In letzter Zeit haben sich die Fragen einiger Blogstöckchen getürmt und getürmt. Ich bin ja immer gar nicht sicher, wie interessant irgendwelche privaten Antworten von mir sind, andererseits lese ich selber solche Posts ziemlich gerne, denn das ein oder andere private Detail ist immer dabei, um aus der rein virtuellen Bekanntheit ein vermeintlich kompletteres Bild der Person zu zeichnen.
Daher habe ich die Fragen von Shavethewhales, Joellas Day und Hellomime mal ordentlich durchgeschüttelt und in einem Post zu beantwortet. Damit der aber nicht endlos wird, habe ich mir erlaubt, ein paar Fragen zu entfernen, bei denen meine Antwort sowieso total öde gewesen wäre. Die Fragen waren toll, ich danke Euch dafür! Los geht’s!

Wie beginnst du den Tag?

Mit Aufstehen. Viel mehr weiß ich nicht, weil ich verschlafen leicht apathisch und grummelig bin, daher ist zwei Stunden später alles verdrängt.

Was isst du am liebsten zum Frühstück?

Arbeitswochentags nix, wochenends am liebsten stundenlanges Brunchen inklusive Ei, Avocado, leckere Brotaufstriche, 1. Latte, 2. Latte… Es leben die Gegensätze.

Kaffee oder Tee?

Beides. Ich bin Sehrgern-Teetrinkerin, kann aber auf meinen Morgenkaffee nur sehr schwer verzichten.

Der schönste Platz zum Frühstücken?

Vor dem Zelt.

Verreist du gerne? Wenn ja, wo fühlst du dich am wohlsten?

Kein Kommentar. Das Thema ist zu umfangreich, daher schreibe ich ja mein Blog.

Welche ist deine Lieblingsjahreszeit?

Alle vier. Ernsthaft, ich könnte mir nur schwer vorstellen, in einem Land mit weniger Jahreszeiten zu wohnen. Die Gegensätze dürften in Berlin aber gerne etwas krasser sein: Im Sommer gerne mehr Sonne und Wärme, im Winter kälter und Schnee, dafür einen schönen Frühling und einen goldenen Herbst.

Bank im Wald
Waldblick

Welches ist dein Lieblingskleidungsstück?

Meine Lily! Eine kuschelige Jacke aus Merinowolle von Icebreaker. Sauteuer, und ich war 6 Monate lang betrübt, als sie mir in Kasachstan gestohlen wurde. Jetzt habe ich sie mir zu Weihnachten erneut geschenkt.

Welches Buch liest du gerade?

Den Lonely Planet über Island. *hinthint*

Was tust du als letztes, bevor du abends schlafen gehst?

Ich surfe! Ganz schrecklich, oder?

Beschreibe deine Person mit drei Adjektiven.

Neugierig-ungeduldig, beizeiten leise.

Hat deine Familie einen Spitznamen für dich?

Nein. Doch: Ein gemeines ungenanntes Familienmitglied nennt mich „Drama-Queen“. Das ist so unfassbar falsch, dass ich tot umfalle, wenn ich nochmal so genannt werde!

Bist du eher der Kuchen- oder Deftig-Essen-Typ?

Deftig. Lecker Gemüse geht immer, lecker Kuchen ist mir manchmal zuviel.

Hast du schon einmal einen Wettbewerb gewonnen?

Ja! Ich bin heute noch stolz, dass ich mal im großen Globetrotter-Fotowettbewerb eine Südamerika-Reise gewonnen habe. Mittlerweile meine zweite Auszeichnung für meine Fotos, und das macht mich ziemlich glücklich, gebe ich gerne zu.

Was ist das Wertvollste, was du besitzt?

Meine Fähigkeit zum Glücklichsein.

Sammelst du irgendetwas?

Leidenschaften. Ich schaue ständig nach neuen Hobbies, das ist schon etwas neurotisch.

Welche fünf Dinge dürfen in deiner Handtasche nicht fehlen und warum?

Emma, Notizbuch, Stift, etwas zum Lesen, Lippenzeug gegen Austrockung: Fotografieren, schreiben, lesen und küssen halt, was gibt es Wichtigeres auf der Welt? In meinem Rucksack übrigens, ich besitze keine Handtasche. ;)

Welches war deine größte Modesünde?

Ich habe sie alle.

Was war das Widerlichste, was du auf Reisen je gegessen hast?

Beim Essen bin ich ziemlich schmerzfrei, und wenn ich etwas tatsächlich widerlich finde, esse ich es nicht, was selten vorkommt. Wirklich widerlich war jedoch, als ich zwischen den Pyramiden von Gizeh alle zwei Minuten mein Frühstück quasi wiederkäute. Ich hatte mir Salmonellen eingefangen und die darauffolgenden Tage der Reise waren vermutlich das Abstoßendste, was meine Ekelerfahrung auf Reisen angeht.

Was war das abgefahrenste Transportmittel, mit dem du je gereist bist?

Abgefahren wird ein Transportmittel wohl nur dadurch, dass es anders genutzt wird als vom Konstrukteur geplant. Ich bin mal 8 Stunden in Tanzania in einem Jeep unterwegs gewesen, mit 27 anderen Leuten. Eine Frau mit Kind unter meinem rechten Bein, zuwenig Platz, um den Fuß woanders hinzusetzen, ich halb hängend an diesen Gitterdachdings, außen am Jeep klebten weitere Leute. Das war körperlich anstrengender als der gesamte Grand Cirquito-Trek im Torres del Paine.

In welchem Transportmittel wird dir am schnellsten schlecht?

Im Auto, leider. Aber dafür bin ich offensichtlich seefest.

Welches Tier, das du auf Reisen getroffen hast, hättest du gern eingepackt und mitgenommen?

Auf jeden Fall die oberste Kameldame auf der Kamelfarm in Kasachstan. Ansonsten sind mir zwei Tiere ganz besonders in Erinnerung geblieben:
Sita *Name erfunden, einer der beiden Straßenhunde, die mich in Argentinien bei einer Tageswanderung ab der Stadtgrenze begleitet haben. Straßenhunde gibt es in Südamerika überall, sie sind meistens sehr freundlich, schließlich müssen sie sich ihr Essen erbetteln. Leider hat Sita nicht aufgehört, mir hinterherzulaufen, und wäre dann zurück in der Stadt fast unter die Räder gekommen – offensichtlich war sie die Stadt nicht gewöhnt. Sie ist mir dann bis zum Hostel gefolgt und davor immer hin-und hergerannt. Ich konnte nichts tun, außer warten, bis sie wegläuft. Die Erinnerung daran nimmt mir bis heute die Luft.

Zwei Hunde mit Bergaussicht
Sita & Buddy: In den Bergen von Bariloche entstand diese Freundschaft für einen Tag – und endete schmerzhaft

Das zweite war ein kleines Ziegenkälbchen auf der Kamelfarm in Kasachstan, was die Mutter verstoßen hatte. Die Farmhüter ließen das Kalb mitten auf dem Hof verhungern – ganze drei Tage lang, und ich konnte nichts tun. Seit diesem Erlebnis verstehe ich die Erzählung in Jodie Fosters in „Das Schweigen der Lämmer“.
Beide Geschichten wollte ich eigentlich aufschreiben, konnte mich aber noch nicht dazu überwinden. Anders gesagt: Tiere möchte ich eigentlich immer nur mitnehmen, wenn es ihnen schlecht geht. Wenn es ihnen gut geht, sind sie da, wo sie hingehören.

sterbendes Kalb
Das sterbende Kälbchen – mein zweites Kasachstan-Trauma

Wer war dein nervigster Reisebegleiter?

Da ich mit meinen Ex-Freunden noch befreundet bin, sage ich an dieser Stelle mal dezent nix.

An welchem Strand hast du die schönste Muschel deines Lebens gefunden?

In Feuerland. Nicht, weil sie die Schönste ist, sondern weil es eine Muschel aus Feuerland ist.

Muscheln auf einem Stein
Was liegt am Strand und hat einen Sprachfehler?

Welcher Name eines Landes oder einer Stadt klingt für dich so gut, dass du sofort hinwillst?

Noch einmal Feuerland, und auf jeden Fall Antananarivo. Wegen des schönen Namens kenne ich die Hauptstadt von Madagaskar schon seit 20 Jahren und möchte dort unbedingt einmal hin. Und nach Borneo. Ich muss diesen Namen immer hauchen, wie in so nem Pilcher-Kitschfilm, so schön finde ich ihn. Den Namen Borneo, nicht den Film!

Welche Musik im Reisebus hat dich am meisten in die Verzweiflung getrieben?

Keine Musik sondern ein schlimmer Actionfilm im Nachtbus von Kairo nach Dahab. Zusätzlich zu dem Rumgeballere in extremer Lautstärke war die Klimaanlage auf gefühlte -5 Grad eingestellt. Ich kann mich noch erinnern, dass meine Schwester und ich total aggressiv nebeneinander gesessen haben und muss jetzt noch lachen.

In welchem Land hast du die wildeste Party deines Lebens gefeiert?

In Deutschland, und das war natürlich meine eigene. :) Eine Auszugsparty aus meiner X-Berger Wohnung. Nach mir die Sintflut und so. Ich war jung.

Woher weiß ich eigentlich, wer hier schon mitgemacht hat und wem ich das Stöckchen noch zuwerfen kann?

Ich habe keinen blassen Schimmer und bin deshalb eine Spielverderberin und nominiere keinen Blog. Wer möchte, pickt sich einfach die schönsten Fragen heraus und beantwortet die auf dem eigenen Blog.