Nur noch wenige Tage, dann ist der erste Dezember und Zeit für den Adventskalender.
Ich bin sicher nicht die einzige, die jedes Jahr die Adventskalender für die Lieben möglichst selber befüllt. Davon abgesehen, dass ich mir immer ewig einen abbreche dabei, nette Kleinigkeiten zu finden, ärgere ich mich jedes Jahr über das unglaublich viele Einweg-Plastik, was dabei anfällt.
Denn am schnellsten und günstigsten ist es natürlich, bereits einzeln (in Plastik) verpackte Süßigkeiten zu kaufen. Die gibt es meist in einer zusätzlichen Plastikumverpackung. Übrig bleibt hinterher ein riesiger Berg voller Plastikmüll. Na herrlich.

Genau das wollte ich dieses Jahr nicht.

Plastikmüll Süßigkeiten

So sieht es schon zu Halloween aus – das muss ja nicht noch Weihnachten so sein.

Denn auch, wenn hierzulande die Müllentsorgung und das Recycling besser funktioniert als in vielen anderen Ländern, möchte ich doch Müll und vor allem Plastikverpackungen möglichst meiden. Dabei gilt: Ich bin wie so viele andere weder mit superviel Geld gesegnet, noch mit unendlich viel Zeit. Wie also möglichst stressfrei einen Adventskalender möglichst ohne Plastikverpackung befüllen?

Meine Adventskalender sind bisher nicht komplett plastikfrei, aber wenigstens wesentlich plastikfreier als letztes Jahr. Natürlich kann man mit Aufwand ohne Probleme einen Kalender völlig plastikfrei erstellen, das ist immer eine Frage der Priorität und des Geldes. Ich versuche, meine Zeit zwischen all meinen Projekten, Arbeit und Familie einzuteilen und wende daher sehr gerne für alle meine Lebensbereiche das Pareto-Prinzip an: Mit 20% des Aufwandes 80% des Ziels erreichen, und das geht nämlich auch sehr gut bei der Plastkmüllvermeidung.

Das Pareto-Prinzip beim ökologischen Fußabdruck

Das Pareto-Prinzip habe ich hier auf dem Blog schon häufiger erwähnt und ich finde es großartig. Es ist benannt nach Vilfredo Pareto, der die These aufstellte, dass mit 20% des Energieaufwandes 80% der Ergebnisse erreicht würden. für die restlichen 20% des Ergebnisses müssten hingegen 80% Energie aufgewendet werden. Diese Regel stimmt vielleicht nicht immer hundertprozentig, aber ich kann ihr im Groben zustimmen. Überleg mal, wie lange Du brauchst, ein total unaufgeräumtes Zimmer wieder ordentlich hinzubekommen: Meist kostet es gerade 20 Minuten, das Gros zusammen- und wegzupacken, alle Papiere auf einen Haufen zu schmeißen, das Geschirr in die Küche zu bringen und die Wäsche wegzutun. Der Rest hingegen – den Krempelkleinkram, den Du in die Schublade gefeuert hast, die Papiere, die Du auf einen Stapel gepackt hast, die Wäsche, die Du in deinen Schrank gestopft hast – zu sortieren dauert hingegen vermutlich mehrere Stunden.

Bei meinem ökologischen Fußabdruck handhabe ich es daher genauso. Weder möchte ich den Kids alles vorenthalten, noch möchte ich nur noch zu Fuß gehen und ja, ich möchte auch immer noch ferne Länder besuchen. Bezogen auf den Adventskalender heißt das: Ich habe nicht 100% plastikfrei eingekauft, aber ca. 70% des Plastik von letztem Jahr eingespart, und das vor allem ohne großen Aufwand.

Plastikvermeidung 1: Kleine Dinge ohne Verpackung

Jedes Jahr also das Gleiche: Was kann ich in meine Adventskalender stecken, ohne super viel Müll zu produzieren?

Adventskalender aus Pappbechern selbst gebastelt

Mein selbst gebastelter Adventskalender aus Pappbechern.

Adventskalender-Weihnachtsmänner zum selber Befüllen

Adventskalender zum selber Befüllen. Hier schon mit Zutaten. :)

Die hier abgebildeten Weihnachtsmänner gab es irgendwann mal bei IKEA, sie haben praktische Fächer, wo man sich schon mal das Extra-Verpacken spart.

Kleine Dinge, die komplett ohne Verpackung bzw. zusätzliches Plastik auskommen können sein:

  • Kerzen
  • Plätzchenausstecher
  • Lotterielose (gibt es an jedem Kiosk und sind sehr beliebt, und falls jetzt von den Kids jemand mitliest: Nein, es gibt dieses Jahr keine! :P)
  • kleine Weihnachtsfiguren, z.B. aus Holz
  • Stempel (ich liebe Ministempel, schaut mal z.B. diese Mandala-Ministempel* oder noch besser im nächsten Bastelladen)
  • Kosmetik-Kleinkram
  • Seife (ich liebe zum Beispiel Aleppo-Seife* oder auch Seifen von sauberkust.de)

Ich schreibe hier ‚zusätzliches Plastik‘, weil ja auch Lotterielose beschichtet sein können, oder Kosmetika in einer Umverpackung kommen, häufig in kleinen Plastikdosen. Natürlich ist ebenfalls bedenkenswert, ob man unbedingt bei Amazon kaufen muss. Das alles zu vermeiden wird jedoch schwierig und anstrengend und frustriert schnell, und Frust sollten wir bitte tunlichst vermeiden, sonst bemühen wir uns nämlich fix gar nicht mehr. Wenn wir jedoch wenigstens bei der völlig überflüssigen Einzel- oder Zusatzverpackung sparen, ist schon viel gewonnen.

Manche kleinen Naschereien kommen gleich in ihrer ganz eigenen, natürlichen „Verpackung“ z.B.

  • Nüsse
  • Physalis
Seifen, Nüsse und Physalis

Nüsse oder Physalis kommen komplett ohne Verpackung aus. Naturseifen werden häufig lediglich in Papier oder Pappe eingepackt.

Mittlerweile braucht man hier häufig nicht einmal auf den Markt oder zum Unverpackt-Laden zu fahren, selbst im Supermarkt, z.B. bei Lidl, gibt es mittlerweile regelmäßig große Pötte, aus denen man selbst abfüllen kann (eigenen Netzbeutel nicht vergessen!).

Plastikvermeidung 2: Süßigkeiten & andere Dinge selber verpacken

Andere Dinge habe ich entweder plastikfrei einkaufen können, z.B.

  • Tee (meist nur in Papp- oder Papierverpackung),
  • getrocknete Früchte, z.B. Feigen, Datteln und Mangostreifen.

Oder ich habe einen Kompromiss gemacht und Dinge gekauft, die wenigstens nicht noch einzeln verpackt waren. Das ist mittlerweile bei Süßigkeiten ein echtes Problem, viele sind tatsächlich in der großen Umverpackung noch einmal einzeln verpackt. Mit etwas schauen findet man aber selbst im Supermarkt noch Süßigkeiten, die lediglich eine Umverpackung haben, z.B.

  • Kekse
  • Schokokonfekt (gibt es im Bioladen auch häufig in Papierverpackung)
  • Bonbons, z.B. Kräuter-Bonbons*
  • Gewürze (ich kaufe sehr gerne bei Kräuter Kühne)

Da die nicht einzeln verpackten Süßigkeiten in der Regel entweder aus hygienischen Gründen verpackt werden müssen oder weil sie sonst labberig werden, und Gewürze geteilt werden müssen, nutze ich folgende Verpackungsmöglichkeiten:

  1. Das gute, alte Butterbrotpapier*. Das gibt es mittlerweile überall wieder zu kaufen, z.B. bei DM, wenn auch – seufz – in einer Plastikverpackung (Entschuldigung, wie bescheuert ist das eigentlich). Aber immerhin, die Ökobilanz ist gut.
  2. Papiertüten*, die gibt es natürlich auch aus Butterbrotpapier. Die braunen Papiertüten finde ich persönlich aber sehr hübsch, diese eignen sich auch als kompletter Adventskalender, einfach Nummer drauf und feddich.
  3. Bee Wrap*, also Wachstuch (was übrigens toll duftet!). Das ist mir bisher noch zu teuer, um es in einen Adventskalender zu stopfen, ist aber generell eine tolle Alternative zur Plastikfolie.
  4. Wiederverwendbare Tütchen, Dosen oder Gläser. Bei Dingen, die ich einkaufe, schaue ich immer, ob ich die Verpackungen aufbewahren und wiederverwerten kann. Eine richtig coole Idee hat die Dramaqueen, die aus Tetrapacks superhübsche Verpackungstüten macht. Das geht ganz leicht, ich habe sie selbst noch nachgebastelt.
Alte Verpackungen recyceln

Immer wieder sinnvoll: Die Wiederverwertung von Umverpackungen.

Das Butterbrotpapier war für meine Mini-Adventskalender die beste und günstigste Möglichkeit, die Dinge zu verpacken. Die Sachen, die in eine Frischhalteverpackung gehören, z.B. Kekse, habe ich sicherheitshalber hinter die ersten Türchen gesteckt.

Verpacken mit Butterprotpapier

Butterprotpapier eignet sich zum Verpacken von Kleinigkeiten, die frisch bleiben sollen, sehr gut.

Das waren nun meine Last-Minute-Tipps für einen Last-Minute-Adventskalender mit weniger Plastik ohne viel Aufwand. Und wenn Du das jetzt gelesen haben solltest, Deinen Kalender schon fertig hast und Dich nun schlecht fühlst: Keine Sorge, ich bin die letzte, die mit dem Finger zeigt. Schließlich ist auch das verwendete Washi-Tape zum Zusammenkleben des Butterbrotpapieres auch nicht gerade plastikfrei (da ist mir noch keine gute Alternative eingefallen), und ich habe auch ein paar Ausnahmen gemacht, z.B. bei den größeren Nougatkugeln, die in jeweils einzelne dünne Aluminiumfolie eingepackt sind. Auch das ist nicht gerade nachhaltig und da gibt es auch bei mir noch Verbesserungsbedarf.

Ich bemühe mich einfach und versuche, jedes Jahr ein bisschen besser zu werden. Denn die Hauptsache ist doch:

Fang da an, wo Du es kannst.

Adventskalender ohne Plastik selber machen

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