der Wellen und atmeten einmal tief durch. Wir schauten uns an und grinsten. Der Stress, die Angst, die Geldsorgen, die Panik… alles fiel von und ab wie ein riesiger, monströser Stein. Den ganzen Tag haben wir uns nichts anderes gewünscht, als zu Hause auf unserer Couch zu hocken. Wir wollten raus aus Italien, raus aus dem Auto und einfach nur die Augen vor Allem verschließen. Doch als wir dort so am Strand saßen und auf das Meer schauten, konnten wir uns nichts Schöneres vorstellen. Wir feierten uns selbst und diesen Tag, mit all seinen Pannen und Sorgen. Genau das ist es, was einen Roadtrip für uns ausmacht. Da war es nämlich, das Abenteuer was wir suchten, das Roadtrip-Feeling.

Ohne die Panne hätten wir niemals diese wunderbaren Menschen kennengelernt, die sich alle Zeit genommen haben, um uns zu helfen und wahrscheinlich wären wir auch niemals an diesem wunderschönen Ort, direkt am Meer gelandet. Ein bisschen Nervenkitzel gehört dazu, auch wenn wir jedes Mal kurz davor sind, in Tränen auszubrechen. Es sind eben genau diese Erfahrungen und Momente, die einen Roadtrip so besonders machen.

Berge vor dem Zelt