Habt Ihr schon alle den Sommerurlaub gebucht?

Ich habe das Gefühl, die Zeiten des unbedingt-weit-weg-fahren-Müssens sind langsam vorbei, auch der Umwelt zuliebe. Sommerferien in Deutschland sind in, zudem scheinen viele von Euch das Vorausplanen leid zu sein. Ich kann das total verstehen. Ich versuche schon seit einiger Zeit, mich auf einen schönen Urlaub nach der jetzigen heißen Arbeitsphase festzulegen und habe irgendwie so überhaupt gar keine Lust auf Planung.

Dieser Artikel lungert nun schon seit vorletztem Jahr auf meiner Festplatte und ich wollte ihn immer wieder erweitern, aber ich glaube, jetzt ist eigentlich genau der richtige Zeitpunkt. Vielleicht habt Ihr ja so wie ich derzeit eher Lust auf Spontanurlaub, oder Ihr wolltet im Sommer Zuhause bleiben und stellt jetzt fest, dass Ihr doch woanders entspannen und was erleben wollt. Deshalb gibt es heute meine sieben Ideen für Sommerferien am Wasser, und das gleich vor der Haustür, jedenfalls, wenn Ihr in Berlin oder Brandenburg wohnt.

Alle Unterkünfte sollten jetzt eigentlich noch buchbar sein. Bei Hausbooten müsst Ihr vermutlich etwas länger recherchieren, wenn Ihr innerhalb der Sommerferien fahren wollt, aber auch da sollte noch was frei sein.

Transparenz: Dieser Artikel entstammt meiner rein redaktionellen Arbeit. Die im folgenden genannten Anbieter empfehle ich Euch aus reiner Überzeugung. Ich habe weder Geld noch einen Auftrag erhalten, diese zu nennen. 

Ferien am Wasser

Ich bin eine ausgesprochene Wasserratte, genau wie der Rest der Familie. Es ist gar nicht unbedingt so, dass wir ständig ins Wasser hüpfen müssen, aber das Wasser gehört für mich zu Sommerferien dazu, das liegt vermutlich an meinen Ferien in Dänemark, als ich Kind war.

Und ohnehin gibt es ja so viele Möglichkeiten am Wasser: Neben einer Runde schwimmen kann man das Kajak nehmen, ein Tretboot, Rudern lernen oder einfach nur ins Wasser starren. Die Welt sieht vom Wasser ein bisschen anders aus und meistens sind auch noch spannende Tiere zu sehen.

Mit dem Hausboot auf der Havel

In den letzten Jahren haben wir unsere Familienurlaube immer in Deutschland irgendwo im oder noch besser auf dem Wasser verbracht, und das muss gar nicht das Meer sein. Seen sind toll und Flüsse eigentlich noch besser, weil meist weniger los ist und Flora und Fauna etwas intensiver sind.

Die Vorteile für einen Sommerurlaub in Deutschland: Keine ewig lange Anfahrt. Dadurch werden auch die Kosten geringer. Als neulich jemand auf Twitter maulte, dass Hausboote so teuer sind, habe ich mich gefragt, ob der Mensch schon mal in den Sommerferien zu fünft auf Malle urlauben wollte. Das ist nämlich wirklich viel teurer, weil alleine die Flugkosten horrend sind. Davon abgesehen tun wir natürlich der Umwelt noch etwas Gutes, wenn wir nicht das Flugzeug nehmen.

Und letztendlich: Deutschland ist schön! So schön, dass man wirklich nicht immer weit wegfahren muss, schon gar nicht in der überteuerten Sommerferienzeit.

Mit dem Hausboot durch Brandenburg

Wer mich kennt, weiß: Ich liebe Hausbootfahren und Brandenburg sowieso. Wir waren nun mehrfach auf Hausbooten unterwegs, nördlich von Berlin um Fürstenberg, südwestlich bei Brandenburg an der Havel und südöstlich bei Königs-Wusterhausen. Jede Gegend ist toll und ich muss dringend mal einen kleinen Hausboot-Guide schreiben, glaube ich. In diesem Jahr probieren wir den Nord-Osten aus und ich bin schon super gespannt.

Für längere Touren buchen wir gerne das BunBo, sehr bekannt, komfortabel (mit Bade- und Schlafzimmer) und in Holz-Charme, was ich unheimlich mag. Kürzere Touren haben wir schon mit dem kleineren Naturfloß  und dem Havelfloß gemacht.

Für uns ist es die allerschönste Art des Urlaubs, denn die Welt ist vom Wasser aus gleich unglaublich friedlich. Und der große Vorteil: Egal welches Alter, diesen Urlaub lieben eigentlich alle Kinder. Die Teenager können schlafen und die Spielkinder haben eine Menge zu entdecken. Am Abend gibt’s Lagerfeuer und vorbeischwimmende Biber, am Morgen unglaublich schönen Nebel über der verzauberten Wasserwelt.

Zum Artikel über das Hausboot-Fahren und insbesondere über das Bunbo

Zum Artikel über das kleinere Havelfloß

Zum Artikel über das rudimentäre und sehr charmante Naturfloß

Bunbo - Hausboot-Urlaub

Mit dem Bunbo-Hausboot auf Tour durch Brandenburg

Mit dem Hausboot auf der Havel unterwegs

Mit dem Havelfloß auf der Havel unterwegs – so liebe ich den frühen Morgen.

Im Ferienpark an der Mecklenburgischen Seenplatte

Als ich mit der Familie in den Ferienpark Mirow eingeladen wurde, war ich skeptisch: „Ferienpark“, das klingt so nach Massenabfertigung und gar nicht individuell. Nach unserem Frühjahrsbesuch waren wir allerdings so begeistert, dass wir gleich den darauf folgenden Sommerurlaub dort geplant haben.

Wirklich schöne Ferienhäuser in entspannter Anlage warten hier auf die Besucher. Die Kids können, auch wenn sie recht klein sind, entspannt zum Spielplatz laufen, denn Autos fahren hier nicht. Der Badestrand ist schön und man kann direkt Kanus und Kajaks ausleihen und eine Runde über den See und weiter in das Labyrinth der Seenkette paddeln.

Auch in der Hochsaison empfanden wir den Urlaub sehr entspannend. Die Häuser sind sehr großzügig geschnitten, sitzen nicht eng aneinander, man hat viel Grün um sich herum und es gibt außerdem in der Gegend viel zu erkunden: Die „Liebesinsel“ zum Beispiel oder den tollen „Bärenwald“, in dem ehemalige Zirkusbären und Bären aus schlechter Haltung hier einen schönen Lebensabend bekommen. Ach und nicht zu vergessen kann man Kettcars leihen und es gibt täglich ein Kinderprogramm.

Zum Artikel über den Ferienpark Mirow

Ferienhaus im Ferienpark Mirow

Ferienhaus im Ferienpark Mirow

Sonnenuntergang am Granzower Möschen an der Mecklenburgischen Seenplatte

Sonnenuntergang am „Granzower Möschen“ im Ferienpark

Auf dem Campingplatz an einem Brandenburger See

Habt Ihr gewusst, dass Brandenburg sogar mehr Seen hat als Mecklenburg Vorpommern? Beide Bundesländer zusammen bieten daher unzählige Orte, an denen man sich im Urlaub in Wassernähe einmieten kann.

Alleine in Brandenburg sollen es unglaubliche 3000 Seen sein. Kein Wunder, dass es immer noch keinen Seenführer Brandenburg gibt, bei dieser riesigen Auswahl.

 

Einen kleinen Seenführer gibt es immerhin im Trescher Verlag.
Wer nahe Berlin einen See-Urlaub sucht, findet im Führer  Baden in und um Berlin* ein paar tolle Tipps.

 

Auf meinen Streifzügen durch Brandenburg habe ich so viele schöne Seen kennen gelernt, dass die Auswahl wirklich schwer fällt. Ich nenne Euch hier mal meine Top 3:

Unglaublich hübsch ist der Liepnitzsee mit seinen unfassbaren Gletscherfarben. Hier gibt es auch einen Campingplatz, den ich allerdings selbst nicht kenne. Ich freue mich über Kommentare, solltet Ihr da eine Empfehlung haben. Zum Baden ist es jedenfalls immer noch ein toller Tipp, denn der See liegt im Wald, es gibt keinen direkten Parkplatz und deshalb halten sich die Besucher auch immer noch in Grenzen.

Man kann ihn komplett umlaufen, tollerweise ist das Gelände sogar etwas bergig, so dass man viele Aussichten von oben hat. Bitte haltet Euch aber an die Verbotsschilder, manche Ecken sind für Flora und brütende Vögel abgesperrt. Leider halten sich da manche Leute nicht dran.

In der Mitte des Sees gibt es eine kleine Insel, wo ein kleiner Imbiss wartet. Wenn genug Leute am Strand sehen und winken, kommt das Boot und holt einen ab. Sehr süß. :)

Liepnitzsee Brandenburg

Der Liepnitzsee – aufgrund seiner Abgeschiedenheit und der tollen Farbe immer noch einer meiner Lieblingstipps.

Der Campingplatz am Großen Seddiner See hat mir total gefallen, weil er durch die Kiefern so einen Meercharakter hat und sowieso schwer entspannt war. Man sagt, hier gibt es die schönsten Sonnenuntergänge und das kann ich wirklich bestätigen.

Eine ganz neue Entdeckung ist der Campingplatz am Gräbendorfer See in der Niederlausitz, südlich vom Spreewald. Und pssst, das ist jetzt mein ganz persönlicher Tipp, den ich sogar (noch) als Geheimtipp bezeichnen darf, denn der Gräbendorfer See ist noch gar nicht so lange für Badegäste zugelassen. Er ist ein Folgesee des Tagebaus, der hier einmal war. Die Wasserqualität ist hervorragend und der Campingplatz ist klein und fein. Leider war das Wetter nicht so doll, als ich da war, aber vermutlich werden wir auf der nächsten Tour dort Halt machen. Ich werde berichten.

Für die Hochsaison solltet Ihr hier reservieren, denn der Vermieter lässt nicht viele Leute auf dem Platz, damit es möglichst ruhig zugeht.

Hier könnt Ihr auch im Hausboot übernachten, einem „Floating House“. Wer viel in Brandenburg unterwegs ist, wird das Unternehmen mittlerweile kennen. Die luxuriösen Häuser sind natürlich fest installiert, floaten aber auf dem Wasser, was ich sehr klasse finde. Die konkrete Buchungsmöglichkeit findet Ihr auf der Webseite des Insider Travel Clubs.

Gräbendorfer See

Die Floating Houses am Gräbendorfer See

Auf einem alten Hof am Rügener Bodden

Rügen, Deutschlands größte Insel in der Ostsee, ist definitiv wundervoll, aber sei mittlerweile nicht nur im Sommer ziemlich überlaufen, sagt man. Und das stimmt so auch, aber es gibt immer noch großartige Möglichkeiten, dort wunderbar entspannt Urlaub zu machen und sich nur ab und zu ins Getümmel bei den Kreidefelsen zu stürzen. Kleiner Tipp: Lauft den Höhenweg bei Sassnitz, dafür sind die meisten zu faul und deshalb ist es dort meistens sehr leer. Oder macht eine tolle Rangerwanderung im kleinsten Nationalpark Deutschlands, dem Jasmund Nationalpark.

Was nur wenige wissen: Rügen hat auch einen ziemlich großen Bodden mit tollen Wasserzugängen, die teils auf nicht-öffentlichem Grund stehen. Mietet man sich hier ein, hat man definitiv seine Ruhe.

Es ist schon einige Zeit her, dass ich das wunderschöne Gut Lebbin besuchen und dort übernachten durfte, und längst wollte ich darüber einen Artikel schreiben, aber wie das so ist… man kommt zu nix. Und: Es ist ein echter Geheimtipp, denn hier hat sich ein Hamburger Unternehmer einen echten Traum verwirklicht, der nicht auf Gewinn ausgelegt ist, sprich: Hier ist absolut nix los.

Es gibt einzelne, wunderschöne großzügige Appartements mit meistens 2-3 Schlafzimmern und Blick auf den Bodden. Man verpflegt sich selbst, es sei denn, der Hausherr hat Lust zu kochen (und das kann er wahnsinnig gut!). Drum herum gibt es Streuobst und alte Ziegensorten. Der Hausherr hat das alte Gut in Eigenregie und dadurch, dass er Arbeitslose im Dorf angeheuert hat, in Handarbeit innerhalb eines Jahrzehnts wieder aufgebaut. Die wunderschöne, riesige Scheune ist nur eines der Highlights.

Große Holzscheune mit gedecktem Tisch

Der Preis ist gehoben, die Ausstattung aber auch. Optimalerweise fährt man zu viert.

Buchen kann man anscheinend weder auf der Internetseite noch auf Portalen wie Booking. Am besten nimmt man wohl das Telefon in die Hand oder schreibt eine Email. Informationen stehen auf der Internetseite.

Auf Fischland-Darß-Zingst an der Ostsee

Ja, noch ein zweites Mal kommt die Ostsee dran, denn für meinen Geschmack hat die Nordsee es leider nicht drauf, es mit der unverbauten Küste der Ostsee aufzunehmen. Zudem fand ich die Preise einfach echt ordentlich gesalzen.

Der Darß ist natürlich mittlerweile auch vom Rest Deutschlands entdeckt worden, weshalb es hier im Sommer recht voll und meine favorisierte Zeit eigentlich der Herbst ist, schon allein wegen der Kraniche, die dann hier zu Tausenden Rast machen.

Aber auch im Sommer ist es herrlich. Mein Tipp: Mietet Euch nicht in Zingst ein, denn das ist mittlerweile teuer und voll, sondern auf dem Darß (ja, das ist ein eigener Teil der Insel, neben Zingst und Fischland), zum Beispiel in Wiek oder Born. Hier gibt es die wunderschönen Reetdachhäuser mit den berühmten Darßer Türen. Ihr habt einen kurzen Weg zur Ostsee und zum Bodden, weil Ihr mitten drin liegt. Und zum Darßer Ort ist es auch nicht weit. Hier könnt Ihr einen herrlichen Rundweg durch den Küstenwald und auf Bohlen durch das Salzgras gehen, in dem sogar Hirsche leben.

Am Ende steigt Ihr auf den Leuchtturm und habt eine grandiose Aussicht.

Zum Artikel über Wieck und Born auf dem Darß

Reethaus mit bunten verzierungen auf dem Darß

Darßer Reethaus

Hirsche auf dem Darß

Die Hirsche leben inmitten der Salzgraswiesen und Dünen direkt am Wasser.

In schwimmenden Häusern in der Lausitz

Schwimmende Häuser sind derzeit der große Knaller, überall in der Lausitz sprießen sie wie… Boote aus dem Wasser, oder so ähnlich. Das liegt daran, dass das erstens eine super Idee ist, und dass zweitens zig neue Seen in den Tagebaufolgelandschaften entstanden sind, die jetzt auf ihre touristische Nutzung warten.

Dazu gehört auch der Geierswalder See, der nun schon länger für die Badenutzung freigegeben ist. Er liegt zur Hälfte in Sachsen – als man die Grenze zog, wusste man ja vom Tagebau noch nichts – und die schwimmenden Häuser befinden sich auf der sächsischen Seite inmitten der Lausitzer Seenlandschaft.

Die Flora und Fauna muss sich hier erst einmal erneuern und wir werden sehen, was die Zukunft bringen mag. Der See ist jedenfalls super schön, (noch) nicht sehr bevölkert, denn die Massen fahren eher zum Senftenberger See nebenan. Und die Häuser vom Lausitz Resort*, hachz, die sind einfach toll. Bei uns waren zwar die schwimmenden Häuser ausgebucht, aber oberhalb des Hangs stehen fast die gleichen und man hat am Abend diese wunderbare Aussicht von der Dachterrasse. Knaller.

Schwimmende Häuser im Lausitz-Resort

Die schwimmenden Häuser im Geierswalder See.

Auf einer #Brandenbulli-Tour

Und nicht zu vergessen: Auf einer Bullitour durch Brandenburg könnt Ihr natürlich entweder gleich mehrere Campingplätze und Seen auschecken oder vor allem auch tolle Plätze an Flüssen finden, die vielleicht etwas einsamer sind, denn Ihr habt ja alles zum Übernachten dabei.
Nicht vergessen: Hinterlasst nichts als Fußspuren, nehmt nur ökologisch abbaubares Waschmittel mit, vergrabt Euer Klopapier, wenn Ihr in der Natur müsst, nehmt Rücksicht und haltet Euch an die Gesetze, getreu dem Motto: Wenn das jede*r machen würde, würde ich das dann auch okay finden?
Ganz wichtig: Macht bitte auf gar keinen Fall Feuer im Wald, das könnte böse enden, in Brandenburg ist jetzt schon wieder alles ausgetrocknet!

Ich freu mich jedenfalls gerade, dass meine nächste Brandenbulli-Tour nicht mehr lange hin ist, übernächste Woche geht es schon los, wohoo! Wenn Ihr sowas nachmachen wollt: Mittlerweile gibt es sehr viele verschiedene Bulli-Anbieter in Berlin, googelt einfach mal. Wer sich nicht unbedingt auf den Charme eines alten T3 verlassen will, bei dem eben auch mal etwas auf Tour kaputt gehen kann, sollte sich einen neuen Van mieten. Das ist sogar für das gleiche Geld möglich.

Zum Brandenbulli-Artikel

T3 mit Faltdach auf Parkplatz

Unsere erste Brandenbulli-Tour, stilecht mit einem T3.

Ich hoffe, ich konnte Euch Lust auf Sommerferien in Deutschland machen und Ihr habt vielleicht noch den ein oder anderen Tipp mitbekommen. Wenn Ihr selbst Tipps für mich habt, gerne her damit. In diesem Jahr wird es mich jedenfalls noch einmal in den Brandenbulli, aufs Hausboot und an die Ostsee führen – und langweilig wird das ganz bestimmt nicht.

Macht’s fein
/Eure Inka

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