10 Jahre ist mein Blog blickgewinkelt gerade geworden, und diesen Geburtstag möchte ich ein bisschen feiern.
Im letzten Jahrzehnt hat sich so wahnsinnig viel verändert, es ist kaum zu glauben. Wir haben uns alle verändert, Smartphones haben die Welt verändert, das Reiseverhalten hat sich enorm verändert.

Alles hat zwei Seiten, so ist mir wichtig, nicht nur den bösen Overtourism zu nennen, sondern auch, dass der Wunsch zu Reisen auch etwas Tolles ist, Regionen aus der Armut helfen kann und neue Perspektiven aufzeigt.

Sonnenblumen

Es muss allerdings wirklich nicht immer eine Reise weit weg sein. Die meisten Reisen unternehme ich in Brandenburg.

Deshalb möchte ich mit blickgewinkelt weitermachen, auch wenn es in diesen Jahren so scheint, als wäre irgendwie nie der richtige Zeitpunkt, um übers Reisen zu schreiben, auch wenn uns derzeit viel Dunkelheit umgibt, nebenan ein Krieg stattfindet, wir mit einer weltweiten Pandemie leben und uns auf drastische Änderungen durch die Klimakrise vorbereiten und somit unseren CO2-Abdruck klein halten müssen.

Nicht trotzdem, sondern gerade deshalb – und weil wir meiner Ansicht nach aus diesem „Ausnahmezustand“ in Zukunft auch nicht mehr herauskommen, sondern lernen müssen, in diesem zu leben – finde ich es wichtig, uns Ruhe und große und kleine Freuden zu gönnen, wo immer es geht. Die Gleichzeitigkeit von großen schlimmen Ereignissen und unserer Lebensfreude ist sicher etwas, was nicht nur mir sehr seltsam vorkommt, ich bin aber sicher, dass das der richtige Weg ist, um auch in Zukunft resilient durchs Leben zu gehen. Dieser Blog wird daher immer ein bisschen politisch bleiben und immer auch Auszeiten anbieten.
Deshalb möchte ich heute auch nicht nur auf meine schönsten und schrecklichsten Reisen der letzten 10 Jahre zurückblicken, sondern ein bisschen Motivation an Euch verlosen, rauszugehen und die schönen Dinge vor der Haustür zu entdecken. Dazu aber später.

Wie begann eigentlich blickgewinkelt?

Ich habe eine Reise gewonnen! Mit meinem Foto! Das Leben ist unfassbar!

So begann im Jahr 2012 mein erster Eintrag in diesen Blog. Ich hatte eine längere Reise nach Patagonien geplant, schon beim Wort „Patagonien“ bekam ich Herzflattern, konnte den Wind in meinem Gesicht spüren, die endlose Weite, wilde Berge, zerklüftete Küsten und riesige Schneefelder. Ich wollte eine kleine Auszeit nehmen, mein Arbeitgeber hatte mir schon zugesagt. Und weil das Leben immer etwas seltsam ist, gewann ich dann im März 2012 einen Fotowettbewerb bei Globetrotter und damit eine Reise nach Nord-Chile und Bolivien. Ich plante also fix um, statt einer reinen Patagonien-Reise wurde eine größere Südamerika-Reise draus.
Obwohl gerade erst ein Jahrzehnt her, hatte damals nicht jede:r ein Smartphone (ich hatte keines), Internet war nicht überall zu bekommen und teuer, Instagram und Whats App waren in meiner Bubble wenig verbreitet und mit Facebook waren auch nicht alle warm. Da war es für mich einfach naheliegend, meine Erinnerungen und Erlebnisse in einem Blog festzuhalten, und das war vermutlich eine der besten Entscheidungen meines Lebens.

Selfie vor dem Perito Moreno Gletscher in Argentinien

Noch am Selfies üben: 2012 auf meiner großen Südamerika-Tour in Patagonien.

Als ich wiederkam – inzwischen war mein Blog mit seltsamen, kurzen Tagebucheinträgen bestückt – hatte ich eine kleine Gefolgschaft in der damals noch recht kleinen Blogosphäre und einen Preis für den besten Newcomer Reiseblog in der Tasche. Da beschloss ich, einfach weiter zu schreiben. So begann blickgewinkelt.
Heute habe ich meinen Angestellten-Job reduziert und arbeite nebenberuflich als Autorin und bin sehr glücklich mit den Türen, die sich durch den Blog geöffnet haben und bei denen ich den Mut hatte, durchzugehen.

Grab Ramses I

Gereist bin ich natürlich auch schon vor dem Blog. Hier 1995 im Tal der Könige, Ägypten.

Meine 10 beeindruckendsten Reisen in den letzten 10 Jahren

Beim resümieren sind mir sieben Reisen in besonders beeindruckender und toller Erinnerung geblieben, sie haben mich mit Abstand am meisten geprägt. Die Siebte davon ist eigentlich eine Metapher für alle Reisen dieser Art. Drei weitere Reisen stehen stellvertretend für das, was so floppen kann, als Touristin, als Fernwandernde, als Reisebloggerin.

Platz 1: Südamerika

Die oben erwähnte Südamerika-Reise ist mit Sicherheit meine schönste Reiseerinnerung. Erst ging es im November 2012 mit dem großartigen und sympathischen Fotografen Gunther Wegner und dem Fotoreisen-Anbieter Zoom-Expeditions und einer kleinen und sehr feinen Reisegruppe nach Nord-Chile in die Atacama-Wüste und nach Bolivien, zum Salar de Uyuni und zum Altiplano, eine Hochebene mit einer Natur wie nicht von dieser Welt.

Salzsee in Chile

Skurrile Szenerie an einem Salzsee in Chile

Anschließend reiste ich alleine weiter nach Süden zu meinem ursprünglich geplanten Patagonien-Trip. Obwohl das Alleine-Reisen und insbesondere die Busreisen (ich hatte mich dagegen entschieden, noch weitere Flüge inländisch zu machen) sehr anstrengend waren, sah ich nun so tolle Gegenden wie den Puerto Natales, die Ruta 40, Punta Arenas und das wilde Feuerland und lief den kompletten Circuito im Torres del Paine Nationalpark, der eigentliche Aufhänger meiner Reise, denn ich liebe das Fernwandern.
Auch ein paar Abstecher nach Argentinien waren drin, und so sah ich Bariloche, El Chalten, trekkte zum Fitz Roi und besuchte den schönen Perito Moreno Gletscher, wo ich witzigerweise den Fotografen Markus Eichenberger kennen lernte, mit dem ich 8 Jahre später über dem Aletsch-Gletscher die Sterne fotografieren sollte. Die Wege des Lebens…

Patagonien Torres del Paine

Wunderschönes Patagonien. Wer Lust auf Natur und Trekken hat, kann hier gut alleine zwei Monate verbringen.

Über die komplette Reise habe ich viele, aus heutiger Sicht leicht unsinnige, aber für mich persönlich sehr lustige und nette anekdotische Artikel verfasst. Ein paar sinnvolle Artikel habe ich allerdings später nachgereicht, ich empfehle Euch für Chile meinen Artikel Chile Reise von Nord nach Süd: Mein Reisebericht und über Bolivien gibt es den Artikel Der Altiplano in Bolivien: Ein Tourbericht.
Bevor Ihr fragt: Heute ist dort vieles ganz, denn der Tourismus-Boom hat wohl arg zugeschlagen. Solltet Ihr in diese Gegenden reisen wollen, erkundigt Euch bitte unbedingt bei Leuten, die dort in letzter Zeit waren.

Chile Reise Nord Süd

Chile von Norden nach Süden

Platz 2: Antarktis

Es fällt mir immer schwer, über die Antarktis zu berichten. In Zeiten der Klimakrise, der persönlichen Schuld und des Fingerzeigens habe ich immer damit zu kämpfen, über diese unfassbare, nur mit Superlativen daherkommende Region zu schreiben, die mich dermaßen in ihren Bann gezogen hat wie keine andere, denn das Dilemma, anderen davon vorzuschwärmen und damit natürlich Begierden zu wecken, kann ich selbst nicht auflösen. Und so bekomme ich auch stets negative Kommentare, wenn ich über die Antarktis berichte. Irgendwo verständlich, irgendwie doof.
Begonnen hatte meine Reiselust ins Eis schon weit vor Beginn dieses Blogs, im Jahr 2009, als ich das erste Mal Gletscher, Eisberge und Inlandeis in Grönland bestaunte. Da ich Freunde und Bekannte habe, die für Antarktisreisen arbeiten, lag der Wunsch nahe, diese entlegenste Region der Welt einmal selbst zu besuchen.
Als ich also Anfang 2013 in Feuerland war, konnte ich kurzerhand im damals noch existierenden Friends & Family-Programm von Hurtigruten eine Passage auf der Fram in die Antarktis ergattern – zum Selbstkostenpreis.
Wer mich jetzt schon hasst, liest besser nicht weiter, denn ich war noch einmal in der Antarktis: Im Jahr 2015 wurde ich von Hapag Lloyd zu einer dreiwöchigen Passage auf die Malvinas (Falklandinseln), Südgeorgien und in die Antarktis eingeladen.

Antarktis, Paradise Bay

Das Zodiac so winzig vor den riesigen Bergen und Eismassen.

Wenn ich an die Antarktis denke, ist es immer ein Misch aus beiden Reisen. Vielleicht fällt mir noch ein, dass mich das 8-Gänge-Menü auf der MS Hanseatic (heute nicht mehr bei Hapag Lloyd in Betrieb) ziemlich genervt hat, weil es immer zu den schönsten Licht-Zeiten passierte und verpönt war, vom Tisch aufzustehen, um draußen zu fotografieren.
Doch davon einmal abgesehen, geht es in meiner Erinnerung nicht um die Schiffe, die anderen Passagiere und nicht einmal um die Vorträge. Was ich stattdessen im Kopf habe ist diese wunderschöne Eiswelt um mich herum, der Blick auf stahlblaue und schneeweiße Eisberge und ins tiefblaue Wasser des Südpolarmeeres, das so fruchtbar ist wie kaum ein anderes Meer auf dieser Welt. Und natürlich die Tiere, tausende Pinguine, Eselspinguine, Adeliepinguine, die riesigen Kolonien der Königspinguine und Seelöwen.

Königspinguine in Südgeorgien

Königspinguine in Südgeorgien

Ich denke an Lost Places mit verlassenen Walfangstationen, an Geschichten über die Antarktis, die häufig verstörend und manchmal hoffnungsvoll sind. Ich denke an die goldene Stunde in der Paradisebay, die so paradiesisch war, dass ich Tränen vergossen habe. Und an meinen Nervenzusammenbruch, als meine Kamera bei der ersten Ausfahrt starb und mit ihr der Glaube, all diese Bilder bewahren zu können, obwohl die Erinnerungen doch viel besser in Kopf und Herz aufgehoben sind.

Eisberg in der Antarktis

Relationen. In der Antarktis generell komplett verschoben. Was wichtig ist wird unwichtig. Unwichtiges wichtig. Das Große sehr klein. Unbekanntes sehr groß.

Naja, und ich merke, dass ich stets so unendlich kitschig werde, wenn ich über die Antarktis spreche und schreibe, dass es vielleicht auch besser ist, das nicht mehr zu tun.
Falls Ihr mehr lesen möchtet, klickt Euch entweder in der Kategorie Antarktis durch oder lest einen meiner Lieblingsartikel: Auf Deck.

Antarktis-Reise: Collage mit Bildern vor dem Bug

Die verschiedenen Ansichten auf einer Antarktis-Reise an Deck.

Und um diesen Artikel nicht ins Unendliche auszudehnen, mache ich es nun etwas kürzer:
Die folgenden Regionen und Länder haben mein Herz außerdem bewegt (in loser Reihenfolge):

Platz 3: Kanada

In Kanada war ich 4 Wochen mit Manuela von Seiltanz unterwegs, wir sind den großartigen West Coast Trail gelaufen, sind vor Vancouver Island mit Orcas gepaddelt und haben einen grandiosen Roadtrip gemacht. Ein tolles Land mit wundervollen, freundlichen Menschen. Einen Überblicksartikel gibt es hier: Reisebericht Westkanada: Into the wild {British Columbia & Alberta}

Kajaking mit Orcas auf Vancouver Island. Foto: Jordan Gatto

Kajaking mit Orcas vor Vancouver Island. Jaa, das da im Kajak bin ich! Credit: @jordangatto

Platz 4: Island

Wer mich liest weiß, von Island bin ich wie so viele begeistert und war nun schon 5 Mal dort (und habe viel zu wenig darüber geschrieben), davon einmal mit Janett von Teilzeitreisender. Einfach ein sehr faszinierendes Land mit seinen besonderen Menschen und der außergewöhnlichen Natur.

Über Island habe ich einiges geschrieben und es fehlt immer noch so viel. Wenn Ihr mehr lesen mögt, schaut am besten mal in die Kategorie Island.

Island Westfjorde

Die wunderschönen, einsamen Festfjorde Islands.

Platz 5: Südafrika

Mit Katrin von viel-unterwegs bin ich ein paar Wochen durch Südafrika gereist – und was für eine Reise, wow.

Löwen-Fußabdruck

Der Fußabdruck eines Löwen

Kapstadt und Johannisburg habe ich viel zu wenig kennen gelernt, sehr nachhaltig in Erinnerung geblieben sind unsere Safaris und die Erlebnisse, wenn mal wieder ein Elefant auf (!) der Wohnung stand (sie war in einen Hügel eingebaut) oder wir uns fragten, ob eine Elefantenherde eigentlich auch über Zelte hinwegläuft.

Rhino Post Walking Safari, Collage mit Bildern

Auf Safari in Südafrika

Platz 6: Grönland

In Grönland habe ich mein Herz ans Eis verloren, deshalb wird das immer ein besonderes Land für mich sein.

Mitternachtssonne in Grönland mit Eisbergen

Mitternachtssonne in Grönland bedeutet tatsächlich Tageshelligkeit. Nur der Himmel färbt sich ein bisschen rosa. Dieses Bild wurde etwa um ein Uhr nachts aufgenommen.

Ich bin ein zweites Mal alleine mit Zelt auf dem Rücken ohne Vorbereitung hingeflogen, und es war anders, seltsam und beeindruckend. Damals habe ich angefangen, ein kleines Kurzgeschichtenbuch über Grönland zu schreiben – da fehlt allerdings unbedingt noch weitere Substanz. Grönland ruft also definitiv noch einmal nach mir.

Nationalfeiertag-in-Groenland

Der Nationalfeiertag wird mit Tänzen, Gesängen und Kajakfahren begangen – die Grönländer sollen einst das Kajak erfunden haben.

Platz 7: Hausbootfahren in Brandenburg

Auf dieser Liste darf auf gar keinen Fall fehlen – und gehört eigentlich sogar auf Platz 3, ob Ihrs glaubt oder nicht: Hausbootfahren in Brandenburg. Seitdem wir 2014 das erste Mal auf einem Hausboot die Havel runtergeschippert sind, war’s um uns geschehen und wir machen einmal im Jahr einen kleinen Törn.

Hausboot & Wasser

Unser schönes Hausboot. Wir mieten immer gerne ein „Bungalowboot“. Ich bin mal eben ins Wasser gesprungen.

Ja, wenn ich das erzähle, schauen mich die Leute immer ungläubig an, klingt’s doch so langweilig und wie, man macht den ganzen Tag nix außer aufs Wasser starren?
Es ist schwierig, diesen Zauber verständlich zu beschreiben, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Die Ruhe, Natur, die Havel, Spree oder Dahme, Konzentration aufs Wesentliche, schönste Natur-Begegnungen, Morgennebel auf dem Wasser (vor allem im Herbst!), magische Sonnenaufgänge. Die Reisen auf einem Hausboot gehören für mich zu den schönsten Erinnerungen überhaupt.

Hausboot & Wasser

Kaum etwas ist schöner als ein sonniger Herbstmorgen auf dem Hausboot mit waberndem Nebel auf dem Wasser.

Nicht ganz auf die Liste haben es Länder wie Finnland, Norwegen oder Griechenland geschafft, einfach weil meine Reisen dorthin bisher zu kurz waren. Mit Italien verbindet mich eine kleine Hassliebe: Natur und Städte der Wahnsinn, die Gesellschaft manchmal ein wenig schwierig.
Meine unzähligen Reisen durch Brandenburg hingegen gehören mittlerweile so fest zu meinem Alltag, dass sie gar nicht so sehr herausstechen, auch wenn sie es verdient hätten. Ich könnte mittlerweile wohl mehrere Bücher über Brandenburg schreiben – und wie gut, dass ich derzeit an zwei Büchern arbeite. :)

Flop 1: Kasachstan

Ich bin ein großer Kamel-Fan. Das muss man wissen, um einfach zu akzeptieren, dass ich irgendwann durch seltsame Fügungen eine naive Reise nach Kasachstan antrat, um dort auf einer Kamel-Farm Kamele zu erforschen.
Einen Guide hatte ich mir besorgt, der stellte sich dann vor Ort als russischer (Eigenbezeichnung) Nazi-Liebhaber und Rassist heraus. Es war furchtbar.
Davon abgesehen, dass die geplanten Touren durch den Ile-Alatau National Park einem schweren mehrtätigen Sturm zum Opfer fielen, endete ich letztendlich auf einer Kamelfarm, auf der die Kamele blutig gepeitscht wurden, der kleine Sohn seine Mutter schlug und man des Abends die männlichen Freunde einludt, um bei viel zu viel Alkohol den fremden Gast zu begutachten. Ich bin mir heute noch sicher, nur relativ knapp einer Vergewaltigung entkommen zu sein.
Wer sich die Story antun möchte, findet sie hier: Irgendwo im Nirgendwo: Auf einer Kamelfarm in Kasachstan

Kamelweibchen zum Melken

Ein führendes Kamelweibchen wird zum Melken angebunden – und übel geschlagen.

Flop 2: Italien Via Ligure

Liebes Italien, nimms mir nicht übel, Venedig, Rom, Ligurien, das Piemonte – alles wunderschön, auf jeden Fall. Nur die Sache mit dem Wandern funktioniert bei Dir irgendwie gar nicht.
Keine Sorge, so übel wie Flop 1 wird’s nicht. Ich habe mich nur auf den Via dei Monte Ligure eingelassen, der offenbar nicht gepflegt wird, obwohl er an der Stelle sogar mit dem E1 übereinstimmt. Einen Tag irrte ich im Regen auf dem Berg herum, drei Tage hauste ich im Sturm in meinem winzigen Zelt, musste Regenwasser sammeln, gegen riesengroße Spinnen und meine Höhenangst kämpfen und hatte immer wieder Angst, vom durchweichten schmalen Wanderweg am Grat abzustürzen.
Wer also nicht wusste, dass ich mal versucht habe, auf Youtube die Nummer 1 mit dem schlechtesten Videos zu werden (war mal eine ernsthafte Überlegung, ich denke heute noch, ich hätte große Chancen gehabt) und wirklich lachen möchte (ich muss es auch), schaut sich die beiden Videos von diesem Trip an.
Das erste Video startet mit einem furchtbar piepsenden Intro, das zwischendurch besser wird, die Kamera war wohl irgendwie kaputt. Fragt nicht, warum ich gedacht habe, das sei die beste Gelegenheit, mit dem Filmen anzufangen, ich habe keine Ahnung, ich glaube, es hat mich einfach beruhigt, mit der Kamera zu sprechen. Hier geht’s zu den Videos.
PS: Ich seh grad, das ist ein bisschen geschummelt, denn den Weg bin ich schon 2010 gelaufen.

Spinnennetz

Eines der wenigen Spinnennetze, die ich mich getraut habe, zu fotografieren. Dieses war ca. 70 cm groß (und das ist leider kein Witz).

Flop 3: Japan

Wie kann nur dieses spannende Land ein Flop sein, fragst du Dich? Ganz einfach: Man nehme eine von Japan aus organisierte Tour, die Touristikern und Bloggern im Eiltempo die Schönheiten Japans breibringen soll.

Eisangeln in Japan

Eisangeln in Japan

Heraus kommt ein 16-stündiges Tagesprogramm, von dem die Hälfte daraus besteht, die Dinge nur von weitem zu bestaunen, zack nächstes Programm, während erwartet wird, dass die übermüdete Bloggerin noch des Nächtens ihre vielen Fotos sichert, sortiert, bearbeitet und zu Social Media Posts mit entsprechenden Texten hochlädt (was ich getan habe). Als ich am 5. Tag mit vier Stunden Schlaf von der Japanischen Agentur eine sehr unfreundliche Email erhielt (ja, die Mailkommunikation war interessanterweise in meinen Ohren grundsätzlich sehr unfreundlich), dass ich doch noch mehr täglich posten solle und beim Abendessen mit den Chefs mir auch noch anhören musste, ich sei ein „little girl“, weil ich es verschmähte, rohe Eier zu essen…
Lacht Ihr schon?
Wer mich kennt weiß, dass ich solche Sachen eher nicht auf mir sitzen lasse. In Japan sah das dann so aus, dass ich demonstrativ dem Chef meinen Rücken zudrehte und nur noch mit seiner Sekretärin sprach. Und wer Japan kennt weiß, dass das in dieser doch sehr machohaften Gesellschaft einen derart üblen Gesichtsverlust darstellt, dass der Chef gar nicht anders konnte als aufzustehen und sich woanders hinzusetzen. Kurz: Ich hatte einen riesen Eklat verursacht, der dann auch die nächsten Tage sehr unangenehm für alle Beteiligten war.

Merke: Es liegt nie am Land, sondern immer an den Menschen und Erfahrungen, ob eine Reise reich oder arm an guten oder schlechten Erinnerungen ist. Japan also: unbedingt! Was für ein Land. Und das Essen! Aber never ever again mit einer japanischen Reiseleitung und schon gar nicht als Reiseblogger-Kooperation.

Hokkaido im Winter

Ich war auf Hokkaido im Winter – eine ganz andere Japan-Erfahrung.

So, Ihr habt es geschafft, meine Tops & Flops der letzten Dekade sind durch und ich hoffe, es hat Euch gefallen, auch wenn ich mich mal wieder nicht kürzer fassen konnte. Was ist denn Euer Top & Flop Trip? Das würde ich zu gerne wissen.

Gewinnspiel

Das Gewinnspiel ist vorbei und die Gewinner:innen benachrichtigt. Danke an alle, die mitgemacht haben und für den kleinen Candystorm in den Kommentaren. ♥

Gewinnen könnt Ihr heute einige Bücher der „52 Eskapaden“-Reiseführer vom Dumont-Verlag, und ein paar meiner ganz exklusiven und selbst erdachten Emailletassen sowie eine blickgewinkelt-Brotdose.

Die Bücher motivieren Euch hoffentlich, eine Region in Kurztrips, Tagesausflügen und Wochenenden zu erkunden. Hauptsache draußen! ist hier das Motto.

  • 52 Eskapaden in und um Berlin*: Mein Buch ist nun schon in der 6. Auflage unterwegs, worauf ich ziemlich stolz bin, schließlich sind die Berliner:innen (und die sind die Zielgruppe dieses Buches) ja nicht gerade leicht zufrieden zu stellen. Manche Orte kennt man auf jeden Fall, ich habe dann versucht, diese in einem neuen Blickwinkel zu beleuchten. So geht’s zum Beispiel mit einer Rikscha und großartigem Geschichtenerzähler durch den Tiergarten, oder ins alte Dorf Rixdorf mitten in Neukölln. Andere Orte sind vermutlich unbekannt, zum Beispiel ein großartiges Café in einem Gewächshaus. Außerdem geht’s natürlich auch ganz viel raus nach Brandenburg.
  • 52 Eskapaden Fläming, Niederlausitz und Spreewald*: Dieses Buch habe ich zusammen mit der lieben Laura von Herz an Hirn geschrieben, die sich im Fläming ganz wunderbar auskennt. Ich habe hingegen den Part Niederlausitz und Spreewald übernommen, denn das ist eine extrem spannende, ganz besondere und erstaunlich vielfältige Region südlich von Berlin. Es geht zu alten Höfen, romantischen Schlössern, durch das Grün des Spreewaldes und in die Tagebaufolgelandschaften der Niederlausitz, und ja, auch im aktiven Tagebau war ich und bei einem ganz besonderen Lost Place.
  • 52 Eskapaden Oberlausitz mit Sächsische Schweiz*: Nach der Niederlausitz folgt natürlich die Oberlausitz. Dieses Buch hat die liebe Magda von Wanderfolk geschrieben. Es ist brandneu erschienen und bezaubert mit den schönen Fotografien und natürlich ebenso kurzen und längeren Touren durch die Oberlausitz und Sächsische Schweiz, wo ich, wie ich zu meiner Schande gestehen muss, noch nie war. Vor 15 Jahren war es gar nicht so einfach, ohne Auto dort herumzukommen, und später fand ich die Region touristisch viel zu überladen. Magda zeigt uns allerdings, wo und wann die besten Zeitpunkte sind, um sogar die berühmte Sächsische Schweiz in Ruhe kennen zu lernen.
    Ich finde es so schön, dass ich es mir jetzt selbst nochmal bestellt habe.

Außerdem gibt es dazu ein paar Stücke meiner Supersonder-blickgewinkelt-Edition, nämlich meine Emailletasse „Let’s go a little wild“ sowie meine blickgewinkelt Emailletasse & Weißblech-Brotdose (sehr gut recyclebar) „Brandenburg-Edition“. Diese gibt es nicht zu kaufen!
Irgendwann werden die Sachen hier in einen Shop ziehen, bis jetzt sind sie aber exklusiv und ja, natürlich von mir designed. Die Dosen werden übrigens in Europa hergestellt, ich habe lange gesucht, um hier etwas Nachhaltiges zu finden. Weißblech hat eine höhere Recyclequote als Aluminium und ist in der Herstellung etwas Ressourcenschonender als Edelstahl.

Ihr könnt nun einen von drei Preisen gewinnen:

1. Preis:

  • Ein 52 Eskapaden Buch Deiner Wahl: Entweder „In und um Berlin“ oder „Fläming, Niederlausitz und Spreewald“ oder „Oberlausitz mit Sächsische Schweiz“,
  • die Brotbox Edition Brandenburg für unterwegs
  • PLUS eine Emailletasse nach Wahl, also „Let’s go a little wild“ oder die Brandenburg-Edition.

2. + 3. Preis:

  • Nach Wahl die „52 Eskapaden in und um Berlin“ oder die „52 Eskapaden Fläming, Niederlausitz und Spreewald“
  • eine der beiden Emailletassen nach Wahl, also „Let’s go a little wild“ oder die Brandenburg-Edition.

Zum Mitmachen hinterlasst mir hier bitte einen Kommentar, an welchem Buch Ihr am meisten interessiert seid (das ist nur aus reinem Interesse und hat nichts mit Eurem Gewinn zu tun!), welche Tasse Ihr schöner findet und vielleicht mögt Ihr noch kurz von Eurer liebsten oder furchtbarsten Reise etwas erzählen. Das Gewinnspiel läuft bis 1. Mai, 18 Uhr. Viel Glück!

Eskapaden-Bücuer & Emailletassen + Brotbox

Die Gewinne habe ich hier mal durcheinander gemixt: drei der schönen Eskapaden-Bücher sowie meine exklusiven blickgewinkelt-Emailletassen und die blickgewinkelt-Brotbox Edition Brandenburg.

Teilnahmebedingungen für das Gewinnspiel

Teilnahmeberechtigt sind alle Personen, auch unter 18, ich bin ja nicht kinderfeindlich. Das Gewinnspiel läuft bis zum 01.05.2022 18.00 Uhr. Spätere Teilnahme kann nicht mehr berücksichtigt werden. Gewinnen könnt Ihr durch das Kommentieren unter diesem Artikel. Mehrere Kommentare von der gleichen Person sind total verboten. Hinterlasst bitte eine gültige Email. Bestechung wird in Keks- und Kuchenform entgegen genommen, ist allerdings nicht zielführend, weil das Los entscheidet (durch so ein Digitaltooldings). Nach Benachrichtigung des Gewinners/der Gewinnerin über Email hat der/die Gewinner*in drei Tage Zeit, mir die Postadresse zukommen zu lassen, sonst wird weitergelost. Verschickt werden kann der Gewinn leider nur nach Deutschland, weil ich bei so einer Verlosung schonmal arm geworden bin, als ich ein Buch nach Österreich schicken musste. Der Gewinn kann nicht ausgezahlt werden, da der Wert einfach unermesslich ist.

Disclaimer: Lieben Dank an Magda für das Buch Eskapaden Sächsische Schweiz und an Laura von Laura Kiessling Fotografie für das fast schon fotogene Titelbild von mir. :)