Berliner Tiergarten und Brandenburger Tor

Berliner Tiergarten von der Siegessäule aus fotografiert

Heute stelle ich Euch meinen Berlin-Guide vor, Tipps für den kurzen Berlin-Trip aber auch Touren und Stadtführungen für jene, die hier leben, aber Neues entdecken möchten. Für alle, die immer so genervt von Berlin sind oder völlig überfordert, wenn sie hierherkommen. Für die, die noch nicht die wundervollen Ecken und Momente Berlins entdeckt oder noch nicht gelernt haben, Berlin zu lieben.

Dabei geht es nicht nur um die Top Sehenswürdigkeiten Berlins, sondern auch um die Attraktionen etwas abseits der üblichen Pfade und ein paar Insider Touren für diejenigen, die hier vielleicht einfach das dritte oder vierte Mal herfahren und etwas anderes machen möchten.

Da so viele Blogger immer wieder ihre Insider Tipps für Berlin verbloggen, habe ich die hier außerdem aufgenommen. Durchwühlen müsst Ihr Euch da bitte selber, durch mein Inhaltsverzeichnis habe ich versucht, es wenigstens ein bisschen übersichtlicher zu machen.

Berlin-Insider-Guide

Berlin Reiseführer – Lesetipps
Berlin-Tipps für Kreuzberg
Die neuen kommen: Neukölln
So oll wie eh und je: Moabit
Tempel-What? Tempelhof
Geschichte & Streetart: Historisches Mitte
Allgemein und kiezübergreifend
DDBerlin
Naturisch Natur
Berlin mit Kindern
Bücher über Berlin
Filme

Hier ist er also, mein geborgter Berlin-Guide für BerlinbesucherInnen oder BerlinbewohnerInnen, die mal wieder Neues entdecken wollen, aufgeteilt nach Themen und/oder Stadtbezirken und eher für den Sommer geeignet.

Berlin Reiseführer – Lesetipps

Für Berlin gibt es natürlich eine Unmenge an Reiseliteratur, da ist es schwer auszuwählen. Diese möchte ich Dir ans Herz legen:
Berlin Fotografieren - dpunkt Verlag
Berlin Fotografieren*. Die Bände enthalten superschöne Fotos und Beschreibungen von coolen Orten und Fotolocations, gespickt mit einer Menge Hintergrundwissen. Hier geht’s zu meiner → Rezension. Zu Recht haben sie gerade den Bronzenen Fotobuchpreis gewonnen. Aber auch für Nicht-Fotografen bieten die Bücher tolle Ideen für Entdeckertouren durch Berlin.

Eskapaden-Berlin-Dumont-Verlag 52 Eskapaden in und um Berlin. Natürlich möchte ich Dir auch mein eigenes Buch empfehlen, das im DuMont Reiseverlag erschienen ist (woopwoop!). In 52 Touren gibt es hier viele Touren, die ins Grün gehen, und das muss gar nicht mal außerhalb von Berlin sein, denn Berlin besteht zu 44% aus Grün- und Wald- und Wasserflächen. Man muss also gar nicht aus der Stadt raus, um ins Grüne reinzufahren. 14,99 Euro.

Wer klein und kompakt die Top-Sehenswürdigkeiten von Berlin sucht, ist mit dem DuMont direkt Reiseführer Berlin* sehr gut bedient.
Ein Stadtplan ist ebenfalls enthalten, und das für schmale 11,99 Euro (gebraucht noch günstiger).

All-time-favourite: Berlin Tipps für Kreuzberg

Kreuzberg ist „mein altes Metier“, meine heimliche ewige Liebe. Über den Kiez rund um den Kreuzberg (ja, den gibt es tatsächlich!), in dem ich meine allererste richtige eigene Wohnung hatte, hat Kirsten auf Sirenen & Heuler geschrieben. Der Artikel eignet sich gut als Stadtspaziergangstipp und beleuchtet so manche Ecken mit Hintergrundinformationen.

Das „hippe“ Kreuzberg ist ein bisschen weiter östlich. Tipps zum Flanieren, shoppen, gucken und Kaffeetrinken gibt es bei Das Tuten der Schiffe, inklusive ein bisschen Berlin-Mitte.

Insta-Tipp von @_nancyjesse_: Das Ora Café am Oranienplatz 14. Sieht genial aus und muss ich unbedingt mal ausprobieren.

Berlin Tipps für Kreuzberg: Collage mit Streetart

Meine Tipps:
Am Liebsten zuerst den Prinzessinnengärten, einem öffentlichen Urban Gardening-Gelände, einen Besuch abstatten.
Anschließend am Landwehrkanal / Planufer vom U-Bahnhof Prinzenstraße bei herrlichstem Wetter entlang flanieren, zum Beispiel bis zur Ankerklause, um ein Bierchen am Wasser zu schlürfen oder, wer gut zu Fuß ist, noch etwas weiter bis zum Five Elephant, um den leckersten Käsekuchen zu essen und einen Kaffee aus der hauseigenen Rösterei zu schlürfen. Oder NOCH weiter bis zu einem meiner absoluten Lieblingsplätze in Berlin, dem Freischwimmer am Flutgraben.

Berlin Tipp: Freischwimmer am Flutgraben in Kreuzberg

Die Neuen kommen: Neukölln

Der Trendy Bezirk, in dem sich nun fast jede/r Zugezogene niederlässt, kann selbstverständlich nicht ausgelassen werden, und wer beschreibt das besser als lovely Nic aka Luzia Pimpinella mit ihrer Beschreibung vom Maybachufer und dem Flowmarkt.
Davon abgesehen schwant mir, dass in Neukölln mittlerweile die mit Abstand entspanntesten Kneipen und Cafés aufwarten. Ist aber zu weit von mir entfernt, ich war, muss ich zu meiner Schande gestehen, bisher nicht einmal im mittlerweile schon berühmten Klunkerkranich.

So oll wie eh und je: Moabit

Moabit tut manchmal so, als würde es der nächste Trendbezirk werden, weshalb es manch coole Shops in ziemlich uzzeligen Straßenzügen gibt, welche auch mal latent ein Aggro-Gefühl vermitteln – eine brisante Mischung. Cooler Tipp ist hier die Arminius Markthalle, die ebenfalls Luzia Pimpinella beschrieben hat und die ich auch sehr empfehlen kann. Sie ist – im Gegensatz zur hippen Markthalle 9 in Kreuzberg, nicht komplett überteuert, bietet aber das gleiche tolle Flair.

Tempel-What? Tempelhof

In Tempelhof gibt es eigentlich wenig zu bestaunen, aber das wunderbare Tempelhofer Feld, Tempelhofer Freiheit genannt, sollte keinesfalls ausgelassen werden, wie uns Alex von Travelpicture24 verklickert.

PS: Da isses übrigens auch im Winter schön.

Die Tempelhofer Freiheit - das alte Gelände vom Flughafen Tempelhof

Die Tempelhofer Freiheit – das alte Gelände vom Flughafen Tempelhof

Prenzlauer Berg

Zugegeben: Meine Prenzlauer Berg-Zeiten sind schon längst vorbei, da mein Kiez mittlerweile im Süden angesiedelt ist und ich die Wochenend-Teenie-Partygänger einigermaßen gruselig finde. Never out ist allerdings ein Sommersonntag im Mauerpark beim netten Flohmarkt mit allerlei Straßenmusikern und der Mauerpark-Karaoke.

Der Jüdische Friedhof an der Schönhauser Allee ist sicher sehenswert, genauso wie ein Abstecher ins Zeiss-Planetarium und die Kulturbrauerei. Rund um den Helmholtzplatz findet man wunderbare Kneipen, und wer im Frühling zur Kirschblüte kommt, kann die schönste Kirschblütenallee Berlins bestaunen.

Kirschblütenallee Berlin Bornholmer Straße

Die wunderschöne Kirschblütenallee an der Bornholmer Straße in Berlin

Geschichte & Streetart: Historisches Mitte

Endlich dort gewesen und für superklasse befunden: Die Tadschikische Teestube in der Oranienburger Straße im Kunsthof: Eine absolut wunderschöne und übrigens originale Holzinneneinrichtung und typische Speisen, von Blinis bis Pelmeni. Nicht zu vergessen: fantastischer Tee. Bitte unbedingt reservieren!

Berliner Streetart

Neben zigtausend anderen bekannten und unbekannten Sachen, hippen Cafés und überteuerten Shopping-Retro-Läden, gibt es im meistbesuchten Bezirk Mitte vor allem auch tolle Streetart, z.B. in der kleinen Gasse neben den Hackeschen Höfen, in dem sich das Anne Frank Zentrum befindet, genannt „Haus Schwarzenberg“.

Klassischer Stadtrundgang

Auch wenn Berlin kein klassisches Zentrum hat, bietet sich als „Berlin-Ersttäter“ in Mitte ein kleiner „Stadtrundgang“ noch am besten an:

  1. Brandenburger Tor
  2. Holocaust-Mahnmal, das ich wirklich sehr gelungen finde.
  3. Unter den Linden entlang nach Osten.
  4. Ggf. Abstecher zum Gendarmenmarkt.
  5. Am Bebelplatz, der Humboldt-Universität, dem Club du Rome, der Neuen Wache und dem Deutschen historischen Museum vorbei auf die Museumsinsel.
  6. Auf der Museumsinsel einmal den Lustgarten und Berliner Dom bestaunen.
  7. Wer ins Museum will, sollte das großartige Pergamonmuseum bevorzugen.
  8. Weiter geht’s am DDR-Museum vorbei.
  9. An der Spandauer Straße geht es entweder
    • nach rechts (Süden) zur Nikolaikirche, dem Roten Rathaus, dem Neptunbrunnen, zum Fernsehturm und zum Alexanderplatz, oder
    • etwas geradeaus bis zur Gedenk-Litfass-Säule der Rosenstraße, dann durch die Rosenstraße zum Hackeschen Markt (wo man das oben erwähnte Haus Schwarzenberg findet). Wer sich für diese Variante entscheidet, kann sich anschließend im Monbijoupark entspannen.


Die Mauer-Gedenkstätte Bernauer Straße ist natürlich unbedingt einen Besuch wert. Viele Eindrücke bekommt Ihr im Blog von Bianca Bürger. Auch das Mauermuseum am Checkpoint Charlie finde ich (mittlerweile) sehr gelungen, gerade auch für jüngere Leute, die hier etwas aufregender und mit vielen Exponaten viele Geschichten des geteilten Deutschlands erfahren können.

Untergrund-Tour

Auch immer gut: Eine Underground-Tour bei den Berliner Unterwelten. Früh da sein! Es ist nicht möglich zu reservieren, die Karten müssen am Tag der Führung gekauft werden. Das macht aber nix, einfach zwei Stunden vorher hingehen und dann die Zeit mit einem Spaziergang direkt gegenüber im Humboldthain überbrücken. Hier könnt Ihr auf den alten Flakturm steigen, von dem man eine großartige Aussicht hat.

Flakturm im Humboldthain

Der Flakturm im Humboldthain

Janett hat auf Teilzeitreisender über unsere gemeinsame Berlin-Tour und die Unterwelten-Tour gebloggt. Hier findest Du auch noch eine Menge weiterer Tipps.

Streetart, Gedenkschilder und Warnungen in Berlin-Mitte - Collage

Streetart, Gedenkschilder und Warnungen in Berlin-Mitte

Allgemein & kiezübergreifend

Die zauberhafte Magnoliaelectric hat einen ganzen großartigen Berlin-Guide geschrieben, mit Unterkünften, Shopping-, Essens- und Café-Tipps. Ist schon etwas her aber immer noch aktuell.

Immer gut für Inspiration ist die Seite von Slow Travel Berlin. Paul gibt übrigens auch Fotoworkshops für Einsteiger und ist ohnehin ein sehr cooler Typ.

Einige außergewöhnliche Orte beschreibt Marco auf seinem Blog Life is a Trip. Da kannte ich tatsächlich noch nicht alle.

Schon ziemlich oll aber mit immer noch aktuellen Links ist mein eigener Berlin-Guide, immer praktisch, wenn ich English-Speakern irgendwelche Tipps geben soll; inklusive Tipps für Unterkünfte.

DDBerlin

Synke & Mandy sind beide in der DDR aufgewachsen, umso besser, finde ich, dass sie dieses Thema auch in ihren Artikeln aufgreifen (bei mir als Wessi kommt mir das ja immer mit so nem Gschmäckle daher):

Synke berichtet über die Gedenkstätte Hohenschönhausen, in der ich auch schonmal war und ebenfalls einen Besuch sehr empfehlen kann.

Mandy von Movin’n Groovin radelt durch das „unbekannte Ost-Berlin“: Weißensee, Marzahn, Lichtenberg. Sehr lesens- und bestaunenswert.

Naturisch Natur

Wer meint, in Berlin kennt man kein Wildlife und Natur ist schief gewickelt: Berlin ist eine der grünsten Städte, die ich kenne.

  • Für den Herbst habe ich meine 11 Lieblings-Spaziergänge rund um Berlin extra verbloggt.
  • Eine kleine Bootsfahrt mitten in Berlin geht zum Beispiel am Café an neuen See im Tiergarten nah am Zoo.
  • Wer es länger mag und etwas speziell, kann in Berlin verschiedene Flöße mieten, auch zum Übernachten. Anbieter gibt es mittlerweile so viele, da googelt Ihr lieber selber.
  • Auch wenn der Grunewald auf der Karte so weit weg aussieht: Es ist super gut zu erreichen, z.B. mit der S-Bahn bis zur S-Station „Grunewald“. Steht man erst einmal auf dem Teufelsberg mit der alten Radarstation oder dem Drachenberg, fühlt man sich glatt wie im Dschungel. Wenn dann noch ein Fuchs und ein paar Wildschweine vorbeilaufen ist das Outdoor-Feeling perfekt.
Herbstbäume im Grunewald Berlin

Im Grunewald im Herbst

Beelitz-Heilstätten ist zwar nicht mehr in Berlin, aber sozusagen gleich umme Ecke in Brandenburg (mit dem RE ist man fix da) und hier gibt es den absolut genialen und empfehlenswerten Baumkronenpfad über dem alten Lost Place.

Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten, Überblick von oben

Der Baumkronenpfad über den Beelitzer Heilstätten im Herbst.

Berlin mit Kindern

geht auch super, was z.B. Berlin Mitte Mom beweist. Die Tipps beziehen sich auf – naaa? – genau, Berlin-Mitte.

Gleich richtig viele Tipps und Artikel zu Berlin mit Kindern gibt es bei Pearls Harbour, weshalb ich hier einfach auf die Kategorie verweise.

Bücher über Berlin*

Wer sich weiter einlesen möchte, findet natürlich ohne Ende Literatur auch von nicht-bloggenden Menschen. Meine Lieblinge sind hier:

Filme*

Ich habe hier garantiert noch 1005 Artikel nicht berücksichtigt – es hat ja quasi schon irgendwie jeder über Berlin gebloggt. Poste doch gerne die Adresse zu einem interessanten Berlin-Artikel in die Kommentare, die anderen Leser werden es danken!

Bis bald in Berlin!

BunteTuer-Kreuzberg

Weiterlesen: Berliner Winkel: Friedhof der Unbestattbaren

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