Heute verrate ich Euch eines meiner Lieblingsrezepte: Rosenblütenwasser, das man anschließend auch zu Rosenblütensirup weiterverarbeiten kann. Das Beste an diesem Rezept: Es ist simpel, es ist günstig und Ihr braucht keinerlei besonderen Geräte.

Ich hatte ja bereits angekündigt, dass ich dieses Jahr mehr zu Hause sein und weniger Reisen werde, allein schon, da meine Urlaubstage zu einem großen Teil für die Antarktis-Reise im Dezember draufgehen. Die Zeit nutze ich gerade bei diesem meist grandiosen Sommerwetter, um wieder mehr im Garten zu machen. Das ganze letzte Jahr haben wir hier nur das Allernötigste gemacht, weil wir schlicht zu viel unterwegs waren.
Dabei ist der Garten ja mein absoluter Lieblings- und Entspannungsort.

Der Garten & ich

So langsam entwickle ich eine sehr innige Beziehung zu diesem kleinen Stückchen Land. Ich glaube, es dauert nicht mehr lange, und ich laufe schrullig und mit mir selbst und den Pflanzen redend darin herum.
Von vielen Dingen, die noch gemacht werden müssen einmal abgesehen, liebe ich es, dass ich die ersten Ernten einfahren kann. Das sind z.B. Blüten für Tee, Gelees, Sirup und mein geliebtes Jojobaöl (sehr gut für die Haut), Kräuter wie Rosmarin, Lavendel, Pfefferminze, Thymian, Zitronenmelisse (ich habe endlich einen Platz gefunden, wo sie sich wohlfühlen), später dann Erdbeeren und Pfirsiche und die ersten Äpfel vom noch kleinen Bäumchen und Beeren von den erst letztes Jahr gesetzten Büschen.

Kartoffeln und Radieschen wachsen auch noch, was allerdings eher eine Sache ist, um den Kindern das Säen und Ernten vorzuführen und auch zu schauen, welche Pflanzen denn der Boden so mag, der bei uns leider – wie überall in Brandenburg – sehr sandig ist und wenig Nährstoffe enthält. Nicht umsonst nennt man Brandenburg auch den Sandkasten Deutschlands.
Wir sind deshalb dabei, Bodenverbesserungsmaßnahmen (gigantisches Wort!) einzuführen, dieses Jahr habe ich erneut viele Gründünger-Pflanzen gesät wie Gelbsenf und Lupinen. Letztere werden mich dann, wenn sie hoffentlich bald blühen, an Patagonien erinnern, wo diese hübschen Pflanzen überall herumstanden.

Fotos gibt es allerdings in aller Ausführlichkeit ein anderes Mal, das Licht ist heute doof und ich hatte deshalb aufs Fotografieren keine Lust. Wer vergessen hat, wie unser Garten im hinteren Teil aussieht, für den gibt es hier aber einen kleinen Teaser, aufgenommen neulich, als die Fee bei mir zu Besuch war.
Was es mit dem Puschel da auf der Couch auf sich hat, wird ebenfalls bald verraten.

Gartenmöbel mit bunten Kissen und Holztisch und Gartenhaus

Chillecke unseres Gartens.

Heute möchte ich erstmal mit einem Rezept starten, das super simpel, super lecker und super nett ist, vor allem, wenn man eine der drei Zutaten aus dem eigenen Garten ernten kann: Rosen. Sie stehen derzeit überall in voller Blüte und wir haben Glück, eine riesige, sehr intensiv duftende Wildrose im Garten zu haben. Aber auch wer keinen Garten hat kann sicherlich hier und da Rosenblätter finden, das geht besonders gut in städtischen Regionen, wo Wildrosenbüsche gerne angepflanzt werden, weil sie so pflegeleicht sind. Natürlich solltet Ihr aber sicherstellen, dass diese nicht gespritzt sind.
Schaut Euch nicht, einfach mal einen Gartenbesitzer zu fragen, ob Ihr ernten dürft, denn Ihr braucht nicht viel, und die meisten Gartenbesitzer schneiden die erste Blüte sogar ab, damit noch einmal eine zweite hinterher kommt.

Verwendung von Rosenblütensirup und Rosenblütenwasser

Rosenwasser kann man großartig verwenden, z.B. als Sommergetränk mit Wasser. Süßspeisen schmecken sehr lecker damit, zum Beispiel Pudding. Auch ein Obstsalat schmeckt damit ganz besonders. Als kleinen Gag kann man mit dem Rosenwasser Eiswürfel machen und in Fruchtcocktails verwenden. Oder stellt ein Gläschen ins Bad, um den Duft zu verbreiten.
Durch Rosensirup bekommt ein Kuchen eine ganz besondere Note, ebenfalls schmeckt auch ein Schuss in den Sekt großartig. Wer gerne Marmelade macht, kann eine Fruchtmarmelade damit verfeinern.

Welche Rosenblätter kann man verwenden?

Wildrosen eignen sich besonders, weil sie meistens mehr ätherische Öle haben als Edelrosen, deshalb duften sie auch stärker. Achtet natürlich darauf, dass Ihr Blüten von ungespritzten Rosen verwendet.

Rosenblüten im Einmachglas und Limetten

Rosenblüten mit Limetten und etwas gezuckert: yummi!

Grundsätzliche Hinweise zum Einkochen & Haltbarmachen

Ich habe mich lange gescheut vorm „Einmachen“ und der Sirup-Herstellung, weil ich immer ratlos war, wie man das Ganze steril bekommt, dabei ist das eigentlich ganz einfach. Ihr braucht für dieses Rezept also keinerlei besondere Geräte!

Um mit einfachen Mitteln die Gläser möglichst steril zu halten und Bakterienwuchs wenig Chancen zu geben, wird die eingemachte Flüssigkeit bzw. der Sirup stets noch heiß in die Vorratsgläser oder Flaschen gefüllt. Die Gläser/Flaschen werden zuvor gut ausgewaschen, ausgespült und abschließend noch einmal mit kochendem Wasser übergossen. Das hat bei mir immer gut funktioniert. Twist-Off-Gläser sind hierbei die einfache Alternative zu Einweckgläsern, sie werden nach dem Befüllen für ein paar Minuten auf den Kopf gestellt.

Salz und Zitronensäure hemmen Bakterienwuchs, deshalb enthält eingemachtes immer eines von beiden: Früchte werden mit Zitronen, Limetten oder Zitronensäure eingemacht, Gemüse mit Salz.
Ich bevorzuge definitiv Limette, weil ich finde, dass diese das Aroma schön unterstreicht mit einer zusätzlichen Eigennote. Natürlich funktionieren Zitronen ebensogut. Von (künstlicher) Zitronensäure, wie in vielen Rezepten erwähnt, rate ich hingegen ab: Ich finde diesen künstlichen Geschmack ganz furchtbar.

Rosenwasser und Rosensirup herstellen

Die Zutatenliste ist bei Rosenblütenwasser sowie Rosenblütensirup die gleiche, denn zuerst wird das Wasser hergestellt, was dann zu Sirup weiterverarbeitet werden kann.

Zutaten:

  • Rosenblütenblätter, ungespritzt. Für 500 ml nehme ich großzügige zwei Handvoll.
  • Zitrone oder Limette
  • Zucker oder Gelierzucker nach Gusto (z.B. 3:1), ich nehme nur normalen Zucker
  • Breite Gläser, um die Blüten im Wasser ziehen zu lassen; ich nehme dafür am Liebsten Weck-Gläser*
  • Schöne Flaschen, um das Rosenwasser bzw. den Rosensirup abzufüllen. Ich liebe z.B. schlanke, hohe Flaschen*, oder auch die rustikale Variante mit Bügelverschluss*. Ein kleines Fläschchen* eignet sich natürlich auch super als Mitbringsel bei einer Einladung.
    Achtung: Korkverschlüsse sind schwierig zu sterilisieren und setzen daher häufiger Schimmel an! Ich nutze sie nur, wenn ich weiß, dass ich den Inhalt schnell verbrauche.
Rosenblüten und Limetten im Topf

Rosenblüten mit etwas Zucker und Limette: Vorbereitung zum Einkochen.

Zubereitung:

  1. Möglichst stark duftende (denn die haben viele ätherische Öle), natürlich ungespritzte Rosenblütenblätter nehmen. Die Blätter vorher nur von Ungeziefer befreien, nicht waschen.
  2. Die Blätter mit Zitrone oder Limette beträufeln. Ich persönlich bevorzuge Limette.
  3. Etwas Zucker zugeben, vermischen und kurz einziehen lassen.
  4. Alles in einen Topf geben und mit Wasser erhitzen. Ich nehme so viel Wasser, dass die Blüten gut bedeckt sind.
  5. Kurz aufkochen lassen, bis sich der Zucker gelöst hat, dann abkühlen lassen.
  6. Die Mischung in ein Glas geben und für 4-5 Tage in dem Kühlschrank stellen (oder in den kühlen Keller).

    Rosenblütenwasser im Einmachglas

    Nach 4-5 Tagen hat sich die Farbe intensiviert und das Aroma der Rosenblüten ist gut durchgezogen.

  7. Das Rosenwasser abseihen und auffangen. Das geht mit einem feinen Sieb oder auch mit einem Küchentuch.
  8. Das Rosenwasser erneut erhitzen, ggf.  noch etwas Zucker oder Limette für den Geschmack hinzugeben. Sich freuen, wie genial dieser köstliche Saft schmeckt. ;)
  9. Wer nun einen Sirup machen möchte, gibt weiteren Zucker bzw. Gelierzucker hinzu, bis ein Sirup entsteht. Ich persönlich mag nicht so sehr viel Süße und belasse es bei wenig Zucker und dem dünneren Rosenwasser.
  10. Das Wasser und den Sirup noch heiß in die Flaschen füllen.
Kennst Du die Tellerprobe? Da Sirup im abgekühlten Zustand zähflüssiger ist als im warmen Zustand, kann man die Konsistenz mit der Tellerprobe zwischendurch gut beurteilen: Einen Teller bzw. Untertasse in den Tiefkühler stellen. Nachdem der Zucker zur Flüssigkeit zugegeben wurde und sich komplett aufgelöst hat, den Teller aus dem Tiefkühler nehmen und einen Teelöffel der Flüssigkeit darauf tun. Den Teller schräg halten und schauen, ob die Konsistenz zäh genug geworden ist, um nicht herunterzutropfen.

Ich bewahre das Rosenwasser und den Sirup im Kühlschrank auf, es sollte so mindestens ein Jahr haltbar sein. Allerdings schließe ich nicht aus, dass ich das ein oder andere Fläschchen ab sofort draußen stehen lasse zwecks Dekoration und purer Angeberei.

Rosenwasser in Flaschen

Ja, die Farbe ist wirklich echt, unglaublich. Und unglaublich lecker!

Wie kann man Rosenblüten sonst noch verwenden?

Ein Tee aus Rosenblüten ist etwas ganz Besonderes, finde ich, und eignet sich auch gut zum Verschenken.

Neulich habe ich Apfel-Rosen-Gelee ausprobiert und war nicht ganz so begeistert, weil mir persönlich das Gelee einfach zu süß ist, trotz 3:1 Gelierzucker. Dafür wandert es jetzt morgens löffelweise in meinen Haferbrei, yummi. Wer es ausprobieren möchte:

  1. Rosenwasser wie oben beschrieben herstellen.
  2. Äpfel auskochen und durch ein Küchenhandtuch den Saft auffangen.
  3. Mit dem Rosenwasser vermischen, noch einmal aufkochen und den Gelierzucker zugeben (das Prinzip ist immer das gleiche).
  4. Zur Dekoration noch ein paar Rosenblätter ins Gelee geben. Wichtig: Beim Erkalten noch einmal das Glas durchschütteln, damit sich die Rosenblätter verteilen, die schwimmen sonst alle oben drauf, weil sie leichter sind (bzw. unten, weil man das Glas ja zum Erkalten umdreht).
Rosenpotpourri

Rosenpotpurri

Falls Ihr übrigens Tipps oder andere Weisheiten zum Einmachen habt, bitte gerne in den Kommentaren.

Erdbeer-Rhabarberkompott im Glas
Eines meiner absoluten Yummi-Lieblingsrezepte ist übrigens mein Erdbeer-Rhabarber-Kompott mit Ingwer und Vanille. Simpel und schnell hergestellt und schmeckt fantastisch zu Kuchen oder Vanille-Eis, hmmmmm.

 

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