Samstag.
Seit neuestem mag ich Samstage sehr. Vorher, also vor diesem Fi-Film, habe ich Freitage gemocht, denn da begann mein Wochenende (bzw. meine Zeit für selbstständige Projekte). Jetzt ist es der Samstag: Lange Gammeln (seit Jahren nicht mehr gemacht), anschließend in den Garten, ablenken, ablenken, ablenken.
Funktioniert täglich besser.

Das Hochbeet, das schon in Einzelteilen seit zwei Jahren im Garten wartete, ist endlich fertig gebaut. Nächste Woche bekomme ich meine alten Gemüsesorten zum Einsetzen. Übrigens ein Projekt, das auch von der Bundesregierung gefördert wird, inklusive Pflanzplan und vielen Tipps. Wer Interesse hat, benötigt lediglich einen Balkon, sollte jetzt aber fix sein: Projekt Black Turtle.

Was mich heute bewegt hat

  • Der Mann von Klaus Wowereit ist heute an Covid-19 gestorben.
  • Hamburg bucht eine Pension für Opfer häuslicher Gewalt. Vielerorts wird das Problem immer offensichtlicher: Nicht nur sind viele Zufluchtseinrichtungen geschlossen, durch das Aufeinanderhocken in den Familien spitzt sich zudem die Lage häufiger zu. Gerade bei Kindern problematisch: Dort, wo sonst Dritte einen Blick drauf hatten, Lehrer:innen, Erzieher:innen, sieht derzeit niemand mehr hin.
  • Die Albernheit der 40-Stunden-Woche: Können wir „nachher“ bitte mal darüber sprechen, dass diese körperliche Anwesenheitspflicht in vielen Berufen einfach total überflüssig ist, Straßen und öffentliche Verkehrsmittel verstopft, lange Arbeitswege und damit lange Arbeitszeiten verursachen und Kinderaufsicht erschweren?
    Und können wir dann bitte auch gleich noch darüber sprechen, dass die 40-Stunden-Woche eh ziemlicher Quark ist? Das sollte doch spätestens jetzt den Meisten aufgegangen sein.
    Und wenn wir dabei sind, können wir ja auch gleich noch über ein Grundeinkommen und die Erhöhung des Mindestlohnes sprechen, weil es natürlich nicht sein kann, dass es Jobs gibt, von denen Menschen nicht leben können, und es auch einfach schön wäre, wenn Künstler als gesellschaftlich wichtig anerkannt würden. Wann ließe sich das wohl besser verstehen als derzeit.
  • Straßen sperren. Es ist ja ohnehin ziemlich unsäglich, dass Städte heute nach Straßen und Straßen nach Autos geplant werden. Können wir jetzt einfach mal ausprobieren, wie es wäre, wenn sich nicht alles um das Auto drehen würde? Sperren wir doch mal ein paar der ohnehin viel leerer gewordenen Straßen, um Fußgänger:innen den nötigen Abstand zu geben – und vielleicht gleich noch auf der Straße zu tanzen.
  • Kommt es mir eigentlich nur so vor, oder singen die Vögel gerade viel lauter, viel mehr als sonst im Frühling?
  • Bisher noch wenig Thema: Corona in den ohnehin gebeutelten Ländern Südasiens, Afrikas und Südamerikas. Wo die Leute täglich nur das erwirtschaften, was sie abends essen, kein fließend Wasser haben, in winzigen Wohnungen zusammenhocken und es keine Gesundheitsversorgung gibt – ehrlich, ich kann da immer nur Häppchenweise dran denken, denn Corona wird kommen, und es wird schlimm werden, und es gibt leider keine Lösungen dafür. Dass eine Verteidigungsministerin Simbabwes dann erzählt, das Coronavirus sei eine Strafe Gottes für die westlichen Länder, hilft dabei wenig.
  • Das Gesetz zum Mieterschutz, das Kündigungen derzeit aufgrund von Mietzahlungsausfällen verhindert, ist eine super Sache. Fanden H&M, Deichmann und Adidas auch, also zahlen sie einfach mal keine Miete mehr. Man denkt, man sei in einem schlechten Action-Film, und dann merkt man, dass Alan Ball das Drehbuch geschrieben hat.

  • Ging gestern schon rum: Die überforderte Israelische Mutter. So ernst der Hintergrund ist – ich habe Tränen gelacht. Nicht nur hat sie einen guten Hang zur Komik, es ist auch irgendwie beruhigend zu sehen, dass auf weit entfernten Teilen der Erde die Sorgen genau die Gleichen sind.

„Jetzt werden unsere Kinder herausfinden, wie dumm wir sind!“

  • Die Pest derzeit: Kettenbriefe auf Instagram und Whatsapp. Nein. Einfach nein.
  • Die Auswirkungen von Corona, an die wir derzeit überhaupt nicht denken: In Thailand streiten sich riesige Affenbanden ums Futter, seitdem sie nicht mehr von Touristen gefüttert werden.

    In den Zoos wiederum langweilen sich die Affen, seitdem die Besucher:innen ausbleiben. Der Tierparkdirektor in Bern fährt daher zur Unterhaltung der Primaten ein bisschen Fahrrad.

#Coronakreativität

Igor kann jetzt auch rückwärts:

Nach der #Horsechallenge

gibt’s jetzt die #Hughgrantchallenge:

Heutiger Favorit: Die ersten Sekunden dieses Videos:
„So I’m stuck in a room with a cello and a bunch of puppets. This was only a matter of time…“

Google hilft jetzt auch beim Händewaschen mit getimten Background-Song, der – äh – ein klein wenig aus der Zeit gefallen scheint.

„OK Google, hilf mir beim Händewaschen.“

Mich hat das ja ein bisschen an alte Dalli-Dalli-Zeiten erinnert.

Und zum Schluss zum Einschlafen etwas Schaurigschönes vom Gruselking itself:

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