Berlin zeigt ja in jeder Jahreszeit seine Reize, jedenfalls wenn man diese Stadt ohnehin mag. Der Sommer besticht durch das bunte kulturelle Gewese überall, im Herbst mag ich vor allem, dass Berlin so unglaublich viel Natur und viele Grünflächen hat. Herbstspaziergänge sind deshalb sicher nicht nur meine Lieblingsbeschäftigung.
Ohnehin ist von den vier Jahreszeiten ist nur der Herbst durchgängig schön, oder? Er fängt an, wenn sich die hübschen bunten Blätter zeigen und hört auf, wenn sie gefallen sind, denn dann ist – jedenfalls gefühlt – Winter. (Was dem Winter wirklich Unrecht tut, aber das ist eine andere Geschichte.)

Jedes Jahr im Herbst ziehe ich also in Berlin durch die Gegend und fotografiere wie verrückt. Heute teile ich mit Euch meine liebsten klassischen Herbstspaziergänge in Berlin & Umgebung und bin damit natürlich eigentlich viel zu spät dran, denn die Blätter fallen ja derzeit schon wie wild von den Bäumen, also heißt es schnell sein.

Füße in buntem Laub

Herbstspaziergang

Die Spaziergänge sind sehr unterschiedlich, von der kleinen Feierabendrunde bis zum mehrstündigen Ausflug, vom größten Wasserfall Berlins bis zum zehntgrößten Friedhof der Welt.

Klassisch sind die Spaziergänge übrigens nicht deshalb, weil sie überlaufen sind – das ist nicht unbedingt der Fall und variiert von Wochentag zu Wochentag – sondern weil es diese alten, traditionellen berliner Sonntagsspaziergangs-Gebiete sind und die genannten Parks und Spazierwege schon ewig bestehen und viele Geschichten zu erzählen haben.

Sie sind zugegebenermaßen sehr südwest-lastig. Das liegt einfach daran, dass das „mein Revier“ ist. Ich hoffe, das ändert sich mit den nächsten Jahren und es gibt dann einen weiteren Artikel.

Inhalt des Artikels

1. Auf den Kreuzberg
2. Das alte Berlin im Tiergarten
3. Am Schloss Charlottenburg
4. Großartige Aussichten im Humboldt-Hain
5. Durch den Park am Gleisdreieck
6. All-time favorite: Der Grunewald
7. Feierabendrunde am Hubertussee
8. Von Schlössern und Märchen: Zur Pfaueninsel
9. Rund um den Machnower See
10. Der Südwestkirchhof Stahnsdorf
11. Über den Baumkronen in Beelitz Heilstätten

Karte der Locations meiner „klassischen“ Spaziergänge. Um eine Übersicht zu bekommen, bitte oben links das Menüsymbol anklicken.

1. Auf den Kreuzberg

Es soll ja Leute geben, die nicht wissen, dass es tatsächlich den Kreuzberg gibt, und nicht nur das Kreuzberg als Bezirk, welcher so nun auch nicht mehr existiert (sondern jetzt zu Friedrichshain-Kreuzberg fusioniert ist).
Am Kreuzberg habe ich meine erste Wohnung in Berlin bewohnt, eine 2er WG in einer ollen 2-Zimmer-Bruchbude im Hinterhof, in der die Hauswartsfrau so unangenehm war und ihre Bude unten im ersten Stock so gruselig gestunken hat, dass wir ihren Mann dort seit einigen Jahren im Sessel verrottend vermutet haben… nunja, was man sich halt so als Frisch-Berliner denkt, wenn man gerade in die wilde Großstadt gezogen ist. War ’ne tolle Zeit. ;)

Aussicht vom Kreuzberg über Berlin im Herbst

Vom Kreuzberger Monument im Viktoriapark hat man eine grandiose Aussicht – wenn es nicht gerade neblig ist…

Jedenfalls fühle ich mich im Viktoriapark, wie der Park auf dem Kreuzberg korrekt heißt, noch heute heimisch. Auf den Wiesen habe ich im Sommer tagsüber zwischen nackten SonnenanbeterInnen fürs Studium gelernt und bin abends im Golgatha tanzen gegangen. Am Sonntag Morgen war die Eckkneipe mit dem Billig-Frühstück der beste Freund und kaum etwas war toller, als den Sonnenuntergang vom „Monument“ zu bewundern, eigentlich „Nationaldenkmal für die Befreiungskriege„, ein von Schinkel entworfenes Denkmal.
Vom Monument hat man nicht nur einen tollen Blick über die Stadt, sondern auch über den 1888 angelegten Wasserfall, den höchsten Berlins, soweit ich weiß.

Berlins höchster Wasserfall im Viktoriapark in KReuzberg

Berlins höchster Wasserfall im Viktoriapark in KReuzberg

Wer hier steht, hat übrigens 1001 Geheimnisse unter sich liegen, denn in der Erde befinden sich riesige Hohlräume mit zig Skulpturen und Reliefs. Die Geschichte darüber hat der Berliner Tagesspiegel schön beschrieben.

Hinkommen:

  • Mit der S-Bahn zur Yorckstraße oder mit der U6 zum Platz der Luftbrücke. Oder mit dem M19 bis zur Großbeerenstraße. Beim Rauflaufen schonmal überlegen, wo man hinterher einen leckeren Kuchen verspeist.

2. Das alte Berlin im Tiergarten

Wer nicht im Tiergarten spazieren war, hat nicht in Berlin gelebt, heißt es. Und dabei ist der Park so groß und die Geschichten so viele, dass man ständig Neues entdecken kann.
Eine Möglichkeit ist, einfach kreuz und quer durchzulaufen. Dabei sollte man auf keinen Fall die Luiseninsel verpassen. Der Tiergarten ist von seinem Baumbestand extrem vielfältig, und so leuchten auf die Farben im Herbst in allen Farben.

Der Berliner Tiergarten im Herbst.

Der Berliner Tiergarten im Herbst.

Eine weitere, sehr witzige Möglichkeit ist es, sich eine Rikscha zu mieten und sich während der Fahrt allerlei Geschichten erzählen und die Habichte und ausgesetzten Schildkröten zeigen zu lassen, über die Vielfalt der Natur zu erfahren und wohin eigentlich die Skulpturen verschwunden sind, die hier überall gestanden haben. Mit Helmut Millan, Initiator der Rikscha-Touren und seit Jahrzehnten unterwegs, hatten wir den besten Geschichtenerzähler überhaupt.

Rikscha im Berliner Tiergarten

Zugegeben: Das war nicht im Herbst, sondern im Mai. Schön ist es nämlich auch, wenn die Rhododendren blühen.

Zum Abschluss der Tour auf keinen Fall die Siegessäule vergessen, von oben hat man einen herrlichen Blick – wenn es denn nicht gerade vernebelt ist. Mir war das Glück bisher einfach nicht hold.

Vernebelter Tiergarten im Herbst.

Etwas mystisch vernebelter Tiergarten – auch ganz schön.

Aber auch das Regierungsviertel kann sich im Herbst sehen lassen, denn die Bepflanzung leuchtet im Herbst einfach wunderschön.

Das Regierungsviertel in Herbstfarben

Das Regierungsviertel im Herbstkleid.

Das kann man übrigens auch wunderbar mit einer Spreefahrt kombinieren. Die meisten Reedereien fahren bis Ende Oktober und man staunt, dass sich hier eher alte Berliner herumtummeln statt der Touristen. Berliner wissen eben, was gut ist.

Spree in Berlin

Auf der Spree durch Berlin.

Hinkommen:

  • Für den Spaziergang zum Beispiel vom Zoo mit dem 100er oder 200er Bus bis zur Haltestelle „Nordische Botschaften“ fahren und entweder Richtung Regierungsviertel oder Richtung „Café am Neuen See“ laufen.
  • Rikschafahrten über Berlin-Rikscha-Tours
  • Die Spreefahrt-Haltestellen gibt es ja überall. Sehr bequem geht es direkt gegenüber vom Hauptbahnhof. Infos zum Beispiel bei den Berliner Spreefahrten.

3. Am Schloss Charlottenburg

Was viele nicht wissen: Das Schloss Charlottenburg beherbergt einen riesigen, frei zugänglichen Wald- und Wiesenpark, in der im Herbst mit seinen vielen Farben lockt. Hinter dem Schloss liegt der angelegte (Barock-)Garten, der im Herbst schlicht winterfest gemacht wird. Das Barock in Klammern, da der Garten keiner historischen Vorlage entspricht, sondern nach dem Krieg ein bisschen „freihändig“ und eher an der Praxis und kostengünstig wieder hergestellt wurde.

Nach dem Garten geht es eine Runde um den Karpfenteich, über Wiesen am Belvedere und Teehaus vorbei bis zur Spree. Von dort kann man bequem einfach weiter am Wasser entlang bis zum U-Bahnhof Jungfernheide laufen.

Schloss Charlottenburg

Hinter dem Schloss lädt ein riesiger Park zum Spazierengehen ein.

Hinkommen:

  • In 12 Minuten vom Zoologischen Garten mit dem Bus M45 bis zur Haltestelle Luisenplatz/Schloss Charlottenburg.

4. Großartige Aussichten im Humboldthain

Am anderen Ende Berlins lockt der Humboldthain nicht nur mit einem hübschen Waldgebiet und einem Rosengarten, sondern vor allem auch mit einem grandiosen Blick vom ehemaligen Flakturm.

Aussicht vom Flakturm im Humboldthain

Aussicht vom Flakturm im Humboldthain

Direkt Gegenüber vom Gesundbrunnen-Center führt ein Weg nah entlang der Bahngleise auf den Berg hinauf. Oben befindet sich der nördliche Flakturm aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Nähe zur Bahntrasse verhinderte die Sprengung, alle anderen Flaktürme wurden von den Alliierten nach dem Krieg gesprengt.

Der Bunker ist übrigens heute wieder teilweise begehbar und über die Berliner Unterwelten zu besichtigen, deren Büro 200 Meter neben dem Gesundbrunnencenter zu finden ist.

Hinkommen:

  • In 8 Minuten mit der U8 vom Alexanderplatz zum S+U-Bahnhof Gesundbrunnen.

5. Durch den Park am Gleisdreieck

Der Park am Gleisdreieck ist meiner Ansicht nach toll gelungen und ist ein schöner After-Work-Spaziergang. An den Yorckbrücken wird gestartet und erst einmal der Norden erkundet. Alte Gleisbettbepflanzung kann hier bewundert werden, aber auch manche alten Gleise selbst wurden erhalten, die nun nach und nach der Natur übergeben werden. Bäume und Pflanzen überwuchern alte Lokschuppen, die mittlerweile kaum mehr zu sehen sind. Manche Gleise führen als Weg durch kleine Waldflächen.

Alte Gleise im Park am Gleisdreieck

Im Park am Gleisdreieck sind neben Wiesen und Sportplätzen auch noch viele alte Gleise zu finden.

Auf den großen Wiesen wird Frisbee gespielt, überdimensionierte Schaukeln laden auf eine Runde ein.

Nicht verpassen: Die coolen Skateboarder ganz am Nordende des Parks, die Tafeln, die die interessante Geschichte der Bürgerinitiative erzählt, die diesen Park letztendlich initiierte und den Community-Garden, der ursprünglich angelegt wurde, um Geflüchteten entspannende Gartenarbeit sowie Kontaktmöglichkeit zu geben, und der nun ein erfolgreiches Nachbarschaftsprojekt ist.

Nach der Runde geht es über die Yorckbrücken in den südlichen Teil bis zur Monumentenbrücke. Hier stockt einem der Atem, nicht nur, weil die Aussicht bis zum Potsdamer Platz toll ist, sondern weil einem das neu gebaute Lokdepot erst einmal die Sprache verschlägt.

Lokdepot Berlin-Kreuzberg

Das rote Lokdepot in Berlin-Kreuzberg an der Monumentenbrücke

Ob dieses Gebilde nun schön oder hässlich ist, diskutiert man dann am besten im Lok6 aus, einem superfeinen Bio-Restaurant in der Nummer 6 des Lokdepots. Sicherheitshalber reservieren, denn das Lok6 hat sich in Windeseile in Berlin herumgesprochen.

Innenansicht Restaurant Lok6 in Berlin

Im Abendlicht leuchtet die rostrote Farbe, die an die ehemaligen Lokschuppen erinnern soll, im Restaurant noch einmal doppelt schön. Auch draußen gibt es ein paar Plätze.

Hinkommen:

  • Mit der S1, S2 oder U7 zum S+U-Bahnhof Yorckstraße.

6. All-time-favorite: Der Grunewald

Ja, der Grunewald ist mein All-Time-Favorite, wenn es um einen längeren Spaziergang in Berlin und besonders im Herbst geht. Das größte zusammenhängende Waldgebiet Berlins zeichnet sich durch viel Mischwald mit Kiefern und vielen Blattbäumen aus, letzteres macht die Farben im Herbst besonders prächtig.

Berliner Grunewald in Herbstfarben

Wunderschöne Herbstfarben im Grunewald, sogar bei grauem Wetter.

Meine Vorliebe erklärt sich sicher auch dadurch, dass meine kleine Bude eine direkte Busverbindung dorthin hat. Aber auch generell kommt man mit der BVG sehr gut zum Einfallstor S-Bahnhof Grunewald. Von hier hat man zwei Möglichkeiten: Eine Runde über die Sandgrube, die alte Skispringtrasse und den Teufelsberg mit dem mittlerweile schon etwas totfotografierten Lost Place der Radarstation bis zum Drachenberg, von dem man eine fantastische Aussicht über Berlin hat.

Blick über grünen Wald, im Hintergrund Berlin

Blick über Berlin vom Drachenberg

Oder Du läufst quer durch, am Teufelssee vorbei bis zur Havel zum Schildhorn, am besten mit einer Runde über den Friedhof der Unbestattbaren. Am Wasser gibt es dann das urige Berliner Wirtshaus am Schildhorn – etwas abgeblättert aber mit original Berliner Bewirtung. Bei schönem Wetter am besten in den Pavillon auf dem Wasser setzen.

Wer lieber eine Wasserwanderung haben will, startet von der Heerstraße im Norden und läuft den Havelhöhenweg nach Süden – herrlich.

Ein kurzer Spaziergang bietet sich an der Krummen Lanke an, hier wirst Du allerdings nicht gerade alleine sein. Schön ist es dennoch.

Herbst an der Krummen Lanke Berlin

Die Krumme Lanke Berlin bietet eine kurzweilige, tolle Seeumrundung. Am Wochenende bei schönem Wetter ist es hier allerdings ziemlich voll.

Hinkommen:

  • Für die Spazierrunde quer durch am besten mit der S7 Richtung Potsdam bis S Grunewald.
  • Wer zum Drachenberg oder Teufelsberg laufen möchte und lieber den kürzesten Weg sucht, startet vom S-Bahnhof Heerstraße.
  • Wer den Havelhöhenweg laufen möchte und vorher nicht quer durch den Grunewald will, kann vom U-Bahnhof Theodor-Heuss-Platz den M49 bis zur Haltestelle Stößenseebrücke fahren.
  • Für eine Umrundung der Krummen Lanke bietet sich der U-Bahnhof Krumme Lanke an, von dem man noch 10 Minuten die Fischerhüttenstraße hinunter läuft. Oder Du startest vom S-Bahnhof Schlachtensee nach Norden.

7. Feierabendrunde am Hubertussee

Viele kleinere Seen in Berlin eine tolle Gelegenheit für eine kurzweilige Feierabendrunde. Ich habe mir den Hubertussee herausgepickt, weil er so praktisch am Bus X10 liegt und deshalb vom Zoologischen Garten in gerade 20 Minuten erreichbar ist. Er steht hier stellvertretend für die vielen weiteren kleineren Seen, von denen vor allem auch viele im Ost-Berliner Gebiet liegen.

Seespiegelung von Bäumen im Herbst

Der herbstliche Hubertussee

Eine komplette Umrundung ist am Hubertussee nicht möglich, weil manche Häuschen einen direkten Seezugang haben und die Grundstücke daher für Fußgänger gesperrt sind. Dafür kann man vom südlichen Ufer hervorragend hinüberspannern und sich ein bisschen das eigene Haus am See erträumen. Auch die Villen am Südufer, an denen man hier vorbeiläuft, haben es in sich. Der Weg ist dabei wunderbar naturbelassen und gerade im Herbst sind die Aussichten über die Farbpracht grandios.

Herbst am See

Kaum zu glauben: Mitten in der Stadt.

Hinkommen:

  • In 17 Minuten vom Zoologischen Garten mit dem X10 Richtung Teltow bis zur Haltestelle Joseph-Joachim-Platz.

8. Von Schlössern und Märchen: Zur Pfaueninsel

Gerade noch so im Berliner Stadtgebiet liegt die berüchtigte Pfaueninsel. Berüchtigt vor allem deshalb, weil viele von ihr gehört haben, die wenigsten aber die Mühe der „Anreise“ auf sich nehmen. Ich kann nur raten: Fahr hin, die Pfaueninsel ist wirklich einen Besuch wert.

Die Pfaueninsel hat eine lange Geschichte, die man sich einmal in Ruhe durchlesen sollte. Neben heimlichem romantischen Treffpunkt diente sie nicht nur der Landwirtschaft, sondern auch der architektonischen Inszenierung von Wilhelm II., weshalb sich viele kleine spannende Gebäudeentdeckungen quer über die Insel verteilt machen lassen.

Das "Schloss" auf der Pfaueninsel Berlin

„Schloss“ auf der Pfaueninsel

Hier entstand übrigens auch der erste Zoo auf Berliner Stadtgebiet, inklusive Giraffen, Rentieren, Kängurus und Pfauen. Im Jahr 1842 wurden die meisten Tiere an den gerade gegründeten Berliner Zoo-Verein gestiftet, aus denen dann der erste Bestand des Zoologischen Gartens im Tiergarten wurde. Nur die Pfauen blieben auf der Insel und laufen noch heute umher, sogar im Winter. Schon vor der Fähre hört man die seltsamen Rufe dieser Tiere.

Pfau mit ausgebreiteten Federn

Da zeigt er seine ganze Farbpracht.

Die ganze Insel ist heute übrigens Naturschutzgebiet. Hunde wie Fahrräder sind verboten, Feuer darf auch keines gemacht werden.

Achtung an die Fotografen: Fotos dürfen hier nicht kommerziell verwendet werden, denn die gesamte Insel ist im Besitz der Preußischen Schlösser und Gärten. Dies gilt natürlich insbesondere für die Gebäude.

Fähre zur Pfaueninsel

Mit der Fähre „Luise“ geht es hinüber zur Insel.

Öffnungszeiten & Preise:

  • 4 Euro pro Person, für Familien 8 Euro. Der Preis ist inklusive Fährüberfahrt.
  • Im Oktober von 9-18 Uhr geöffnet, im November von 10-16 Uhr.

Hinkommen:

  • Wer nicht noch weit hinlaufen will, kommt um dem Bus 218 kaum herum, am besten vom U-Bahnhof Wannsee. Achtung: Im Oktober verkehrt der Bus nur noch stündlich, im November sogar nur noch alle zwei Stunden, also auf jeden Fall die Seite der BVG checken. Alternativ nimmt man das Fahrrad mit und radelt die knapp 5 km lange Strecke vom S-Bahnhof Wannsee.
    Von der Haltestelle Pfaueninsel setzt dann eine kleine Personenfähre zur Insel hinüber.

9. Rund um den Machnower See

Nicht mehr in Berlin, sondern schon in Brandenburg: Der Machnower See ist bei uns sehr regelmäßiges Ausflugsziel, da wir nicht weit entfernt wohnen.* Der See liegt mitten im Teltowkanal südlich von Berlin. Zu Fuß lässt er sich gut umrunden, einen kleinen Abstecher kann man im Norden dann gleich noch zur Neuen Hakeburg unternehmen, ein schöner Lost Place, der auch schon von außen eine kurze Besichtigung wert ist.

Zugegeben, der Machnower See gehört eigentlich nicht zu den „klassischen“ Zielen der Berliner. Da er aber für mich eines der schönsten Ziele im Herbst ist, habe ich ihn hier einfach mal untergemogelt.

Der Machnower See in Kleinmachnow

Der Machnower See südlich von Berlin ist ein Träumchen im Herbst.

Spazierweg am See

Rundweg um den Machnower See

Rund um den See hat man diverse tolle Ausblicke auf die herbstlichen Farben und kann einige spannende Entdeckungen machen, seltsam bayrisch anmutende Häuser, Liebesschlösser, die oben erwähnte Hakeburg, das Medusentor – teile einer mittelalterlichen Burg – und vor allem die alte Schleuse, neben der noch ein uralter Straßenbahnwagen steht, deren Linie hier einmal entlanglief.

Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, spart sich die Strecke am nördlichen Ufer, die ist wirklich nur Spaziergängern zu empfehlen, sondern fährt von der Schleuse im Westen am südlichen Ufer entlang gen Osten und wechselt dann nach dem See auf die Nordseite des Teltowkanals. Hier führt eine superschöne Strecke weiter gen Osten. Ab dem Seniorenheim „Augustinum“ gehört der Weg zum Berliner Mauerweg und ist damit auch sehr gut befahrbar. Du kannst jetzt entweder dem Mauerweg zum Beispiel bis Lichtenrade folgen, das ist wirklich ein total schönes Stück, oder Du fährst einfach weiter am Teltowkanal entlang wieder nach Berlin hinein.

Herbstliche Birken

Herbst auf dem Mauerweg rund um das alte West-Berlin.

Hinkommen:

Achtung: Kleinmachnow ist Zone C!

  • In 18 Minuten vom S-Bahnhof Zehlendorf (S1) in mit dem Bus 623 bis zur Haltestelle „Kleinmachnow, Am Hochwald“. Oder:
  • In 12 Minuten vom S-Bahnhof Wannsee (S7) mit dem Bus 620 bis zur Haltestelle „Kleinmachnow, Am Hochwald“.

10. Der Südwestkirchhof Stahnsdorf

Nicht weit entfernt vom Machnower See liegt der Südwestkirchhof Stahnsdorf oder kurz „Friedhof Stahnsdorf“, der – und das weiß kaum jemand – der zehntgrößte Friedhof weltweit ist, obwohl er gerade einmal knapp über hundert Jahre alt ist.

Herbstwald auf dem Friedhof

Schöner Waldbestand auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf

Ich bin ja ohnehin eine Friedhofliebhaberin und wollte schon längst eine ganze Serie darüber auf diesem Blog aufgeschrieben haben. Der Friedhof Stahnsdorf gehört allerdings nicht nur wegen seiner Größe zu denen, die man unbedingt besucht haben sollte. Hier finden sich wahnsinnig viele sehr spannende Gräber, Heinrich Zille wurde hier begraben, ebenfalls Walter Gropius, und es gibt sehr viele historische Gräbmäler, die architektonisch interessant sind.

Expressionistisches Grabmal auf dem Stahnsdorfer Friedhof

Das „Wissinger-„Grab: Expressionismus ist in der Grabmal-Kultur eher selten.

Mausoleum Stahnsdorf

Eines der vielen Mausoleen auf dem Friedhof Stahnsdorf.

Zudem wurde der Friedhof während der DDR-Zeit kaum genutzt, somit sind große Teile einfach zugewuchert. Der Baumbestand ist hoch, weshalb der Friedhof gerade im Herbst toll aussieht.

Einen Plan mit den interessantesten Gräbern stellt der Friedhof netterweise online zur Verfügung.

Hinkommen:

Achtung: Stahnsdorf ist Zone C!

  • Je nachdem, woher Du kommst, ist es entweder sinnvoller über Potsdam oder Zehlendorf. Check am besten die BVG-Seite und gib als gewünschte Haltestelle „Stahnsdorf, Bahnhofstraße“ ein, von hier sind es nur noch etwa 500 Meter die Bahnhofsstraße entlang bis zum Eingang.

11. Über den Baumkronen in Beelitz Heilstätten

Zu guter Letzt, und nun lachen sicher einige, weil das so offensichtlich ist, dass ich das empfehle: Der großartige Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten. Ja, immer und immer wieder werde ich den empfehlen, weil er zu Recht im letzten Jahr den Brandenburg-Tourismuspreis gewonnen hat. Ich war nun schon häufig dort und finde, im Herbst ist es dort einfach am allerschönsten.

Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten, Überblick von oben

Der Baumkronenpfad über den Beelitzer Heilstätten

Wer keine Lust auf den Eintritt hat, kann auch außen herum flanieren, schöner ist es allerdings von oben. Seit neuestem gibt es auf dem Gelände auch einen Barfußpfad. Soweit ich mitbekommen habe, muss der allerdings separat bezahlt werden.

Alle Infos, Anfahrt und Preise findest Du in meinem Artikel:

Und jetzt wünsche ich allerschönste Herbstfreuden!

Berliner Herbst