Der Topfprimel Wochenrückblick beantwortet Fragen zum WieWarsWochengefühl inklusive anekdotischer und herzlastiger Netzfundstücke.


Taumelnd
hetze ich den Tagen hinterher. Südafrika geht in wenigen Tagen los und meine ToDo-Listen werden gefühlt länger statt kürzer und die Projekte auf der Arbeit müssen auch noch zu Ende gebracht werden. Ich bezweifel mittlerweile, dass ich sonderlich gut vorbereitet losfliegen werde.
Christina von Mrs. Berry ist übrigens gerade von dort wiedergekommen und hat ihre ersten Lomos schon verbloggt, oooh, sowas von schön, schaut mal rüber, was zu gewinnen gibt’s auch!
Meine Lomo habe ich noch ein bisschen doppelbelichtungsbelastet und es sind ein paar Fotos rausgekommen, die ich sehr hübsch finde, dabei sogar ein Selbstportrait, was ich ja sonst weniger leiden mag (mehr Fotos gibt es auf Facebook).

Lomo-Portrait mit Doppelbelichtung

Lomo Selbstportrait mit Doppelbelichtung: Inka, das Waldwesen. ;)

Nach Südafrika kann ich hoffentlich auch mit ein paar schönen Lomos glänzen, bin schon schwer gespannt und super aufgeregt.

Opferbringend
Ganz aktuell: Ebola und der Band Aid Song. Ich gebe zu: Das Lied finde ich zum Fußnägel hochkrempeln und die Kritik an der Kritik wie zum Beispiel bei Berlin Mitte Mom verstehe ich nicht wirklich, allerdings habe ich die Kritik nicht so richtig verfolgt. Darf ich nicht sagen, dass ich das Lied obergrottenschlecht finde? Ok, mir ist es nicht wichtig genug, das ins Internet zu posaunen, oder wäre zumindest nicht wichtig genug gewesen; wenn mir aber jemand den Mund verbietet, juckts mir halt im Maul, außerdem stehe ich ja bekanntlich auf Diskussionen. Allerschönster zitatfähiger Satz gerade letzte Woche vom geschätzten Jörg Thadeusz gehört:

„Der leidenschaftliche Streit ist nach meiner Meinung der Blutdruck einer Demokratie.“

 

Ganz interessant übrigens zur Kritik an der Kritik: Der Freitagskommentar von Hajo Schumacher auf radioeins.
Nicht falsch verstehen übrigens: Auch Kritik an der Kritik ist natürlich produktiv. Wenn man denn die Kritik auseinandernimmt und nicht das Kritisieren an sich kritisiert. Habe ich aber auch schon gemacht, ist mir bewusst, zum Beispiel bei den Partypupsern, was den #mauerfall25 anging.

Provinziell
Und auch noch irgendwie passend zu diesem Thema: Hilft ja nix. Ein neues Buchwerk was ich unbedingt im neuen Jahr lesen muss. Thema ist Mali, aber generell wird die Frage nach der entwicklungspolitischen Sinnfrage gestellt, jedenfalls in der Form, in der sie jetzt existiert. Ich erinnere mich, dass mich schon während der Schulzeit aufgeregt hat, wenn populistisches Gerede jegliche kritische Diskussion unterbunden hat: Im „Gemeinschaftskundeunterricht“ wagte ein Schüler, die Entwicklungshilfe für Afrika zu kritisieren, die der Fachlehrer gerade als Thema anberaumt hatte. In der nächsten Stunde knallte der Lehrer das Foto eines dürren Afrikakindes mit aufgeblähtem Bauch auf den Projektor mit den Worten: „So, dieses Kind möchte Thorsten also verhungern lassen. Wer möchte das auch?“
Ich habe Beschwerde bei der Schule eingereicht, bekam Recht und durfte den Kurs wechseln. Das gehört heute noch zu den schönsten Siegen meines megastörrischen Dickschädels.

Fremdenfreundlich
Wenn jeder Tag ein Samstag ist: Ein Film über Backpacker und Reisende. Nicht ganz meine Welt, schon allein, weil ich aus dem Partyalter raus bin (oder vielleicht auch nie so ne Partymaus war), aber an Stellen sehr nachvollziehbar, Fernwehwehchen garantiert und sehr witzig anzuschauen. Danke an Liane vom Travelstoryteller für den Link.

Peinlich
Neonazis wollen Juden zählen lassen und noch so andere widerwärtige Dinge. Ist leider kein Witz sondern Realität in Deutschland und ich frage mich, ob das ewige Ignorieren der Rechten denn wirklich Sinn macht. Wirklich hübsch dagegen die Aktion Spendenlauf: Für jeden von Neonazis gegangenen Meter spendeten Verbände und Privatpersonen für das Neonazi-Aussteigerprogramm. Ganz großes Kino und ich lache immer noch.

 

Redselig
habe ich über eines meiner liebsten Urlaubsziele fremdgebloggt: Über das Piemonte in Nord-Italien, im Neckermann-Blog. Wer noch ein schönes, günstiges, schnell zu erreichendes Urlaubsziel für ein paar Tage sucht, dem kann ich das Piemonte nur ans Herz legen: Großartige Berge, wunderschöne Seen, Natur, Wandern, abseits von Touristenmassen.

Berge und Täler mit Blick auf Kirche
Schöne Aussichten in Cheggio im Piemonte Italiens

Innerschweizerisch
Die Schweizer drucken Hilters Angesicht auf Kaffeesahne. Der Titel des Artikels „Hitler auf der Kaffeesahne empört die Schweizer„scheint so nicht ganz richtig, immerhin fand Verursacher in Persona Geschäftsführer Peter Wälchli vom Karo Versand das eigentlich gar nicht so schlimm: „Ich habe einfach versucht, 30 verschiedene Cigar Bands zusamenzustellen. Wenn die Leute jetzt nichts Besseres zu tun haben, als sich mit solchen Sachen zu beschäftigen, dann ist das für mich ein Armutszeugnis.“
Joa. Interessante Auffassung. Und damit ist er offenbar nicht der einzige, bezeugen die etwas wilden Kommentare unter dem Artikel der Schweizer blick.ch. Au weia, liebe Schweizer.

Mäuselig
Boredpanda hat mal wieder eine schöne Serie zusammengestellt: Wilde Mäuse.
Und ich so: Ooooooooooooooooohhh *kreisch* undsoweiter…. (hier bitte Herzchenaugen hindenken).
Müsst Ihr klicken, ich klau ja nicht so gerne Fotos. Müsst Ihr klicken!

Eisig
Der von mir sehr geschätzte Andreas Sanders hat endlich, endlich ein eigenes Blog aufgesetzt, statt seine Leute immer nur per E-Mail mit seinen wunderbaren Geschichten und Fotos von eisigen Gefilden zu versorgen. Andreas versorgt auf Touristenschiffen in arktischen und antarktischen Gefilden die Touris mit Wissen und Geschichten, hat alleine schon deshalb fünf Steine in meinem Brettchen, wie ihr Euch vorstellen könnt, kann aber vor allem grandios erzählen und bringt regelmäßig wunderbare Fotos von seinen Reisen mit.
Einst hat er mich auf der MS Fram von Hurtigruten, während wir schaukelnderweise die berühmte Drake-Passage überquerten, mit einer absolut wilden Geschichte über seine Reise zur russischen Forschungsstation und Kältepol der Antarktis Wostok eingewickelt. Wer glaubt, man kann da einfach mal so hinreisen, der irrt: Jedes Jahr machen sich ein paar knallharte Typen mit uralten unimog-ähnlichen Lastwagen auf zur beschwerlichen Reise, um die Forschungsstation mit Lebensmitteln zu versorgen. Ein absolut irrsinniges Unterfangen und Andreas war dabei. Sein grandioser Film darüber wartet übrigens noch auf seine richtige Entdeckung und ich versuche ihn schon länger zu einem Vortrag in Berlin zu überreden.
Klickt Euch also mal rein, ich kann versprechen: Wer Geschichten und Eis mag, wird ihn lieben.

Lange-her
Irgendwie kamen der Mann und ich neulich drauf, mal alte Tage zu schaun (Tagesschau, Wortwitz und so). Gibt es in ziemlichem Durcheinander auf youtube, ist aber total interessant (wenn man mal gerafft hat, von welchem Datum eine Folge ist, denn „vor 25 Jahren“ ist halt nicht soooo sinnvoll als Titel, tja):
1. Die Themen sind ähnlich beschissen wie heute, ergo: Früher war die Welt auch nicht besser.
2. Die Diskussionen um Toleranz, Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Gleichberechtigung waren deutlicher und engagierter und für mein Empfinden wesentlich weiterentwickelt als heute, auch international gesehen. Ergo: Früher war eben doch alles besser.
3. Der Mann und ich sind gleichzeitig beim Anblick der Wettergrafik in sehnsüchtiges „OOOooohhh“ verfallen und haben mit dem Wetter-Morsezeichen mitgepipst. Ergo: Kindheitssehnsüchtelei ist überall. Wer kennt’s noch? (Ganz am Ende!)

Ich wünsche Euch eine schöne Woche.